Stationäre Psychotherapie mit Kleinkind Erfahrungen

    • (1) 09.07.18 - 13:34

      Hallo ihr Lieben,

      Ich versuche mich kurz zu fassen.
      Seit meines 14ten Lebensjahres habe ich Borderline und immer wieder schwere depressive Episoden. Ich bin alleinerziehende Mutter einer wundervollen zweijährigen Tochter.
      Mir wurde geraten eine erneute stationäre Therapie zu machen. Da ich niemanden habe der sich in meiner Abwesenheit um meine Tochter kümmern würde soll diese mit ihrer Begleitung stattfinden. Gibt es hier jemanden der so etwas schon einmal gemacht hat? Wie waren eure Erfahrungen? Ist es anstrengender oder vielleicht sogar angenehmer sein Kind dabei zu haben?
      Ich war bereits stationär in Behandlung und empfand diese schon als sehr Kräfte zehrend. Mich zusätzlich nach den täglichen Therapien um mein Kind zu kümmern, stelle ich mir schon sehr heftig vor. Daher bin ich momentan noch etwas am zweifeln.

      Würde mich freuen von euren Erfahrungen zu hören

      • Ich würde mein Kind nicht mitnehmen.
        Großeltern oder Kindsvater, es wird doch sicher jemand kümmern können.

        • Nein leider nicht

          • Denk daran, was langfristig für dich und das Kind wichtig ist! Dein Kind braucht dich. Wenn es dir nicht gut geht und du womöglich über kurz oder lang "zusammenbrichst" wäre das für dein Kind und dich schlimm. Wenn du jetzt die Chance hast präventiv etwas zu machen solltest du es tun, auch wenn es sicher anstrengend wird. Vielleicht tut es dir aber tatsächlich auch gut, deine Tochter dabei zu haben und immer wieder daran erinnert zu werden, für wen du das auch tust! Alles gute!

    (7) 09.07.18 - 16:57

    Wie wäre das denn gedacht? Akut-stationär oder als stationäre Reha? Sonst kannst Du ja bei Kliniken, die für Dich in Frage kommen, mal bei Klinikbewertungen.de nachschauen.

    (8) 09.07.18 - 17:27

    Hallo, redest du von Psychiatrie oder einer Psychosomatischen Klinik?

    Eine Freundin hatte ihren damals 2-Jährigen mit in der Psychiatrie, das Kind hat einen Schaden davongetragen.

    Ich war alleine lange in einer Klinik, meinem Kind hat meine Abwesenheit sehr geschadet.

    Im Endeffekt würde ich an deiner Stelle eine ambulante Behandlung bevorzugen, zur Not noch eine Tagesklinik.

    Gute Besserung!

    Dann rede mit dem Jugendamt. Es gibt durchaus die Möglichkeit, Dein Kind vorübergehend z.B. in einem Kinderdorf unterzubringen. Dort wäre es gut betreut und hätte noch Kinder um sich, wäre abgelenkt.
    Das hat NICHTS mit Kind wegnehmen zu tun oder so - aber Du könntest Dich endlich adäquat um Deine Gesundheit kümmern.
    Selbst ich war als Kind schon mal 4 Wochen in einem Kinderheim, als meine Mutter stationär ins KrHs musste und es damals noch nicht üblich war, die Betreuung Vätern zu überlassen. Ich habe keine Erinnerung mehr daran und weiß aber, dass wir später das Heim nochmal besucht haben. Schaden habe ich da sicher keinen davongetragen.
    LG Moni

    • Ein zweijähriges Kind so lange zu völlig fremden Bezugsperson?! ohne die Mutter..

      Das kann nur in absoluten Notsituationen eine Lösung sein.

      Da würde ich eine andere Lösung in den meisten Fällen vorziehen.

      • Die TE sieht es als Notsituation - sie sieht sich außerstande, nach der Therapie sich auch noch um ihr Kind zu kümmern, was nachvollziehbar ist. Ansonsten hätte ich das nicht empfohlen.
        Ein so kleines Kind in eine Psychiatrie mitzunehmen stelle ich mir schlimmer vor als es vorübergehend bei Erziehern und anderen Kindern unterzubringen. Ein so kleines Kind käme ja nicht zu schwer erziehbaren 15jährigen o.ä. Ich habe gute Beziehungen zu einem Kinderdorf und kenne die Gepflogenheiten seit Jahren.
        Wenn die TE sich dann wieder voll um ihr Kind kümmern kann, ist beiden geholfen.

        • "Ein so kleines Kind käme ja nicht zu schwer erziehbaren 15jährigen o.ä"

          So meinte ich das gar nicht. Nicht das Umfeld, sondern nur die Tatsache, dass man zu ganz neuen Bezugspersonen kommt. Und das 4 Wochen lang. Das finde ich in dem Alter, wenn das Kind seine Mutter so lange nicht sieht, völlig ungeeignet.

          "Wenn die TE sich dann wieder voll um ihr Kind kümmern kann, ist beiden geholfen. "

          Da gebe ich dir recht!

          "Ein so kleines Kind in eine Psychiatrie mitzunehmen stelle ich mir schlimmer vor als es vorübergehend "

          Das kommt auf das Umfeld da an und wie es organisiert ist..

          Das Kind ist erstmal am liebsten bei Mama. Wichtiger ist, dass sie sich nicht zutraut, sich abends noch um ihr Kind zu kümmern.

          Die Therapie ist angeraten und sie überlegt.. Ich verstand unter einer Notsituation eine ganz akute, plötzlich eintreffende.

          So hat sie hoffentlich noch Zeit, eine gute Alternative für ihr Kind zu suchen.

Hallo
Meine Mutter ist schwer psychisch krank. Ich kann dir also aus Kindersicht berichten.
Ich habe noch zwei jüngere Schwestern und sie war immer alleine in Behandlung. Unsere familiäre Situation ist auch eher schwierig, aber als es bei ihr richtig heftig wurde, war ich mehr oder weniger alt genug um zu übernehmen.
Unsere Mutter hat leider alles durch und ihr wurde empfohlen ohne Kinder behandelt zu werden. Bzw. teilweise wäre es auch keine Option gewesen und ohne mich wären die beiden wohl in Pflegefamilien gelandet.
Es gibt gute Beratungsstelle, das wichtigste ist langfristig stabil zu bleiben um für dein Kind da sein zu können.
Ich drücke euch die Daumen.

Liebe Grüße

(14) 10.07.18 - 21:07

Ich sehe eher manche Aktionen deiner Mitpatienten als ungut für dein Kind an. Das du dann platt bist kommt da ja eher noch oben drauf. In psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken erleben ja selbst Erwachsene manchmal Dinge die man nicht erleben möchte und sollte. Natürlich in einer Psychiatrie und mit schwererkrankten Mitpatienten häufiger aber auch auf Kuren gibt es durchaus beeindruckende Mitpatienten, die man nie mehr vergisst. Selbst nach mehreren Jahren nicht.
Und das geht wie gesagt selbst Erwachsenen so, ein Kind kann das noch viel weniger ab und einschätzen.

Von daher würde ich dir raten erstmal eine Tagesklinik zu suchen und es dort zu versuchen. Die Betreuung tagsüber wäre ganz normal eine Krippe oder Tagesmutter, die dich auch danach weiterhin entlastet. Von einer Bekannten weiß ich dass du ein Vorrecht auf einen Platz hast. Da kann dir dann das Jugendamt weiterhelfen. Oder direkt die Leiterin der Krippe.

Wenn das nicht geht wäre ich für eine Bereitschaftspflege, ein Kinderdorf, oder frag bei der Diakonie nach. Die haben am Dorf manchmal Ehrenamtliche ua. wo die Kids wohnen können. Oder frag mal deine Nachbarn.

Wenn du in der Nähe unterkommst, gibt es am Wochenende häufig eine Übernachtung zu Hause. Also von Samstagmorgen auf Sonntagabend könnte deine Tochter und du dann auch zusammen sein.

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