Würdet ihr Unterhalt für Kind vom Partner zahlen?

    • (1) 10.01.19 - 19:33

      Mit Interesse habe ich einen Nachbarthread gelesen, wo es eigentlich darum ging, ob die TE einen Vater Kind Urlaub finanzieren soll.

      Viel kontroverser wurde aber das Thema Unterhalt diskutiert, den die TE temporär für den Partner übernimmt.
      Ich selbst bin in einer ähnlichen, wenn auch deutlich weniger extremen Situation.
      Aber ich fand es so krass, wieviele sich nach dem Motto „Du bist zu nichts verpflichtet, das Kind ist doch piepegal, soll der Vater zusehen..“ geäussert haben.

      Nach dem, was ich rausgelesen habe entspricht der Unterhalt, den sie ihm derzeit schenkt, etwa 0,5-1,5% ihres Nettomonatseinkommens.
      Kann sich ja jetzt jeder ausrechnen, was das bei ihm ausmachen würde.
      Sehen das wirklich so viele so hart?

      Ich würde (und tue es auch gelegentlich) auch zahlen , solange ich deshalb auf nichts verzichten müsste.
      Wer würde noch zahlen?

      • Ich habe den Thread auch gelesen. Ich fand die Antworten auch ziemlich empathielos.

        Aber bist du dir mit den Zahlen sicher? Selbst wenn sie nur 150€ zahlen und das 1,5% des Nettogehalts betragen würde, müsste das heißen, dass sie 10.000 € monatlich verdient. Und das ist quasi die Minimalrechnung. Dann sind das für sie tatsächlich nur Peanuts. Nicht dass es die Geste schmälern würde, aber das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

        • Richtig

          Ich meine ja nur. Normalerweise zahlt man ja mehr Unterhalt und wenn es eher Richtung 0,5% des Einkommens tendiert, sind wir ja bei 50.000€ monatlich. Erschien mir halt tendenziell eher unwahrscheinlich...

          • Es mag nicht alltäglich sein, und 50.000 verdien ich jetzt z.b. nicht mal im Jahr. Aber wenn sie z.b. in einem großen Konzern mit hoher Position arbeitet sind da je nach Branche schon gewaltige Beträge drin die man verdienen KANN! Von Selbständigen mal ganz zu schweigen. Also möglich ist alles.

            Und wenn es heißt mittleres 5 stelliges Einkommen, Mitte wäre jetzt mal bei mir irgendwas zwischen 30.000 und 70.000 Euro.

            Und selbst wenns 10.000 Euro sind, was eher unteres 5 stelliges Einkommen bedeutet in meiner Welt - sind 150 Euro Peanuts.

            Ich würde es immer dann machen, wenn ich sicher gehen kann, das es wirklich nur zur Überbrückung dient und selbst dadurch keine spürbaren Einschränkungen hätte. Die man bei diesen Verhältnissen ganz klar nicht hat!

            • (10) 12.01.19 - 11:00

              Ich habe erst jetzt gesehen, dass es in diesem Thread ja auch quasi um meinen geht. Ich bin die TE vom Nachbarthread.
              Ich hätte niemals vermutet, dass das Thema Unterhalt so heftig und polarisierend diskutiert wird.
              Und ja, mit Deiner Einschätzung des Nettoeinkommens liegst du relativ mittig in Deiner oben gezeigten Bandbreite. Es gibt eben auch Frauen, die das schaffen. Ich arbeite in der Geschäftsleitung eines mittelgrossen, aktiennotierten Konzerns.
              Vielleicht hilft das, die Relation einzuordnen.
              Mein Mann baut derzeit ein hochskalierbares Unternehmen im Fintech Bereich auf.
              Da entnimmt er gar kein Geld, es wird alles reinvestiert. Ich schätze in 2-3 Monaten wird sich das Thema Unterstützung bezüglich Unterhalt ohnehin erledigt haben.
              Putzig fand ich ja fast solche Forderungen wie, er solle doch am Wochenende einen 400€ Job annehmen. Dafür wäre ich ehrlich gesagt selber zu egoistisch. Ich arbeite 60-70Stunden pro Woche und er derzeit auch. Da mache ich mir doch nicht die kostbare gemeinsame Zeit am Wochenende kaputt.
              Aber ich war auch berührt von so vielen wohlgemeinten, ermutigenden Meinungen und konstruktiven Vorschlägen.

    (11) 10.01.19 - 19:44

    Der Unterhalt misst sich am Einkommen. Ist dieses gering, zahlt er wenig. Gibt es kein Einkommen, zahlt er auch nichts. Für das Kind bedeutet es finanziell keinen Unterschied, ob das Geld vom Vater, vom Staat oder Mr. X kommt.
    Dadurch, DASS ich Vollzeit arbeite, zahle ich bereits in den Allgemeinheits-Staatstopf ein, u.a. für Unterhaltsvorschüsse anderer. Da muss ich nicht noch EXTRA zahlen. Von daher: Nein! Ist auch nicht nötig, solange der Vater dem Staat gegenüber ehrlich Auskunft über seine Finanzen gibt. Grüsse

    • Aber genau darum ging es im Thread.

      Der Vater hat momentan keine Einküfte. Zahlt er nicht, muss der Staat dran. Das Kind würde aber dann deutlich weniger bekommen.

      Also übernimmt sie für ein Jahr den Unterhalt, damit das Kind keine Nachteile hat. Eine sehr edle Geste.

      LG

Hallo.
Ich hatte diesen Thread auch verfolgt und war über manche Aussagen etwas geschockt.
Mein Mann hat auch 2 Kinder aus vorangegangener Ehe.
Ich verdiene etwas mehr als er. Sein Sohn lebte damals bei uns, die Tochter bei der Mutter, deswegen war die Frage nach Unterhalt nicht gegeben. Aber ich habe quasi den Unterhalt in Naturalien an den Sohn 'gezahlt ' , war quasi für Essen und Klamotten zuständig. Mein Mann hatte die Miete weiter gezahlt. Nebenkosten wurden aufgeteilt, je nachdem wer gerade das Geld hatte.
Also ich würde schon den Unterhalt bezahlen, wenn sich alle einig sind und man sich dadurch nicht ausgenutzt fühlt. Es ist doch egal wie man es untereinander aufteilt, wer was bezahlt. Und wenn der eine Partner eben gerade nichts hat, übernimmt man für ihn mit, bis er wieder auf den Beinen steht. Für mich selbstverständlich...

(14) 10.01.19 - 19:53

Mal ein Eis ausgeben, bummeln gehen, ein Sweatshirt sponsorn oder mit dem Kind und dessen besten Freund Eislaufen gehen, klar. Aber jeden Monat verbindlich mehrere Hundert € überweisen. Nein, ganz sicher nicht! Das hat auch nichts mit "Entlastung des Partners" zutun. Ich zahle eine hohe Summe Steuern, damit ist mein Beitrag bereits bezahlt.

  • Ich finde nur das Rechenbeispiel interessant. Nimm mal die Relation, bei 3000€ Monatseinkommen wäre der Unterhalt dann quasi für Dich 30€. (Bei 1%)
    Würdest du da echt so denken?

Hallo,

bei einem langjährigen Partner würde ich das machen, wenn ich es mit finanziell leisten könnte.

Lg

Unterhalt zahlt ein Partner mit einem weit höheren Einkommen doch sowieso indirekt mit. Urlaubsreisen (wurde ja schon genannt), Einkäufe des täglichen Bedarfs, Klamotten beim Shopping, größere Anschaffungen. Bei uns ist das jedenfalls so, deutlich wurde das jetzt beim anstehenden Skifreizeitaufenthalt der Schule. Da zahlen mein Ex, mein Partner und ich im Endeffekt wohl jeder 1/3 am Gesamtpreis.

Ich wüsste also nicht, aus welchem Grund ich das nicht tun sollte, wenn es umgekehrt wäre.

Ich habe auch was dazu geschrieben im anderen Chat... und habe dazu gesagt das ich schon was geben würde aber auch nur wenn ich deshalb nicht zurückstecken müsste, spricht das Geld müsste einfach nicht woanders fehlen! Ich hab selbst ne Bonustochter und habe immer viel für sie gekauft weil leider ihre Mutter keinerlei Interesse daran hat das die kleine Winterschuhe hat, vernünftige Kleidung oder Schulsachen hat. Und das zusätzlich zum Unterhalt den mein Mann gezahlt hat, weil der Unterhalt leider nicht für die Tochter benutzt wurde. Die Kleine war auch jedes Wochenende bei uns. Also schon oft wird ich sagen...Und ich bin auch der Meinung das jedes Kind zwei Elternteile hat und auch der andere Part dazu verpflichtet ist für den Unterhalt zu sorgen. Oder etwa nicht.

Ich habe indirekt den Unterhalt mit bezahlt und das war auch meine Idee!

Nachdem er sich mit der Mutter auf 150 Euro mehr Unterhalt geeinigt hatte, habe ich meinen monatlichen Betrag an ihn angepasst (100 Euro mehr).

Mich hat das auch irritiert. In einer langjährigen Partnerschaft gibt und nimmt man doch gegenseitig. Sie hat ja anscheinend ein Hammereinkommen, wo sie sich um 200 Euro keine Gedanken machen muss. Dann würde ich es auch machen

Einerseits hat der Beitrag dazu eingeladen, "emotional" zu werden. Es wurden halt viele Klischees bedient (Frau zahlt für den Partner Lebenshaltungskosten, Kindesunterhalt, Urlaub,... Und wird dafür vom "Stiefkind" ausgegrenzt). Das führt schon mal zu heftigeren Antworten.

Andererseits ist es einfach sich dagegen auszusprechen für das hypothetische Kind des hypothetischen Partners zu zahlen. Wenn eine gefestigte Partnerschaft besteht, der Partner sich nach Absprache selbstständig macht - ok. Oder wenn's unverschuldet finanziell gerade knapp ist - ok. Ein paar Einladungen oder Geschenke für's Kind - ok. Aber nicht regelmäßig. Immerhin hat das Kind ja 2 Eltern.

Allerdings würde ich mir auch keinen Mann mit Kind als Partner nehmen.

(22) 10.01.19 - 20:47

Wenn man in einer Partnerschaft gemeinsam überlegt, dass einer den Schritt in die Selbständigkeit wagt und der andere dafür eine Weile lang für einen Großteil der (gemeinsamen) Kosten aufkommen muss, gehört dazu meiner Meinung nach auch der Unterhalt. Und für die, die das gern auf den Staat abwälzen würden: Schon alleine deshalb, weil den Unterhaltspflichtigen eine Erwerbsobliegenheit trifft. Die Unterhaltsansprüche werden durch das verminderte Einkommen höchstwahrscheinlich gar nicht abgesenkt. Es würden sich da also Schulden bei meinem Partner anhäufen. Und ob ich jetzt einen Teil der Miete oder einen Teil des Unterhalts übernehmen würde, wäre mir persönlich herzlich egal.
Und selbst wenn nicht, ich fände es einfach richtig und wichtig auch diese Verpflichtung zu erfüllen.
Und wenn man selbst genug hat, ist es eben auch einfach nur Geld.

Für einen gewissen Zeitraum würde ich auch zahlen, wenn ich genug verdiene und mein Partner nicht nur "zu faul" ist.

Ist doch letztlich nicht wirklich anders, als wenn ein Partner mit einer Frau mit Kind zusammenlebt und diese nicht mal mehr Unterhaltsvorschuss bekommt. Heute ist es glaube ich anders, aber früher war es noch so, dass ab 12 Jahren generell kein Unterhaltsvorschuss gezahlt wurde. Und wenn dann von der anderen "Seite" nichts kam, weshalb auch immer, zahlte doch der Partner unterm Strich auch mit, so kannte ich es jedenfalls.

Ich war damals auch sehr dankbar, dass wir halbe/halbe gemacht hatten und nicht alles aufgerechnet wurde, obwohl mein großes Kind nicht denselben Vater hatte wie mein kleineres und ich für den Großen zwar Kindergeld aber keinen Unterhalt mehr bekam. Aufrechnerei gab es nicht, jeder zahlte mal den Einkauf, Urlaub und andere größere Ausgaben wurden geteilt usw. Sicher, es war kein klar umrissener Betrag wie bei der TE, aber trotzdem Geld, dass mein Partner hätte "für sich" behalten können.

(24) 10.01.19 - 20:53

Zu einer Partnerschaft gehört für mich dazu, dass man einander unterstützt.
Da zählt dann für mich in bestimmten Situationen auch rein, dass ich den Partner beim Unterhalt unterstütze.
Ausnutzen lassen würde ich mich in der Hinsicht nicht, aber wenn ich merke, dass es bei meinem Partner gerade knapp ist (z. B. durch eine Selbstständigkeit wie im Nachbarthread, oder weil irgendwo anders unerwartet sehr hohe Ausgaben entstanden sind, etc.), dann helfe ich gerne aus.
Aus meiner jetzigen, völlig unbetroffenen Perspektive sage ich, dass ich das nicht zu einer Dauereinrichtung machen würde, sondern nur, wenn ein Ende abzusehen ist (klar, dass sich das "Ende" bei einer Selbstständigkeit etwas länger hinzieht, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine). Der Unterhalt bemisst sich ja am Einkommen des Partners.

Aber wenn ich eine ernstzunehmende Partnerschaft führe, dann ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass man einander in diesen existenziellen Dingen (es ist ein Kind, das versorgt werden soll, kein Luxusurlaub, o. Ä.) unterstützt, auch wenn man offiziell nicht dazu verpflichtet ist.

Außerdem sollte das Kind meines Partners mir ja auch etwas bedeuten.

Ich bin gerade beruhigt, dass ich nicht als Alien darstehe.

Ich finde es nämlich auch selbstverständlich für eine absehbare Zeit, wenn es nicht um Faulheit geht, sondern um Aufbau und es keine persönlichen Einbussen bedeutet, völlig okay und eigentlich normal zu unterstützen.

Wobei ich schon betonen muss, dass ich persönlich nicht zurückstecken würde. So etwas funktioniert nur im Überfluss.

Fand es aber sympathisch, dass die TE da nicht drauf rumgeritten ist, sondern es als selbstverständlich einfach gemacht hat.

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