Sorgerecht zurück erkämpfen

    • (1) 21.11.18 - 23:03

      Hallo !
      Mein Exfreund hat das alleinige Sorgerecht von unsererm 10 Monate alten Sohn. Nun möchte ich so schnell wie möglich das Sorgerecht zurück... Wie stehen meine Chancen??

      ... Die Geschichte:
      Im September war ich für 3 Wochen im Krankenhaus um einen Drogenentzug zu machen. Habe ich auch geschafft!
      Nachdem ich vom KH nach Hause gekommen bin,habe ich mich von meinem Freund getrennt. Es war abgemacht,dass auch er mit den Drogen aufhört- hat er aber nicht ganz. Deswegen die Trennung!
      Hab den Kleinen geschnappt und bin mit ihm in eine kleine Übergangswohnung. Jedoch war ich total verwirrt.... Gerade vom Entzug gekommen, psychisch total durcheinander und extrem überfordert. Darum haben wir uns geeinigt,dass er das alleinige Sorgerecht bekommen soll.
      In dieser Zeit hatte ich leider einen Rückfall.
      Aktuell bin ich wieder im Substituionsprogramm,stabil- es geht mir sehr gut!
      Mein Psychologe hat bei mir ein entzugsbedingtes Delir attestiert,d.H. meine Entscheidungen bzw. Taten unmittelbar nach dem KH- Aufenthalt geschahen unbewusst.
      Als ich dann den Brief von Gericht öffnete mit dem Urteil,kam ich wieder zu mir. Zum ersten Mal konnte ich wieder weinen und generell etwas fühlen. Das konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht,obwohl ich eigentlich ein sehr sensibler Mensch bin.
      In den nächsten Wochen werde ich in eine anständige Wohnung ziehen und möchte,dass mein Kleiner wieder zu mir kommt.
      Die Situation bei ihm: er nimmt nach wie vor etwas( ist aber nicht im Programm), geht Vollzeit arbeiten- in dieser Zeit ist er Mal bei der Tante,Oma oder Freunden.Er hat seinen Führerschein abgeben müssen+Anzeige wegen Waffengesetz. Jedoch ein großes Haus und natürlich finanziell abgesichert.
      Er ist sich sicher,dass ich das Sorgerecht sicher nicht bekomme,weil ich im Substituionsprogramm bin.

      Ich möchte auf alle Fälle kämpfen,auch wenn's schmutzig wird.
      Kann ich am Jugendamt einen Drogentest bei ihm fordern? Oder würde der Kleine dann eher wo in Pflege kommen??
      Täusche ich mich wenn ich sage,dass ich die besseren Chancen habe?

      Bitte um Antworten!
      Danke😘

      • Ob fake oder nicht, meiner Ansicht nach sollte das kind bei meinem von euch beiden sein und ich denke dir ist selbst bewusst, warum.

        (3) 22.11.18 - 05:21

        Hallo Steffi,

        vorweg möchte ich Dir sagen, dass meine Mutter schwer drogenabhängig war, als ich zwischen 17 und 25 Jahre alt war. Ich habe noch zwei jüngere Geschwister. Das Sorgerecht für diese verblieb die ganze Zeit über bei meiner Mutter - obwohl die Drogensucht (Heroin, Kokain) beim Jugendamt bekannt war - soviel zum Beitrag meiner Vorrednerin. Du hast keine Ahnung.

        Meine Mutter hat es, entgegen aller Erwartungen, tatsächlich geschafft, aufzuhören. Sie ist heute ein sehr glücklicher und ausgeglichener Mensch. Bis sie allerdings dahin kam, vergingen einige Jahre, viele Therapien, Aufenthalte in Psychiatrien, Psychosen und Depressionen.

        Ohne Experte zu sein vermute ich, dass Dir momentan keiner das Sorgerecht für Deinen Sohn zusprechen wird. Vermutlich würde er - sollten sich die Vorwürfe Deinem Ex gegenüber bewahrheiten - eher in die Obhut des Jugendamtes kommen. Allerdings glaube ich nicht, dass jemand wirklich drogenabhängiges es über längere Zeit schafft, einen Vollzeitjob zu halten und auch die Finanzen in Ordnung zu halten - Drogensucht kostet verdammt viel Geld. Bist Du Dir denn sicher, dass Dein Exfreund abhängig ist?

        Nehm es mir nicht übel, ich finde toll, dass Du einen Entzug gemacht hast und aktuell drogenfrei zu sein scheinst. Aber bitte bringe erst mal Dein Leben in geordnete Bahnen und denke erst dann darüber nach, Deinen Sohn zu Dir zu holen, in Deinem eigenen Interesse. Ziehe erst in eine eigene Wohnung, suche dir erst mal einen Job und bring Dein Leben auf die Reihe. Und vorallem halte die Drogenfreiheit erst mal einige Zeit durch, um wirklich sicher zu gehen, nicht nochmal einen Rückfall zu erleiden - in Deinem eigenen Interesse, aber auch in dem Deines Sohnes. Es ist super gefährlich für ein so kleines Kind, allein mit jemand drogenabhängigen zu sein, das ist lebensgefährlich für ihn. Daher würde ich Dir auch raten, Deinen Verdacht, dass Dein Exfreund Drogen nimmt, beim Jugendamt zu melden - aber beantrage derzeit nicjt das alleinige Sorgerecht, sondern, dass er in die Obhut des Jugendamtes kommt. Das ist im Moment leider das Beste für Deinen kleinen Mann. Du hast dann Zeit, Dein Leben auf die Reihe zu bringen, drogenfrei zu bleiben und das Sorgerecht in zB einem Jahr zu beantragen. Lass in der Zeit bis dahin regelmäßig Screenings machen, damit Du Deine Abstinenz dann nachweisen kannst, und etwas in der Hand hast.

        Dein Sohn ist noch so jung, dass Du noch die Möglichkeit hast, ihn ganz normal großzuziehen. Ohne dass er sich irgendwann daran erinnern kann, dass Du drogenabhängig warst. Nutze Deine Chance. Ich wünsche Dir alles Gute, und dass Du es schaffst.

        Liebe Steffie,
        da kann dir keiner eine allgemeingültige Prognose abgeben.
        Der „Fehler“ war, das Sorgerecht abzugeben. Es wieder zubekommen ist sehr schwierig.

        Auch wenn du dich aktuell stabil führst, sein wir ehrlich, der nächste Einbruch steht vor der Tür.

        Ich weiß wovon ich spreche. Ich sehe es jeden Tag. Arbeite als Sozialpädagogin im stationären Drogenentzug.

        Zum einen: Substitution ist schön und gut, du bist und bleibst dadurch aber in der Szene und das weiß das Amt auch.

        Ich würde dir aus fachlicher Sicht DRINGEND zu einer STATIONÄREN Therapie raten.
        Nur mit dem (Teil?)-entzug den du gemacht hast, ist es nicht getan.
        Mittlerweile gibt es auch sehr viele substi-gestützte Einrichtungen. Je nachdem wo du wohnst, könnte ich dir bei der Suche behilflich sein. Ich kenne viele Adressen.
        Du brauchst jetzt einfach mehrere Monate Auszeit und therapeutische Betreuung.
        Das ist übrigens auch für die Verhandlungen mit dem Jugendamt eine gute Strategie.

        Was konsumiert denn der Kindsvater? Auch Opiate? Ist dem Jugendamt sein Suchtproblem bekannt?
        Wie sind die Ausmaße? Kann die Betreuung durch ihn und seine Familie gewährleistet werden? Hand aufs Herz und ohne verletzten Stolz!
        Wenn das gut klappt, würde ICH nicht daraufhin arbeiten, dass das Kind fremduntergebracht wird.
        Es wird immer alles so rosig beschrieben mit Pflegefamilien und Co. Fakt ist, es kommen oftmals gestörte Kinder wieder zurück.
        Ob es nun besser oder schlechter wäre wage ich nicht zu beurteilen, da ich die Umstände bei ihm zu Hause nicht kenne.

      • Hallo

        Ganz ehrlich? Keiner von euch sollte das Sorgerecht haben.Das Kind gehört in eine Pflegefamilie, ohne Drogen.
        Ihr müsst beide euer Leben und eure Sucht in den Griff bekommen. Das ist kein Umfeld für ein Kind. Bei keinem von euch.
        Wenn das alles stimmt solltet ihr euch zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung finden.

        Geh mal tief in dich und überlege, wo es deinem Kind WIRKLICH besser geht. September ist grade mal 2 Monate her, du hattest danach einen solchen Ausfall, dass du dem KV das komplette Sorgerecht überlassen hast. Werde erstmal stabil, konzentriere dich auf deinen Entzug, bekomm dein Leben auf die Reihe.
        Bevor du nun durchdrehst und dem KV das JA auf den Hals hetzt, solltest du gut überlegen, ob du deinem Sohn damit einen Gefallen tust. Es sind ja offenbar noch andere Familienmitglieder involviert und die werden wohl nicht auch alle Drogen nehmen.
        Er hat ja offenbar genug Verantwortungsbewusstsein, um einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen und die Betreuung seines Kindes sicher zu stellen.

      • Hallo,

        ich schätze, wenn Du jetzt aktiv wirst, hast Du schlechte Chancen, weil das Jugendamt Dich als instabil ansehen wird.

        Wenn die mitbekommen, was bei dem Vater abläuft, ist er das Kind auch los und der Junge kommt in eine Pflegefamilie oder ins Heim, und wenn es einmal so weit ist, kannst Du vermutlich vergessen, ihn jemals wieder zu bekommen.

        Den Kindern geht es in den Mühlen des Staates auch besch***. Die werden nicht selten ständig anderswo hin geschoben und die daraus resultierenden massiven Bindungsstörungen werden auf die Zeit bei den Eltern geschoben.

        Ich würde an Deiner Stelle mindestens ein halbes Jahr warten und dem Jugendamt zeigen, dass Du Dein Leben jetzt im Griff hast.
        Dann würde ich mir einen Anwalt nehmen und mit dem zusammen das Sorgerecht zurück fordern. Der wird Dich beraten, wie man das am besten angeht.

        LG

        Heike

        Nun, warum fängst du nicht mit dem ERSTEN Schritt an, statt schon Schritt TAUSEND zu planen?
        Warum lässt du nicht erstmal einen regelmäßigen Umgang festlegen, notfalls auch betreuter Umgang, bei dem du natürlich überpünktlich, hochinteressiert, stets gepflegt erscheinst und so langsam gewöhnst du dein Kind wieder an seine Mutter, selbstverständlich ohne ein böses Wort über den Vater zu sagen, denn was auch immer er ist - offenbar hat er es geschafft, auf euer gemeinsames Kind während deines Totalzusammenbruchs aufzupassen.
        Ob du es jemals zu deinem ersehnten Schritt Tausend, dem Sorgerecht schaffst, ist fraglich, denn dein Ex hat dich ganz klar in der Hand. Du willst es schmutzig? Klar, dein Ex verliert das Kind durch Drogentest, aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du es zum jetzigen Zeitpunkt bekommen würdest, oder? Ein Kind braucht Beständigkeit und die kannst du ihm gerade nicht bieten. Das musst du erstmal wieder beweisen. Vor 2 Monaten hast du dein Kind abgegeben. Dass dein Arzt dir bescheinigt, dass du da im Delirium warst, macht es nicht gerade besser. Egal wie man es dreht und wendet, was du getan hast, ist kindeswohlgefährdend. Die wirklich einzig sehr gute Tat, die die einer verantwortungsbewussten Sorgeberechtigten entspricht (von daher wäre ich vorsichtig mit dem Attest) ist die Abgabe der Personensorge, weil du nicht mehr in der Lage warst, dich um das Kind zu kümmern.

        Hallo,

        vorweg finde ich es super, dass du einen Entzug gemacht hast und in Therapie bist.

        Aber ganz ehrlich, ich halte dich für noch nicht stabil genug um das Sorgerecht für dein Kind wieder zu bekommen. Der Entzug war erst im September, du wurdest rückfällig und du bist derzeit in Therapie. Richtig fände ich, die Therapie erst komplett abzuschließen und dir eine sichere Existenz für dich und dein Kind aufzubauen. Sprich Arbeit und Wohnung. Ich denke, das Jugendamt wird das ähnlich sehen. Da der Vater des Kindes ebenfalls abhängig ist, scheint das Kind auch da nicht gut aufgehoben zu sein. In dem Fall wäre eine Pflegefamilie hier das Beste. Ich denke aber, dass zunächst geprüft wird in wie weit das Kind beim Vater gefährdet ist. Ist er wirklich extrem abhängig, betreut er sein Kind unter Drogen etc. Ein Drogentest wird da nicht viel bringen. Raucht er abends auf der Party einen Joint oder nimmt irgendwas anderes und das Kind wird in der Zeit von der Oma betreut, ist zwar der Drogentest positiv, das Kind aber nicht in Gefahr. Dein Ex geht einer geregelten Arbeit nach, hat ein Haus und ist finanziell abgesichert, es gibt Betreuungsmöglichkeiten durch Großeltern und Tante. Ich denke, es wird im momentanen Stadium schwer für dich werden das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Geh mal in dich, wo wäre dein Kind derzeit besser aufgehoben? Bei dir, mitten in der Therapie, gerade erst von den Drogen runter und ohne stabile Existenzgrundlage oder bei deinem Ex in stabilem und gewohnten Umfeld?

        LG
        Michaela

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