Konfliktlösung in der Familie

    • (1) 20.03.18 - 15:11

      Hallo zusammen

      Auf der Suche nach Unterstützung bin ich auf dieses Forum gestossen. Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Anregungen, resp. Tipps geben :

      Unsere Situation zeigt sich folgendermassen:
      Mein Mann und ich leben seit 10 Jahren im 1. OG eines 2-Familien Hauses welches den Schwiegereltern gehört. Diese sind seit längerem geschieden
      das Verhältnis ist jedoch entspannt. Im EG wohnt die Mama (Vater ist ausgezogen) zusammen mit dem 31 jährigen Bruder meines Mannes.

      Soweit so gut. Nun zum eigentlichen Problem:
      Die jetzige Wohnung im 1.OG wird zu klein, da wir auch bald mit der Familienplanung beginnen wollen. Daher ist der Plan, dass die Mama und wir die Wohnungen einfach tauschen.
      Dafür muss sich jedoch der Bruder eine eigene Wohnung besorgen. Er ist seit fast 3 jahren Arbeitslos und nun auf Sozialhilfe angwiesen. So allein ist es m.M. nach schon schwierig eine Wohnung zu finden (Was denkt Ihr?)
      Leider macht er nicht die geringsten Anstalten sich um eine Wohnung, geschweige denn Arbeit zu kümmern. Obwohl er ein Ultimatum erhalten hat, welches bald abläuft.

      Ich hole kurz etwas aus (aus meiner Sichtweise):
      Seit ich Ihn kenne, hängt er pausenlos vor der Glotze und zeichnet alles auf DVD auf was im TV läuft. In seinen Zimmern stapeln sich Türme
      mit DVDs in Hülle und Fülle. Allgemein ist er sehr unordentlich und sammelt praktisch alles (es finden sich Zeitungen von vor 6 Jahren)...In den vergangenen Jahren ging er hin und wieder einer Arbeit nach, wurde aber jedes mal gekündigt.
      Vermutlich weil er sich zu sehr von seinem "Hobby" wie er es nennt ablenken lässt. Ein soziales Umfeld ist nicht wirklich vorhanden, soweit ich mitbekommen habe.
      Er lebt abgeschottet und kümmert sich nicht um andere Menschen.(Die Mama war für mehrere Wochen in einer Klinik wegen Depressionen, er hat sie kein einziges Mal besucht..nur so als Beispiel)
      Daher wurde er vor ein paar Monaten dazu gedrängt sich professionelle Hilfe zu suchen. Dies haben wir mit viiiel Überzeugungsarbeit kurzzeitig geschafft.
      Einige Male besuchte er einen profesionellen Psychologen. Er sagte klar, dass er ein Defizit hat aus welchem er selber nicht rauskommt. Er sah dies jedoch anders und brach die Behandlung kurzerhand einfach ab.
      Die Mama leidet unter dieser Situation, sie ist es Leid ihm ständig sagen zu müssen was er zu tun und zu lassen hat, da in keinster Weise mitdenkt oder mithilft. Er ist in meinen Augen einfach völlig unselbständig und hat gelinde gesagt keine Ahnung vom Leben.
      Gleichzeitig bringt sie es aber auch nicht übers Herz Ihren ältesten Sohn vor die Tür zu stellen (was mein Vorschlag wäre). Mein Mann ist keine Hilfe für eine diplomatische Lösung, denn das Verhältnis zwischen den Brüdern ist total zerrüttet.
      Es sind diverse Sachen vorgefallen auf die ich nicht weiter eingehe, für meinen Mann ist sein Bruder schlichtweg gestorben.

      Ich selber komme mit ihm auch nicht klar, da ich seine Ansichten, Meinungen sowie sein Verhalten absolut nicht nachvollziehen kann und mich oft wütend macht.
      Bisher habe ich mich grösstenteils rausgehalten und bin meiner Schwiegermutter zur Seite zu gestanden wenn Sie ein offenes Ohr oder einen Rat brauchte. Unser Verhältnis ist wirklich sehr gut.

      Ich will nicht mehr nur passiv sein, sondern eine Lösung finden, habe aber keine Ahnung was ich machen soll. Auch wenn dieser Wohnungswechsel nicht anstünde, wäre es doch trotzdem schon lange
      an der Zeit, dass sich der Bruder ein eigenes Standbein aufbaut. Er sieht das einfach irgendwie nicht ein..
      Dass statt die Mama, der Bruder in unsere jetzige Wohnung zieht oder wir uns alle was neues Suchen, soll hier kein Thema sein da dies seine Gründe hat. Klar wäre das die einfachste Lösung, ist aber nicht Sinn der Sache...

      Was denkt Ihr zu dieser Thematik? Habt Ihr mir einen Rat? Wie würdet ihr euch an meiner Stelle verhalten?

      • Ich würde mich dezent zurückhalten. Dein Schwager hat das gleiche "Recht" dort zu wohnen wie dein Mann. Ihn quasi zum Auszug zu nötigen, dass ihr Platz habt bzw euch vermehren könnt, finde ich nicht in Ordnung und seine Lebensumstände gehen dich als Schwägerin nichts an. Wenn dann, ist deine Schwiegermutter gefragt.

        LG

      Das ist die Sache der Schwiegermutter und nicht Deine.

      LG

    • (5) 20.03.18 - 15:48

      Hat chwiegermutter kein Interesse daran ihren Sohn vor die Tür zu setzen, dann hat sich doch jeder weitere Gedanke erledigt.
      Und wenn Scwhiegermutter nicht mehr kann, dann tauscht ihr zurück oder wie soll sie im Alter oben aus der Hütte kommen?
      Generell ist die Sache zwishcen Mutter und Sohn nicht deine Baustelle.

      Ihr braucht mehr Platz, dann besorgt ihn euch woanders.

      • Sie könnten recht einfach mehr Wohnraum schaffen, indem sie den Dachboden ausbauen. So haben wir es damals gemacht, Alle blieben in ihren Wohnungen, aber wir hatten 2 (Kinder)Zimmer mehr nach dem Ausbau.
        Oder eine Etage aufstocken mit Pultdach z.B..,m einetwegen auch nur die halbe Grundfläche des Hauses.

        Liebe TE, Andere Wohnverhältnisse vom Auszug des Bruders abhängig zu machen, ist nicht ok. Die Idee zeigt, dass IHR meint mehr Ansprüche zu haben als dein Schwager.

    Ihr zwingt damit vor allem auch die Schwiegermutter, sich zwischen beiden Söhnen zu entscheiden.

    Entweder sie macht es euch recht, dann muss sie sich gegen den Jüngeren entscheiden, weil der eine eigene Wohnung braucht.
    Oder sie bringt es nicht übers Herz, ihn raus zu setzen, dann muss sie euch eine Absage erteilen.

    Das ist jedenfalls nicht fair ihr gegenüber. Die Entscheidung, die WG aufzulösen, muss jedenfalls aus ihr kommen und nicht, weil ihr Wohnraum braucht.

    Ihr solltet euch was Eigenes suchen und ihr diese Entscheidungslast nehmen.

    LG

    Hallo zusammen
    Danke für eure Rückmeldungen. Bitte versteht mich nicht falsch, wir müssen nicht zwingend hier wohnen bleiben. Dieser Wechsel soll eher ein Zeichen/Anreiz für ihn sein auf eigenen Beinen zu stehen. Anfangs war er ja auch damit einverstanden (hätte ich wohl erwähnen müssen). Dies ist schon länger ihr Wunsch sie habe auch schon oft mit ihm darüber gesprochen, und mag nicht mehr mit ihm eine Wohnung teilen sonder wäre gerne für sich. Sie hat einfach Schwierigkeiten "durchzugreifen" damit er endlich flügge wird. Ich hoffe ihr haltet mich jetzt nicht für einen Unmenschen.

    Aber ich nehme aus den Kommentaren raus, dass es das Beste ich mich nicht einzumischen. Dies werde ich auch so handhaben und nur handeln wenn die Mama es wünscht.

    • >>>Dieser Wechsel soll eher ein Zeichen/Anreiz für ihn sein auf eigenen Beinen zu stehen.<<<

      Versetz dich mal in deinen Schwager: WO soll er da für sich einen Anreiz sehen? Ihm fehlt es doch derzeit an nichts, oder?

Zur Therapie wird ihn keiner drängen können.
So lange er weder sich noch andere gefährdet, kann er krank sein so viel er "will". Selbst wenn er nicht krank sein will, aber sich auch nicht unterstützen lässt, kann ihn keiner zwingen.

Was sinnvoll wäre oder gesund wäre, ist hier nicht relevant, da er nicht gesund zu sein scheint. Oder Defizite hat, die er nicht alleine ausgleichen kann.

So lange deine Schwiegermutter euch nicht ausdrücklich! um Hilfe bittet, weil sie es selbst nicht mehr aushält, könnt ihr gar nichts tun.
Wenn sie sich bei euch ausjammert, aber keine Hilfe möchte, noch nicht bereit ist sich zu entscheiden, was sie möchte, braucht und kann/nicht kann, könnt ihr ihr entweder zu hören oder sagen, dass ihr das nicht hören möchtet.

Ob und in wie weit deine Schwiegermutter für ihren erwachsenen Sohn Entscheidungen treffen kann/darf, weiß ich nicht. Dazu müsste sie sich beim Arzt, Notar oder wem auch immer aus dem Bereich aufklären lassen. Wann und unter welchen Umständen sie als direkte Familienangehörige Entscheidungen treffen dürfte. Gesetzlich ist er erwachsen. Egal ob mit Defizit, Krankheit oder ohne.

Was ihr tun könnt: für euch selbst entscheiden. Wann ist euer Schmerzpunkt erreicht, wo plant ihr ohne ihn (so dass er auch nicht von euren Entscheidungen mit er müsste dazu was beitragen, involviert ist).
Wenn es euch sehr stark belastet, sucht euch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken. Selbst wenn er das nicht ist, gibt es vielleicht Parallelen, die andere mit ähnlicher Situation vielleicht verstehen können.

Hallo


Ich frag mich Grad was in deinem Kopf abgeht.
Weil IHR eine Familie gründen wollt soll dein Schwager ausziehen?

Ob der Bruder unordentlich und arbeitslos ist geht dich rein garnichts an. Auch seine sozialen Kontakte können dir doch egal sein?
Hast du selbst keine Hobbies das du dich in sein Leben einmischen musst?

Es ist SEIN Leben. SEINE Entscheidungen nicht eure.

Wenn die Mutter der das Haus gehört ein Problem mit ihm hat bleiben 2 Möglichkeiten.
1. Die klären das Problem
2. Sie schmeißt ihn raus

Wenn ihr mehr Platz braucht solltet ihr euch um eine andere bleibe kümmern oder mit Einverständnis der Mutter umbauen.


LG

(13) 20.03.18 - 18:26

Hallo,

da der Schwager schon über 25 Jahre alt ist, hat er auch aus Jobcenter oder Sozialamtssicht einen Anspruch auf eigenen Wohnraum. Den muss er sich natürlich selber suchen. Aber vielleicht kann ihn jemand vom Amt begleiten um die Formalitäten und Richtlinien zu erfragen. Vielleicht ist ihm da die Hemmschwelle zu groß.

Ansonsten würde ich sagen könnt ihr nicht viel machen. Liegt an der Mama.

Sie könnte euch das Haus überschreiben, der Bruder müsste ausgezahlt werden und hätte dann auch entsprechend Geld und Motivation sich was zu suchen.

Zum Mackenplascke oder zur Selbsthilfegruppen wird er nicht gehen.

Kann mir nicht vorstellen, dass er von sich aus in Gang kommt.

Spätestens mit Beginn der Schwangerschaft wird es Zeit mit der Schwiegermutter zu sprechen und gegebenenfalls ihr ein „Ultimatum“ zu nennen und nicht dem Schwager.

Wenn sie den Wohnungstausch und Eure Nähe will, dann muss sie für Bewegung im Haus sorgen.

Wenn nicht, muss ihr klar sein, dass ihr euch für eure kleine Familie einen neuen Platz suchen werdet (was euer gutes Recht ist) und sie dann mit einer halbleere Bude dasteht und auch sämtliche Kosten erst mal selbst bestreiten kann (vorbehaltlich einer Vermietung eurer jetzigen Wohnung).

Heißt im Klartext auch, dass das eine dauerhafte und langfristige Entscheidung ist, wenn ihr Kosten auf euch nimmt, um sich neu oder anders einzurichten.

Sie muss dann auch davon ausgehen, dass ihr bei der neuen frisch eingerichteten Bleibe nicht sofort alle Zelte abreißen werdet, wenn sie mal ruft, dass ihr doch bitte zurück kommen sollt.

Natürlich könnt ihr nichts mit der Brechstange einfordern, aber schon die Folgen aufzeigen und sich dann der eigenen Lebensgestaltung widmen.

Derzeit werdet ihr wie dumme Kinder hingehalten mit einer baumelnden aber nicht erreichbaren Wurst vor der Nase.
Ihr entscheidet wie lange ihr das mit euch machen lässt.

Es ist nicht euer Haus!!!

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