An Einzelkinder und Eltern von Einzelkindern

    • (1) 14.04.18 - 15:26

      Hallo,

      mich beschäftigt jetzt schon eine Weile die Frage , ob unsere Tochter ein Einzelkind bleiben soll , oder nicht. Rein biologisch gesehen hätte ich noch gut 10-15 Jahre Zeit für die Entscheidung.
      Unsere Tochter ist knapp 2,5 Jahre alt. Natürlich müssen wir jetzt noch keine endgültige Entscheidung treffen , aber mein Gefühl geht eher dahin , kein weiteres Kind zu bekommen und nochmal "von vorne" anzufangen. Nicht falsch verstehen. Ich liebe meine Tochter abgöttisch, aber scheine einfach keine typische "Babymama" zu sein.
      Jetzt spiele ich mit dem Gedanken in ein paar Monaten einen Großteil der aussortieren Kleidung, Spielsachen und Co. auf Basaren zu verkaufen , sollte im Familien - oder Freundeskreis dann niemand aktuell mit einem Mädchen schwanger sein. Bisher haben wir vieles aufgehoben mit dem Hintergedanken 'für ein Geschwisterchen' , aber ob es überhaupt dazu kommen wird 🤔

      Meine Frage an die Eltern von bereits älteren Einzelkindern, wann habt ihr beschlossen das es bei einem Kind bleibt?
      Und an alle erwachsenen Einzelkinder, wie habt ihr eure Kindheit als Einzelkind erlebt ? Fandet ihr es gut oder hat euch was / wer gefehlt?

      LG

      • Welche Meinung hat dein Mann/Partner dazu?

        Ich denke das wiegt mehr als die des Forums.

        • Ihm geht es ebenso wie mir. 100% ausschließen möchte er ein zweites Kind nicht , aber momentan passt alles so wie es ist sehr gut.

          Erst mal in vornehinein, ein Mensch ist ein Gewohnheitstier. Einzelkinder bekommen deshalb keinen Schaden davon.
          Meine Tochter ist ein kein geplantes Einzelkind, aber ein zweites war uns nich vergönnt.
          Mein Mann ist auch ein Einzelkind. Mann und Tochter finden es sehr schade keine Geschwister zu haben. Ich selbst hab 3 Brüder und genoss meine Geschwister in der Kindheit und heute noch in der Familie.
          Mein Mann ist fast 50 Jahre, sagte letztens erst noch, da seine Mutter vor 5 J. verstarb, wenn sein Vater auch mal stirbt, hat er keinen mehr, aus seiner eigenen Familie mit dem er aufwuchs..

          Aber jeder muss es selber entscheiden....

          • Kann ich genauso unterschreiben!

            Ich bin selber Einzelkind und unsere Tochter ist es (ungeplant) leider auch.

            In meiner Kindheit habe ich immer Geschwister vermisst und auch jetzt wo ich erwachsen bin und eine eigene Familie habe, hat sich das nicht geändert.

            Mein Vater ist bereits verstorben. Sollte meiner Mutter etwas zustoßen, ich niemand mehr von meiner Ursprungsfamilie da. Mich macht das traurig und gibt mir kein gutes Gefühl.

            Wir wollten immer ein zweites Kind, denn niemals wollte ich ein Einzelkind bekommen. Leider hat uns das Schicksal kein zweites Kind geschenkt.

            LG

      Ich bin Einzelkind und habe es gehasst. Man hat niemanden, mit dem man sich mal gegen die Eltern verbünden kann, man ist irgendwie immer allein.
      Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass meine Mutter alleinerziehend war und das offensichtlich noch mal ne Spur krasser ist.
      Aber was vermutlich auch bei Kindern mit beiden Elternteilen nicht ausbleibt, der gefühlte Erwartungsdruck. Alles konzentriert sich auf dich, dass du ja was ordentliches wirst, dass du möglichst nicht weit weg ziehst und man sich doch kümmern muss um Mutter, Oma und wen auch immer. Ich konnte mich davon ganz gut frei machen, nicht immer und wenn ich mal in der Heimat bin, wird mir schon unbeabsichtigt (hoffe ich jedenfalls) ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich kenne aber auch Leute, die das nicht schaffen sich davon frei zu machen.
      Die Erziehung hat sich ja auch verändert, aber ich glaube nicht, dass die Erwartungen an die Kinder gesunken sind, sie haben sich nur verändert...

      • (7) 14.04.18 - 16:48

        Ich bin kein Einzelkind, aber ich habe eins. Es ist richtig, alles konzentriert sich auf dieses Kind und natürlich sollte aus ihm etwas Ordentliches werden, aber wir würden nie von ihm erwarten, dass es nicht weit weg zieht oder was auch immer. Im Gegenteil, wir haben ihm schon sehr früh erklärt, dass es in Ordnung ist, wo auch immer es hin verschlagen wird oder was auch immer es machen will. Wir haben immer gesagt, es solle in die Welt hinaus ziehen und sie sich ansehen.

        • (8) 14.04.18 - 16:55

          So halte ich das auch. Ich erwarte nichts in dieser Richtung von ihm.


          LG

          (9) 14.04.18 - 17:09

          Gerade mit dem wegziehen. Das wurde mir auch gesagt, aber es ist am Ende doch so, dass einem ein schlechtes Gewissen gemacht wird, wenn man als einziges Kind nicht in der Nähe bleibt und dann auch noch einen ganz anderen Lebensstil hat. Das ist nichts rationales und ich glaube aber, dass Eltern sich davon nicht so ganz frei machen können.

          • (10) 14.04.18 - 17:19

            Und wie wird einem ein schlechtes Gewissen gemacht? Mein Kind ist ja noch nicht groß genug, um seiner eigenen Weg zu gehen. Ich weiß also nicht, wie ich unterschwellig für ein schlechtes Gewissen bei ihm sorgen könnte. Gib mir doch mal ein Beispiel, damit ich verstehe, was du konkret meinst (und was ich tunlichst vermeiden sollte).

            • (11) 14.04.18 - 20:50

              Da hänge ich mich mal dran. Das würde mich auch interessieren.

              (12) 15.04.18 - 12:23

              Nicht aus eigener Erfahrung, aber aus der einer engen Arbeitskollegin, die Einzelkind ist: sie wurde von ihren Eltern immer unterstützt und dazu ermutigt sich auch mal was anderes anzusehen. Ursprünglich ist sie Italienerin, hat dann in München promoviert und ist nun wieder zurück nach Italien, weil ihre Mutter und ihre Oma schwer krank sind. Niemand verlangt von ihr, dass sie wieder komplett nach hause kommt (zumal es dort sowieso keine Arbeit für sie gäbe), aber sie hat nun mal keine Geschwister mit denen sie diese Last teilen kann und fährt deshalb beinahe jedes Wochenende zu ihren Eltern - trotz ihrem Umzug nach Italien immer noch 4 1/2 Stunden Fahrt.
              Ich arbeite sehr viel mit ihr zusammen und ich glaube sie hat sich noch nie so sehr Geschwister gewünscht wie im Moment.
              Aus eigener Erfahrung - mein Vater verstarb leider sehr früh- aber mit zwei Geschwistern ausgestattet, kann ich bestätigen, dass es für mich in so einer Situation unglaublich wichtig war zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit meiner Trauer. Natürlich hat meine Mama uns damals auch Trost gespendet, aber sie hat eben ihren Mann verloren und nicht ihren Vater, wie meine Schwestern und ich.
              Das alles soll kein Plädoyer für ein Geschwisterkind sein, denn man weiß sowieso nie wie es kommt... wie viele Freunde habe ich, die mit ihren Geschwistern seit Jahren kein Wort mehr reden. Dennoch muss man als Einzelkind Eltern wohl ganz besonders darauf achten, sein Kind nicht einem solchen Erwartungsdruck auszusetzen.

    (13) 14.04.18 - 16:08

    Hallo, im Endeffekt müsst Ihr das natürlich für Euch entscheiden. Ich kann nur sagen das ich es blöd fand Einzelkind zu sein. War immer alleine, ausser es kam mal jemand mit. Hab mir immer ein Geschwisterchen gewünscht und die anderen mit Geschwistern beneidet. Mein Mann hat noch einen Bruder und eine Schwester und findet es heute noch gut. Ich habe immer gesagt ich bekomme nie ein Einzelkind und jetzt ist bei uns das 3. Kind unterwegs 😊

    Hallo, ich bin Einzelkind und fand es als Kind bei meiner Freundin mit 3 Geschwistern immer toll. Ansonsten habe ich Geschwister nicht vermisst. Jetzt als Erwachsene denke ich oft, wie schön es wäre, eine Schwester zu haben, mit der ich Zeit verbringen könnte und mit der ich über meine Eltern sprechen könnte. Auch für meine Mutter wäre es jetzt schön, ein weiteres Kind zu haben außer mir. Ich wollte nie ein Einzelkind haben, mein Mann auch nicht, so haben wir jetzt ein tolles Trio. Ich würde es wieder so machen :-)! VG

    (15) 14.04.18 - 16:54

    Bei mir kam der Entschluss, als mein Sohn 3 Jahre alt war.

    Ich habe es nicht bereut und denke auch aus meiner jetzigen Sicht, dass das Leben so einfacher ist. Ein Kind bekommt man immer mal betreut, bei zweien ist das schwerer. Und zwischenzeitlich als Alleinerziehende und dabei Vollzeitberufstätige war das handlebar. Mit zwei Kindern sicher wesentlich schwieriger.

    Meinem Sohn geht es ohne Geschwister gut, ab einem gewissen Alter, ich glaube so mit 7 Jahren, hat er auch geäußert keine haben zu wollen. Zu dem Zeitpunkt war mir auch der Altersabstand zu groß. Eine richtig feste Partnerschaft bestand dann auch erst wieder, als er bereits 9 Jahre alt war.

    LG

    • (16) 14.04.18 - 20:54

      Die Sache mit der Betreuung die du ansprichst, ist tatsächlich auch etwas was mir im Bezug auf ein weiteres Kind Bauchschmerzen bereitet. Ein Kind ist im Notfall schnell mal untergebracht. Aber zwei?

(17) 14.04.18 - 17:17

Hallo!

Wir haben nach dem ersten Kind alles verkauft, da es hieß, dass ich aus medizinischen Gründen nicht mehr schwanger werden darf. Wozu dann aufbewahren? ... Dann kam doch das medizinische ok. Grad alles andere abgegeben oder verkauft. Es machte dann aber doppelt Spaß alles neu zu suchen. Steigerte die Vorfreude. Haben dann auch noch ein drittes Kind bekommen und es gab fast alles wieder neu. Viele alte Sachen waren mit Spuckflecken und im Hormonwahn musste ich einfach auch neues kaufen. Zweiteres war ehrlich

Ich fände es also an eurer Stelle gar nicht schlimm, wenn ihr verkaufen solltet, wenn ihr jetzt grad kein weiteres Kind wollt und wenn später doch noch mal der Wunsch kommt, kauft ihr (gebraucht) neu. :-)

Einzelkinder haben genauso wie mehrere Kinder ihrer Vor- und Nachteile. :-) Da kann man schlecht raten.

Alles Gute

  • (18) 14.04.18 - 20:58

    Da hast du natürlich recht. Wahrscheinlich würden uns die meisten Sachen in ein paar Jahren auch gar nicht mehr gefallen. Mode und Modegeschmäcker ändern sich ja häufig. Auch bei Kindermode. Davon abgesehen müssten wir für den Fall, dass wir mal einen Sohn haben sollten, ja auch viel neu anschaffen.

    Wahrscheinlich werden wir es so machen , das wir einiges verkaufen werden und sollte es in ein paar Jahren doch zu weiterem Nachwuchs kommen , dann hat man ja vieles schnell wieder angeschafft .

(19) 14.04.18 - 18:43

Ich hätte gerne ein zweites Kind gehabt, mein Mann nicht und mittlerweile ist die Uhr fast abgelaufen und es wird wohl bei einem bleiben.
Wir machen das beste draus, finde ich. Ich grolle meinem Mann nicht und wir haben uns eng mit einer anderen Familie zusammenschlossen, die ebenfalls ein Einzelkind haben. Die beiden Kinder wachsen fast geschwistermäßig auf. Sie sind drei Jahre auseinander, die Familie wohnt in der Nachbarschaft, die Erwachsenen sind alle berufstätig und wir haben alle keine Verwandten vor Ort. Insofern ist das eine gute Lösung: die Kinder übernachten des öfteren beieinander, laufen zwischen den Haushalten hin und her (gerade im Sommer) und sehen sich mehrfach die Woche.
DAS ist für uns ein gutes Arrangement, gerade auch für die Kids, aber man muss dazu sicher auch eine Familie finden, wo das passt, und die Bereitschaft mitbringen, zu “Fremden“ ein eher familiäres Verhältnis auszubauen.

(21) 14.04.18 - 18:45

Ich bin Einzelkind und bin sehr zufrieden damit. Gefehlt hat mlr in der Kindheit nichts und wenn ich sehe wie sich manche Geschwister (auch innerfamilär) zoffen...bin ich doch sehr froh wie es ist :-) Als Kind hatte ich oft Besuch - besonders meine beste Freundin die froh war Ruhe vor den Geschwistern zu haben 😉

Ob man später sowas wie besonderen Druck bekommt oder die Eltern besonders Klammern hängt ganz allein von euch ab. Ich wohne 200km von meinen Eltern entfernt und das war niemals ein besonders Problem. Meine Schwiegermama fällt das loslassen der Tochter da viel schwerer und sie hat 3 Kinder.

Wartet ab und wenn ihr bei einem Einzelkind bleibt ist das auch völlig ok. Eine schöne Kindheit ist immer möglich.

(22) 14.04.18 - 19:01

Beschlossen habe ich es nie.
Es hat sich so ergeben.
Eigentlich wollte ich immer mindestens zwei Kinder.
Dazu kam es nicht.
Ein Kind reinquetschen, nur damit eine vorprogrammierte/vorgewünschte Zahl ergibt, nein.

Ob doch noch mal eines nachkommen wird? Keine Ahnung.
Eher unwahrscheinlich.

Babysachen verkaufen oder behalten ist unabhängig davon.

Einige Bekannte hatten die Babysachen lange aufgehoben. Durchaus mit der Hoffnung auf noch mal Nachwuchs und es kam keiner.

Irgendwann wurde es dann doch verkauft.

Bei einigen kam dann doch noch mal Nachwuchs. Alles war anders geplant, sich auf ohne weitere Kinder eingestellt. Bei vielen dann, als sie die Sachen grade verkauft hatten.

Babysachen zu verkaufen heißt ja nicht automatisch eine endgültige Entscheidung zu treffen. Nur zu erkennen, dass es grade jetzt eigentlich nicht passt.
Wenn das "es passt doch" oder ein "oh, es hat sich jemand eingeschlichen" doch noch kommt, kann man viele Sachen auch wieder kaufen. Gebraucht ist nicht sooo teuer. Nur dass der Lagerungsplatz zwischendurch wegfällt.

  • (23) 14.04.18 - 21:01

    Da hast du recht. Nur weil wir die Sachen verkaufen ist das ja nicht auch zwangsweise das Aus für eine eventuelle ,spätere Vergrößerung der Familie. Nur mit dem Voteil , dass man mal wieder etwas mehr Platz schafft 😁

(24) 14.04.18 - 19:04

Meine Tochter ist jetzt 4 Jahre alt. Ich wusste schon 6 Monate nach ihrer Geburt, dass ich kein weiteres Kind möchte.
Ich hatte schon immer depressive Neigungen und nach der Geburt wurde es schlimmer. Mittlerweile habe ich alles gut im Griff, aber ich weiß, dass meine Kraft für ein 2. Kind nicht reichen würde.

(25) 14.04.18 - 19:14

Hallo.
Ich bin selbst Einzelkind und stamme aus einer Familie von Einzelkindern. Wenn man das so nennen will. Tanten und Onkel, Cousines usw gibt es demnach auch nicht. Ich fand das als Kind immer sehr traurig und finde es auch heute noch Schade. Einfach weil das bedeutet, dass ich außer meiner Mutter und meiner Oma in dem Sinn keine Familie habe. Familienfeier in meiner Kindheit konnte man direkt streichen, wer sollte da auch kommen?! Das möchte ich für meine Tochter bzw irgendwann vielleicht Enkel auf keinen Fall. Zum Glück erlebe ich bei meinem Mann das genau Gegenteil. Er selbst hat zwei Schwestern, die eine hat auch schon Kinder, Tanten, Onkel, Cousinen... Ich genieße das total. Gerade weil es das bei mir nie gab. Letztes Wochenende war die Kommunion seiner Nichte inkl großer Familienfeier. Die Kinder haben alle zusammen draußen gespielt und den Tag genoßen. Dieses Bild war für mich am aller schönsten. Keine Geschwister bedeutet nicht nur jetzt alleine aufzuwachsen sondern hat auch längere Auswirkungen.
Wenn wir das Glück haben sollten, dass es nochmal klappt, dann bekommt unsere Tochter auf jeden Fall noch ein geschwisterchen... So in 1-2 Jahren. Und danach mal sehen, vielleicht noch eine Nummer 3.
Liebe Grüße
PS.: Natürlich hat es auch Vorteile Einzelkind zu sein. Meine Eltern konnten mir gerade finanziell viel ermöglichen, was mit mehreren Geschwistern sicher nicht so einfach möglich gewesen wäre.

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