Sohn m├Âchte beim Vater leben ­čśó

    • (1) 08.05.18 - 08:16

      Guten Morgen ihr Lieben,

      letzte Woche hat mir mein Ex-Mann mitgeteilt, dass unser Sohn (9 Jahre) den Wunsch ge├Ąussert hat, bei ihm leben zu wollen.

      F├╝r mich brach nat├╝rlich eine Welt zusammen.
      Es gab in der letzten Zeit Probleme in der Schule. Mein Sohn wirkte sehr unzufrieden. Nun diese Entscheidung von ihm.

      Leider wohnt mein Ex-Mann in Baden-W├╝rrtemberg und wir in Niedersachsen. Man kann sich vorstellen, was das f├╝r alle bedeutet.

      Wer hat auch solche Erfahrungen machen m├╝ssen? Wie geht es euch heute mit der Entscheidung damit?

      Liebe Gr├╝├če
      Sandra

      • Blo├č keine Hals-├╝ber-Kopf-Entscheidungen!!
        Einen Wunsch kann man ├Ąu├čern, aber was steckt hinter dem Wunsch? Einem 9j├Ąhrigen wird kaum das Ausma├č seines Wunsches klar sein. Umzug, Schulwechsel, neue Freunde suchen, Mama weg....ist ihm das alles bewusst?
        V├Ąter, besonders WE-V├Ąter, sind f├╝r Trennungskinder oft der heilige Gral und die (scheinbare) L├Âsung f├╝r ihre Probleme. Meist kommt der Wunsch etwas sp├Ąter auf, wenn die Kids in der Pubert├Ąt stecken und Stress zu Hause haben. Ihr habt aktuell Stress wegen der Schule.
        Redet dr├╝ber und spring nicht sofort!

        • Der Gedanke reift in meinem Sohn schon l├Ąnger.
          Ich bin jetzt 5 Jahre vom Vater getrennt. Luis scheint hier nie richtig angekommen zu sein. Er hat kaum Freunde, Probleme in der Schule und nun denkt er, er w├╝rde bei Papa gl├╝cklich sein.

          Er redet schon wie ein Grosser. Ich habe ihn gefragt, ob er bleiben w├╝rde wenn ich weniger arbeiten w├╝rde und somit mehr Zeit f├╝r ihn h├Ątte. Luis sagte, Mama, du hast es immer noch nicht verstanden. Diese Dinge wie ├ärger in der Schule und vermeintlich zu wenig Zeit mit ihm, w├╝rden nur 5% ausmachen. Er sei zu 95% nicht gl├╝cklich.

          Dabei kommt er super mit meinem Lebensgef├Ąhrten zurecht. Wir sind seit zwei Jahren zusammen. Aber all das (stabiles Zuhause) scheint ihn nicht gl├╝cklich zu machen.
          Ihn scheint es nicht einmal zu st├Âren, dass er seinen Bruder (14 Jahre) nicht mehr um sich hat. F├╝r Luis ist es klar. Er m├Âchte zu seinem Vater.

          Mir bleibt nichts anderes ├╝brig, als ihn schweren Herzens ziehen zu lassen. W├╝rde ich es verbieten, w├╝rde er rebellieren. Er muss selber merken, dass er sicher auch dort nicht gl├╝cklich wird denn auch beim Papa gibt es Regeln.

          • Hallo

            Da wir nicht getrennt sind, stellt sich diese Frage nicht, ob ein Kind auszieht. Von daher kann ich dir nicht helfen.

            Aber: Vermisst er denn seinen Papa denn so sehr? Geht es ihm um den Papa?

            Du schreibst ein paar Punkte auf, die mich stutzig machen. Vielleicht siehst du worauf ich hinaus m├Âchte. ;-) z.B

            - hier kaum Freunde: Warum ist das so? Mag er die Menschen nicht, m├Âgen sie ihn nicht. Wird er geh├Ąnselt? Oder ist er einfach nur sch├╝chtern?

            -Probleme in der Schule: Welche denn? Kann man diese nicht l├Âsen?

            L├Ąuft er von seinen Probleme davon?

            - er denkt er w├Ąre beim Papa gl├╝cklichen: Warum? Kann er das begr├╝nden?

            Was sind denn seine 95% das verstehe ich nicht. Kann er diese Begr├╝nden? Was h├Ąttest "du" nicht verstanden? Es muss ja einen Grund geben.

            Gru├č Snaky

            • Hallo Snaky,
              ja, er vermisst seien Papa sehr. Meine Jungs sehen ihren Papa nur in den Ferien. Da eine Strecke 520km umfasst, klappt/lohnt der Besuch nur in den Ferien.
              Ihm geht es um den Papa und er glaubt, wieder dort anzukn├╝pfen wie es war, als er im Kindergartenalter wegzog. Er hat noch Freunde dort.

              Ich sehe es ja auch als ÔÇ×FluchtÔÇť. Wir Erwachsene sind ja auch manchmal in einer gewissen Lebenssituation nicht gl├╝cklich und glauben, wenn wir etwas ├Ąndern (Trennung, Umzug, Jobwechsel) w├╝rde uns retten. Doch meist ist es danach nicht besser.
              Luis erhofft es sich aber.

              Er k├Ânnte hier irgendwie keinen Anschluss finden. Ich habe von Anfang an Vollzeit gearbeitet , er war in der Betreuung in der Schule. Viele Kinder waren ab 16.00Uhr schon verabredet und irgendwie wurde es immer schwieriger.
              Es kam irgendwie eins zum anderen. Ich habe etliche Gespr├Ąche mit seiner Lehrerin gef├╝hrt usw.
              Er ist kein schlechter Sch├╝ler. Aber er macht viel Quatsch. Das ist nat├╝rlich nicht zum Vorteil f├╝r ihn.
              Hier daheim ist er ein total umg├Ąnglicher und toller Junge.

              • "Ich sehe es ja auch als ÔÇ×FluchtÔÇť. Wir Erwachsene sind ja auch manchmal in einer gewissen Lebenssituation nicht gl├╝cklich und glauben, wenn wir etwas ├Ąndern (Trennung, Umzug, Jobwechsel) w├╝rde uns retten. Doch meist ist es danach nicht besser.
                Luis erhofft es sich aber."

                Er will ja doch aber nicht weg, sondern zur├╝ck, oder? Klar kann man sich sagen, ach er war doch noch so klein... aber m├Âglicherweise ist das bei ihm schon sehr verfestigt.

                Ist schon hart. Vor so etwas habe ich auch Angst muss ich sagen. Alles Liebe dir!

                • Vielen lieben Dank f├╝r deine Antwort.

                  Ich war wie vor den Kopf gesto├čen. Ich habe es zwar immer geahnt aber nie vermutet.

                  Luis muss aber innerlich auch verzweifelt sein, dass er sich letztendlich SO entschieden hat. Das war f├╝r ihn sicher nicht einfach.

                  Da ich aber m├Âchte dass mein Kind gl├╝cklich ist/wird, muss ich ihn schweren Herzen ziehen lassen

              Also sein Vater wohnt noch dort, wo dein Sohn fr├╝her gewohnt hat?
              Somit h├Ątte er die M├Âglichkeit seine alten Freunde wieder zu sehen?
              Habe ich das soweit richtig verstanden?

              Da es wohl nicht ein von dir weg wollen, sondern ein zur├╝ck wollen, hin, wo es noch Hoffnung/Freude f├╝r ihn gab. Also die tiefere Freude, Verbundenheit und so.

              Wenn er jetzt nicht heimisch wird, w├╝rde ich vermutlich auch einen anderen Weg ├╝berlegen.
              Dass du auch wieder zur├╝ck ziehst, wird vermutlich nicht so einfach m├Âglich sein? Nicht zur├╝ck zum Vater, nur in die Gegend, um ihn dann h├Ąufiger zu sehen.

              Die Frage ist, WIE k├Ânnt ihr es als Erwachsene gestalten?
              So, dass er zum Vater kann, dort leben. Aber ohne Druck. So dass er mit einer Art Probezeit, wieder zur├╝ck kann zu dir.

              Schule, Ummeldungen, Wohnung des Vaters (Platz, Schulweg) usw.
              K├Ânnte er an einer Schule in der N├Ąhe des Vaters hospitieren?
              Liegen die Ferien unterschiedlich oder deckungsgleich? Bei unterschiedlich k├Ânntet ihr die Schule wirklich mal fragen, ob er dort mal hink├Ânnte, wo seine Freunde sind.

              Manchmal braucht man Erfahrungen um Entscheidungen treffen zu k├Ânnen.
              Sei es, dass das Neue wirklich besser ist, sei es, dass es einen Versuch wert war, aber auch das nicht wirklich passt.

              Ich w├╝nsche euch viel Kraft
              und deinem Sohn, dass er seinen Ort findet, wo er sich geborgen f├╝hlt (damit meine ich jetzt nicht die Kernfamilie) sondern das drumherum.

              • Vielen Dank f├╝r deine liebe Antwort.
                Da die Entfernung ├╝ber 500km entfernt betr├Ągt, ist es f├╝r uns eine Entscheidung die Hand und Fu├č haben muss.

                Luis ist in Stuttgart geboren und 5 Jahre aufgewachsen. Er hatte immer schon eine starke Bindung zu seinem Vater. Dennoch habe ich damals die Entscheidung getroffen in ÔÇ×meineÔÇť Heimat zur├╝ckzugehen als ich mich getrennt habe. Ich musste ja arbeiten und meine Familie war da um mich zu unterst├╝tzen.
                Alles war ok. Wir drei (meine zwei Jungs und ich) waren ein tolles Team. Ich habe oft mit den Jungs gesprochen, ob ich weniger arbeiten soll aber sie waren sehr verst├Ąndnisvoll und sagten es sei alles gut so.
                Nat├╝rlich wusste ich, dass der Papa vermisst wird. Das geht ja jedem Kind so. Luis sprach immer davon, dass er wenn er ├Ąlter ist wieder zu Papa zieht. Aber erst wenn er hier auf dem Dorf den F├╝hrerschein gemacht hat, da es in der Stadt schwerer ist. ­čśë

                Luis hat noch zwei alte Freunde aus dem Kindergarten und in den Stra├čen rundum der Wohnung auch noch Kinder die er kennt.

                Du hast es toll ausgedr├╝ckt. Er m├Âchte wirklich nicht von uns weg. Sagte auch, er w├╝rde gern zu 100% hierbleiben. Aber er sei hier nicht gl├╝cklich. Er kann nicht sagen warum.

                Er war hier gerade zur weiterf├╝hrenden Schule angemeldet. Das habe ich nun wieder r├╝ckg├Ąngig gemacht. Ich m├Âchte nun, dass er in Stuttgart die Klasse 4 noch einmal wiederholt. Er soll es als Chance sehen. Sollte Luis dann doch merken, er m├Âchte lieber wieder zur├╝ck, kann er es nach diesem Schuljahr und kann dann hier auf die weiterf├╝hrende Schule.
                Wir haben ihm nat├╝rlich gesagt, dass er wieder zur├╝ckkommen kann wenn er sich dort doch nicht so wohl f├╝hlt.

                Es wird mit den Ferien etwas schwierig. Mein Gro├čer hat Ferien in Niedersachsen, der Kleine in Baden-W├╝rttemberg. Das wird noch schwierig. ­čśö

                Heute war ich beim Anwalt. ICH muss ja jetzt Unterhalt f├╝r Luis an meinen Ex-Mann zahlen.

                Mein Kopf ist momentan wahnsinnig voll. Ich mag nicht an die Zeit denken wenn er wirklich weg ist.
                Aber ich darf nicht nur das Negative sehen. Wichtig ist, dass Luis gl├╝cklich wird....

                • Das hast du sehr gef├╝hlvoll und reflektiert geschrieben

                  "Mein Kopf ist momentan wahnsinnig voll. Ich mag nicht an die Zeit denken wenn er wirklich weg ist."

                  Verst├Ąndlich

                  "Aber ich darf nicht nur das Negative sehen. Wichtig ist, dass Luis gl├╝cklich wird.... "

                  Das ist sehr wichtig und wird deinem Sohn im Guten sicher gut tun.


                  Einen Vorteil hat er ja: er hat bei Papa die M├Âglichkeit zu wohnen und er hat sie bei dir.
                  Also er muss sich damit nicht um Wohnung, Mietzeit und co k├╝mmern. Probezeit ist somit einfacher.

                  Meine Verwandten wohnen teilweise ca. 1000 km weiter weg. Dennoch wollte ich schon als Kind dort wohnen. Das habe ich mir dann als Erwachsene auch erf├╝llt. Da meine Verwandten dort wohnten, war es einfacher mit Wohnung, Auslandsregelungen und was da noch alles so dran hing.
                  Bleiben ging leider nicht (verschiedene Gr├╝nde). Aber die Erfahrung hat mir sehr gut getan.

                  Dein Sohn hat diesen Vorteil auch, ├Ąhnlich. Er kann dorthin, wo er vieles kennt und wieder zu dir, wenn das, was er kennt, doch anders ist, als er es kannte. *kompliziert ausgedr├╝ckt*
                  Dass du ihn ernst nimmst, wird ihm sicher gut tun.

                  Klar Schule wechseln ist nicht sooo einfach. Aber ihr scheint das ja wirklich gut vorzubereiten. Auch bez├╝glich weiterf├╝hrender Schule und nicht "mittendrin" hin und hergerissen werden.
                  Schwieriger w├Ąre es, wenn sein Vater erst mal umziehen m├╝sste, damit es klappt.

                  • Man versucht ja immer das Bestm├Âgliche f├╝r das Kind.
                    Mein Anwalt sagte mir gestern auch, so wie es bei uns l├Ąuft, w├╝rde es sich jedes Jugendamt w├╝nschen. Es gibt wohl leider gen├╝gend F├Ąlle, in denen die Kinder als Spielball benutzt werden und es auf deren R├╝cken ausgetragen wird. Das ist sehr traurig.

                    Luis kommt in seine gewohnte Umgebung zur├╝ck. Er ist ja auch in den Ferien immer dort gewesen. Sein Papa renoviert schon sein Zimmer usw.
                    Luis soll gest├Ąrkt wieder zur├╝ckgehen. Mit einem guten Gef├╝hl. Auch wenn es mich innerlich zerreisst. Aber ICH bin gro├č und werde damit irgendwie zurecht kommen. Luis hingegen muss noch viel lernen und seine Erfahrungen machen. Wir begleiten ihn dabei und hoffen nat├╝rlich nur das Beste f├╝r ihn.

            Hallo.

            Naja, ich kann dein Sohn auf der einen Seite verstehen.

            <<<Wir Erwachsene sind ja auch manchmal in einer gewissen Lebenssituation nicht gl├╝cklich und glauben, wenn wir etwas ├Ąndern (Trennung, Umzug, Jobwechsel) w├╝rde uns retten. Doch meist ist es danach nicht besser.>>>

            Wie ich rauslese, bist du weggezogen. Er musste mit und da musste er ja schon zur├╝ckstecken, da es nicht seine Entscheidung war. Also kann er damit schon Recht haben, dass er wieder zur├╝ck m├Âchte, da er sein Zuhause ja nie richtig aufgeben muss. Was sagt der Vater dazu. Und w├Ąre es denn m├Âglich, es f├╝r ein Jahr zu versuchen? Ich w├╝rde auch mit ihm reden, was er denkt, was sich dadurch f├╝r ihn verbessert/├Ąndert.

            Alles Gute.
            LG

            • Der Vater hat mit ihm schon alles gekl├Ąrt bevor ich es erfahren habe. Sprich, ab Sommer wird er dorthin ziehen. Ich m├Âchte, dass er dort die Klasse 4 wiederholt. Sollte er doch wieder zur├╝ckkommen wollen, kann er im Sommer 2019 hier auf der weiterf├╝hrenden Schule weitermachen.

              Ja, ich habe mich damals getrennt und bin weggegangen. Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, die nicht alle gl├╝cklich machen. Leider....

              • <<<Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, die nicht alle gl├╝cklich machen. Leider.... >>>

                Ja, davon kann ich auch ein Lied singen. Ich habe auch eine Trennung hinter mir, wo Kinder mit involviert waren. Ich verstehe deine Bedenken. Aber du kennst den Vater und wei├čt, ob er es wirklich schafft. Aber hast du nicht mit ihm auch dr├╝ber geredet. Weil solch eine Entscheidung sollten beide treffen.

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