Ist das Hass oder doch etwas anderes?

    • (1) 04.01.19 - 18:12
      Hilf-undratlos

      Ich hasse meine Schwiegermutter. Ich kann mich nicht dazu zwingen sie zu mögen. Egal wie, das klappt einfach nicht. Das ärgert und belasstet mich sehr.

      Warum ich sie so hasse: sie spricht viel mit Sarkasmus, sie ist rassistisch, hinterlistig, sehr aufdringlich, gibt ihre Fehler nie zu (ausser das hat was mit Technik zu tuen), schickt ihren Mann durch die Gegend, läßt ihn alles machen), beschimpft ihre Enkelin (meine Stieftochter, sie lebt bei ihrer Mama, weit weg von uns aber in der Nähe von der Schwiegereltern), denkt nur ans Geld (versucht an alleem etwas zu "gewinnen") schnüffelt an fremden Sachen rum usw. Ich könnte noch so viel schreiben..

      Einige Eigenschaften sind vielleicht Kleinigkeiten, aber diese machen es mir nicht leichter. Es reicht, wenn mein Mann mit ihr telefoniert, da bekomme ich Herzrasen. Ich gehe extra in ein anderes Zimmer um sie nicht zu hören. Sie hat eine seehr dominante Stimme und ist eine dominante Frau. Mir wird es immer schlecht (psychisch). Mehrere Monate vor Weihnachten bekomme ich Vorweihnachtsdepression (?), wenn ich weiss, dass wir zu den Schwiegereltern fahren. Sie leben sehr weit weg, die Entfernung macht es aber nicht leichter.

      Dieser Hass fing in der Mitte meiner Schwangerschaft an und besteht immer noch. Ich bete zum Gott mir zu helfen diesen Hass, die Wut unter Kontrolle zu halten oder gar weg zu bekommen. Früher war es doch besser. Mittlerweile nehme ich alle Sachen viel intensiver wahr. Das ist doch aber nicht normal. Mir wird erst jetzt klar wie unfähr sie meiner Stieftochter gegenüber ist.

      Wie bekomme ich es weg/hin? Mich belastet die ganze Situation sehr. Wie schon geschrieben, ich fange an zu zittern wenn ich von ihr höre, bekomme Herzrasen und will einfach weg rennen.

      Wo wir über Weihnachten bei ihnen waren, wollte meine Tochter zu ihr am wenigsten (Emotionale Übertragung Mutter - Kind? - das kann man sich aussuchen, die kleine ist 8 Monate). Das alles hört sich vielleicht schlimmer an als es tatsächlich ist. Was ist das?

      Ich habe mir vorgenommen bei Caritas anzurufen um an mir zu arbeiten. Diese Situation ist schrecklich...

      • Hallo,

        ich kann dich sehr gut verstehen, da es mir mit meinen Eltern so geht.
        Ich bekomme regelmäßig Panikattacken, wenn ich an sie denke, träume häufig... das hat seht viel mit der Vergangenheit zu tun.

        Ich war tatsächlich bei der Caritas und die Beraterin dort konnte mir weiterhelfen, bis die Therapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten begann.

        Die Idee dorthin zu gehen, finde ich gut. Durch diese Reaktionen deinerseits kannst du auf Dauer krank werden, zB schlimme Depressionen bekommen. Du solltest die richtige Ursache dafür finden, warum deine SM das in dir auslöst.

        Wie ist das Verhältnis deines Mannes zu seiner Mutter?

        Liebe Grüße

        • (3) 04.01.19 - 19:05

          Vielen Dank für dein Verständnis und dass DU dich mit einer ähnlichen Situation gemeldet hast.

          Er versteht mich und findet seine Mutter anstrengend, zog deshalb bald von ihr weg. Doch liebt er sie.
          Er gab mir gestern einen tollen Tip bezüglich seiner Mutter: ich solle darüber stehen, egal was sie macht und wenn mir irgendwas nicht passt, solle ich es ihr gleich sagen, egal ob sie sauer wird oder nicht. Er kennt sie und sagt, dass sie Grenzen braucht.

          Viele Grüße

      Hallo Du,

      ich kann mir vorstellen, dass das eine extrem belastende Situation für dich ist und kann dir nur raten, dir wirklich Hilfe zu holen.

      Caritas ist schon mal super. Du solltest auf jeden Fall mit jemandem darüber reden, auch mit deinem Mann. Weiß er, dass deine Gefühle so stark sind?

      Gibt es irgendwas Kleines, was dir an deiner Schwiegermutter gut gefällt/gefallen hat? Hat sie sich vielleicht wirklich verändert? Im Alter kommen ja einige Eigenschaften mehr und mehr zu Tage.

      Ich wünsche dir, dass du bald einen Termin zur Beratung bekommst und dir jemand helfen kann. Wenn es ganz schlimm wird, könnte dein Mann sich vorstellen, dass du den Kontakt zu ihr abbrichst? Also Weihnachten nicht bei ihr oder Besuche nur getrennt?

      Ich wünsche dir alles Gute!

      Li

      • (5) 04.01.19 - 19:59
        Hilf-undratlos

        Danke schön.
        Es gibt auch positive Sachen. Es ändert sich an ihr nichts. Ich will sie auch nicht ändern, ich möchte meine Einstellung ihr gegenüber ändern.

        Vielen Dank für dein Verständnis

    Hallo, eine Beratungsstelle kann dir sicherlich weiterhelfen.
    Manchmal haben bestimmte Dinge auch viel mehr mit einem selbst zu tun, als mit der anderen Person. Wie ist das Verhältnis zwischen dir und deiner eigenen Mutter?

    • (7) 04.01.19 - 21:22

      Unser Verhältnis ist gut. Sie lässt mich machen und ist froh wenn ich glücklich bin. Doch ich vermisse sehr selten meine Familie (komme aus dem Ausland, auch Geschwister und Eltern leben da), hänge nicht an meiner Mama trotz, dass wir uns lieb haben. Ich habe noch nie die Bindung zu Mama gespürt (wenn man es so sagen kann)

      VG

Ich kann meine SM auch nicht wirklich ab, da sie sehr dominant und übergriffig ist und versuche auch einen Weg zu finden, damit umzugehen.

Es ist doch super, dass Du mit der Caritas beginnen willst. Ich denke, dort kann man dir vl schon Tipps geben.
Ich denke auch, dass man das Problem angehen muss bevor daraus Depressionen entstehen.

Ich wünsche dir alles Gute!

(10) 04.01.19 - 21:46

Was hat Deine Schwiegermutter zu dieser kalten Frau gemacht? Was hat sie in ihrem Leben erfahren, dass sie so sein muss?
Eine glückliche, mit sich zufriedene Frau kann sie nicht sein- sonst würde sie sich nicht so verhalten, wie Du es beschreibst.

Dein Mann hat Recht: wenn sie sich wieder unmöglich verhält, dann antworte ihr! Zeige ihr unbedingt ihre Grenzen- und zwar direkt in der Situation.
Falls Du stutzig bist und Nichts sagen kannst, dann sage ihr: " Deine Reaktion ist mir unverständlich. Ich bin ehrlich gesagt gerade geschockt".
Aber lasse Dinge, die Du als ungerecht und gemein empfindest niemals so stehen, um Dich im Nachhinein darüber zu ärgern.
Denn Ärger und Wut zerfressen Dich.

Kurzgesagt: Sei froh, dass Du nicht so sein musst, wie Deine Schwiegermutter- sie kann Dir nur leid tun, wenn man sich so verhalten muss.
Wenn sie gemein zu Dir wird, dann wehre Dich!

Alles Gute#klee

Für mich wäre der Kontakt damit erledigt

Deine SM scheint schon narzisstische Züge zu haben. Selbst wenn ständig Grenzen gesetzt werden ist es unheimlich schwierig, dauerhaft Kontakt zu narzisstischen Müttern/ SM zu halten, ohne selbst daran kaputt zu gehen. Im Internet gibt es sehr viele Infos zu dem Thema. Meine SM ist leider auch so.

Das soll jetzt nicht so rüber kommen als wollt ich dich konvertieren/missionieren. Aber mir hat es viel geholfen mich 2013 intensiv mit Buddhismus zu beschäftigen. Hab bestimmt 4 oder 5 Bücher dazu gelesen. Was mehr damit zu tun hat, deren Denkweise in den Alltag zu bringen.

Ich bin weiterhin Atheist... aber ich brauchte auch etwas um mich und meine Einstellung zu überdenken. Denn man kann nicht erwarten das sich andere ändern und alte Bäume verpflanzt eh keiner. Mir hat es vor allem geholfen, zu reflektieren, ob es mich nachdem ich mich über etwas aufgeregt habe, selbst besser ging. Und nein! Man schaukelt sich hoch und das belastet einen viel stärker. Denn einen Menschen der wie deine Schwiegermutter sowas von niemals zu dir passen wird, kannst du nicht ändern. Aber was du ändern kannst, deine Einstellung und Sichtweise damit klar zu kommen.

Natürlich konnte ich nicht immer das anwenden. Wir sind alles nur Menschen und ich bin kein buddhist. Aber es gibt da viele sehr wertvolle Tipps für den Alltag und wenn es nur dazu dient, kein Magengeschwür zu entwickeln.

Meiden kannst du sie nur eingeschränkt, sie gehört zu deinem Mann... töten kannst auch nicht jeden der dein Puls in den Himmel treibt. ;-) ich bin froh, das ich mich schon beschäftigt hab, bevor ich meine Schwiegermutter kennenlernen durfte. Eine an und für sich großartige und herzliche Frau und liebevolle (arg zur ängstlichkeit neigenden) Oma für unsere Kinder. Aber allein ihre Grundhektik und das impulsive, übergriffige und dominant bevormundende. Ich bin ehrlich... sowohl meine Mutter als auch beste Freundin haben mich schon gefragt, wie ich das ertrage/aushalte ohne aggressiv zu werden. Und immer gelingt mir das auch nicht. Aber es wird besser. Letztens wurd ich ausm nichts zb abgepumpt. Sie hat mit junior im Kinderzimmer gespielt, mein Mann war raus eine rauchen und ich am pc um den Elterngeldantrag fürs 2. Kind anzufangen (nicht um zu spielen oder chatten)... auf einmal steht sie knurrend im Flur "Ich will vielleicht auch mal eine rauchen... jetzt ist er raus und du hockst vorm pc"... hab mich nicht anstecken lassen und sachlich gemeint "Du hast doch einen Mund! Reden kann helfen, ich kann das nicht riechen und ich Spiel hier nix sonder füll Anträge aus." Schwupp ist sie zurück gerudert... hätte ich genauso hitzig reagiert und zurückgepampt, wäre es nur zum Streit gekommen. Mir ging es besser so damit umzugehen. Ein Streit hätte mich wieder mehrere Tage tierisch aufgeregt.

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