Weit weg ziehen mit Kindern, hat das jemand gemacht?

    • (1) 22.04.19 - 17:36

      Hallo. Ich hoffe hier ein paar Erfahrungsberichte zu bekommen, denn wir stehen gerade vor einer sehr schweren Entscheidung. Wir würden gerne mit den Kindern von Vorarlberg nach Südburgenland oder in die Steiermark (Umgebung Fürstenfeld) ziehen. Die Kinder sind 4 und 6, die große wird im Herbst eingeschult. Es ist auch nicht so dass dieser Wunsch aus dem Nichts kommt. Wir fahren fast in jedem Urlaub dort hin, meine Mama wohnt dort, und es fällt uns jedes mal schwerer wieder zu gehen. Dann kommt noch hinzu, wir hätten gerne ein drittes Kind, was wir uns hier aber absolut nicht leisten können. Wir suchen seit 2,5 Jahren eine größere Wohnung und finden nichts leisbares, obwohl wir beide arbeiten (ich schon wieder seit 2 Jahren 30 stunden/woche). Wenn es nach mir geht wäre ich schon lange weg, was mich davon abhält sind die Kinder. Mein Mann ist nicht ihr leiblicher Vater, und zu diesem haben sie regen Kontakt, und auch zu seinen Eltern. Allerdings wäre ich auch froh wenn der etwas weniger wäre, da meine Kinder dort nur verzogen werden und meine Ansichten scheinbar keinen Interessieren. Ich bin hier aber auf ihre Hilfe angewiesen, da ich sonst meinen Job nicht ausüben kann. Die Kinder sind auch sehr gerne dort und das ist der Punkt der mich so quält. Ich will ihnen nichts weg nehmen, andererseits will ich ihnen auch etwas bieten können, und nicht ewig in einer kleinen Mietwohnung bleiben müssen. Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihnen, was so einfach nicht machbar ist (Alimente bekomm ich auch nicht regelmäßig, so dass ich mich auf das Geld verlassen könnte). Ich würde so gerne ohne Zukunftsängste leben können. Aber können die Kinder einen Umzug an fast das andere Ende vom Land verkraften? Ich bin am verzweifeln mit dieser Entscheidung :-(

      • Huhu
        Aus ähnlichen Gründen ziehen wir bald 700km weit weg. Meine Kinder sind 4, 2 Jahre und Baby kommt im Juni. Mein Mann hat dort ein super Stellenangebot und wir bekommen dort eine Wohnung die wir uns hier niemals leisten könnten. Klar, der Anfang wird anstrengend. Vorallem kennen wir dort keinen. Da seid ihr im Vorteil.
        Ich denke wenn für euch alles passt, ihr dort Arbeit findet, warum nicht?

        • Warum nicht? Weil die Kinder an ihrem Papa hängen und sie ihn dann wochen- oder vermutlich monatelang nicht sehen würden!

          Liebe TE,
          wahrscheinlich würdest du gerne lesen, das du da auf dich schauen musst usw. Ich sehe das in dem Fall anderst, sorry. Auch wenn du vom Vater deiner Kinder getrennt bist, ist er immer noch der Papa und deine Kids brauchen ihn. Und das seine Familie sie "verzieht" ist auch kein Argument. Das wäre doch auch so, wenn ihr euch nicht getrennt hättet. Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, schon gar nicht wenn ich wüsste das meine Kinder an ihm und der Familie hängen. Es ist ja kein Katzensprung sondern ans andere Ende des Landes 😬.
          Ich komme übrigens auch aus dem Ländle und kenne die Immobilienpreise nur zu gut 🙈

          • Naja das mit dem Kindsvater ist schon etwas "verzwickter". Sie lieben ihn und sind gerne bei ihm, aber ich bin mir nicht sicher ob es an IHM liegt oder daran dass sie dort alles bekommen und machen können was sie wollen. Beispiel: er erzählt mir er hat kein Geld für die Alimente, müsse selber schauen wie er die Miete usw bezahlt, 2 wochen später hat er ihnen Spielsachen im Wert von fast 500 Euro gekauft, während ich schauen musste wie ich über die Runden komme... Und dir Kinder haben ihn natürlich gefeiert. Außerdem ist er Alkoholiker und ich deswegen sowieso froh wenn sie nicht allzu viel kontakt haben. Ich habe den Kontakt aber nie unterbunden, da ich die Hoffnung hatte, dass sie selber merken wie er ist, was aber bis jetzt nicht passiert ist. Ich bin immer die blöde, wenn ich ihnen nichts bieten kann und erklären muss warum wir uns dies und jenes nicht leisten können, obwohl ich so viel arbeite, während sie dort dann alles bekommen. Immer stecken wir zurück, und dann kann ich mir anhören dass ich egoistisch bin wenn ich einmal meinem Herzen folgen möchte (ich meine jetzt nicht hier sondern im allgemeinen). Also nein, es geht definitiv nicht um ihn, sondern darum ob es den Kinder im Endeffekt auch etwas bringen würde oder nicht. So jetzt bin ich etwas abgeschweift, aber vielleicht könnt ihr jetzt etwas besser verstehen, warum die Gefühle vom Kindsvater hier nicht an erster stelle stehen. Und ich würde sowieso versuchen den Kontakt so oft es geht trotzdem zu ermöglichen.

            • Du hast im Eröffnungsbeitrag geschrieben, dass du auf die Betreuungsunterstützung der Familie angewiesen bist. Wenn das alles so schlecht ist, warum verbringen den deine Kinder so viel Zeit dort. Da würde man doch alles andere in Anspruch nehmen und den Kontakt auf ein Minimales halten. Irgendwie macht das für mich gerade alles keinen Sinn und wirkt auf mich, als ob du "Go-Argumente" sammelst, um dein Gewissen zu beruhigen.
              Das der Kindsvater scheinbar die A...lochtour fährt und dir unrecht tut, ist sehr ärgerlich und bedarf wohl dringend mal einer Klärung durch die KiJuHilfe (die führen teils gute Vermittlungsgespräche und Unterstützen wenns zu gerichtlichen Einklage kommt) aber für deine Kinder ist er der Papa den sie lieben.

              • Mit seinen Eltern komme ich gut klar. Ich habe mittlerweile mehr Kontakt zu ihnen als er selber. Sie schütteln bei ihm auch nur noch den Kopf... Ich bin auf sie angewiesen, da mein Arbeitszeiten oft über die Betreuungszeiten in KiGa hinaus gehen und mein Mann auch erst später nach Hause kommt. Aber glücklich sind wir nicht mit der Situation. Wer möchte schon immer auf den Job angewiesen sein und damit leben dass man die Kinder dafür abgeben muss, ob man will oder nicht, damit man über die Runden kommt? Und bei der BH war ich schon wegen der Alimente, aber solange er nicht über einen längeren zeitraum gar nichts mehr zahlt gilt er als Zahlungswillig und sie schreiten nicht ein.

                • Eine Scheiss Situation, keine Frage. Aber du hast deine Entscheidung doch eh schon getroffen. Meine Meinung dazu hab ich jetzt eh schon mehrfach verkündet. Er ist der Papa und Oma und Opa scheinen auch wichtige Bezugspersonen zu sein. Dennoch wünsche ich dir alles gute und das es so läuft wie du es dir vorstellst.

                  • Ich und mein Mann haben die Entscheidung schon lange getroffen. Das einzige was ums hindert sind die Kinder. Die Kleine würde sofort mit gehen, die sieht meinen Mann auch mehr als Bezugsperson als ihren Vater. Sie war noch sehe klein als wir zusammen gekommen sind. Aber die große sagte erst sie will, und dann doch nicht. Wenn ich sie frage warum, sagt sie "beim Papa darf ich immer mit dem Handy spielen und bei dir nicht". Da weiß ich natürlich auch nicht wie ernst ich das Argument nehmen kann, und ob das wirklich der einzige Grund ist (was nochmal traurig wäre)

                    • (9) 22.04.19 - 22:37

                      "Aber die große sagte erst sie will, und dann doch nicht. Wenn ich sie frage warum, sagt sie "beim Papa darf ich immer mit dem Handy spielen und bei dir nicht"."

                      Hallo,

                      #sorry, aber in solch' weitreichende Belange sollte man Kinder in dem Alter definitiv nicht mit einbeziehen!

                      Vor allem in Eurer Situation sind Deine Mädels damit völlig überfordert- eine Entscheidung FÜR Euren Wegzug ist ja gleichzeitig quasi die GEGEN den Papa und die Großeltern.

                      Trefft die Entscheidung für Euch auf Erwachsenen-Ebene und führt keine Diskussionen darüber mit den Kindern!

                      Viele Grüße,

                      Kathrin

            (10) 22.04.19 - 20:35

            Wenn er das Geld anscheinend doch hat, aber nicht für Unterhalt: hast du mal beim Jugendamt wegen Beistandschaft nachgefragt?

            Dann müsste er seine Einkünfte offen legen und zahlen.

            Alternativ könntest du auch Unterhaltsvorschuss beantragen. Das ist nicht viel, springt aber dann ein, wenn ein Kindsvater (alternativ die Kindsmutter bei umgedrehter Wohnsituation) nicht zahlen kann.

            Will er nur nicht, ist das Amt schnell hinterher. Bevor sie den Unterhaltsvorschuss zahlen, prüfen sie schon genau, ob nicht doch er selbst zahlen kann. Kann er nicht, springen sie ein. Kann er doch, machen sie ihm Beine, dass er in die Pötte kommt.

            • (11) 22.04.19 - 20:37

              Danke, aber bei sowas ist er ganz fix. Das letzte mal als das Gericht bei ihm was eintreiben wollte, ist er einfach in die Schweiz abgedampft.

      Wie kommen die Kinder damit zurecht? Oder haben sie es noch gar richtig nicht realisiert? Die kleinen werden wahrscheinlich eh weniger ein Problem damit haben

      • Die 2 jährige versteht es noch nicht. Die Große freut sich. Sie kennt den Ort und versteht auch das wir Oma etc dann nicht mehr so oft sehen. Ja klar, es wird bestimmt anfangs auch schwierig aber wir wissen was wir im Endeffekt davon haben

(14) 22.04.19 - 18:51

Wir sind als Kinder mehrmals weiter weg umgezogen, auch kurz vor meiner Einschulung, bevor ich sechs wurde. In dem Alter ist das unproblematisch, ich würde es auf jeden Fall jetzt machen! Dann können sie sich direkt im neuen Umfeld Schule/Kita eingewöhnen. Kinder sind da generell oft schneller integriert als ihre Eltern 😉

(15) 22.04.19 - 18:52

Wahrscheinlich wird Dir die Entscheidung abgenommen, denn wenn der Kindsvater Sorgerecht hat, kannst Du mii den Kindern nicht so einfach weg ziehen.

(16) 22.04.19 - 19:06

Hallo,

ich würde es machen, wenn es für euch alle passt. Mein Vater war sehr viel beruflich im Ausland unterwegs und wir sind immer mit ihm gezogen. Als ich dann in die Schule kam, blieben wir in unserer Heimatstadt. Ich hatte nie Probleme gehabt Anschluss zu finden, ob wohl ich die Sprachen nicht gesprochen habe.

(17) 22.04.19 - 19:29

Soviel Egoismus macht mich fast sprachlos.

Wäre ich der Vater der Kinder, würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Umzug zu verbieten.

Wenn es dir so wichtig ist, zieh ohne deine Kinder um und lass sie beim Vater und bei seiner Familie, zu der sie scheinbar eine gute Bindung haben.

  • (18) 22.04.19 - 19:39

    Wenn er nicht Alkoholiker wäre, der sein eigenes Leben nicht mal im Griff hat und sich besser um die Kinder kümmern würde und regelmäßig zahlen anstatt das geld für irgendwelches zeug raus zu hauen dass eh keiner braucht, würde ich gar nicht in diesem dilemma stecken. Auserdem sind die Kinder auch etwas hin und her gerissen, denn dort haben sie die andere Oma und Opa, die sie genauso vermissen wenn wir hier sind. Es ist eine Zwickmühle, deswegen suche ich auch mach Rat.

    • (19) 22.04.19 - 20:17

      Was ich nicht verstehe: wie kann es sein dass der KV einfach Alimente nicht bezahlt? Ich lese das immer wieder aber wie geht das überhaupt? Du kannst ihn doch sofort rechtlich belangen und sein Lohn wird gepfändet.

      • (20) 22.04.19 - 20:41

        Er war bis vor kurzem in der Schweiz, da wird von Österreich her nichts gepfändet. Und mir haben die auf der BH gesagt, solange er nicht gar nichts mehr zahlt, gilt er als zahlungswillig und es wird nicht vor gestreckt. Und wenn sies eintreiben würde ich noch länger auf das Geld warten als so schon

    (21) 22.04.19 - 20:43

    Wenn das Alkoholproblem so schlimm wäre, hättest du als verantwortungsvolle Mutter, wohl schon längst den Umgang gerichtlich unterbinden lassen oder?!

    Selbiges gilt für den Unterhalt, den hättest du schon längst eintreiben lassen können!

    (22) 23.04.19 - 15:44

    Dein Text könnte von meiner Mutter stammen. Mein Vater war Alkoholiker, Kettenraucher, hatte nie Geld für Alimente und wohnte in einem halbverfallenen Haus ohne funktionierende Heizung. Meine Schwester und ich durften alles, es gab keine Regeln. Er fuhr uns auf der Motorhaube seines Autos herum und wir hatten einen Wettstreit, wer am meisten Obst in der Kaufhalle klauen kann. Nach einem Papawochenende kamen wir nach Zigarette stinkend, ungewaschen und seit Freitag in den selben Klamotten (auch nachts) nach Hause. Bei meinem Papa durfte ich mit all seinen Katzen von einem Teller essen, hab bei ihm mit 14 Jahren Autofahren gelernt, mit 15 habe ich mit der Motorsäge unbeaufsichtigt Bäume zerlegt und verbrachte ganze Wochenenden mit ihm und seinen zwielichtigen Kumpels in der Russenkaserne. Statt Hausaufgaben zu machen, durfte ich auf Panzern mitfahren und durch den Schlammparcours kriechen.

    Aus mir ist ein ordentliches, studiertes Mädel geworden, mit tollen Kindern, Mann, Haus und Traumjob. Wenn mir allerdings meine Marmeladenstulle auf der Warschauer Brücke in Berlin runterfällt (Marmeladenseite nach unten) hebe ich sie auf und esse weiter. 😉

    Mein Vater war der schlimmste aller Ehemänner und der beste aller Väter. Er starb kürzlich an Krebs und mein Herz ist gebrochen.

    Egal, was Du als Mutter denkst oder was sie Dir erzählen (weil Du es hören willst) von der Beziehung Deiner Kinder zu ihrem Vater hast Du keine Ahnung. Das hat keine Exfrau.

(23) 22.04.19 - 19:31

Hallo,

meine Kinder waren auch 4 und 6 als wir 600 km von Nord- nach Süddeutschland gezogen sind. Es war aus beruflichen Gründen. Wir hatten hier niemanden, unsere Familien und Freunde haben wir in unserem Heimatort zurückgelassen:-(.
Wir hielten es für einen guten Zeitpunkt das vor der Einschulung des Großen zu machen. Der Wechsel von Kiga zu Schule ist so oder so eine Umstellung für die Kinder. Ich glaube je älter die Kinder sind um so schwieriger wird es. Besonders wenn sich Schulkinder schon einen Freundeskreis aufgebaut haben.
Die Kleine hatte überhaupt keine Probleme, war im Kindergarten gleich integriert, hat sofort den Dialekt hier angenommen:-D.
Der Große hätte etwas mehr daran zu knabbern, aber auch das hat sich mit der Zeit gelegt.

Ich denke wenn die Eltern glücklich mit der Entscheidung sind, dann werden es die Kinder auch sein. Und da ist es egal ob man nur in den Nachbarort zieht oder 1000 km weit weg. In eurem Fall würde ich den Schritt machen.

Einen Umzug können Kinder sehr gut verkraften, gerade in dem Alter. ABER: hier würden sie vom leiblichen Vater getrennt werden. Das finde ich nicht gut und es ist für deine Kinder sicherlich keine gute Voraussetzung, um in ein neues Leben zu starten. Ganz abgesehen davon: was sagt der Vater dazu? Wie sieht die Rechtslage in Österreich aus?

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