Mein Bild vs. Das Bild meines Bruders vom vater(lang)

    • (1) 21.02.19 - 00:25

      Hallo, ich hoffe ich bin hier richtig... Zuerst zu meiner Person: ich bin Anfang 30, mutter eines kleinkind es, habe eine ältere Schwester und einen 10 Jahre jüngeren Bruder, unser Vater starb, als ich 17 war.
      Also... Wie fange ich nur an?! Also, auf einer Geburtstagsfeier ist mir wieder mal eine Narbe am Knöchel meines Bruders aufgefallen, die er nur hat, weil ich mit 14 Jahren leichtsinnig war. Ich habe mich zum x-ten mal dafür entschuldigt, obwohl er schon lange nichts mehr davon hören will... Für mich hat diese Narbe einfach einen höheren Stellenwert, als für ihn. Für ihn ist es nur eine Narbe... Für mich ist es aber eine Erinnerung an den Tag, an dem ich mein urvertrauen in meine Eltern (vor allem meinen Vater) und Menschen im allg. gänzlich verlor...
      Denn damals, vor nun fast 20 Jahren hat nach meinem empfinden meine "schlechte Kindheit" ihren Höhepunkt bekommen. Am Abend eben dieses Unfalls ist in mir etwas zerbrochen. Nämlich in dem Moment, als mein vater für alle hörbar durchs ganze haus brüllte: "wenn das nicht rückstandslos verheilt, schlag ich dich zum Krüppel!"
      Ich bekomme noch heute gänsehaut, wenn ich nur dran denke. Es war so... erbarmungslos ehrlich. Ich wusste, er macht ernst. Anders als alles bisher dagewesene. Ich habe oft Ärger zuhause gehabt, bekam einen "arschvoll" nach dem anderen, wurde geschubst und geschüttelt, bedroht und beleidigt. Nie so, dass irgendwas zu sehen gewesen wäre... "Was sollen denn die Leute denken?!" meine toleranzgrenze war also sehr hoch, aber an diesem Tag wurde sie entgültig überschritten. Mit diesem einen Satz... Ich fing an mich zu verändern. Langsam aber stetig verlor ich meinen Frohsinn und mein Selbstbewusstsein. Zum Glück traf ich noch im selben Sommer meinen jetzigen Ehemann. Ein Jahr später zog ich zu ihm. (zu spät, mein altes ich ist unwiederbringlich verloren) Der Kontakt zu meinem Vater brach beinahe komplett ab. Es war gut so!
      Weitere 2 Jahre später starb er nach in Folge einer aggressiven Krebserkrankung.
      Und da beginnt mein Zwiespalt. Mein Bruder war sehr jung, als unser Vater starb. Er hat ein beinahe heroischen Bild von ihm (meine Mutter und Großeltern übrigens auch) . Für meinen Bruder ist das sicher gut so. Keine Frage, ich liebe ihn und möchte, dass es ihm gut geht... Aber wann immer über unseren Vater gesprochen wird, ist es für mich wie ein schlechter Scherz. Ich würde am liebsten schreien "nein, er war kein guter Mensch! Er hat mich zerstört! Und ihr alle habt es zugelassen!" aber das tue ich nicht. Ich tue das nicht, um meinen Bruder, dieses wundervolle sensible Wesen, zu schützen.
      Mittlerweile frage ich mich aber häufiger, ob das richtig ist? Irgendwie sollte er doch wenigstens mal einen kleinen Einblick in die untiefen der familiären Geschichte bekommen. Es kann doch nicht richtig sein, ihm das zu verschweigen.?!andererseits, was soll das bringen? Nehme ich ihm was weg, wenn ich das strahlende Bild, was er von unserem Vater hat, zerstöre?
      Das beschäftigt mich im Moment einfach sehrund ich komme zu keinem Ergebnis... Vielleicht könnt ihr mir mal eure Meinung, Erfahrung, eindrücke mitteilen?

      Danke fürs lesen!

      • (2) 21.02.19 - 00:53

        Das klingt schlimm für Dich und Du hast sicher viel unter Deinem Vater gelitten. Bei uns haben wir gerade eine ganz ähnliche Situation: Meine Schwester ist von Hass und negativen Gefühlen meinem Vater gegenüber geradezu zerfressen und kann überhaupt nicht verstehen, warum ich ihn öfter unterstütze (Mutter ist Pflegefall) und warum ich ihn nicht auch abgrundtief verabscheue.

        Das liegt daran, dass ich eine ganz andere Beziehung zu ihm habe als sie. Sie kann es nicht nachvollziehen, es ist auch schwierig zu erklären. Der Knackpunkt ist wahrscheinlich, dass er sich mir wohl mehr verbunden fühlt und netter zu mir war - allerdings habe ich mir seinen Respekt auch verschafft, wenn es nötig war.

        Meine Schwester sieht sich in der ewigen Opferrolle, was sicher teils berechtigt ist, aber andererseits auch nicht ihr ganzes Leben lang als Ausrede dienen kann, ihr Leben mal selbst in die Hand zu nehmen. Wir sind beide Mitte Dreißig...

        Sie scheint tief getroffen von seiner Ablehnung, die sie aber auch selbst provoziert. Es ist ein Teufelskreis mit den beiden... ich habe damit aber nicht viel zu tun, denn meine Beziehung zu unserem Vater ist viel entspannter, auch wenn ich oft genervt von ihm bin.
        Ich mache ihn aber nicht für meinen weiteren Werdegang verantwortlich.

        Meine Schwester will auch, das ich immer auf ihrer Seite stehe - ich kann das aber nicht, da ich sie ihm gegenüber oft ungerecht finde. Sie fühlt sich aber schon immer unangemessen beachtet von ihm und im Stich gelassen. Vielleicht ist sie auch ein Mensch, der mehr Aufmerksamkeit braucht als ich, und die hat er ihr (warum auch immer) nicht geben können oder wollen.

        So ähnlich verhält es sich wahrscheinlich mit Dir und Deiner Familie. Du hast Deinen Vater offensichtlich anders erlebt als sie, für Dich war es durch ihn eine schlimme Kindheit.
        Dein Bruder hat ihn anders in Erinnerung.

        Ich weiss nicht, was es Dir bringen könnte, deinem Bruder das Bild an seinen Vater zu ändern- ich denke, das kannst Du nicht. Wenn es Dir so sehr am Herzen liegt und Du Dir irgendwie Gerechtigkeit davon erhoffst, bin ich mir nicht sicher, ob das nicht nach hinten losgeht. Im schlimmsten Fall glaubt er Dir nicht und beschuldigt Dich, das Andenken des Vaters zu beschmutzen.

        Ich denke, Du solltest völlig unabhängig von Deiner Familie Dein Trauma mit Deinem Vater in einer Therapie aufarbeiten, sonst wirst Du Dich einLeben lang davon verfolgt fühlen und ihn für Dinge verantwortlich machen, die Du heute selbst beeinflussen kannst.

        Alles Gute!

        • Das ist ja mein Dilemma, ich möchte ihm ja nicht meine Meinung uberstülpen, ganz und gar nicht! Mein Vater hat seinen Sohn ja sehr geliebt, das kann ich nicht weg reden oder bestreiten. Und es freut mich ja auch, dass mein Bruder diese Liebe erfahren hat, ebenso wie meine Schwester! Ehrlich!
          Aber irgendwann wird ihm auffallen, dass ich nichts zum Gespräch beitrage, wenn es um unseren Vater geht... Soll ich dann lügen? Oder ein unklares "über tote sagt man nichts schlechtes" in den Raum werfen? Wird es nicht enttäuschende, je länger ich das mitspielen? Bin ich es ihm nicht schuldig, ihm einen kleinen Blick auf mein Bild zu gewähren?

          Zu deiner erfahrung: Natürlich habe ich mich auch schon gefragt, ob es einfach eine sache der Perspektive ist. Ich bin ein sehr reflektierter Mensch und hinterfragen vieles. Natürlich ist mir bewusst, dass ich als freigeist, meinen herrischen Vater in besonderem Maß gefordert habe, keine Frage. Aber nichts rechtfertigt sein Verhalten und das lasse ich mir auch nicht (mehr) einreden! Zumal ja teile der Familie bestätigen, dass es da ein erhebliches Ungleichgewicht gab!
          Meine Schwester zb hat mir schon mehrfach gesagt, dass mein Vater mir gegenüber unfair war, das hat sie schon damals so empfunden, hat aus Angst aber geschwiegen-was ich absolut verstehe! Sie sieht bei sich eine gewisse Mitschuld, was mir leid tut, denn sie kann ja nun gar nix dafür!
          Auch meine Mutter hat, wenn auch zähneknirschend, eingeräumt, dass da einiges schief gelaufen ist. Aber sie dachte, es wäre für mich nicht so schlimm...
          Das es "nur" an mir liegt, kann ich also nicht gelten lassen...

          Aber, dein Hinweis ist sehr gut und spielt sicher eine Rolle... Es ist eben in der Natur des Menschen, dass jeder Dinge anders fühlt und wahrnimmt. Doch das macht gewisse Dinge nicht weniger schlimm...

          Eine Therapie habe ich schon hinter mir. Nur deswegen, kann ich überhaupt über das alles nachdenken...

          • (4) 21.02.19 - 19:45

            Hey, ich hatte es irgendwie falsch verstanden, dass Du noch gar nicht mit Deinem Bruder über Deine wahren Gefühle gesprochen hast? Dann solltest Du das wirklich einmal tun, auch auf die Gefahr hin, dass er mit Unverständnis reagiert. Ich dachte, zumindest wisse er einigermaßen über die Dinge Bescheid, die damals abgelaufen sind.
            Ich habe oft (sehr oft und ausdauernd) mit meiner Schwester über alles Geschehene gesprochen und verstehe ihren Schmerz durchaus, auch wenn es mir nicht so geht wie ihr.
            Trotzdem verstehe ich auch meinen Vater, ich stehe irgendwie zwischen den Stühlen und versuche mittlerweile, mich größtenteils rauszuhalten.
            Das müssen die beiden mit sich ausmachen, auch wenn ich ungewollt andauernd mit reingezogen und verglichen werde.

            Wenn es Dir so wichtig ist, sprich mal in Ruhe mit Deinem Bruder, aber dann lass es gut sein. Versuch zu verzeihen, nach vorne zu schauen und abzuschließen! Dein Leben jetzt liegt ganz in Deiner Hand, Dein herrischer Vater existiert nur mehr in Deinem Kopf. Lass ihn verblassen und neue, schöne Erlebnisse den alten Platz füllen :)

        Vielleicht würde es der TE schon helfen, wenn sie wüsste, dass ihre Familie zumindest offen sagt, dass die Handlungen des Vaters gegen sie NICHT OK waren.

        Egal, wer nur Opfer, Täter, Schuldiger ist... Die TE war damals ein Kind, ihr Vater hat seine Tochter (aus welchen Gründen auch immer) schlecht behandelt. Dass zumindest könnte die Familie zur Kenntnis nehmen.

    (6) 21.02.19 - 02:09

    Mit einem Wort, Traumatherapie.

    Ich glaube nicht, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Konfrontation ein Sinnvolles Ergebnis bringt. Weder mit den damaligen Mittätern durch Unterlassung, noch mit deinem Bruder. Dazu bedarf es ein wenig Selbstbewusstsein und ein dickeres Fell um die Reaktionen verarbeiten zu können. Aber ein guter Traumatherapeut kann dich dafür genügend stabilisieren, ein bißchen etwas mit dir aufarbeiten, damit es dir besser geht und dir bei einer Konfrontation mit deiner Familie bei diesem Thema helfen. Auch damit es für deinen Bruder kein Drama wird.

    • Eine Therapie habe ich bereits gemacht und dadurch eine gewisse innere Stabilität gewonnen, die es mir ja schon erlaubt hat, mit meiner Mutter zu reden. Das war nicht besonders erfolgreich, aber immerhin hat sie Fehler eingeräumt, das war schon sehr hilfreich. Meine Schwester war ohnehin immer ein Ansprechpartner weswegen ich, im Gegensatz zu vielen anderen, immer jemanden zum Reden hatte.
      In der Therapie ging das dann natürlich sehr viel tiefer. Es war zeitweise wirklich hart, aber mein Mann hat mir dadurch geholfen. Heute kann ich zu mir stehen und weiß, dass ich gut bin, so wie ich eben bin. Und niemand hat das Recht mir das Gegenteil einreden zu wollen.
      Auch die Eigenschaften, denen mein früherer Frohsinn gewichen ist, gehören nun zu mir und daran ist nichts schlimmes. Ich trauere dem alten ich nicht mehr nach, lasse es aber als meine Vergangenheit in meinem Bewusstsein. Alles in allem ist es nun also so, dass ich im allgemeinen gut mit der Vergangenheit lebe. (Klar, schwache Momente gibt es und die erlaube ich mir ganz bewusst). Aber dann kommen eben die Geburtstage oder was weiß ich, und ich sitze da und schweige... Das ist nicht meine Art... Das ist (im Moment) das einzige, was mir Kopfzerbrechen bereitet... Ich weiß nicht mal, warum mir das so wichtig ist....
      Ich weiß ja, daß meine Beziehung zum Vater nichts mit der meines Bruders zu ihm zu tun hat, aber irgendwas bereitet mir da Unbehagen. Dieses Schweigen fühlt sich falsch an.

      • (8) 21.02.19 - 02:59

        Das du schon eine Therapie hattest ist gut. Und auch dass du soweit gekommen bist. Klang im ersten Post für mich sehr akut und "aktuell", deswegen habe ich auf eine Traumatherapie verwiesen. Jetzt klingt es schon viel ruhiger und reflektierter. Könnte es einfach sein, dass der Trigger, also die Narbe noch nicht "entschärft" ist und es dich deswegen heute so ins Trauma gerissen hat? Oder es ein blödes Triggerndes "Zusammenspiel" von mehreren Dingen gegeben haben?

        Und was die Konfrontation mit den anderen angeht. Wie wäre es mit einem Gespräch, mit deinem Bruder beim Mediator? Oder du könntest auch, wenn das Thema Vater aufkommt sagen, dass du ihn anders erlebt hast, dass dich das Thema verletzt und dann darum bitten, dass sie nur ohne dich über ihn reden? Wäre dass eine Lösung für dich?

        • Ja, ich denke, die Narbe ist ein trigger, den ich bisher nicht als solchen wahrgenommen habe. Das muss ich in ein paar Tagen noch mal in Ruhe wirken lassen und dann schauen, ob ich da meine üblichen Strategien einsetzen kann.
          Ja, der erste Post ist mir ein bisschen entglitten... Das sehe ich jetzt im Nachhinein auch. Ich war wohl doch zu aufgewühlt...

          Ich denke ich werde mal mit meiner Mutter reden (sie ist meist Gesprächsführerin im familiären Kreis) fragen, wie wir da eine Lösung finden können. Denn, auch wenn sie meine Probleme oft gar nicht versteht, versucht sie zumindest sie ernst zu nehmen, seit ich ihr gesagt habe, das da für mich durchaus Probleme sind. Das erleichtert mir das verzeihen sehr, weil das wirklich eine überaus gute Eigenschaft ist! Mit meinen Großeltern wird mir das zwar nicht weiterhelfen, aber meine Mutter einzuweihen wird sicher schon mal helfen. Meine Schwester wird mich sicher unterstützen!

          Aber es ist wirklich schwierig. Da glaubt man, man hätte dieses Buch beendet und ins Regal gestellt, da fällt einem auf, dass man eine Passage nur überflogen hat. Naja, die werde ich mir dann jetzt nochmal vornehmen müssen...

          • (10) 21.02.19 - 04:19

            Ich drück dir die Daumen, dass deine sonstige Strategien auch diesmal wirken und helfen.

            Das mit deiner Mutter klingt zwar schwierig, aber doch auch eigentlich ganz gut. Hoffentlich bringt es dass gewünschte Ergebnis.

            Bei den Großeltern, würde da die "hängende Schallplatte" helfen, sobald sie mit dem Thema Vater anfangen?

            Und ja ich weiß es ist schwierig. Aber Kopf hoch, du musst diesmal nicht von vorne beginnen. Und falls es doch nicht leichter wird, oder deine Strategien nicht helfen. Einen einzelnen Trigger kriegt man sehr gut mit Emdr in den Griff. Das wären dann nur ein paar wenige Stunden Therapie. Und nur wenig tiefe und Wühlarbeit.

            Magst du versuchen noch ein bisschen zu schlafen, oder geht das nicht wegen Nachtschicht, oder weil der Wecker zu bald klingelt?

Vlt. bist du einfach ein überempfindlich Mensch. Ich bin auch 30. Ich weiß, dass meine Familie mich über alles liebt, aber wenn jemand mir auch so etwas gesagt hätte, wäre es mir Wurst wie Käse. Wenn Menschen sich ärgern, sagen sie manchmal Sachen, die doof sind. Ich habe z.B. zu meinem Mann, damals noch Freund im Streit mal gesagt:" Ich hoffe, du wirst von Auto erfasst oder dir fällt ein Blumentopf auf den Kopf" , da war er richtig verdutzt und meinte, ich wünschte ihm den Tod, für mich war es aber nur ein Kraftausdruck, mehr nicht. Einmal, als meine Schwägerin zu Besuch war und es nicht aufgeräumt war, mein Mann aber auch keinen Finger krumm gemacht hat, hab ich auch gesagt:" Warum hast du nicht aufgeräumt bevor sie kam, ich hasse euch echt beide". Dann stand sie auf, hat geweint, ist dann gegangen und meinte, nie hätte jemand so etwas Böses zu ihr gesagt. Aber es war auch nur ein Kraftausdruck und ich liebe meine Schwägerin von ganzem Herzen. Es gibt einfach Menschen, für die Worte nicht so eine riesige Bedeutung haben, wie Taten. Bei uns war es normal in der Familie z.B. im Streit zu sagen:" Wenn du ... machst, dann brauchst du nicht mehr Heim zu kommen" oder " Ich schlag dich grün und blau"," besser wärst du nicht geboren", usw...trotzdem wurde nie die Hand erhoben. Das waren nie mehr, als Kraftausdrücke im Streit, für die man sich dannach entschuldigt hat. Niemals habe ich und hätte ich wegen so etwas nur ansatzweise die bedingungslose Liebe meiner Eltern/Großeltern angezweifelt. Ich weiß, dass jeder von ihnen ihr letztes Hemd für mich geben wird und mich immer bis zum letzten Atemzug unterstützt. Ja, ich komme aus einer anderen Kultur, wo man da vlt. impulsiver ist mit dem was man sagt.

  • Nun, es war eben kein daher gesagte kraftausdruck. Sowas war und ist bei uns ganz und gar nicht üblich und daher durchaus etwas, was Bedeutung hat... Zudem sind zu oft Taten gefolgt, als das man soetwas als haltlosen Satz in rage abtun könnte. Ich wurde schon vorher häufig von ihm bedroht und konnte sehr wohl unterscheiden, was ernst gemeint war und was nicht. Diese Äußerung war ernst gemeint!
    Entschuldigungen? Sorry, kenne ich erst von meinem Mann. Mein Vater hätte sich dazu nie und nimmer herabgelassen!

    Wenn solche Aussagen bei euch üblich sind finde ich das tatsächlich befremdlich. In Hinblick darauf glaube ich nicht, dass ich "überempfindlich" bin, sondern eher ihr sehr unsensibel... Aber da wären wir wieder bei der Frage der Perspektive ;-)
    Ich fände es jedenfalls nicht schön wenn zb dein Kind meinem Kind derartiges sagt, weil in meiner welt eben Worte sehr wohl Bedeutung haben! Vielleicht mal drüber nachdenken, nicht böse gemeint!

    • Dann bist du wohl ein sehr ausgeglichener Mensch. Wenn meine Tochter z.B. mit 15 ankäme und sagen wir mal schwanger wäre, würden bei mir alle Sicherungen durchbrennen. Ich würde ich sicherlich, wenn sie mal in der Pubertät ist und einen Freund hat sagen, sie kann dann in der Goss leben, wenn sie schwanger wird... Aber es ist nichts was ich umsetzen würde. Ich würde mein Kind immer unterstützen und auch wenn sie mit 13 schwanger werden würde, alles dafür tun, dass sie studiert und auf nichts in ihrer Jugend verzichten muss. Auch wenn es dann heißt, dass ich ein paar Jahre Zuhause auf das Baby aufpassen müsste. Oft sagen Menschen genau dann schlimme Dinge, wenn einem der andere nicht egal ist. Warum soll ich z.B. irgendjemandem fremden sagen, dass er ein A.... ist, was geht es mich an. Es betrifft mich nicht. Wenn ich aber meinem Manni im Streit sage,ä:" was bist du eig. für ein A..." Sage ich es in dem Moment aus Überfluss an Gefühlen, die ich nicht kontrollieren kann. Natürlich wird dannach die Situation beredet und die Lösung gefunden... Irgendwie so...

      • (14) 21.02.19 - 13:55

        Oh je... und du hast keinen Drang, diesen Ausbruch an verbalen Grausamkeiten gegenüber deinen Geliebten Menschen irgendwie einzudämmen?

        Mein Mann benutzt auch Kraftausdrücke, sehr oft und auch sehr schlimm (z.B. gegenüber den Fernsehnachrichten oder einem anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber, der ihn nicht hören kann vom Auto aus. Aber niemals, niemals würde er diese in meiner Gegenwart gegen mich persölich richten. Das ist so verletztend. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man zu seinem Kind dagen kann "Es soll in der Gosse leben"

        Ich denke auch manchmal innerlich " DU Arschloch" aber ich sage es nicht zu meinem Mann. a shat was mit Selbstkontrolle zu tun. Das kann man üben.

        • (15) 21.02.19 - 15:17

          So mache ich das auch. Hab meine Kinder schon dermaßen übel beschimpft, dass mir jeder das JA auf den Hals gehetzt hätte. Wenn es das den laut getan hätte, denn so was spielt sich ausschließlich in meinem Kopf ab.
          Ich möchte gar nicht wissen, wie es bei einem Streit in der Familie der Vorschreiberin abgeht. #schock

      Mein Gott, Du findest das wirklich gut, welche Umgangsformen Ihr miteinander pflegt, oder? Wie sollen Dich Deine Mitmenschen ernst nehmen, wenn nichts hinter Deinen Worten steht? Ich hoffe, Deine Kinder sind nicht sonderlich sensibel und nehmen sich solche Äußerungen nicht zu Herzen.

      • Ich habe noch nie ein böses Wort meinen Kind gegenüber gesagt, geschweige denn jemals die Stimme gegen es erhoben. Meine Tochter ist 2,7 wie kann man da etwas böses sagen????

(19) 21.02.19 - 06:14

Finde es auch nicht normal derartiges als kraftausdruck zu benutzen 🙄

Ich hatte in der 3. und 4. Klasse einen Lehrer. Wenn wir den so richtig auf die Palme brachten, brüllte er, dass er aus uns allen Grießbrei macht, uns durch den Fleischwolf dreht und damals bekam der eine oder andere böse Bube auch den Hosenboden straff gezogen. Ich selber wurde auch mehrfach von ihm an den kurzen Haaren hochgezogen, bis es "biezelte".
Aber, wehe es wurde etwas in der Schule kaputtgemacht und der Hausmeister stand wütend da.....da schmiss ihn genau dieser Lehrer lautstark raus mit einem: "meine Kinderla machet sowas net".:-D Die Empfehlungen, die wir für die weiterführenden Schulen bekamen, waren traumhaft. Wir waren alle pure Engel #schein
Ich hab übrigens meinen Kindern auch mehrfach angedroht, sie an die Wand zu tackern ;-) Aber so große Tacker gibt's ja nicht.
Also die schwäbische Kultur ist auch manchmal sehr rauh aber herzlich.
LG Moni

Ein Vater traumatisiert massiv sein Kind und du nennst es überempfindlich?
Was ist, bitte, bei dir schiefgelaufen?

(24) 21.02.19 - 15:16

Für mich wären solche Umgangsformen ein absolutes No-Go. Auch verbale Kommunikation kann verletzend sein und wie du gesehen hast, hat deine Schwägerin dies auch verletzt.
Kulturkreis hin oder her. Selbst das gesprochene Wort hat Macht.

(25) 21.02.19 - 06:21

Hallo stormywormy,

Das was du schilderst hört sich wirklich schlimm an. Auch dass es dich nach so vielen Jahren immer noch so hart trifft.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Geschwister ihre Eltern immer unterschiedlich wahrnehmen.
Auch krass unterschiedlich und auch, wenn sie nur wenig unterschiedlich alt sind.

Vielleicht könnte es dir helfen, zu akzeptieren, dass dein Bruder euren Vater anders wahr genommen hat und sich anders erinnert. Mit Sicherheit hätte er eine andere Erinnerung an ihn, wenn der Vater länger gelebt hätte.

Du kannst die Vergangenheit nicht ändern und wenn du nicht akzeptieren kannst. Dass dein Bruder diese andere Wahrnehmung hat klärst du nicht das Verhältnis zum Vater sondern gefährdet die Beziehung zum bei der.

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