Wie soll ich reagieren?

    • (1) 10.07.18 - 10:46

      Hallo zusammen,

      meine Tochter (16) hat mir etwas erzählt, das ich eigentlich nicht wirklich glauben kann, aber ich unterstelle ihr natürlich auch nicht dass sie lügt. Es ist eine wirklich heikle Sache und ich weiß nicht wie ich richtig reagieren soll. Es geht um eine Art sexuellen Übergriff durch einen Arzt. Ich kann das nicht einschätzen inwiefern sie das einschätzen kann was bei einer Untersuchung angemessen ist und was nicht. ich habe ihr erklärt der Art muss sie ansehen und auch anfassen, doch sie besteht darauf dass er sie unangemessen angefasst hat. Und sie ist auch fertig und will natürlich auch nicht mehr zu diesem Arzt. Das ist natürlich klar, sie wird ab jetzt zu einer Ärztin wechseln, doch sollte ich etwas weiteres unternehmen? Ich habe überlegt den Arzt persönlich anzusprchen und ihn mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Doch ich will mich auch nicht lächerlich machen. Ich bin hin und her gerissen. Ich kenne den Arzt schon seit 5 Jahren seit er die Praxis übernommen hat und habe nie etwas merkwürdeiges festgestellt. Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Mein Mann meinte direkt wir sollten zur Polizei gehen und ihn anzeigen, doch mir ist auch klar was so eine Anschuldigung für einen Arzt bedeuten kann. Ich möchte nichts falsches tun. Vielen Dank für eure Meinungen!

      • Geh mit deiner Tochter zusammen zum Arzt und dann klärt ihr das zusammen.
        Je nachdem wie das Gespräch verläuft, können immer noch weitere Schritte erfolgen.

        • Sie hat gesagt sie möchte auf keinen Fall jemals wieder zu dem Arzt. Die Frage ist doch auch, würde er das zugeben, wenn er etwas unangemessenes getan hat oder es herunterspielen und sagen es war nur reine Untersuchungsroutine? Ich möchte auch nicht dass sie sich noch schlechter fühlt.

          • Egal wie sich deine Tochter fühlt, für den Wahrheitsgehalt der Konfrontation zur Aufklärung beider Situationerlebnis, wäre es für dich sicherer wenn sie beim Gespräch mit dem Arzt dabei wäre. Was nützen dir sonst zwei Versionen unter vier Augen, wo kein Beteiligter widersprechen kann. Eine Anzeige bei der Polizei fände sie wohl beführwortend?

            • nein sie möchte auch nicht zur Polizei. Sie möchte am liebsten überhaupt nichts weiter tun. Aber damit kann weder ich noch mein Mann leben.

              • (6) 10.07.18 - 11:45

                Ich finde es eine Zumutung, das Kind mit zum Arzt zu schleppen. Wenn da wirklich was gewesen ist, geht das garnicht!

                Zum Thema:
                Kommt drauf an was genau sie ihm vorwirft. Wenn sie drauf besteht, dass es nicht notwendig war, würde ich ihr sagen, dass sie zur Polizei muss. Die können dann auch eher vermitteln.

            Egal wie sich ihre Tochter fühlt? Sag mal, hast du heute einen besonders empathielosen Tag? Es ist definitiv nicht egal, wie sich ihre Tochter fühlt! So etwas kann enorm traumatisierend sein und wenn dann die eigene Mutter noch etwas drauf setzt, dann wird das uU richtig schlimm, weil dann auch noch dss Vertrauen zur Mutter weg ist.
            Liebe TE: es gibt Anlaufstellen für euch. Bitte lasse dich erstmal umfassend beraten. Deiner Tochter alles Gute!

      Ernsthaft? Du willst ernsthaft dazu raten, bei einem möglichen sexuellen Übergriff mit dem minderjährigen Opfer zum Täter zu latschen und mit dem zu plaudern? Sorry, ich bin sprachlos!!!!!!!!!

(9) 10.07.18 - 11:04

Ich bin als sehr kleines Kind Opfer eines sexuellen Übergriffes geworden. Ich erinnere mi ch nicht an viel. Nur an das Gefühl, dass aus einer normalen, "guten" Situation etwas Falsches geworden ist. Insofern würde ich Deiner Tochter und ihrem Gefühl da vertrauen. Ob Du mehr machen solltest, als ihren Arztwechsel zu unterstützen, musst Du mit Deiner Tochter besprechen. Ne Anzeige bei der Polizei käme in Frage.

  • (10) 10.07.18 - 11:08

    Sie sagt sie will nicht zur Polizei da sie nicht vor Fremden darüber sprechen will. Sie will ihn einfach nur nie wieder sehen. Ich hatte die Idee nochmal zu dem Arzt zu gehen und ihn zur rede zu stellen. Doch dann überlegte ich, dass er es vermutlich nur herunterspielen würde und sagt sie hat sich etwas eingebildet. Mein Mann meinte zur Polizei. Zur Zeit sehen wir 3 das Thema und wie man damit umgehen sollte leider alle anders.

    • (11) 10.07.18 - 11:12

      Was soll es denn bringen, den Arzt zu konfrontieren? Er wird keinen sexuellen Übergriff zugeben. Deine Tochter wird sich danach nicht besser fühlen.

      Wenn sie nicht aussagen will, macht keine Anzeige. Sonst wird ihr Wille wieder übergangen. Ob bei der Anzeige was raus käme, ist ja eh ungewiss.

      • (12) 10.07.18 - 11:19

        Aber das würde doch bedeuten, er würde damit davon kommen, wenn er sich wirklich übergriffig verhalten hat. Und dieser Gedanke macht mich krank. Ich denke bei einer älteren Frau würde er sich so etwas nie trauen, die wissen was an Untersuchung erlaubt und notwendig ist. Und dann behandelt er so einen Teenager?

        • (13) 10.07.18 - 11:21

          Dann kommt er damit davon, aber Du missachtest nicht den Willen und die Gefühle Deiner Tochter.

          So, wie Du jetzt schreibst, glaubst Du ihr ja doch.

          • (14) 10.07.18 - 11:47

            Irgendwo muss man aber abwägen. WENN da wirklich was war: sind die Gefühle der Tochter wichtiger, als das Seelenheil vieler weiterer Teenies?

            • (15) 10.07.18 - 11:53

              Ja, mir wäre es wichtiger, meine Tochter zu schützen und sie nicht gegen ihren Willen in den Prozess eines Ermittlungsverfahrens zu zwingen. Dieser Prozess wird schon von vielen Frauen als traumatisierend empfunden, die Sexualstraftaten auf eigenen Wunsch angezeigt haben, wie schlimm muss es dann für ein Mädchen sein, das das nicht mal wollte.
              Selbstverständlich kann man versuchen, sie von einer Anzeige zu überzeugen. Aber gegen ihren Willen? Wie sollte mir meine Tochter denn da jemals wieder vertrauen können?

              • (16) 10.07.18 - 11:56

                Wenn man zur Polizei geht, passiert ja nicht gleich sonstwas! Die wissen durchaus, dass Teenies in dem Alter auch mal lügen und Dinge überempfinden.
                Ich finde es wichtig andere zu schützen und ja, ich würde nicht locker lassen, bis sie bei der Polizei ist.

                • (17) 10.07.18 - 12:08

                  Ich weiß nicht, was genau Du unter "sonstwas" verstehst. Es wird halt ermittelt. Das Mädel wird als Zeugin vernommen. Und gerade weil es in solchen Fällen oft keine Sachbeweise gibt, ist ihre Aussage umso wichtiger. Dass die Aussage stimmig ist, dass die Vorfälle detailliert beschrieben werden. Das Mädel müsste sich gefühlt noch mal vor Fremden nackig machen. Das muss man wollen, und auch dann ist es belastend!

                  Wenn sie das gegen ihren Willen macht, sagt sie im besten Fall bei der Polizei nichts, oder sie spielt das ganze runter. Dann erlebt sie, dass sie als Lügnerin wahrgenommen wird, dem Arzt passiert nichts und auch potentielle weitere Opfer haben nichts gewonnen.

                  Wenn sie das Ganze nur erfunden hat und in der polizeilichen Vernehmung ihre Lügen aufgedeckt werden, ist auch nichts gewonnen, weil es gar keine weiteren potentiellen Opfer gegeben hätte.

                  In beiden Fällen lernt sie aber eins:
                  Ich kann Mama nicht vertrauen, erzähle ihr besser nix.

                  • (18) 10.07.18 - 13:09

                    "Wenn sie das Ganze nur erfunden hat und in der polizeilichen Vernehmung ihre Lügen aufgedeckt werden, ist auch nichts gewonnen, weil es gar keine weiteren potentiellen Opfer gegeben hätte."

                    Ist das so? Sehe ich anders.

              (19) 10.07.18 - 12:05

              Bei der Polizei ist man auf solche Sachen gut vorbereitet und geht da sicher sehr vorsichtig und mitfühlend vor. Denk doch bitte daran, dass es sonst evtl weitere Opfer geben kann. Ich finde es unerträglich, wenn Täter so jahrelang unbelangt weiter machen können.
              Was genau soll denn der Arzt gemacht haben? Nach der bisherigen Schilderung kann ich mir nicht viel vorstellen...

              • Ich habe inzwischen mehrere Erfahrungsberichte von usern hier per PN bekommen, die mir genau das Gleiche geschildert haben was meine Tochter behauptet. es klingt unglaublich, doch ich fürchte nach diesen ganzen gschichten die ich hier heute erfahren habe, glaube ich meiner Tochter inzwischen aufs Wort. Ich kann dir gerne als PN schreiben. Öffentlich möchte ich das nicht tun.

                • (21) 10.07.18 - 12:52

                  Hallo!

                  Möchte dir nun auch antworten. Auf keinen Fall mit der Tochter zu dem Arzt gehen. Wenn dann würde ich zur Polizei und erst mal mit denen "reden". Wie immer das auch aussehen mag.

                  Ja denke bitte an die vielen anderen jungen Mädels.

                  Vergiss aber deine Tochter nicht. An deiner/eurer Stelle würde ich mich an einen Therapeuten wenden. Du schreibst nicht, was genau passiert, ist aber auch nicht nötig. Vielleicht muss das aufgearbeitet werden und wenn jetzt deine Tochter (wie leider viele Opfer) alles unter den Tisch kehren, wird es auch nicht besser. JA ich verstehe die Angst und die Scham.

                  Aber was ist, wenn sie sich später nicht mal mehr von einer Frau untersuchen lassen kann, weil sie Angst bekommt? Vielleicht bekommt sie auch Panik, wenn ein Mann neben ihr steht und sei es nur an der Kasse vom Discounter.

                  2/3 alles Menschen, die solche traumatischen Erfahrungen gemacht haben, denen passiert nix, die können weiter leben wie bisher. Aber wenn sie zu dem 1/3 gehört, dann schaut es anders aus und sie braucht Hilfe. Je länger man damit wartete, desto schwieriger wird es.

                  Gruß Snaky

              Nein. Die Polizei ist eine weitere Traumatisierung. Und potentielle weitere Opfer sind nicht die Schuld der Tochter, sondern des Täters. Dieses "man muss anzeigen, sonst ist man an weiteren Opfern schuld" ist so krank. Nein, ist man nicht.

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