Schwiegermutter - würdet ihr?

    • (1) 21.08.18 - 08:10

      Hallo Urbinis,

      Ich würde gerne eure Meinung zu folgender Situation haben, Anregungen und Tipps sind gerne gesehen.

      Mein Freund und ich heiraten in wenigen Tagen nach 11 Jahren Beziehung.

      In der Hochzeitsvorbereitung gab es rund um meinen Junggesellenabschied großen Ärger und Streit und da einige meiner Freundinnen bereits absagen wollten, habe ich mich irgendwann eingeklingt und die Sache beendet und für mich entschieden, dass ich keinen machen möchte.
      Mir war es wichtiger die Situation mit meinen Freundinnen zu klären und ein abschließendes Gespräch zu führen, als einen vermeintlich geselligen Tag zu haben und hintenrum redet jeder schlecht über jeden.
      Meine Schwiegermutter hat hier mitgemischt und ich war sehr enttäuscht über ihr Verhalten, habe im Anschluss auch zum Gespräch mit ihr gebeten um ihr meine Gefühle und Emotionen zu erklären und natürlich weil ich ihren Stand der Dinge wissen wollte.
      Sie hat an diesem Tag vollkommen abgewiegelt, sie hätte kein Problem und ich hätte mich nicht einmischen dürfen, da dieser ganze Streit nichts mit mir zu tun hatte etc.
      Gut, in dieser Beziehung hatten wir andere Ansichten, aber es ging um meine Freundschaften und meine Hochzeit.

      Seit diesem Tag der "Aussprache" redet sie nicht mehr mit mir, bekommt kaum ein "Guten Tag & Auf Wiedersehen" heraus, wenn wir bei ihnen zu Besuch sind, beachtet sie mich und mittlerweile auch meinen Freund null - kein Wort, kein Satz - nichts.
      Hauptsächlich fahren wir hin, wenn unser Sohn (5) die Bitte nach Oma & Opa äußert, von ihnen selbst kommt nichts, sie holen ihn nicht vom Kindergarten ab, unternehmen am Wochenende nichts mit ihm, sie fragen nicht, ob sie was mit ihm machen können.
      Ich möchte hier anmerken, dass wir das nicht erwarten oder auf die Hilfe zeitlich angewiesen sind, sie haben eine Abholgenehmigung vom Kindergarten und könnten, wenn sie wollten, es kommt allerdings nichts, es geht immer von uns aus.
      Wir versuchen hier den Kontakt für den Kleinen zu halten, das war allerdings schon vor dem Streit so.

      Die Situation ist für uns alle schwierig, da wir wirklich mal ein normales Verhältnis hatten.

      Meine Schwiegermutter hatte irgendwann den Wunsch geäußert nicht zu unserer Hochzeitsfeier zu kommen, da es für uns ja ein schöner Tag werden sollte und der es nicht werden würde, wenn sie nur rum sitzt und keine Freude hat - zur Trauung vorher würde sie allerdings kommen wollen.

      Letzte Woche fing die Diskussion an, dass sie zum Schwiegerpapa meinte, dass sie doch kommen wollen würde, da die Oma sonst keinen Gesprächspartner hätte, da sie ja so gut wie niemanden kennt.
      Als mein Freund von dieser Aussage erfahren hat, war es bei ihm vorbei, er war sowas von enttäuscht und verletzt und hat ihr klar gemacht, dass er möchte, dass seine Mutter wegen ihm bzw. uns kommt und nicht um der Gesprächspartner für die Oma oder sonst jemanden zu sein.
      Ihre Aussage war, dass sie nicht um einen Stuhl betteln wird... .

      Mich nimmt das alles mega mit, das Verhalten meiner Schwiegermutter ist nicht normal, ich finde, dass jeder in dieser Situation ein wenig auf den anderen zu gehen muss, sie ist stur und beharrt auf ihrem Standpunkt - was in Ordnung ist, aber dort kann ich sie nicht abholen.
      Mein Freund sagt, dass sie mit der Situation selbst klar kommen muss, dass er sehr enttäuscht darüber ist und verletzt, er aber nicht weiter auf sie zugehen wird, wenn von ihr selbst nichts kommt und vor allem wenn sie uns so respektlos behandelt.

      Ja, das Verhalten ist respektlos, da gibt es nichts zu diskutieren, aber es ist unsere Hochzeit und die ihres Sohnes, da muss es doch eine Lösung geben.
      Ich überlege die ganze Zeit, ob ich es nicht einfach nochmal versuchen sollte, ihr zu schreiben, dass wir sie an diesem Tag gerne dabei hätten, dass sie ebenso ein Teil von Familie ist... .
      Ich bin so unentschlossen, denn sie hat mich wirklich mega doll verletzt in ihrem Tun und Sagen und ich bin ehrlich gesagt mit diesem Thema durch, ich würde nur gerne meinen Freund und sie wieder näher zusammen bringen, da ich merke, wie verletzt mein Freund ist und immerhin ist es seine Mutter... .

      Ich weiß, dass es nur was bringen würde, wenn ich ihr das komplette Recht zusprechen würde, sie von all ihrer Respektlosigkeit "befreien" würde und ihr sprichwörtlich "vor Freundlichkeit in den Po krieche"... .

      Wie seht ihr das?
      Würdet ihr alles versuchen um sie an diesem Tag dabei zu haben, oder würdet ihr es ihr überlassen jetzt einen Schritt zu machen und zu zeigen, dass ihr mehr daran liegt, als der Gesprächspartner für jemanden zu sein?

      • Nein, würde ich nicht.

        Vielleicht hat sie ja schon bei ihrer Absage damit gerechnet, dass ihr angekrochen kommt. Das ist nicht geschehen, also braucht sie eine Ausrede, um ihr Gesicht nicht zu verlieren, wenn sie doch an eurer Hochzeit teilnimmt. (ICH wollte ja nicht zu der Hochzeit, aber ich wollte Oma dort nicht allein lassen.)

        Wie verhält sich denn der Vater deines Freundes in dieser Situation?

      Guten Morgen,

      ich finde es echt super wie du mir der Situation umgehst. Du wirkst sehr ruhig und reflektiert. Für die persönlich ist es wohl eher zweitrangig ob sie zur Hochzeit kommt oder wie eng der Kontakt im Alltag ist aber du wünscht es dir von Herzen für deinen zukünftigen Mann und euren Sohn - find ich echt super!

      Ich kenn deine Schwiegereltern ja nicht, daher weiß man nie ob das klappt aber mir kam spontan folgende Idee:
      Geh nochmal zu ihr hin, vielleicht wäre es auch gut, wenn der Schwiegervater dabei ist. Je nach dem was sie für ein Typ ist ganz spontan oder vorher anrufen und bescheid geben. Sag ihr wie du die Sache für die empfindest... "Ich weiß xyz ist vorgefallen, du siehst es so und ich seh es so. Wir können da jetzt noch ewig drüber diskutieren, auf unsere Meinung beharren uns anschweigen und bockig aufeinander sein oder wir vergessen die ganze Sache und reden zumindest wieder normal miteinander (Guten Tag sagen etc.)! Aber egal was da vorgefallen ist, es hat absolut nichts damit zu tun, dass ich deinen/euren Sohn liebe und wir heiraten werden. Wir haben dieses Fest nun so lang geplant und wünschen uns einen schönen Tag im Kreise unserer Familien und Freunde und da gehört du/ihr auch dazu. Euer Sohn ist sehr, sehr enttäuscht und verletzt, dass du/ihr wegen so einer Lappalie (xyz) nicht kommen wollt. Er macht jetzt auch einen auf bockig, deswegen versuch ich das jetzt zu klären... denn, den Tag wird es nur einmal geben. Es gibt kein zurück mehr. Und ich möchte nicht, dass einer von euch irgendwann mal da sitzt und traurig darüber. Ihr müsste mir nicht jetzt sofort eine Antwort geben, denkt drüber nach und dann meldet IHR euch in den nächsten Tagen und gebt bescheid!"

      Je nachdem wie das Gespräch und die Hochzeit dann verläuft würde ich danach ggf. auch das Thema mit eurem Sohn ansprechen. Man muss ja nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen aber wenn er sich da mehr Kontakt wünscht und gerne mal von den beiden vom Kindergarten abgeholt werden möchte, kann man ja immerhin mal den Wunsch äußern. Vielleicht ja auch er selbst - wenn er das möchte! Vielleicht sind sie ja vom Typ er so, dass sie drauf warten und dieses Gefühl von "ich werde gebraucht" benötigen?

      Ich wünsch euch alles Gute und hoffe, dass ganze klärt sich schnell und natürlich einen wunderschönes, sonniges Hochzeitsfest!

    Sie schmollt und scheint extrem nachtragend zu sein.. Du kommst mir hingegen reflektiert und recht stark vor.
    Wenn du kannst, sei auch hier die Klügere, spring über deinen Schatten und schreib oder sag ihr, dass ihr natürlich mit ihr feiern wollt und ohne die Mutter des Bräutigams etwas fehlen würde. So ein emotionaler Moment wie eine Hochzeit kann vieles wieder einrenken.
    Sieh es (für dich) als eine Art „letzte Chance“. Dann hat sie ihr Gesicht gewahrt und ihr könnt nochmal von vorne anfangen. Für die Zukunft bist du gewarnt über ihre nachtragende Art, aber du hast dich grosszügig verhalten und deinem Partner und deinem Kind einen Weg gemeinsam mit Mutter und Oma offen gehalten.

    Danke für deinen Beitrag.
    Tatsächlich würde mir ohne sie nichts fehlen, zumindest wüsste ich nicht was.
    Mir geht es lediglich darum ihr "die Hand zu reichen" und ihr deutlich zu machen, dass es trotzdem eine Lösung gibt und sie trotzdem willkommen ist, dass ich ihr "nichts wegnehmen" möchte und auch wenn sie selbst keinen Lösungsansatz hat, wir gemeinsam einen Schritt gehen können.

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