Mutter klammert sich an mich und macht mir schlechtes Gewissen

    • (1) 01.12.17 - 17:18

      Hallo zusammen,

      ich moechte mich vornherein fuer Rechtschreibfehler entschuldigen. Ich bin momentan noch in Australien und schreibe auf englischer Tastatur.

      Zu meinem Problem....
      muss hier etwas ausholen mit der Geschichte.

      Ich wurde mit einem angeborenen Herzfehler geboren und war furchtbar extrem schuechtern und wohl behuetet.... mein Bruder ist ca 3,5 Jahre aelter.
      Als ich ca 12/13 Jahre alt war, ging die ganze Geschichte langsam los.
      Mein Bruder rutschte ab und landetete in der falschen Gesellschaft. Alkohol und Drogen. Harte Drogen. Er stahl Geld (vor allem von meinem ersparten, hat sich aber damals entschuldigt) Ich gab eeeewig meinem Bruder die Schuld bei dem ganzen wirrwarr...
      Da mein Vater ziemlich konservativ und 'serioes' geworden ist in seinen letzten 20 Jahren, hatte er grosse Probleme. Mein Bruder hat sich selbst mit Nadel und Tinte ueberall Tattowiert... er kam oft heim und hat Sachen gesagt, wie 'wir koennen froh sein noch am Leben zu sein'
      Meine Mutter hat darauf hin vieles nicht meinem Vater erzaehlt mehr. Vor allem Geld. Sie kam natuerlich nicht mehr hinterher all die Schwarzfahrerei und alkohol strafen zu zahlen... sie hat sich Geld von mir geliehen... oft hat sich dann gesagt, sie koenne kein Brot kaufen oder sie haette heute den ganzen Tag noch nichts gegessen, damit mein Bruder und ich essen koennen. Baem hatte ich mich schlecht gefuehlt und mein Taschengeld bzw Erspartes her gebracht. Sie hat auch Kredit aufgenommen. Natuerlich weiss mein Papa von nichts. Ich hab damals auf vieles verzichtet. Ich habe gelernt, meine eigene Meinung zu haben. Mein Papa hat grosse Probleme damit. Und dann beschwert er sich natuerlich bei meiner Mutter. Ich habe ihr gesagt, sie solle sich da bitte raus halten. Tut sie irgendwie ungern. Dann beschwert sie sich, dass sie sich ja nicht ueber mein Vater schimpfen moechte (gluecklich sind sie schon lange nicht mehr zusammen, er haut jedes Wochenende ab und sogar Weihnachten). Sie erzaehlt mir dann, dass mein Papa sich ausgeschlossen fuehlt von der Familie, als ob wir Geheinmisse haetten und das es doch so nicht waere.... ABER DAS IST DOCH EINE LUEGE! Natuerlich haben wir ein Geheimnis.
      Ich bin seit zwei Jahren um die Welt unterwegs, sie moechte, dass ich heim komme und bei meinem Vater im Geschaeft arbeite. Doch sie weiss, genau ich moechte nicht. Mein Vater hat mich auch nie wirklich mit einbezogen in die Firma. Dann kommt sie jedoch mit weinerlicher Stimme an, wie sehr sie mich braucht. Ich fuehle mich, dennoch emotional ausgelaugt. Noch dazu leidet mein Bruder seit letztem Jahr extrem an Depressionen. Und ich will nicht boese sein, aber sie nimmt ihn immer in Schutz. Zu viel Mutterschutz meiner Meinung nach.
      Dann hat sie mir vor 3 Monaten erzaehlt, sie moechte ihren Putzjob beenden sobald ich zurueck bin. Alles dreht sich nur darum, dass ich zurueck in dieses Haus komme. Manchmal denke ich nur, dass ich dafuer da bin, den emotionalen Ballast abzubekommen und ihr finanzielle Sicherheit zu geben. Der Gedanke, dass ich nach meiner Reise erstmal leider dorthin zurueck muss, setzt mich leider so stark unter Druck. Also wahrscheinlich setze ich mich selbst nur zu sehr unter Druck... ich moechte das ganze Gejammer nicht mehr hoeren, ueber meinen Dad. Ich weiss, dass er oft Respektlos ihr gegenueber ist. Aber was kann ich da tun? Muessen die zwei das nicht untereinander klaeren? Hat jemand eine aehnliche Situation?
      Kann mir jemand einen Tipp geben, was ich tun soll, wenn ich nach Deutschland zurueck komme?

      Ich hab dann diesen egoistischen Moment, da denke ich "nee ich mach jetzt was gut fuer micht ist" und dann kommt der Moment, da denke ich bin zu egoistisch und fuehle mich schlecht.

      Moechte noch erwaehnen, dass sie sich mal beschwert habe, sie habe niemand zum reden und sieh hat Freundinnen. Und auch die haben Probleme mit ihren Ehemaennern oder bzw sind geschieden und versuchen ihr wirklich zu helfen. Zwei Freundinnen und ich wollten ihr mit einer Beratung fuer eine moegliche Scheidung helfen. Hat sie verweigert. Ich moechte nicht ewig dafuer verantworltich sein, sie permanent 'bespassen' zu muessen.

      Ich fuehle mich etwas gefangen in meiner Situation und weiss nicht recht weiter.

      Oweh, ich hoffe, mein Geschreibsel ist nicht zu chaotisch. Fuehle mich schon wieder halb schuldig...

      Danke und Gruesse aus Down Under
      AngieCat

      • Also ganz ehrlich ich würde mir eine andere Möglichkeit suchen wenn du wirklich zurück nach Deutschland kommst als bei deiner Mutter zu wohnen. Sie vereinnahmt dich total und setzt dich unter Druck. Das ist die volle Psychoschiene. Denn sie ist selbst für ihr Leben verantwortlich NICHT DU! Klar hilft man sich gegenseitig aber dann Dinge totschweigen und dem Bruder die ganzen Strafen zu zahlen war sicherlich auch nichrt der richtige Weg um ihn zur Einsicht zu bringen. So kann er ja nicht auf den richtigen Weg kommen. Und dann will sie dich als finanzielle Sicherheit für IHR LEBEN? Ne sorry das geht doch ein wenig zu weit!

        Ela

      Du klingst immer noch ganz wie ein hilfloses Kind.

      Insofern wäre mein Rat: Mach Dir bewusst, dass Du erwachsen bist, dass Du darüber bestimmst, wer was mit Dir (nicht) macht und wie Du lebst. Darauf hat niemand so viel Einfluss wie Du.

      Ich hab auch so eine Mutter, die keine Verantwortung übernommen, dafür aber Psychospielchen mit uns gespielt hat. Da hilft nur eins: Sich bewusst machen, dass sie keine Chance hat, wenn ich nicht mitspiele.

      Wenn meine Mutter heute versucht mir etwas von meinem Stiefvater zu erzählen, dann sage ich sofort "Stop, Mama, damit bringst Du mich in einen Loyalitätskonflikt, das möchte ich nicht hören". Klärt das unter Euch!

      Ich bin ihre Tochter, nicht ihre Freundin, nicht ihre Therapeutin und auch nicht ihr Sozialamt.

      Wenn Du Deine Rolle nicht änderst, wird sie sich niemals ändern, denn Deine Mutter hat keinen Leidensdruck, der etwas für Dich verbessern würde.

      Also hast Du zwei Möglichkeiten:
      1. Du emanzipierst Dich.
      2. Du lässt alles wie es ist und lebst damit.

      • Hi Sannimausi,

        kann gut möglich sein. Bin momentan emotional sehr aufgewühlt, nicht nur wegen der Familie.

        Es ist so, dass ich ihr vor ein paar Jahren ihr freundlich, aber bestimmt schon mal gesagt habe, 'Das ist ein persönliches Problem zwischen euch und da mische ich mich nicht ein.' Das Problem sie wird dann still und bekommt dieses Tränen Nähe Gesicht ich habe es schon geschafft in den letzten Jahren mich mit bestimmten Sachen Gefühlstechnisch abzuschotten. Dennoch hört sie nicht auf. Erklärt dann sofort, wie gern sie das Mietshaus besitzen werde. Ich habe auch hier bereits mein nicht vorhandenes Interesse gezeigt.
        Es nervt, dass ich mich jedes mal wieder holen muss, dass ich bestimmt Sachen nicht möchte. Wieso versteht sie es nicht ? Wie oft muss ich mich immer wieder wiederholen ? Ich kann sie doch nicht komplett ignorieren? Und das tu ich momentan hier in Australien. Ich schreibe nicht jeden Tag oder erzähl ihr alles (mehr). Aber dann kommt es plötzlich zum Streit oder eben ihrem Geheule

        Wenn ich zurück gehe, habe ich definitiv zwei Leute die mich unterstützen und aufnehmen würden. Sie wohnen 1,5 Stunden weg. Es wäre auch eher mein persönliches Ziel in diese Richtung zu ziehen.

        Ich weiß nur ich kann mein Leben selbst in die Hand nehmen. Der Abstand Australien Deutschland hat mir ehrlich gesagt persönlich in meiner Entwicklung und Selbstbewusstsein viel geholfen.

        Danke fürs durchlesen und deine Antwort
        AngieCat

        • Du machst doch einen guten Anfang. Du darfst nur nicht einknicken, nur weil sie weint. Das ist (unbewusst) ihre Taktik, um doch noch ihren Willen zu bekommen. Ist bei meiner Mutter auch so. Da sind die Tränen automatisiert, weil sie es - wahrscheinlich von klein auf - gewöhnt ist, sich auf diese Art durchzusetzen.

          Wenn sie Dich nervt, dann sag ihr das. Mama, Du nervst! Ist doch ein ganz einfacher Satz.

          Wie oft Du das wiederholen musst, bis sie es verstanden hat, kann ich Dir nicht beantworten. Aber wir sind inzwischen auf einem Level, dass meine Mutter sich doch zusammenreißt (bei mir, bei meinen Schwestern nicht!). Und wenn sie wirklich mal loslegt, dann verabschiede ich mich und gehe meiner Wege bis sie sich wieder eingekriegt hat.

          Da die äußere Abgrenzung (Entfernung, geschlossene Türen etc) viel leichter ist als die innere Abgrenzung, würde ich Dir auch raten, erst mal nicht zu nah zu ihr zu ziehen. Wenn Du darauf trainiert bist, Dich auch innerlich abzugrenzen, dann kannst Du automatisch wieder mehr Nähe zulassen.

          Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg und lass Dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen!

    Deine Mutter lebt in ihrer eigenen Welt und sucht bei Dir Unterstützung dafür, dass sie nichts ändern muss. Mach Dir klar, dass sie ihr Leben so gestalten darf, wie sie das will und sie will sich eben nicht trennen und auch Deinen Bruder eben weiterhin bemuttern. Sie opfert sich auf und das will sie nicht aufgeben.

    Was für sie gilt, gilt aber auch für Dich. Du darfst Dein Leben auch so gestalten, wie Du willst. Und wenn Du der Meinung bist, Dich belastet die Situation zu Hause zu stark, dann grenz Dich räumlich, finanziell und verbal davon ab. Das ist Dein absolutes Recht!

    "Kann mir jemand einen Tipp geben, was ich tun soll, wenn ich nach Deutschland zurueck komme?"

    Der beste Tipp wäre, Dir eine eigene Wohnung oder zumindest ein Zimmer in einer WG zu suchen, bevor Du nach Deutschland zurück kommst. Kannst Du das organisieren?

    • Hallo witch71

      Danke für die Antwort :)
      Ich denke, das organisieren einer eigenen Wohnung von Australien aus wird etwas schwierig. Hab aber meinen Couseng und Freundin, die mich sogar aufnehmen würden. Wohnen nur 1,5 Stunden entfernt aber perfekt für mich um zur Ruhe zu kommen.

      Danke nochmal für deine Antwort :)
      AngieCat

Hallo,

An deiner Stelle würde ich ohne Umwege ans andere Ende von Deutschland ziehen. Deine Mutter ist Erwachsen und muss ihre Probleme selbst lösen.
Lebe DEIN Leben!

LG marci

  • Hi

    Ich würde ja am liebsten schon in Australien bleibe, aber ist gar nicht so einfach. Hab mich hier so gut eingelebt und alles.

    • Ist es nur "nicht einfach" in Australien zu bleiben oder ist es wirklich unmöglich?
      Wenn es möglich ist du es und gerne möchtest mach es doch einfach.
      Es ist DEIN Leben! Du kannst deine Mutter/Eltern nicht "retten".
      Möchtest du am Ende deines Lebens zurückschauen und sagen müssen: "ich habe den Willen meiner Mutter gelebt?"

      • Hallo

        Es ist wirklich nicht einfach. Man kann nur mit bestimmten Berufe ein Visa,erhalten oder ein Kosten intensives Studium anfangen dass noch nicht mal garantiert, danach bleiben zu können.
        Ich hab auch noch nicht erzähltdass ich mich informiere, da 1. Es ja noch nicht sicher ist und 2. würde dann sofort auf mich eingeredet werden.
        Ich könnte Ja auch eine Stunde weiter weg zu meinen Cousin oder Freunde. Nur habe ich bedenke, dass dies zum Streit führen könnte. Das will ich ja nicht, ist aber vielleicht die einzige Möglichkeit.

        • Zu 1. + 2.: wenn es noch nicht sicher ist würde ich auch warten bis du Sicherheit und dich entschieden hast. Schlafende Hunde braucht man nicht wecken.
          Solltest du in Australien bleiben kannst du es immer noch dann mitteilen und dann ist es halt "zu spät" für Disskusionen die dich umstimmen sollen ;-)

          " Nur habe ich bedenke, dass dies zum Streit führen könnte. Das will ich ja nicht, ist aber vielleicht die einzige Möglichkeit. "

          Das ist gut möglich dass es Streit gibt. Aber manchmal ist das so im Leben und man "muss" für sich einstehen, wenn man glücklich werden will....auch wenn das anderen nicht gefällt. Du lebst DEIN Leben und nicht das der anderen. Du bist ja nicht aus der Welt und ganz aus ihrem Leben, nur weil euch räumliche Entfernung trennt und du schadest ihr ja auch nicht mit deinem Verhalten.
          Wenn du hinter deiner Entscheidung stehst, sie konsequent vertrittst und auch kommunizierst wird sie es vielleicht akzeptieren?
          Schwankst du und strahlst Unsicherheit aus wird sie das spüren und immer wieder in diese "Kerbe" hauen.
          Viel Kraft und Mut wünsche ich dir.

          • Hallo rudyline

            Danke :)

            Das Problem ist, dass ich bis 4. Januar das Land erstmal verlassen muss. Danach kann ich wieder mit einem Touristvisa rein.

            Das habe ich ihr bisher nicht gesagt. Ich fuehle mich grad wieder etwas schuldig oder das ich sie vernachlaessige, da ich ja weiss, mein Papa wird nicht daheim sein.

            Mein Couseng und beste Freundin unterstuetzen mich. Allerdings meinten sie die Urlaubszeit ist gut mit allen - Familie und Freunde- sich zu treffen.

            Da hadere ich noch sehr mit mir...

            Ich bin auch nicht mehr unsicher und schwanke, wenn ich ihr etwas sage. Sie kommt dann manchmal weinend daher oder kommt mit ihrer Moralvorstellung und belehrt mich und haelt mir einen Vortrag ala ich soll mal darueber nachdenken. Bin kein Kind mehr. Und manchmal sage ich einfach gar nix mehr und gehe dann einfach. Ich denke, sie fuehlt sich allein. Aber glaub mir, sie hat Freundinnen. Die wissen alle, wie mein Papa mit ihr umspringt. Sie versuchen ihr zu helfen. Und meine Mama ist die erste, die in Bezug auf Eheleben bzw Partnerschaft bzw Maenner allgemein kritisiert.

            Ach ich hoer auf. Ich danke dir fuers Lesen und beraten :)

            Ich wuensche dir noch eine schoene Woche

            Gruss
            Angiecat

            P.S. Auf Schnee kann ich sehr gut verzichten, vielleicht ist das der wahre Grund...#kratz

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