Kein kontakt zur Herkunftsfamilie ,wer kennt es ?

    • (1) 08.07.18 - 12:29

      Hallo
      Vielleicht kennt ja jemand die Situation
      Ist es bei euch auch so, das nicht nur das Verhältnis zu euer Mutter oder Vater gestört war ,sondern das es so ist das der Kontakt zu kompletten Familie gebrochen ist ?
      Bei mir ist es jetzt 17 Jahre her ,das kein Kontakt mehr zu meiner Herkunftsfamilie besteht .Und es ist eine Riesen Befreiung ,weil meine Kindheit geprägt war von Vernachlässigung und körperlicher und psyschicher Gewalt.
      Und seit 3 Jahren brach auch der Kontakt zu meinen Geschwistern ab .
      Die kleinste Schwester hat einen sehr boshaften Charakter ,sie lügt betrügt und bricht wenn ihr was nicht passt den Kontakt ab .gut sie hat auch viel mitgemacht .
      Meine mittlere Schwester, ist sehr mitfühlend,liebenswert und hat eigentlich Empathie .
      Und irgendwie leide ich sehr unter dem kontaktabruch und Frage mich oft ob ich zumindestens meiner mittlere Schwester, ein paar Zeilen zu kommen lassen soll .denn bis heute stehe ich in der Ungewissheit was ich ihr getan habe .
      Und diese Ungewissheit quält mich .Das Leben fühlt sich oft so leer an .
      Meine Herkunftsfamilie ist seit Generationen schon zerstritten und niemand lässt am anderen ein gutes Haar.
      Ich bin eher der Familienmensch und Streit verunsichert mich sehr .
      Ich selber bin verheiratet und habe drei wundervolle Kinder. (Für sie tut mir auch die Situation sehr leid )
      Und richtig tolle Schwiegereltern .
      Das war es an Familie.
      Ich hab eine sehr gute Freundin, die weiter weg wohnt mit der ich über alles reden kann und viel gerade auch über dieses Thema .
      Hier in meinen Wohnort gibt es auch ein Paar mit Kindern mit denen wir öfters mal was machen .
      Und sonst ist mein Leben eher einsam.
      Ich vergleiche mich innerlich oft mit anderen und manchmal würde ich sogar oft mit anderen tauschen .
      Wir einfach so zu ihrer Familie gehen können und du einfach diesen Zusammenhalt spürst .
      Es gibt Momente, da fühle ich mich manchmal sogar emotional total vernachlässigt und dann fange ich mich an zu schämen ,weil ich schon fast 34 bin .
      Durch meine geprägte Kindheit bin ich oft unsicher im Umgang mit Fremden .
      Momentan bin ich in einer eher sehr traurigen vielleicht auch depressiven Phase ,es macht mich traurig und ich Kämpfe innerlich mit mir ,meine Schwester anzuschreiben .hat jemand die Situation von euch auch mal ?
      Was hat euch da raus geholt ?

      • (2) 08.07.18 - 16:11

        Hallo liebes ,
        Ich bin nicht in deiner Situation aber kann dich verstehen habe selbst 6 Geschwister und egal ok ich Streit mit meiner Familie habe oder nicht mit Ihnen kann ich nicht einfach denn Kontakt abbrechen , ich weiß nicht aus welchen Grund ihr keinen Kontakt habt aber man kann es lesen das es die weh tut also zögere nicht und schreib Ihnen . Ich wünsche dir Echt das ihr euch bald wieder versöhnt und der Kontakt nächtesmal nicht so schnell einfach mal weg ist ,alles gute

        (3) 08.07.18 - 16:56

        Hi,
        Schreib den Brief doch einfach Mal und dann kannst du immer noch überlegen, ob du ihn abschickst.

        Bei mir ist es ähnlich. Glücklicherweise keine Gewalt bei uns. Aber meine Eltern kommen auch nur zu den Feierlichkeiten. Trotz Enkel.
        Vor 6 Wochen kam unsere Tochter auf die Welt und sie waren immerhin 2 Mal schon da. Sie wohnen 8 km entfernt und sind den ganzen Tag zu Hause.
        Von sich aus meldet sich meine Mutter auch selten, nur gegen Ende der Schwangerschaft hat sie mal angerufen.
        Meine Omas sind leider beide tot, mein Opa hat versucht meine Mutter und ihre Geschwister beim Erbe zu prellen (er war der 2. Mann meiner Oma, also nicht der Vater meiner Mutter)
        Zu den Geschwistern meiner Mutter besteht kein Kontakt mehr, als ich klein war, war das anders, keine Ahnung warum das dann aufhörte.
        Zum Bruder meines Vaters bestand noch nie Kontakt, den hab ich nur 1 amal in meinem Leben gesehen. Als meine Oma starb war er nicht bei der Beerdigung, weil wur nicht wussten wo er wohnt und bis wir die Adresse vom Einwohnermeldeamt hatten, war es zu spät 😕.

        Ich hab mich damit abgefunden, obwohl ich es grundsätzlich schade finde.
        Mit meiner Schwiegerfamilie verstehe ich mich dafür blendend 😊 Allerdings sind beide Eltern meines Mannes Einzelkinder, also ist da auch nix mit viel Familie.
        Aber es ist trotzdem ganz anders und ich bin sehr glücklich, auch wenn es am Anfang fast zu viel an Fürsorge war und ich mich da erst einfinden musste.
        Dass sich meine Eltern dann so wenig für ihre Enkel interessieren hat mich trotzdem noch Mal verletzt, aber inzwischen kann ich auch das akzeptieren und damit leben. Ich will es bei meinen Kindern definitiv anders machen.

        Das kann ich auch nur dir raten.
        Akzeptiere, dass es so ist und das deine Familie so ist. Wenn du deine mittlere Schwester vermisst, schau ob ihr wieder Kontakt bekommt. Vielleicht hat ja jemand in der Familie Blödsinn erzählt, sowas geht schnell, aus dem Grund hat meine Schwiegermutter keinen Kontakt zu ihren Cousinen.😏
        In diesen Fällen reicht es oft, wenn einer den ersten Schritt macht.

        Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und deine Familie.

        Hi,

        ich habe seit 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern und seit 3 Jahren auch nicht mehr zu meinem Bruder.
        Dafür zu den Geschwistern meiner Eltern, die auch keinen Kontakt mehr haben. Auf Familienfeiern wird das Thema ausgeklammert, nur mit dem Bruder meiner Mutter rede ich darüber. Er hatte so einen Hass auf seine Schwester, dass er in Therapie musste #zitter
        Hätte ich sicher auch gebraucht, aber keine Zeit...
        Ich habe damals sehr viel mit meinem Mann gesprochen und das Buch "Vergiftete Kindheit" von Susan Forward hat mich in meinem Handeln bestärkt.
        An meinem Bruder habe ich ja noch eine Zeit lang festgehalten, aber er hatte letztlich nicht den Arsch in der Hose zu mir zu stehen.
        In meinem Fitness-Studio bin ich seit ein paar Jahren mit 2 älteren Damen befreundet--die sind quasi mein Mutter Ersatz. Von denen hole ich mir auch gerne Rat.
        Schwiegereltern gibt es hier leider nicht, sind gestorben bevor ich meinen Mann kennen lernte. Aber Onkel und Tante von meinem Mann haben die Großeltern Rolle super übernommen.

        lg

      • (5) 09.07.18 - 00:37

        Ich bin nicht in deiner Situation, aber kann dennoch verstehen wie du dich fühlst.

        Seit ich schwanger bin, habe ich meine Mutter sehr abgeblockt. Ihre Lieblosigkeit und emotionalen Grausamkeiten mir gegenüber in meiner Kindheit konnte ich einfach nicht mit ihrer Anteilnahme und Freude aufs Enkelkind übereinbringen.
        Das hat sich leider auch auf den Rest der Familie ausgewirkt, insbesondere auf den Kontakt mit meinem Vater der deutlich weniger geworden ist.
        Ich habe auch sonst nicht den riesigen Freundes und Bekanntenkreis. Mir geht es da vielleicht ähnlich wie dir, bei engeren Beziehungen zu anderen Menschen bin ich aufgrund meiner familiären Erfahrungen eher vorsichtig und zurückhaltend.

        Manchmal denke ich auch, dass das irgendwie nicht reicht und es schön wäre neben meinem Freund auch die Herkunftsfamilie als sicheren Hafen zu haben. So wirklich wird das aber nie so sein und wenn dann nur zum Preis der Selbstverleugnung.

        Hallo!

        Auch ich habe keinen Kontakt zu meinen Eltern und meiner Schwester. Gründe gibt es dafür viele. Das war eine Entwicklung, die über Jahre so lief und irgendwann so endete. Schön ist das nicht und ganz lange habe ich so gedacht wie du. Irgendwie war ich froh und irgendwie hätte ich es gern anders gehabt.

        Meine Familie ist gar nicht bösartig, aber alle sind völlig unempathisch. Manchmal habe ich kurzen Kontakt zu einer Tante. Ich freue mich dann immer, merke aber hinterher, dass ich mir ganz viel gewünscht habe. Ich wünsche mir, dass man sich freudig begrüßt, wirklich aus Interesse fragt, wie es dem anderen geht, dass man einfach Neuigkeiten austauscht. Das passiert nie. Es bleibt ausschließlich bei oberflächlichen Floskeln. (Mit meinem Vater habe ich zwischendrin auch einen Versuch gestartet, der nicht daran scheiterte, dass wir uns stritten, sondern daran, dass es ihm nur um Dinge ging, die vier Jahre zurück lagen, während ich gern einfach neu angefangen hätte. Die Dinge aus der Vergangenheit waren keine Riesenprobleme, sondern die Tatsache, dass ich irgendwann mal nicht den Tisch gedeckt hatte oder so. So genau weiß ich das gar nicht mehr, weil es völlig banal war.)

        Was ich dir damit sagen will: Das mit dem Brief an deine Schwester kann für dich ordentlich nach hinten losgehen. Du wünschst dir, dass wieder irgendwas gut werden kann. Du möchtest, dass es wenigstens ansatzweise so läuft wie du dir das von Familien denkst. Deine Schwester hat aber den Kontakt zu dir nicht gesucht. Auch sie ist wahrscheinlich ebenso wenig bösartig wie meine Tante, aber völlig unemotional.

        Erst wenn du überhaupt keinerlei Erwartungen an deine Schwester mehr hast, kannst du ihr schreiben. Sonst würde ich das lassen. Sie sind alle so wie sie sind und nicht so wie das Bild, das du gern von ihnen hättest.

        Ich bin mittlerweile 51. Ich finde es immer noch blöd, dass es so gekommen ist, aber ich merke auch, dass ich so mein Leben allein gestalten kann. Ich werde nicht mehr von meiner Familie bewertet. Ich darf so emotional sein wie ich will. Wir konnten als Minifamilie alles "neu erfinden" und allein meine Kinder haben in Zukunft das Recht, mir zu sagen, was vielleicht nicht so toll war. Es hat auch viel Befreiendes.

        LG

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