Familiendrama

    • (1) 24.05.19 - 12:21
      qwerz1234

      Hallo,

      mein Schwager hat vor Kurzem meinem Mann erzählt, dass er als Kind vom gemeinsamen Stiefvater sexuell missbraucht wurde (die Erinnerungen kamen erst vor einigen Monaten wieder). Mein Mann und ich glauben ihm das auch. Mein Mann und seine Brüder möchten nicht, dass es öffentlich gemacht wird, weil sie Angst haben, dass ihre depressive Mutter dann Suizid begehen würde, weil sie sich sozusagen zwischen ihren Söhnen und ihrem Mann entscheiden müsste.

      Nun steht bald die Taufe unseres kleinen Sohnes an und weil meine Schwiegermutter gefragt hat, hat mein Mann ihr eben mitgeteilt, wann und wo die Taufe stattfinden wird. Ich möchte nicht, dass mein Schwiegervater kommt. Wir haben auch noch eine 3-Jährige und einen 6-Jährigen, die sicherlich zu ihm hin gehen würden und auf seinen Schoß wollen... Ich will nicht, dass er sie berührt! Mein Mann meinte, naja seine Eltern kommen halt und gehen nach der Taufe wieder. Er hat nicht daran gedacht, dass unsere Großen wahrscheinlich auf ihn zugehen würden. Abgesehen davon, sind auch noch andere Kinder da.

      Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, dass ich meinem Schwiegervater eine Nachricht schreibe, dass ich nicht möchte, dass er kommt und dass er sich bitte seiner Frau gegenüber eine Ausrede einfallen lassen soll, warum er nicht mitkommen kann (wäre m.E. nicht schwer, da er viele Krankheiten wie Epilepsie, Diabetes, Asthma... hat).Er weiß auch schon, dass mein Schwager diese Erinnerungen hat, würde also wissen, was mein Beweggrund ist. Mein Mann ist ratlos, er weiß nicht, was er machen soll....

      Da ich mich mit niemandem austauschen kann, wollte ich hier einmal fragen, ob jemand vielleicht noch eine andere Idee hat, wie man das handhaben könnte, bzw. ob meine Idee ok ist.

      Vielen Dank

      • (2) 24.05.19 - 12:32

        Was ein kuddelmuddel... da ist ja alles dabei #schwitz

        (3) 24.05.19 - 12:35

        ....schon mal daran gedacht, dass die schwer kranke Mutter vielleicht deshalb depressiv ist,weil sie davon weiß und damals evtl weg geschaut hat!?

        Ganz klar, der Kerl würde NIEMALS mehr nur in die Nähe meiner Familie kommen.
        Du kannst es ihm schreiben, aber dann auch mit klarer Begründung, weil du weißt,dass er deinen damals minderjährigen Schwager sexuell missbrauchte.

        Aber wie wollt ihr es in Zukunft bei Familienfeiern anstellen ohne, dass die Mutter davon erfährt oder wollt ihr dann so tun als wäre alles okay?
        Lg

        Die Idee ist immerhin ein Kompromiss. Aber ich sehe da in erster Linie deinen Mann in der Pflicht zusammen mit seinen Brüdern die Sache mit seinem SV zu klären!
        Er soll hingehen, ihn konfrontieren mit den Vorwürfen und dann die Reaktion beobachten.
        Alles unter den Teppich zu kehren halte ich für falsch.

      • (5) 24.05.19 - 12:42

        Hallo, das ist ein extrem heißes Thema und keiner hier kennt die Wahrheit. Das sollte hier nicht diskutiert werden. Du willst ihn nicht dabei haben weil du deinem Schwager glaubst dann lade ihn aus fertig. Und überlegt euch schon mal Ausreden für die nächsten Treffen mit den Schwiegereltern. Wenn es stimmt gehört es zudem angezeigt.

        Hallo,

        Deine Lage ist gewiss nicht einfach und ich denke ihr benötigt da professionelle Hilfe.
        Es gibt da so viel, was „angepackt“ werden MUSS, dass ich denke, dass diese Frage für ein Forum wie urbia einfach nicht „geeignet“ ist.
        Hier wirst du viele Meinungen erhalten, aber das ersetzt kein eins zu eins Gespräch mit jemanden der Dir direkt sagen kann, was du tun kannst, was eure nächsten Schritte wären und wie du deine Familie stabilisieren/schützen kannst.

        Mach einen Termin für eine Familienberatung in deiner Nähe. Dort wirst du neben wichtigen tips auch Hilfe bekommen und Adressen an die du dich direkt wenden kannst. Dort werdet ihr als Familie begleitet ohne erst hundert Meinungen zu lesen wie hier und dann doch keine Anlaufstelle haben. Dort ist die Hilfe direkter und handfester.
        Die Menschen dort haben mit solchen Themen Erfahrungen und sind geschult im Umgang mit solch sensiblen Themen.

        Mach deinem Mann einfach mal den Vorschlag euch dort beraten zu lassen und dann seht ihr weiter, als halb in der Luft zu hängen und nicht zu wissen, wie ihr euch verhalten sollt.

        Alles gute

      (8) 24.05.19 - 12:49

      Ich finde diese plötzlichen Erinnerungen komisch. Ja, man weiß natürlich als Kind nicht, dass das eine Vergewaltigung ist und es dauert viele Jahre, sogar Jahrzehnte, bis einem das klar wird, was da passiert ist. Den Begriff kennen nur Erwachsene...ok, zumindest damals war es so.
      Ja, ein Stück weit verdrängt man das auch - aber so komplett? Noch dazu wenn man den Mann ständig sieht? Wie soll das gehen?
      Meiner Erfahrung nach vergisst man das nicht. Man vergisst das ungute Gefühl nicht, dass da etwas gegen den eigenen Willen gemacht wurde. Etwas, was man selbst nicht wollte, wogegen man sich aber nicht wehren konnte. Die körperlichen Schmerzen sind da schon eher Nebensache. Man kann nicht benennen, was passiert ist bis man erfährt, was Vergewaltigung ist. Dann erst versteht man die Ungeheuerlichkeit dessen.

      Einem Menschen, dem soetwas passiert ist, der braucht Hilfe vom Psychologen um soetwas aufzuarbeiten.
      Falls es tatsächlich so passiert ist, dann hilft diese Spaltung der Familie nicht. Das gehört ganz offen ausdiskutiert. Entweder die Mutter steht zu ihrem Mann oder zu ihren Kindern - ihr seid alle alt genug um eine für euch negative Entscheidung zu überleben. Aber wollt ihr echt, dass eure Mutter in Unwissenheit mit einem Kinderschänder zusammenlebt?
      Falls dein Schwager aus irgendeinem Grund diese Situation erfunden hat, getraut er sich das vielleicht nicht in dem offenen Gespräch zu sagen oder Therapien in Anspruch zu nehmen.

      • (9) 24.05.19 - 13:37

        "Ja, ein Stück weit verdrängt man das auch - aber so komplett? Noch dazu wenn man den Mann ständig sieht? Wie soll das gehen?"
        Jede Seele reagiert anders! Eine komplette Verdrängung ist nicht selten. Das sichert das Überleben von misdbrauchten Kindern.

        (10) 24.05.19 - 14:07

        Ja komplett. Das nennt man Abspaltung der Persönlichkei bzw Dissoziation. In einer Situation die für die Psyche kaum zu bewältigen ist, schiebt dass Gehirn/Bewusstsein als Schutzmechanismus diese Erinnerung in das Unterbewusstsein. Sie wird also zwar nicht gelöscht, ist aber für das Bewusstsein nicht mehr abrufbar um den Alltag noch bewältigen zu können, da der Mensch sonst an dieser Erinnerung zerbrechen würde.

        Dadurch dass es nicht vergessen wurde aber nicht abrufbar ist, brodeln diese Gefühle die du beschreibst trotzdem in einem. So gut dieser Vorgang in der Psyche auch ist, so fatale folgen kann er auch haben. Die kleinste Andeutung an diese Erinnerung wird gemieden. Bspw stehst du vor dem Menschen der dir Schlimmes angetan hat, hast Angst, ekel Gefühl oder sonstiges, kannst aber nicht zuweisen woher das Gefühl kommt und fängst an dir selbst zu zweifeln. Bspw das ekel Gefühl kann dann fehl interpretiert werden wie "ich fühle und finde mich eklig wenn ich hier stehe, also muss ich eklig sein". Man sieht also die Schuld bei sich. Die folgen von einer Dissoziationsstörung sind enorm. Bspw bist du schwer depressiv, machst Jahre lang Therapie, siehst aber keinen Erfolg, da diese Erinnerung nicht abrufbar ist und somit nicht berücksichtigt wird. Das Ist eine schlimme Sache.

        Sobald das Bewusstsein den überlebensmodus abschalten kann und das Bewusstsein nicht mehr daran zerbrechen würde, kommen die Erinnerungen wieder. Das kann Wochen, Monate, Jahre oder das restliche Leben dauern.

        (11) 24.05.19 - 14:51
        Manvergisstnicht...

        Die Psyche verdrängt es. Mein Vater hat mich als Kind sexuell missbraucht und die Erinnerung daran kam erst wieder kurz nach der Geburt meines ersten Kindes, mit Mitte 20.
        Wobei ich selbst jetzt noch nicht weiß, was wirklich alles passiert ist weil nur ein paar Sekunden plötzlich vor meinem inneren Auge aufgetaucht sind und ich mich sofort übergeben musste.
        War wegen Depression beim Psychologen und er meinte das ist ein Schutzreflex weil die Seele es nicht ertragen würde.
        Ich hab auch dieses Bild auch einmal und nie wieder in meinem Kopf gehabt.
        Manchmal überlege ich ob ich es nicht doch wissen will und versuche drüber nachzudenken aber in mir sperrt sich sofort alles.

        (12) 24.05.19 - 16:29

        Genau solche unqualifizierten Aussagen führen leider immer wieder dazu, dass Opfer angezweifelt werden.

        Du bist weder Traumata-Experte noch Therapeut, nehme ich an? Nein? Dann bitte mit solchen Meinungen aufpassen.

        Meine Schwägerin ist Therapeutin, die hauptsächlich mit Missbrauchsopfern arbeitet. Ich kann dir versprechen, dass es da Sachen gibt, die wir "ungeschulten" Menschen uns nicht im Traum vorstellen können.

        (13) 24.05.19 - 17:16

        Es steht dir nicht zu, darüber zu urteilen, ob er die Wahrheit sagt! Zumal es tatsächlich nicht selten ist, dass eine Verdrängung in diesem Ausmaß passiert. Du hast offensichtlich weder die nötige Vorstellungskraft, noch das entsprechende wissen! Die menschliche Psyche ist zu vielem imstande, um das „überleben“ und funktionieren des Menschen zu sichern. Ich finde es sehr problematisch, dass du hier ungefragt die Glaubwürdigkeit eines fremden anzweifelst.

        (14) 24.05.19 - 20:57

        Ich kann dir sicher sagen es kann sehr wohl so sein das man jemanden oft sieht und Dinge die passierten aus dem Kopf raus sind. Und auf einmal sind die ganzen Details wieder da.

        Ela

        Wir wissen doch nicht, ob die Mutter wirklich nichts gewusst hat. Sie ist psychisch krank, der Grund hierfür könnte auch der Missbrauch sein.
        Die Familie hat, leider wie viele andere Familien auch, ein dunkles Geheimnis. Die Frage nach dem Umgang damit ist berechtigt.
        Sich hier zu wundern, weshalb das Opfer sich erst jetzt erinnert hat, verwundert wiederum mich.
        Vielleicht hat er erst jetzt die Kraft aufgebracht, das Erlebte zu verbalisieren. Who cares? Deine Nachfrage klingt so skeptisch, als würdest du diese Erinnerung in Frage stelle wollen. Warum?

    (16) 24.05.19 - 14:03

    Die übliche Geschichte,das Opfer wird um das äußere Bild zu erhalten schlicht im Stich gelassen.
    Schön das ihr ihm glaubst.
    Er weiß nicht was er machen soll!!
    Zu seinem Bruder stehen!

    (17) 24.05.19 - 14:08

    Wenn dein Schwiegervater von den Vorwürfen weiss, was sagt er denn dazu?

    Bei einem entsprechenden Verdacht, aber ohne näheres Wissen ob und was passiert ist, würde ich grundsätzlich verhindern, dass derjenige unbeaufsichtigt mit meinem Kind ist.
    Das reicht grundsätzlich als Schutz. Alles darüber hinaus ist sehr komplex und gehört nicht in die Hände von Laien, welche sich den Mund zerreissen und über wahr oder nicht wahr diskutieren.

    Hört doch auf mit dieser blöden Geheimnistuerei.. Die Mutter mag depressiv sein, aber ihr davon nichts zu erzählen finde ich unmöglich. Gut, wenn der Schwager das nicht möchte, kann ich es noch nachvollziehen, aber nicht weil IHR es nicht wollt.
    So eine Lüge ist doch unglaublich schrecklich.. War der Stiefvater sonst immer dabei? Wie war das Verhältnis vorher? Es fällt doch auf, wenn er plötzlich zig Ausreden hat, warum er nicht mitkommt.

    Auch meine Frage: Wenn der Schwiegervater von den Vorwürfen weiß, wir positioniert er sich denn?

    Er wird ja wohl nicht nichts sagen. Leugnet er? Hat ein Gespräch mit seinen Söhnen stattgefunden? Er kann doch nicht davon ausgehen, dass, egal ob die Vorwürfe stimmen oder nicht, jetzt alles so weiter geht wie bisher.

    Ich würde ihm mitteilen, dass du als Mutter von Jungs nicht möchtest, dass er zur Taufe kommt, bis die Angelegenheit, vielleicht unter therapeutischer Aufsicht und Moderation, vom Tisch ist. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, dann ist es eh vorbei mit Kontakt und er wird sich unter Umständen strafrechtlichen Konsequenzen stellen müssen.

    Auf die Schwiegermutter würde ich allenfalls so lange Rücksicht nehmen, bis sich der Verdacht erhärtet hat oder eben nicht. Sollte ihr Mann ein Kinderschänder sein und sie sich deswegen umbringen, dann, tut mir leid, wenn das hart klingt, ist das ihre Entscheidung. Ihr könntet sie ja bei Ankündigung von Suizid einweisen lassen.

    (20) 24.05.19 - 14:37

    Ganz ehrlich, ich kann euren Unmut verstehen, aber was ihr macht, ist nicht in Ordnung.

    Ich bin ebenfalls ein Außenstehender mit ähnlicher Situation, nur bei mir war es meine Schwester die von unserer Tante über einen längeren Zeitraum an Männer für Drogen verkauft wurde.

    Erfahrungsgemäß ändern sich solche Menschen nicht. Auch wenn er vielleicht nie wieder ein Kind sexuell missbraucht hat, sinkt die Hemmschwelle enorm, vor allem wenn man ungestraft davon kommt. Für eure Kinder in der Familie ist er also eine potentielle Gefahr. Wahrscheinlich würde er nicht versuchen sie zu vergewaltigen, da er nicht solche Macht über die Kinder hat wie damals bei deinem Schwager, aber so berühren dass es den Kindern unangenehm ist, kann jederzeit passieren.
    Ihr müsst da was tun, egal was, aber ihr habt die Verantwortung für die Kinder.
    Mal ganz davon abgesehen, dass ein Schwager sich immer schlecht fühlen wird, auch euch gegenüber. Ihr wisst dass jetzt und tut gefühlt für ihn nichts um dieses Unrecht zu sühnen. Er wurde geschädigt und alle tun so als wäre nix gewesen. Überhaupt das euch zu erzählen, muss für ihn heftig gewesen sein. Meine Schwester hatte damals große Angst das ich mich vor ihr ekeln würde und nix mehr mit ihr zutun haben will. Das hat sie lange danach noch fertig gemacht.

    Was deine Schwiegermutter angeht, kann ich eure Bedenken verstehen. Sie wird wahrscheinlich etwas ahnen und wird zum Teil deswegen schon die Depressionen haben. Meine Cousine wurde tatsächlich auch von ihrem Stiefbruder vergewaltigt. Das kam auch erst Jahre später raus. Ihre Mutter hat sich lange die Schuld dafür gegeben und sehr darunter gelitten.
    Es ist schwierig und mein Gefühl sagt mir auch, besser sie da raus halten, aber wie will man das machen? Das wird leider so gut wie unmöglich.

    Unseren Vater haben wir das nie erzählt. Er ist eh schon fertig genug, weil seine Schwester ihm viel Leid zugefügt hat und darunter leidet dass die Psyche meiner Schwester nicht in Ordnung ist. Unsere Tante ist ein paar Jahre bevor meine Schwester sich wieder erinnern konnte, an einer Überdosis Heroin gestorben. Da hatten wir aber auch schon lange keinen Kontakt mehr. Deswegen haben wir es bis heute nicht erzählt.

    Sprecht auf jeden Fall mit ihm, dass er nicht mehr zu euch darf. Zeigt ihn an. Wenn man etwas schlimmes tut, sollte man unbedingt dafür die Konsequenzen tragen. Stell dir mal vor es wäre dein kind das in dieser Situation ist und nicht dein Schwager, was würdest du dir für sie wünschen?
    Uch wünsche euch alles Gute und eine hoffentlich gute Lösung!

    • (21) 24.05.19 - 14:37

      Sorry für den mega Text! xD

      (22) 24.05.19 - 15:49

      Vielen Dank für Deinen langen und offenen Text!

      Das ist echt schrecklich, was in Eurer Familie passiert ist, das tut mir sehr leid!

      Wenn es nach mir ginge, würde wir auch so handeln. Meinen Schwiegervater zur Rede stellen, ihn anzeigen etc. Aber kann man das gegen den Willen des Opfers machen? Mein Schwager muss sich ja dann dazu äußern, sich evtl. rechtfertigen. Und wenn wir ihn anzeigen, steht am Ende Aussage gegen Aussage - wenn mein Schwager überhaupt eine Aussage machen würde.

      Es war für ihn sehr sehr heftig, es meinem Mann zu erzählen (ich war nicht dabei).Er hat es noch nicht über sich gebracht, eine Therapie anzufangen und hat keine Kraft, seinen Stiefvater zu konfrontieren. Um sich zu betäuben, hat er angefangen, Drogen zu nehmen und er hat seine Partnerin und die gemeinsame Tochter verlassen. Er muss die größten Schuldgefühle schon deswegen haben. Wenn sich nun seine Mutter was antut, wird er sich deswegen auch die Schuld geben. Und das, obwohl er das Opfer ist! Sie wird sicher ahnen, dass was los ist. Er meldet sich bei seiner Mutter gar nicht und seine Kleine hat sie seit nem Jahr nicht mehr gesehen.

      Daher fand ich den Tip oben ganz gut, dass wir uns beraten lassen, was wir für unsere Familie tun können. Denn ich denke nicht, dass wir meinen Schwager zu etwas zwingen sollten, wozu er psychisch einfach noch nicht in der Lage ist. Auch wenn ich absolut finde, dass mein Schwiegervater angezeigt gehört. Ich denke nicht, dass ich ohne konkrete Aussagen eine Anzeige erstatten kann, oder?

      Wie es weiter gehen soll, fragen wir uns auch die ganze Zeit. Wie soll es mit den zukünftigen Familienfesten sein... ? Doch wie gesagt, gegen den Willen meines Schwagers wollen wir nicht handeln. Aber natürlich unsere Kinder schützen. Dein Hinweis, dass die Hemmschwelle sinkt, hat mich da noch weiter bestärkt, ihn direkt auszuladen.

      Danke auf jeden Fall und wir werden sehen, dass wir uns da beraten lassen.

      • (23) 25.05.19 - 00:24

        Eine Userin hier hat mal einen richtig tollen Text geschrieben, leider finde ich ihn nicht mehr.

        Geht unbedingt zuerst zum Weißen Ring und erst danach zur Polizei!!! Sagen wir so, die Polizei will Verbrecher einbuchten, nicht Opferhilfe leisten.... Deren Methoden sind mitunter für Vergewaltigungsopfer nicht ohne. Wenn dieser Stein mal ins Rollen kommt, könnt ihr ihn nicht mehr aufhalten. QBeweise in dem Sinne gibt es ja nicht mehr, daher ist keine Eile geboten.

        Eine gute Freundin hat sich übrigens dazu entschieden, den lange zurück liegenden Missbrauch nicht anzuzeigen, für sie war das der bessere Weg. Das Gegenüber (Vater) hätte verleugnet, es wäre Aussage gegen Aussage. Im Zweifel entscheidet man für den Angeklagten. Sie hätte es nicht verkraftet, wenn man ihr nicht glaubt (und noch viele andere Gründe...)

        • (24) 25.05.19 - 01:18
          Anonym bei der Sache

          Eine Anzeige ist wirklich nicht ohne, für die Opfer. Und sie muss gut vorbereitet und überlegt werden.

          Das Opfer muss aussagen, ohne geht es meistens nicht. Die Polizei hat mittlerweile geschultes Personal, allerdings nicht flächendeckend. Da passiert dann meistens schon die erste Re-traumatiesierung.

          Das Opfer muss häufig ein Glaubwürdigkeitsgutachten machen lassen. Die Gegnerischen Anwälten müssen ihren Job machen und das Opfer möglichst unglaubwürdig machen. Und währenddessen darf das Opfer keine Therapie machen, die mehr macht als das Opfer irgendwie am Leben zu erhalten. Und selbst dass ist schon fragwürdig, also am besten gar keine Therapie.

          Und es ist möglich, dass man das Opfer, währenddessen oder danach, durch Suizid verliert, oder deren Leben gänzlich ruiniert. Einfach weil so ein Verfahren seelisch zu belastend für ein nicht stabiles Opfer sein kann. Und weil das Opfer in so einem Verfahren von allen Seiten, eine reingewürgt bekommen kann. Und/Oder am Ende ein Skandalurteil herauskommen kann mit dem dass Opfer nicht leben kann.

          • (25) 26.05.19 - 12:06

            Das klingt sehr heftig! Stimmt, wenn es zu nem Prozess kommt, würde mein Schwager immer angegriffen werden von allen Seiten.

            Wir werden uns erstmal beraten lassen und weiter versuchen, ihn von einer Therapie zu überzeugen.

            Danke

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