Sohn zieht sich zurück, meine Schuld?

    • (1) 03.09.18 - 21:01

      Hallo, ich bin momentan mit meinen Kräften u Nerven ziemlich am Ende: ich habe zwei Jungs, 5 und 7. der 5 jährige ist ziemlich anstrengend und es wird nicht besser. Er provoziert entweder den ganzen Tag oder er meckert u weint ständig über jede Kleinigkeit bzw wenn es nicht nach seinem Kopf geht. Mittlerweile sind meine Nerven so strapaziert dass ich leider nur noch schreie. Und das nicht nur mit dem 5- jährigen sondern mit dem 7 jährigen auch.
      Jetzt ist mir aufgefallen, dass der 7-jährige sich immer mehr zurück zieht auch bei seinen Freunden. Wenn sie z.b. Auf dem Spielplatz mit ihm spielen wollen ist er lieber für sich. Er kommt mir auch gar nicht mehr selbstbewusst vor eher eingeschüchtert. Meint ihr es kommt davon dass daheim so viel geschrien wird?
      Was kann ich denn tun damit er wieder mehr aus sich raus kommt, dass er wieder stärker u offener wird?
      Wie schaffe ich es auch selbst wieder mehr Nerven zu bekommen. Auszeiten scheinen bei mir keine Besserung zu bringen.

      • guten Abend,
        wie wäre es denn mit einer Mutter Kind Kur?
        ihr scheint alle drei eine Auszeit dringend nötig zu haben.

        • An eine Kur habe ich schon auch gedacht aber ich habe wohl momentan nicht die Nerven/Kraft diese zu beantragen. Da müsste ich erstmal zum Hausarzt damit er bestätigt, dass ich diese nötig habe usw. Habe auch gehört, dass man eine Kur nicht so leicht bewilligt bekommt.
          Aber es ist momentan leider echt so, dass mir jede Zusatzarbeit zu viel ist u mich wahnsinnig anstrengt. Weiß selbst nicht was los ist, nur dass meine Kinder mir leid tun

          • Hast du niemanden, der dir die Kinder mal abnehmen kann, damit du zum Hausarzt gehen kannst um das zu regeln? Wenn du so erschöpft bist, schreibt er dich vielleicht direkt ein paar Tage krank, so dass du zumindest soweit zu Kräften kommst um alles zu regeln.

            Nichts tun ist leider keine Lösung. Das merkst du ja an deinen Kindern.

            Es gibt ansonsten auch Beratungsstellen, vielleicht rufst du da mal an?

          • Wenn Dir das Beantragen zu stressig ist dann ist echt höchste Eisenbahn!
            Wenn Du dem Hausarzt sagst was du hier geschrieben hast und ggf noch den Kinderarzt mit ins Boot holst, dann kriegst du sicher eine Kur bewilligt. Die bringt eine Auszeit, auch mit Kids, und man lernt für sich selber zu sorgen.

      (6) 03.09.18 - 22:06

      Ich habe mal angefangen das Buch zu lesen: Mama, was schreist du so laut.
      Hier ist beschrieben, dass dieses Schreien oft in der eigenen Kindheit begründet ist.
      Auch interessant ist der Film: Wege aus der Brüllfalle. Hier wird thematisiert in welcher Welt sich ein Kind oft befindet, wenn wir was wollen und warum es nicht reagiert.

      Was dein „Problem“ ist, weiß ich nicht. Ich bin auch mal genervt, gestresst, müde und per se leider sehr ungeduldig, aber ich schaffe es nicht zu schreien. Ich habe es gehasst, wenn meine Mutter rumgebrüllt hat.
      Ich glaube also nicht, dass eine Kur oder sowas hilft, sondern man muss in sich gehen und die Schreiauslöser finden.
      Und ja, manchmal gibt es bei uns eben Auszeiten. Wenn ich merke Sohnemann stresst mich durch sein Gemaule, Gestänker oder was weiß ich, dann darf er mal in sein Zimmer oder ich verlasse die Situation kurz.

    • (7) 03.09.18 - 22:41

      Hallo Susa,

      also Mutter-Kind -Kur ist ja schön und gut, jedoch muss du deinen Alltag ändern. Deinen Blick auf die Kinder. 2 von meinen Kindern sind so alt wie deine. Habe aber noch weitere Kinder. Ich rede aus meiner eigenen Erfahrung. Es ist immer sehr einfach die Kinder wegzugeben, um zu "Kräften" zu kommen. Und sicher ist das auch mal wichtig. Bindungen entstehen aber nur wenn man genügend Zeit dafür hat. Und zwar Qualitätszeit. Damit meine ich nicht das du stundenlang täglich was tolles mit deinen Kids machen sollst. Sondern es helfen schon Kleinigkeiten. Ich habe meinen Alltag sehr stark verändert. Was sich auch sehr stark auf die Kinder ausgewirkt hat.
      Es wird nicht einfach sein das zu ändern aber es lohnt sich.

      Ich versuche mir Zeit für kleine Dinge zu nehmen die die Beziehung zu einander stärken.
      Hier ein paar Beispiele:
      Am morgen nehme ich mir etwas Zeit, stehe dafür etwas eher auf, um meine Kinder einfach liebevoll zu wecken. Mit voller Aufmerksamkeit, frage ob sie denn gut geschlafen haben, usw....

      Gemeinsame Mahlzeiten mit schön gedeckten Tisch

      Gemeinsam kochen, hier ist Zeit zum Reden, Austauschen, Lachen, Lernen

      Gemeinsame Arbeiten im Garten, Haushalt, das macht Spaß und schweißt zusammen

      Spazieren gehen, ohne Handy, ect jetzt im Herbst im Wald, Naturmaterial sammeln

      und dann damit basteln.

      Am Abend Vorlese und Kuschelzeit mit Mama für jedes Kind

      Mache gern auch mal ein Fußbad am Abend mit Lavendelöl, das beruhigt und meine Kinder genießen es wenn ich Ihnen die Füße abtrockne.

      Generell wenn die Emotionen beim 5 Jährigen mal hochkochen eine Schüssel mit Wasser voll machen und einfach damit spielen lassen. Ein paar Korken rein, ein Boot, ein Becher ect, da kommt er runter.

      Nimm dir Zeit, wenn auch nur kurz, mal richtig zuzuhören.
      Du erfährst hier soviel über deine Kinder, was sie bewegt, ihnen Spaß macht.

      Ständiges meckern, provozieren, weinen bringt Aufmerksamkeit. Vielleicht braucht das dein 5 Jähriger. Gib sie ihm im Positiven. Versuch über ein paar Sachen hinweg zusehen und ruhig zu bleiben. Das hab ich bei meinem 5 Jährigen auch gemacht. Und nach einigen Tagen ist meiner zu einem zarten Lamm geworden ;-)

      Versuch zu überlegen was brauchen meine Kinder.
      Überlege wie du angesprochen werden möchtest. Tu das dann gleich bei deinen Kindern. Es erfordert viel Kraftaufwand, aber du musst eine positivere Umgebung schaffen.

      Habt doch einfach mal Spaß miteinander!

      Und ganz wichtig Hausaufgabe für dich: Überleg dir täglich was du heute mit den Kindern besonders toll fandest. Erinner dich daran wie sehr sie gewünscht sind!

      Bei mir war es oft so das es nur an Kleinigkeiten haperte. An 10%, bedeutet ja das 90% gut liefen, aber oft hab ich mich an den 10% aufgehangen.

      Gutes Gelingen

      lg rockisdead

      (11) 04.09.18 - 06:58

      Das hört sich sehr gut an was du geschrieben hast.
      Ich weiß, dass ich auf jeden Fall an mir arbeiten muss. Jeden Tag nehme ich mir vor heute bleibst du ruhig, heute schreist du nicht und dann passiert es doch wieder. Ich hasse es selbst und ich finde es selbst furchtbar, dass ich momentan am liebsten Ruhe von meinen Kindern habe. Wie kann das sein wo ich sie doch so liebe. Natürlich werden sie das auch spüren und sich das vermutlich auch nicht positiv auf ihr Verhalten auswirken. Ich finde es selbst furchtbar, dass unsere Tage nur mit Streit gefüllt sind

      • (12) 05.09.18 - 21:37

        Hallo Susa,

        also das du das merkst ist doch schon der erste Schritt. Ich habe einige Leute in meinem Umkreis die das nicht mal merken. Es ist ein langer Weg. Wir Erwachsene sind "Werdende" genau wie die Kinder.

        lg

(13) 03.09.18 - 22:48

Du Arme , fühl dich mal gedrückt .
Ich kenne das , meiner ist auch 5 und sowas von frech phasenweise. Ist es die Wackelzahnpubertät ? Manche sagen es gibt die nicht , ich bin überzeugt das meiner mitten drinsteckt.

Ich bin auch schonmal so eine Brüllette gewesen, hab stark an mir gearbeitet und den Kindern ihre Grenzen aufgezeigt. Ich war in vielen Dingen nicht konsequent genug und überfordert mit der Situation.
Ich bin zur Diakonie nach Krefeld gegangen, dort hat man mir super geholfen.

Änder dich für deine Jungs und wenn du es schaffst mal nicht zu schreien, sondern es anders zu lösen, merkst du anschließend wie stolz du auf dich selbst bist.
Das motiviert dich 👍🏼

Gute Nacht , Lg Viola

(14) 04.09.18 - 08:44

Hallo,

wir hatten im letzten halben Jahr eine ziemlich schwierige Situation mit dem Kleinen (8) (Schulprobleme plus allgemein schwieriges Verhalten).
Da kam die Große (11) automatisch zu kurz. Wir dachten, sie sei so groß und innerlich gefestigt, dass sie das mal aushalten kann, aber sie war irgendwann doch ganz schön deprimiert, dass sich alles nur noch um ihren Bruder drehte und hat dann zeitweise auch angefangen, uns mal zu zeigen, wie eklig sie werden kann... #schwitz

Sie meinte, dass sie das Gefühl hat, wir hätten den Kleinen lieber als sie, weil wir uns so viel um ihn kümmern und sie macht alles prima und keiner würdigt das.
Natürlich haben wir dann versucht, uns mehr um sie zu kümmern, aber richtig besser wurde es erst, als sich die Lage mit dem Kleinen besserte.

Ich denke, Du musst eine andere Form des Umgangs mit Eurem 5-jährigen finden. Der wird wahrscheinlich Vorschulkind sein und die sind häufig sehr ätzend drauf. Ich vermute, weil sie in einem Stadium zwischen Kindergarten- und Schulkind stecken. Bei uns waren in dem Alter beide Kinder Katastrophen. #schwitz
Beide haben sich übrigens wieder eingekriegt, als die Schule begann.
Falls Dein Sohn nicht schon immer so war, kann Du Dir zumindest sagen, dass es eine Phase ist. ;-)

Ich würde an Eurer Stelle mal probieren, mit dem Kleinen in einer ruhigen Minute zu reden, dass sein Verhalten für Euch sehr nervig ist, warum es nervig ist und dass er es bestimmt auch nicht gut findet, immer ausgeschimpft zu werden und ob er eine Idee hat, was er in bestimmten Situationen anders machen könnte oder was Ihr machen könntet, damit nicht dauernd alles eskaliert.
Häufig entzündet sich so etwas ja immer wieder an den gleichen Dingen, wie z.B. Medienkonsum oder dass Geschwister die Grenze des anderen verletzen usw.

Dann kannst Du auch mal überlegen, ob es nicht Sachen gibt, die Du bei Deinem Sohn lockerer sehen könntest.
Unser Sohn ist z.B. furchtbar verplant und trödelig. Es nutzt aber nichts, ihn deswegen ständig anzumotzen. (Mein Mann kriegt da immer die Krise.) Er macht das nicht, um uns zu ärgern. Da sagt man lieber ruhig Sachen dreimal. Dann geht es genauso schnell und ohne, dass alle nachher sauer sind.

Ich weiß nicht, ob Ihr es bei Eurem 5-jährigen schon mit Auszeiten probiert habt. Bei unserer Tochter war das in dem Alter die einzige Möglichkeit, manche Situationen zu entschärfen. Sie hat sich nur immer weiter rein gesteigert, wenn sie nicht alleine irgendwo runter kommen konnte.

LG

Heike

(15) 04.09.18 - 11:15

Schreien ist furchtbar... ein zart besaitetes Kind kann da einen Schaden davontragen. Wenn du schreist, bist du überfordert und weisst dir nicht anders zu helfen. Das kann keine Dauerlösung sein! Du solltest unbedingt Hilfe suchen, eine Erziehungsberatung oder Ähnliches?
Alles Gute

(16) 04.09.18 - 12:04

"Was kann ich denn tun damit er wieder mehr aus sich raus kommt, dass er wieder stärker u offener wird?
Wie schaffe ich es auch selbst wieder mehr Nerven zu bekommen. Auszeiten scheinen bei mir keine Besserung zu bringen. "

Die gesamte Situation angehen und beleuchten.

1. Ursache finden, was mit dem Kleinen los ist.
- organisches
- schlafmangel
- Probleme
- Entwicklung
- Folgen des elterlichen Verhaltens

2. entsprechend der Ursache gezielt Hilfe suchen

3. parallel dazu Erziehungsberatung oder ähnliches suchen. Das ändert zwar die Ursache nicht, kann aber Tipps geben, die VIELLEICHT helfen. Wenn sie nicht helfen, war es einen Versuch wert. Wenn sie helfen und es auch beim Kleinen wirkt, hat es schon geholfen

4. Einzelzeit mit dem Großen verbringen

5. Zeit für dich nehmen und Kraft tanken. Das, was DIR gut tut. Entspannungsübungen, Hobby oder anderes

6. Mutter-Kind-Kur
Wartezeiten sind lang, dort wäre aber die Möglichkeit für dich Zeit und Abstand von Alltagsproblemen zu haben und diese Probleme gezielter anzugehen

7. Für dich jemanden zum Reden suchen. Beratungsstelle, Erziehungsberatungsstelle, Psychologe oder anderes.
Je nachdem wie tief die Situation bei dir sitzt. Nervliche Folgen nur eine Folge der Situationen oder ist das Verhalten des Kindes Folge deines Verhaltens oder falls was war.
Mit jemandem Reden und sich austauschen können, Dampf ablassen können ist schon mal viel wert und der Anfang vom Hilfe suchen. Manchmal reicht das aus, manchmal braucht es in dem Punkt tiefere Hilfe. Das sieht man dann mit der Zeit und den ersten Gesprächen.

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