Den ganzen Tag Geschrei

    • (1) 25.05.18 - 18:46
      Inaktiv

      Hallo ihr Lieben,

      eigentlich hatte ich vor meinen Beitrag im Kleinkind-Forum zu posten aber mir fiel auf, dass ich letztendlich viel mehr als nur über meine kleine Tochter geschrieben habe.

      Ichmuss mich einfach mal mitteilen...
      meine kleine Tochter ist 20 Monate alt, meine Grosse wird 9 Jahre.
      Seit dem die Kleine auf der Welt ist gehört sie zu den etwas anstrengenderen Kindern. Sie schlief mal vom etwa 4. bis zum 8. Monat „durch“ und seitdem keine einzige Nacht.
      Sie war und ist extrem Mamafixiert und das meiste duldet sie nur von mir.
      Was mich aber zur Zeit um den Verstand bringt ist ihr tägliches Schreien und Gekreische.
      Ich liebe sie weiß Gott wie sehr, sie kann ein so unglaublich süßes Geschöpf sein, sie ist wahnsinnig schlau und so wunderschön, dass ich dahinschmelze, wenn sie mich anlächelt. Aber sobald es nicht nach ihrer Nase geht und das geht es gefühlt ständig, dann ist sie nur am brüllen. Ein gemeinsames Spielen mit ihrer Schwester ist unmöglich. Sobald die Große auch mal am Spielverlauf teilhaben möchte und etwas macht was sie machen möchte und eben nicht ihre kleine Schwester schreit sie ununterbrochen. Entweder sie schreit nein (ein Wort was sie eh den ganzen Tag über mindestens 50 mal benutzt), brüllt einfach nur, wird aggressiv, weint sich in extreme Rage und Traurigkeit oder alles auf einmal. Sie möchte alles bestimmen, alles alleine machen, alles auf ihre Art und Weise.
      Generell ist sie „eifersüchtig“ und aggressiv gegenüber fast allen Kindern. Sind wir unterwegs und sie sieht andere Kinder sagt sie ständig nein. Haben diese auch noch etwas in der Hand oder spielen dann sagt sie so lange nein oder weint bis diese aus ihrem Blickfeld sind.
      Natürlich gibt es auch Kinder die sie mag und denen gegenüber ist sie immer sehr herzlich (sofern es nach ihrer Nase geht) aber ihre Grundeinstellung ist negativ gegenüber anderen Kindern. Tiere hingegen werden vergöttert.

      Sie ist ein Kind das viel Aktion braucht, aber eben ihre Aktion, viel Aufmerksamkeit und viel Struktur.
      Veränderungen mag sie nicht so gerne.

      Ich bin mit meinem Latein so langsam am Ende. Ich versuche bedürfnisorientiert und liebevoll zu erziehen, versuche abzuwägen welche Regeln wichtig sind und wo auch mal eine Ausnahme gemacht werden darf. Wenn ich einmal Nein sage, bleibe ich dabei, lenke ab oder lasse das trotzige Kind auch mal ein paar Minuten ausharren. Es ist also nicht so als würde ich ihr alles durchgehen lassen.
      Aber grundsätzlich bin ich niemand der nur rein aus Prinzip nein sagt oder Dinge verbietet.

      Der Kleinen allerdings kann ich es einfach nicht mehr recht machen. Die Große leidet auch darunter und ich habe ihr schon oft versucht zu erklären, dass die Kleine noch nicht das Alter hat, um „richtig“ spielen zu können und gebe ihr Tips wie es besser klappt aber ständig nur angeschrien zu werden und ein Nein nach dem anderen zu kassieren, lässt auch Ihre Geduld langsam echt verschwinden. Dann schreien sie sich gegenseitig an, weinen, sind beleidigt etc.
      Ich bin ununterbrochen mit meiner Tochter zusammen, ich weiß meist immer genau was sie wie möchte unf was nicht und ich wüsste auch immer was „anders“ gemacht werden müsste, wenn sich andere mit ihr beschäftigen und sie wütend ist. Je nach Situation gebe ich einen Tipp aber ich kann doch nicht ständig meinen Senf dazu geben und dass will ich auch gar nicht. Andere, vor allem ihr Vater und ihre Schwester, müssen ihren eigenen Erfahrungen mit ihr machen aber eben genau dann höre ich den ganzen Tag nur Geschrei.

      Niemand darf tun was man tun möchte in ihrer Gegenwart. Sie bestimmt wie gesungen, gelacht, getanzt, gehüpft wird, welche Musik gespielt, welches Spiel gespielt wird, welche Bewegungen gemacht werden usw. am liebsten würde sie alles und jeden steuern kommt es mir manchmal vor. Aber eben weil wir uns nicht immer steuern lassen wollen oder auch können haben wir dann hier immer dieses tägliche, langsam nicht mehr aushaltbare, Geschrei.

      Ich schlafe kaum noch, habe Schlafstörungen, oder die Kleine wacht mehrmals nachts auf. Körperlich habe ich durch den Stress 12 Kilo abgenommen und befinde mich im Untergewicht. Zunehmen kann ich nicht egal was ich mache. Meine Bandschreibe macht mir zu schaffen und generell merke ich jeden meiner Knochen. Seit die Kleine auf der Welt ist hatten mein Mann und ich 3 Abende für uns. Mehr war nie möglich, da a) die Kleine so an mir klebt (als wir zwei mal versuchten dass sie bei meiner Schwester schläft hat sie abends das Essen verweigert und wollte ohne mich nicht schlafen. Einmal, das erste mal, hatte es geklappt
      b) wir sonst niemanden haben. Bis auf meine Schwester habe ich keine weitere Familie. Die Familie meines Mannes lebt teilweise in einem anderen Land und der Rest hier traut sich nicht zu auf ein kleines Kind aufzupassen.

      Mein Mann muss viel arbeiten im Schichtdienst, ich bin 24/7 für die Kinder da und fühle mich als würde ich nur noch funktionieren.
      Außerdem haben mein Mann und ich uns vor 4 Monaten getrennt, wir leben noch zusammen aber der Umzug steht nun vor der Tür.
      Vielleicht laufe ich ja deshalb innerlich fast Amok wenn ich mir bei all dem noch das ganze Geschrei täglich anhören muss.
      Sie lässt mir keinen Platz zum Atmen und ich habe das Gefühl alles allein stemmen zu müssen... nur wenn ich mich alleine mit ihr beschäftige (ich weiß was sie mag und was nicht) ist Ruhe.

      Vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich wie der Alltag etwas leiser von statten gehen könnte.
      Ich gucke wie jetzt zb in den Ferien wo die Große zu Hause ist, dass sie oft etwas mit ihren Freundinnen unternimmt und ich alleine etwas mit der Kleinen. Denn zusammen ist es oft unmöglich. Ich gehe viel raus wenn es das Wetter zu lässt bin aber auch oft zu Hause, da der Haushalt ja auch geschmissen werden will und es auf Dauer recht einsam ist alleine stundenlang draußen. Ich bin vor 2 Jahren zu meinem Mann gezogen und nie wirklich hier angekommen.
      Aktuell bin ich viel am pendeln zwischen jetziger und baldiger Wohnung. Dort lebt auch meine Schwester mit meinen 3 Nichten und baldigem Neffen.

      Wie könnte ich die Kleine zufriedener stellen? Oft habe ich das Gefühl sie fühlt sich einfach unverstanden und drückt das in Wut aus. Und für sie wird alles relativ schnell zu einem Weltuntergang. Wird es dann besser sobald sie das Sprechen beginnt?
      Gibt es auch andere die ein solch lautes Kind haben?

      Aber wie gesagt sie hat auch ihre Lieben Seiten. Minuten in denen sie mit mir kuschelt, mich streichelt, super witzig ist, verschmitzt und gerissen und einfach total goldig ist. Ich kann sie viel zum Lachen bringen und auch andere können sie so schön zum Lachen bringen aber eben leider immer nur wenn alles so läuft wie sie es sich in ihrem kleinen Köpfchen festgesetzt hat.
      Wie helfe ich ihr, dass sie nicht die kleinste Abweichung ihrer Vorstellung direkt wütend werden lässt?

      Bitte entschuldigt wenn mein Text etwas länger geworden ist und Danke allen fürs Lesen die bis hier her gekommen sind.

      Liebe Grüße
      Saskia

      • (2) 25.05.18 - 19:39

        Hui, eine ganz schön lange Geschichte. Mittendrin schreibst du so ganz nebenbei, dass sich dein Mann und du trennen, ihr lebt noch als WG, der Auszug vom Vater steht bevor. Bist du nicht auf den Gedanken gekommen, dass die Kinder allen Grund zu "schreien" haben #kratz? Du bist völlig durch den Wind, die Kinder spüren das 1:1!
        Bzgl. Spielen: Ich würde nicht versuchen, eine 9Jährige zum Spiel mit einer 1Jährigen zu zwingen. Mit 9 trifft sie doch eher Mädels ihres Alters, geht bummeln, radfahren, stellt Schleim und Knete her, malt aus, spielt mit Barbies, quatscht über Jungs, hat Hobbys, macht Musik/Sport etc. - wie sollte da die Kleine mit eingebracht werden? Dafür ist der Abstand viel zu groß! Meine Älteste und mein Jüngster haben denselben Abstand und verbringen gerne viel Zeit zusammen, aber sie '"spielen" nicht einträchtig zusammen in dem Sinne. Die Große baut ihm zur Freude Duplo oder sie springen zusammen Trampolin, gehen in den Wald oder laufen zum Supermarkt und kaufen ein (der Kleine ist 4), solche Dinge.
        Ich denke, etwas Hilfe von extern (bezahlt/unbezahlt) könntet ihr gut gebrauchen. Babysitter/Jugendamt/Leihoma o.ä.
        Alles Gute für euch 4!

        • (3) 25.05.18 - 19:46

          Hallo und danke für deine Antwort.
          Zum Thema Spielen: ich zwinge meine Große nicht mit der Kleinen zu spielen. Ganz im Gegenteil ich bin froh, wenn die zwei sich nicht miteinander beschäftigen.
          Die Große will von sich aus aber auch mal gerne mit der Kleinen spielen versteht dabei aber nicht, dass es nicht funktioniert.

          Zum Thema Trennung: keine Trennung ist schön, gerade nicht für Kinder aber die Große hat kein Problem damit, freut sich auf ihre neue Umgebung und ihre Cousinen.
          Meine Kleine bekommt bisher noch gar nicht viel davon mit. Mein Mann und ich streiten nicht, wir leben in Frieden miteinander und behalten das auch nach unserem Umzug so bei.
          Außerdem sind wir seit 4 Monaten getrennt, ihren „Charakter“ hat unsere allerdings bereits er sich entwickelt.

      (4) 25.05.18 - 19:52

      Puh, mich erinnert das stark an meine Älteste. Sie war ein sehr willenstarkes Kind und wollte immer alles bestimmen, war ständig in Aktion, ihr war ganz schnell langweilig, sie schlief nur wenig...
      Warst Du mal bei einer Erziehungsberatung? Ich habe da teilweise ganz gute Tipps bekommen. Auch habe ich nur wenige Grenzen gesetzt, die dann aber rigoros. Aber nur solche, die mir wirklich wichtig waren. Nach dem Motto: Dein JA sei ein JA und Dein NEIN ein unumstößliches NEIN!
      Ansonsten klare Strukturen. Als sie älter wurde, habe ich sie schnell auch mal in eine ruhige Ecke oder in ihr Zimmer gebracht zum "runterkommen", bevor es hektisch und laut wurde. Sie hatte dann übrigens auch ein ADHS...
      Du brauchst unbedingt für Dich immer wieder kleine Auszeiten und Oasen. Leider habe ich dazu nicht viele Tipps...

    • (5) 25.05.18 - 20:05

      Puh sehr viel Text.

      Ich glaube, dass du viel zu viel nach der Nase deiner Kleinsten tanzt und ich glaube, dass tust du nicht mal bewusst.
      Bedürfnisorientiert heißt nicht alles der kleinen recht zu machen! Sondern das die Bedürfnisse alle berücksichtigt werden und dabei mit einfließen und das ein Kind auch von Anfang an lernt, das andere genau So Bedürfnisse haben.

      Dieser Ansatz macht das um ganz deutlich!!
      ..nur wenn ich mich alleine mit ihr beschäftige (ich weiß was sie mag und was nicht) ist Ruhe.

      Weiter oben erwähntest du auch schon nur Theater bei anderen weil die nicht wissen wie sie was mag und möchte. Beim gemeinsamen Spielen geht es aber nicht darum das man sich rumkommandieren lässt.
      Puh, da habt ihr viel Arbeit und viel viel selbst Reflektion vor euch. Das ist nämlich nicht ausschließlich der Charakter eures Kindes. Evtl versuchst du deinen Text selbst mal zu Lesen, aber so als sei es der einer anderen Person. Dann fällt dir vielleicht schon auf, was da so falsch läuft.

      Wirklich Hilfe ist über ein Forum schwer dazu müsste man noch mehr wissen und da müsste man ellenlange texte schreiben. ..

      Ich empfehle euch ein beratungszentrum, Caritas und Co haben solche. Dort bekommst du definitiv Hilfe und gute Tips.

      So, machst du dich ja wirklich kaputt und deine große ist ja schließlich auch noch da und ein Teil der Familie.

      Was ist denn der Grund ihres nächtlichen aufwachens?
      Mein Sohn hatte damals den Nachtschreck und das 3-6 mal die Nacht und das ganze is er 5,5 Jahre hat. Oh ja, da geht man echt auf dem Zahnfleisch.

      • (6) 25.05.18 - 20:23

        Danke auch den anderen für eure Antwort.
        Tatsächlich erwische ich mich manchmal dass ich öfter nach ihrer Nase tanze als mir lieb ist.
        Du hast recht beim gemeinsamen Spielen geht es nicht darum, dass man sich kommandieren lässt und genau das will ich ja auch gar nicht deswegen frage ich nach Rat. Ich könnte die Zwei permanent von einander fernhalten oder immer sagen was wie gemacht werden müsste aber eben das möchte ich ja nicht. Ich versuche der Kleinen ihre Grenzen aufzuzeigen und auch sie muss verstehen dass auch andere bestimmen dürfen nur genau dann haben wir das Geschrei. Dieses hätten wir ja nicht wenn wir hier alle nach ihrer Nase tanzen würden.
        Ich weiß nicht wieso sie nachts nicht schläft. Wir haben vieles ausprobiert aber nichts half.
        Ich habe es mittlerweile akzeptiert. Meine Große hatte ebenfalls den Nachtschreck, nach 4 Jahren war der Spuk vorbei.
        Was meine Kleine nicht schlafen lässt weiß ich leider nicht.

        Über eine Familienhilfe habe ich auch bereits nachgedacht oder aber auch an einen Kinderpsychologen der mit seinem Blick mal über mich und meine Tochter schaut. Aber ob ein Psychologe der richtige Ansprechpartner ist wollte ich vor Ort erstmal erfragen.
        Das jedoch erst nach dem Umzug.

        • (7) 25.05.18 - 21:58

          Ich kann das echt verstehen, dass du ihr ne "Extrawurst" machst, damit es ruhiger ist, nicht soviel Geschrei.
          Aber genau das hat euch in diese Spirale gebracht. Da ist es wirklich schwer alleine raus zu kommen. Ich würde erst mal zu einer Beratungsstelle gehen. Da arbeiten unter anderem ausgebildete Pädagogen, Sozialarbeiter und sogar Psychologen. Sollte darüber hinaus was nötig sein, werden die dir das auch sagen. Erst mal geht es ja darum diese Spirale zu durchbrechen. Und das ist echt das schwierigste. Das Problem ist das sie weiß, das sie spätestens wenn sie schreit, es nach ihrer Nase läuft, das Mama alles macht das ich aufhöre. Ich denke mal zu dem hat sie bestimmt auch einen fordernden/starken Charakter.

          Aber zu sorgen, das die zwei möglichst wenig Zeit gemeinsam verbringen(also auch einfach nur in einen Raum) ist nicht der Richtige Weg. Mit 9 wird sich deine Tochter schon für vieles andere Interessiern und vermutlich gerne viel mit Freunden machen. Aber sie braucht dich ja auch genauso und klingt nicht nach schönem Familien leben.

          Meine Kids sind 13J,10j Und 17Monate

          Der große war immer super lieb mit der mittleren und sie haben auch schön zusammen gespielt und trotzdem meinte die mittlere damals auch nur sie dürfte mit Mama jetzt kuscheln und hat auch gerne den großen versucht weg zu Schuppsen(ist natürlich schon einige Jahre her) aber den Zahn habe ich ihr jedes mal gezogen. Denn beide haben das gleiche Recht mit mir zu kuscheln und ich habe zwei arme und damals 2 Kids, Also können und dürfen beide mit mir gleichzeitig kuscheln. Das hat den großen auch echt genervt. Obwohl sie Da ansonsten echt super lieb miteinander waren. Im Grunde gibt konsequent da auch sicherheit/Orientierung.

          Ein Stück weit ist es auch völlig normal, dass das eine Geschwisterkind dem anderen versucht zu sagen, wie es das spielen soll oder was die Figur sagen muss.haben meine auch gemacht, weil man seine Ideen so im Kopf hat. Kam auch vor das die sich dann gestritten haben(kommt auch ab und an heute noch vor 😉) und dann hört manchmal der eine auf mitzuspielen weil es ihn zu doof ist 😂

          Also ein Stück weit ist es immer normal. Aber der Punkt Ist, ab wann und in wie weit man sich da einmischt oder gar eben immer nach der Nase des einen Kindes tanzt.

          Meine kleinste ist auch eine zuckersüße Maus und die meiste Zeit kann man sie einfach nur knuddeln und könnt sie abknutschen. Aber die mini Maus kann auch anders. Da wird sich auch bockig schreiend mal auf den Boden geworfen weil es mal nicht so geht wie sie will oder sie eben keine Schoki jetzt bekommt(weil ich es nicht ok finde so kleine mit sowas vollzustopfen, sie darf ab und an mal ein stück) aber ich bleibe da auch konsequent dabei.
          Sie leibt her großen Geschwister und die die kleine, aber hin und wieder drückt die kleine auch die große weg beim kuscheln, selbst wenn sie gerade eben noch schön gespielt hat und gar nicht bei mir war. Aber das lasse ich sie dann nicht nochmal machen, ich erkläre ihr, das die große auch kuscheln möchte und das auch genauso darf. Man merkt das sie das langsam versteht und meistens kuschelt sie dann doch mit und legt dabei auch ein Arm um sie.

          Was ich damit sagen will, ist das du überlegen musst was dein Bedürfnis ist, was ihres und was das deiner großen, wie du gerne hättest das es läuft, was anders werden soll. Dabei lass das schreien von ihr erst mal außen vor, das wird sich bessern.
          Dann überlege, wie du das ändern kannst wie du beiden und auch dir gerecht wirst.
          Und ein wenig darf man dabei auch beachten das die kleine mit 20 Monaten auch wirklich noch Klein ist und nicht alles äußern kann wie sie es möchte.
          Aber du bist quasi der Vermittler zwischen den beiden und dabei muss die kleine einfach auch lernen das nicht alle Personen dazu da sind alles so zu machen, zu spielen wie sie das möchte.
          Ich bin im übrigen absolut dagegen kleine Kinder in ein anderen Raum zu setzen, das verstehen sie überhaupt nicht. Du müsstest sein, dabei sein und vermitteln.

          Wie gesagt, diese Spirale zu durchbrechen ist nicht einfach. Aber mit Hilfe ist das schaffbar :)
          Klar fehlt auch die Kraft, wenn man so wenig Schlaf bekommt, aber das schaffst du ganz bestimmt. Wir Mamas haben mehr Kraft, als wir manchmal denken ;)

          Versuch mal zu beobachten wann sie besonders oft wach Ist, also was war an den Tagen. Schläft sie evtl zu viel tagsüber, was ist ihr persönlicher Schlafbedarf, hilft ihr irgendwas beim einschlafen. Wach werden in der Nacht ist völlig normal, nur irgendwann hat man gelernt das man weiterschläft und weiß nicht mal das wir alle nachts paar mal kurz wach werde.
          Meine hat ihr schbuffletuch und ihren Schnuller, diese Sachen sucht sie wenn sie kurz wach wird, hat sie die schläft sie weiter.
          Vielleicht braucht sie auch ein kleines Steckdosen nachtlicht. Weint sie wenn sie wach wird, spielt sie, erzählt sie...

          Einfach wirklich mal beobachten evtl Notizen täglich machen auch wann wie oft sie wach war, was sie dann gemacht hat. Könnte helfen die Ursache raus zu finden und ihr dabei zu helfen durchschlafen zu können. Aber auch da es gibt viele Kinder die nachts viel wach sind. Bei den meisten ist das irgendwann einfach weg.

    Wenn ich das so lese, glaube ich, dass deine kleine Tochter schon so eine Art Extrawurst bekommt.

    Du schreibst davon, dass du der Großen Tipps gibst dass es besser klappt oder dass du weißt wie man sich im jeweiligen Moment am besten verhalten muss...um dem Geschrei aus dem Weg zu gehen.

    Auch wenn es nervt ich würde es aussitzen und ihr nicht diese Macht geben. Aber sie ist jetzt ja auch im feinsten Trotzalter, oder?

    Versuch gar nicht Harmonie zu erzwingen. Kann es sein dass ein Teil vielleicht doch schlechtes Gewissen und Wiedergutmachungsbestrebungen wegen eurer Trennung ist?

    Ich glaube ich war selbst ein sehr anstrengendes Kind für meine Eltern. Meine Geschwister haben zwar eher davon profitiert... und war auch anderen Kindern positiv gesinnt. Ich war nur meinen Eltern gegenüber so und auch schon deutlich älter. Also wenig vergleichbar. Aber ich musste immer alles ausdiskutieren und hab solange genervt bis sie uns etwas erlaubt haben. Mein Sohn hat jetzt ähnliche Charakterzüge, belagert uns den lieben langen Tag mit Wünschen. Mein Mann ist öfter drauf und dran nachzugeben aber mich stresst es nicht mal sonderlich und ich blocke das unerwünschte Verhalten immer schön ab. Ich bin da genauso ausdauernd ;-)

    Wer damit durchkommt, macht weiter.

    (9) 25.05.18 - 20:44

    Hey,

    ich sage dazu nur: Frust aushalten will gelernt sein.
    Sie darf wütend und traurig sein wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht. Dein Job ist es, ihr Trost anzubieten. Das ist im Grunde der Schlüssel zum Frieden 🤷‍♀️
    Sei authentisch und tue nur was du auch tun willst und wenn sie das blöd findet und weint, tröstest du sie. Bleibe aber bei deiner Meinung.
    Bedürfnisorientiert bedeutet nicht, der Clown des Kindes zu sein 😅

    Liebe Grüße

(11) 25.05.18 - 21:37

Hallo!

Ich weiß genau, wie du dich fühlst, denn meine Tochter ist genau wie deine Tochter, nur bereits 2 Jahre und 3 Monate alt. Tatsächlich ist es mittlerweile viel besser geworden, solange ich alleine bin mit ihr und sie nicht kränkelt oder müde ist.

Gerade dieses alles bestimmen wollen, macht mich ganz krank, dein musikbeiapiel iat mir geläufig. Sie schreit sogar, wenn ich mit dem Auto in eine ungewohnte Richtung abbiege. Sie schreit, dass sie Durst hat, sobald ich selbst ansetze etwas zu trinken und sowieso schreit sie andauernd. Irgendein Grund findet sich alle 30 Sekunden. Hinzu kommt ihre Schwester mit knapp 5 Jahren, die es sofort zu zerstören weiß, sobald die kleine doch gerade mal etwas zufrieden spielt. Die Große füllt zudem jede noch so kleine Lücke, die die kleine lässt mit Meckerei und Gezicke aus. Natürlich braucht sie auch Aufmerksamkeit. Nur fragt sich hier natürlich niemand, was ich mal brauchen würde.

Ich sage dir, ich habe manchmal das Gefühl, ich Falle einfach tot um. Irgendein nächster schriller Schrei wird mein Herz zum Stillstand bringen. Ich habe so oft Magenschmerzen und Herzrasen. Ich habe das Gefühl, meine Kinder sind unerbittliche Parasiten und ich der verendende Wirt...

Ich sehne den September herbei, wenn die Kleine endlich in den Kindergarten kommt. Leider habe ich zu lange vergeblich gehofft, dass sie leichter wird, sonst hätte ich mich deutlich früher um Fremdbetreuung gekümmert. Geht deine Tochter in diesem Jahr in den Kindergarten? Das wäre mein einziger Rat. Sonstige Ratschläge sind nicht empfehlenswert. Wenn Sie zu schlimm schreit in einer Situation, in der ich einfach nicht ausweichen kann, sperre ich mich nach Möglichkeit in meinem Raum ein, oder wenn es nicht möglich ist, habe ich sie in ihren sehr irren Abfällen auch schon in die Kammer gestellt, weil ich mich im offenen Erdgeschoss in der Küche nicht einsperren kann. Das klingt sehr brutal, aber die Alternative wäre, sie gegen die Wand zu werfen. Sie ist halt kein Schreibaby, dass man sicher weglegen soll, bevor man es schüttelt, sie ist einfach seit 2 1/4 Jahren ein Schreibaby. Sie hat das aber sehr schnell verknüpft, auch wenn ich sie in diesen schlimmen Situationen nur sehr kurz lasse. Wenn Sie nun ausflippt, reicht es meist, wenn ich androhe, wegzugehen oder sie in die Kammer zu stellen. Dann hört sie auf laut zu schreien. Mir tut es unendlich leid, solchen Druck aufzubauen, aber dieses ewige Geschrei seit über 2 Jahren hat mich total zerstört. Ich fühle mich emotional so tot. Aber noch nicht tot genug, um diesen schmerzhaften Stress nicht mehr zu fühlen, den dieses Geschrei zwangsläufig auslöst.

Zum Glück sind derzeit die Nächte ok. Wir haben auch oft genug Phasen in denen sie bis zu 30x pro Nacht schreit und das über Wochen. So eine Folter kann man sich kaum vorstellen, wenn man sie nie erlebt hat.

Bei einer Therapeutin bin ich schon. Viel mehr als Mut zusprechen und den September herbeisehnen kann sie aber auch nicht. Pathologisch ist mit unserem Wutzwerg scheinbar alles in Ordnung. Da gibt es eher Ansätze bei meiner Großen.

Natürlich kann auch ich Loblieder auf meine beiden Mäuse singen. Sie haben auch so role Eigenschaften, die ich wirklich stets versuche zurückzumelden und zu bestärken, aber überwiegend ist es so brutal anstrengend. Niemals hätte ich es mir mit zwei Kindern so überfordernd vorgestellt.

Ich hoffe, du hast bald Erleichterung durch Betreuung.

Alles Gute

(12) 25.05.18 - 22:27

Hallo,

also ich habe nicht alle Antworten auf deinen Beitrag gelesen, aber ich fand schon viel sinnvolles dabei. Was ich noch beisteuern könnte ist.

Mein kleinster ist 24 Monate alt und auch sehr willensstark, will alles selber machen. Die beiden älteren Kinder sind auch oft genervt weil er alles machen will. Der 2 Jährige benutzt häufig die Worte: Selber machen.
Wenn es Streitigkeiten gibt, sage ich dann ganz ruhig immer wieder zu ihm, dass der Bruder das jetzt auch selber machen möchte.

Genauso mache ich es wenn er was machen will was ich ihn definitiv nicht machen lassen kann. Er darf sehr viel selbst machen, alles was nur geht. Was nicht geht, sage ich ihm dann: das ist eine Mama- Aufgabe!

Vielleicht klappt das nicht beim ersten Mal, aber mit der Zeit wird sich dein Kind daran gewöhnen, du musst nur die Übergangszeit durchhalten.

Meine Kinder spielen auch oft miteinander und sind auch nicht gleich alt.

Das Spielverhalten ändert sich jedoch mit der Zeit. Das Schulkind spielt natürlich viel planvoller als ein 3 Jähriger usw....

Ich habe meinen Großen erklärt das der Jüngste einfach anders spielt und das klappt ganz gut seither.

Wie du deiner Tochter helfen kannst ist einfach Verlässlichkeit, Geduld und Ruhe.
Wenn du dir überlegst was du duldest oder was du nicht haben möchtest, dann bleib bei deinen Aussagen. Wenn es einmal hü und dann wieder hott ist, wird sich dein Kind immer wieder sehr darüber aufregen. Es wird eine kurze Zeitspanne dauern, in der du einfach zusammenzwicken musst. Dann wird es besser werden.

lg rockisdead

(13) 25.05.18 - 23:35

Deine Kleine wird bald 2 und befindet sich in der Trotzphase.
Es ist Zeit, Ihr Grenzen zu setzen und sie zu erziehen.
Das ist eine anstrengende Angelegenheit, aber es ist wichtig, dass der Rest der Familie nicht nach ihrer Nase tanzt.
Natürlich ist es erstmal einfacher, ihr nachzugeben und auf Ruhe zu hoffen, aber nach hinten raus wird das ein Eigentor.

(14) 26.05.18 - 01:44

Huhu
Das hört sich alles sehr anstrengend an. Kein Wunder, dass du so fertig bist. Ich habe mir hier die Tipps, die du erhalten hast, durchgelesen und habe eine andere Meinung.
Statt: "konsequent alles durchsetzen" und "endlich erziehen" solltest du eher den Druck herausnehmen. Vielleicht sagt sie ja auch standig "nein", weil sie das von dir auch oft hört. Ich meine keine antiautoritäre Erziehung! Manche Grenzen müssen sein und auch Struktur ist wichtig. Aber ständige Machtkämpfe mit einem Kleinkind müssen nicht sein.
Kleinkinder wollen ja immer ganz viel selbst entscheiden. Und je mehr sie das Gefühl haben selbst Dinge entscheiden zu dürfen, umso eher akzeptieren sie dann auch mal etwas nicht zu dürfen.
Ein Kind mit 20 Monaten (so alt ist mein Kleinster nämlich auch grade) darf bei mir:

- entscheiden welche Wurst bzw. Käse er aufs Brot möchte

- zwischen Wasser und Fencheltee wählen

- im Garten die Windel verweigern

- aus dem Becher trinken, obwohl es kleckert

- mit Kreide auf der Terasse unter dem Vordach malen (das dürfen die Geschwister nicht ;-) )

Mir ist nicht ganz klar, wie das Spielen deiner Kinder aussieht. Meine 9 jährigen Zwillinge beschäftigen sich z.B. viel mit ihrem kleinsten Bruder und bringen ihm ganz viel bei. Und wenn sie mit ihm spielen, dann orientieren sie sich an seinen Bedürfnissen. Sie spielen z.B. Ball mit ihm, weil ihn das freut. Er wird von ihnen als sehr kleines Kind wahrgenommen und nicht wie ein Spielpartner im gleichen Alter.
Aber da wir eine Großfamilie sind, haben sie natürlich immer jemanden zum spielen. Da lässt es sich sicher schwer vergleichen. Deine 9jährige wünscht sich in ihr sicher eine Spielpartnerin.

  • (15) 26.05.18 - 12:49

    Hast du den Beitrag der TE wirklich gelesen?

    Ich glaube, Wurst oder Käse, Wasser oder Fencheltee, windelfrei im Garten sind NICHT ihre Probleme.

(16) 26.05.18 - 13:14

Wow! Dein Beitrag könnte meiner sein u ich weiß das du hier Tipps bekommst von Mitgliedern die es gut meinen aber nicht helfen können weil solche Art von Wutzwergen nicht überall vorkommen. Ich habe ein komplett anderes Kind als ersten Sohn geboren u hätte niemals geglaubt das es sowas gibt wie beschrieben von dir. Nun ist Sohn nr 2 bald 3 Jahre alt u wir leiden alle extrem unter dem Lärm u Zorn den er verbreitet. Er macht morgens die Augen auf u schreit jeden an er möge sofort gehen - nur Mama muss her. Ich darf dann weder auf wc gehen noch sonstig erklären das ich nun aufstehen muss weil ich etwas wichtiges zu tun habe - sonst schreit er schon wie irre. Fahren wir Auto u ich erlaube mir zu singen was im Radio läuft brüllt er ich darf das nicht. Sein Bruder darf überhaupt gar nichts u wird ständig weggedrückt u der kleine hat ständig Angst er könnte mir zu nah kommen u reden wir über etwas schreit der kleine so laut das jede Unterhaltung unmöglich wird, Er geht stundenweise in die Krippe aber das erleichtert nur mir etwas das Leben denn zu der Zeit ist Papa u Bruder ja auch außer Haus. Eine Verbesserung ist also auch hier bisher nicht in Sicht. Er ist ständig drauf bedacht im Mittelpunkt zu stehen ist laut und nervenaufreibend.. natürlich auch süße Seiten - redet viel u deutlich - ist sehr weit für sein Alter was die sonstige geistige Entwicklung angeht. Schläft erst seit er 2 ist wirklich ruhig nachts aber auch nur an meiner Seite. Ich weiß also wie es dir geht aber Rat habe ich selber nicht .. nur drauf achten selber Ruhe zu finden wo es geht.

(17) 26.05.18 - 13:24

Hallo

Ja meine zweite ist auch so, 16 monate. Die grosse 3 jahre. Die grosse war als baby und auch jetzt eher ne ruhige. Auch eher ein mama kind aber trotzdem konnten wir sie auch mal bei jemand anderem lassen.
Die zweite war als baby nur am schreien. Das einzige was geholfen hat war aufem arm und stehen. Wenn wir oder kemand anders sie auf dem arm hatte und man hat sich hingesetzt, ging ein geschrei los. Und beim besten willen, ich glaube nicht dass ich sie verwöhnt habe, ging garnicht, das war vom zweiten tag nach geburt so!!! Nun ist sie 16 monate und es ist weniger geworden, aber ich kenne es so von meiner ersten nicht. Sie schreit wenn sie was nicht bekommt, wenn sie was nicht darf, wenns nicht so läuft wie sie will... aber ich hab gelernt sie einfach schreien zu lassen. Nehme sie zu mir und halt sie einfach, ich sag ihr einfach, dass man eben nicht alles haben kann. Sie schreit teilweise so fest bis sie blau anläuft. Aber wie schon gesagt ich tröste dann, rede ruhig zu ihr.
Och glaub man muss wirklich versuchen, das häulen, schreien zu akzeptieren, es ist ihre kommunikation. Ich weiss nicht ob das für alle so stimmt aber seit ich da so denke und ruhig handle sie zu mir nehme mit ihre rede und sie streichle ist sie ruhiger. Es geht schneller vorbei. Sie kommt nun auch von sich aus zu mir legt ihren kopf auf meinen schoss und hört auf mit dem schreien. Das geht dann eine halbe minute und dann steht sie auf und spielt weiter wie wenn nichts war. Das macht sie, wenn ich uf arbeit bin, nun anscheinend bei ihrer „grossen“ schwester und die grosse streichelt ihr dann auch über den kopf und redet ruhig mit ihr und sie ist dann zufrieden.
Was bei uns auch ne gute wirkung hat ist, das ohrläppchen massieren, das ist wie wunder. Sie liegt dann gaaaaanz ruhig da, und bewegt sich nicht. Wenn ich aufhöre nimmt sie meine hand und legt sie auf ihr ohr...

Hoffe es nützt auch bei dir was

Ganz liebe grüsse und viel nerven und geduld und kraft für euch alle

(18) 26.05.18 - 14:29

Ich lese nun nicht alle Antworten, also Sorry, wenn meine Tipps evtl schon gegeben wurden:

Meine Ideen sind:

1. Kinderarzt aufsuchen, falls noch nicht geschehen. Mein erster Gedanke ging in Richtung Autismus. Ich hatte ein solches Kind in der Klasse. Könnte in die Richtung gehen, muss es aber nicht.

2. Überlegen, ob sie in die Kita sollte. Dort bekommt sie ganz anderen Input als mit Mama alleine und du brauchst dringend Zeit zur Erholung.

3. Wie auch immer. Zeit für deine Große frei schaufeln. Kleine zum Papa. Wenn sie da 2 Stunden kreischt, muss Papa samt Kind da durch. Deine große Maus braucht dich auch!

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