Wer lebt mit mehreren Kinder glücklich (!) in der Großstadt?

    • (1) 28.06.19 - 21:58
      Land-Ei

      Hallo,

      habt ihr mehrere Kinder (3+) und lebt in einer Großstadt? Wollt ihr mal aus eurem Familienleben plaudern?

      Wir waren gerade ein paar Tage auf Urlaub in einer deutschen Großstadt. Wir waren waschechte Touristen mit Rucksack und Stadtführer und haben Sightseeing gemacht.
      Es war toll, aber ich kann mir überhaupt nicht vorstellen dort zu leben.
      Da aber der Trend vom Land zu Stadt geht und die Städte immer größer werden, MUSS es Gründe dafür geben, GERN dort zu leben.

      Wir kommen vom platten Land und ich glaube, wir leben so völlig anders als Städter. Ich habe mich ständig gefragt, wie eine Familie dort lebt.

      Kleine Beispiele, die mich interessieren würden:

      1. Kind krank und muss zum Kinderarzt. Ich packe alle meine Kinder ins Auto und fahre 10 Minuten zum nächsten Kinderarzt.
      In der Großstadt? Wir haben für kurze Strecken mit dem Auto ewig gebraucht, weil so viel Stau war. U-Bahn mit kranken Kind + weitere Kleinkinder? Das muss eine organisatorische Meisterleistung sein!

      2. Hat man als Familie ein Auto? Wenn nicht, wie organisiert ihr z.B. eure Einkäufe?

      3. Die Geräuschkulisse! Gewöhnt man sich daran? Oder akzeptiert man die, weil andere positive Gründe überwiegen?

      4. Freizeit der Kinder. Bei uns spielen die Kinder fast immer draußen, auch unbeaufsichtigt . Das ging in weiten Teilen dieser Stadt nicht. Da hätte man mit der U-bahn in einen Park fahren müssen. Was machen eure Kinder so, wenn schönes Wetter ist?

      Das man oft keine Wahl hat, wo man wohnt, ist mir klar. Und sicher gibt es Städter, die liebend gern aufs Land ziehen würden. Aber mich würde mal die Meinung von echten Wahl-Städtern interessieren.

      Warum zieht ihr die Stadt dem Land vor?
      Oder liegt es vielleicht hauptsächlich daran, wie man aufgewachsen ist?

      Bin gespannt auf Antworten...

      lg

      PS:Bei meiner Definition von "Land" schließe ich gute Infrakstruktur und Mobilität ein.

      • (2) 28.06.19 - 22:29

        Ich bin in Berlin aufgewachsen.

        Es ist halt vieles um die Ecke. Der nächste Kinderarzt ist nicht in Timbuktu. Da läuft man hin oder, ja, fährt halt einige Stationen mit den Öffis.

        Supermärkte gibt es auch genügend in Laufweite. Wir hatten kein Auto und mussten halt mehr als einmal die Woche einkaufen gehen.

        Spielplätze gibt es auch. Da können Kinder im Geundschulalter auch allein hin

        Du kennst halt jetzt die Touri-Ecken. Die Mehrheit lebt aber nicht direkt neben z. B. dem Brandenburger Tor, sondern um den Stadtkern herum. Gerade Familien meiden sicherlich das Zentrum. In Berlin ist es in den äußeren Bezirken teilweise schon fast dörflich, mit Einfamilienhäusern etc.

        (3) 28.06.19 - 22:40

        Ich glaube Du machst den Fehler und gehst von den Gegenden, die man sich als Touri anschaut aus. Die sind logischerweise eher kinderunfreundlich, laut, trubelig und voller Verkehr und wenn man nicht Einheimisch ist, macht man garantiert alle Verkehrsfehler ortsunkundiger und landet im Stau. Das sind jedenfalls meist nicht die Gegenden in die Familien ziehen um Kinder aufzuziehen.

        Wir wohnen im Speckgürtel von Berlin.

        1. Kinderarzt fußläufig gegenüber, alternativ 2 Kliniken innerhalb weniger Autofahrminuten erreichbar. Fachärzte erreichbar. Bei Spezialerkrankungen der Kinder konnten wir dazu auch die Charité nutzen. Leute auf dem Land haben den Luxus nicht.

        2. Auto hatten wir jung jahrelang nicht. Das waren schlicht unnötige Kosten. Einkauf mit Fahrrad, Füßen und Öffentlichen. Da es unzählige Einkaufsmöglichkeiten gibt, macht man einfach mehere kleine Einkäufe die Woche auf dem Weg und das lässt sich gut timen.

        Jetzt seit mehreren Jahren haben wir ein Auto, da wir besser verdienen, das vorwiegend für einen Großeinkauf am Wochenende genutzt wird und für Ausflüge. Für viele Wege sind die Öffentlichen nach wie vor im Vorteil. Zu Rush Hour Geschäftszeiten würde man nur im Stau landen. Da ist z.b der Regio 3-4x schneller. Grundsätzlich bringt Großstädter die 1000 Baustelle und die 500. Zugstörung nicht so aus der Ruhe wie Leute von woanders. Es gibt viele Wege nach Rom und man lernt dass es immer irgendwie einen Weg gibt.

        3. Das ist sehr verschieden. Es gibt sicher Gegenden da würde ich nicht wohnen wollen aber dafür gibt es dann andere die gerade diesen Lifestyle super finden. Wir wohnen in einem Wohngebiet mit riesen Hinterhof und x Spielplätzen drum herum und hören auch nix anderes draußen als die Vögel, weil wir zum Hinterhof ausgerichtet leben.

        4. Kinder gibt's genug. Die spielen auf dem Hof, auf den Spielplätzen, im Stadtpark....Handy mit für Notfälle und fertig. Und wir haben sehr viele tolle Fahrradstrecken und mit dem Auto ist man zügig am See.

        Richtig im tiefsten Kiez und Touri Gebiet würde ich nicht unbedingt leben wollen. Arbeiten kein Problem. Aber wohnen lieber etwas ruhiger. Da bietet jede Stadt ihre Möglichkeiten, nur da gehen halt Touris nicht hin.

        Positiver Nebeneffekt, man ist immer schnell im Geschehen wenn man es möchte und hat Zugriff auf viele Geschäfte und Möglichkeiten, die auf dem Land nicht vorhanden sind. Und - auch ohne Auto - ist man mobil, auch in der Jugend und im Alter.

        Außerdem kann man leichter Arbeit finden und auch leichter wechseln und sich verbessern. Es ist einfach mehr Angebot da.

        Nachteil .....steigende Mieten.....hier ein großes Problem. Zunehmende Verdrängung...

        • (4) 28.06.19 - 22:51

          Super, danke dir!

          Das Berlin als eher "dörflich" gilt, habe ich auch schon gehört. Das klingt schön bei euch.

          Wir waren allerdings nicht in Berlin. Dass wir mehr in den Tourigebieten waren, kann natürlich gut sein.
          Ich hatte nur nicht den Eindruck, da wir mit dem Hotel etwas außerhalb waren und viel gelaufen sind, weil das Wetter so schön war. Aber ich kenne mich ja wirklich nicht aus.

      (5) 28.06.19 - 22:49

      Ich stimme den andren zu. Wir kommen auch aus Berlin und wohnen eher am Rand. Hier überwiegen die Einfamilienhäuser und trotzdem ist alles, was wir im Alltag als wichtig erachten, in Fußreichweite. Apotheke, Supermarkt, Arzt, Schule und Spielplatz. Und in 15 min mit dem Bus sind wir in der nächsten großen Einkaufsstraße.

      In der Innenstadt ist es natürlich nicht so ruhig, aber man muss ja nicht in der Friedrichstraße oder am Zoo wohnen...

      (6) 28.06.19 - 23:01

      Ich habe 2 Kinder und wohne in einer Großstadt mit 500.000 Einwohnern. Landeshauptstadt. Lebe seit 20 Jahren hier, und das ziemlich gern. Hab auch mal ein Jahr auf einem Dorf mit 80 Einwohnern gewohnt, vorher 10 Jahre in einer Kleinstadt mit 25.000 EW, die ersten 10 Jahre meines Lebens auch in einer mittelgroßen Stadt (220.000 EW).
      Ich liebe das platte Land, mache unglaublich gern Urlaub an der Küste und da bevorzugt in kleineren Städten, aber ich könnte mir ein Leben nicht vorstellen dort. Ich mag dafür die Vorzüge der Großstadt zu sehr. Mir würde es in ländlichen Strukturen schnell zu "eng" werden. Fand es das eine Jahr okay, mal so klein zu wohnen, aber die ständige Beobachtung von außen ging mir ziemlich auf den Wecker. Schon bevor ich dorthin gezogen bin, wusste jeder über mich Bescheid. Und auch in Kleinstädten gibt es mir zu viel Getratsche und oftmals zu enge Sichtweisen. In der Großstadt lebt es sich anonymer (was auch nicht nur Vorteile birgt, klar).
      Natur mag ich und brauche ich auch sehr. Aber auch das kann man in Großstädten haben. Ich laufe 20 Minuten und bin in der einen Richtung am Fluss mit weiten Uferwiesen, in der anderen Richtung in 20 Minuten in einem großen Waldgebiet.
      Wenn ich aus meiner Haustür rausfalle, bringt mich die nächste S-Bahn innerhalb von nicht einmal 30 Minuten in einen wunderschönen Nationalpark in die eine Richtung, in die andere fahre ich 10 Minuten und bin in herrlichen Weinbergen.
      Aber um deine Punkte mal abzuarbeiten:

      1) Kinderarzt oder andere Ärzte? Gibt es hier um die Ecke ausreichend. Die Dichte der Ärzte dürfte größer sein (und die Auswahl) als auf dem Land. Daher kein Auto nötig, um dorthin zu kommen. Stelle ich mir wiederum auf dem Dorf nachteiliger vor, weil man einfach nicht die Auswahl an Ärzten hat und wenn, dann vielleicht auch nicht eben um die Ecke.

      2) Ich kaufe jeden Tag frisch ein, daher brauche ich dafür auch kein Auto. Wir haben fußläufig ne Menge Supermärkte, im Park steht dreimal die Woche ein großer Gemüsestand und zweimal die Woche ist Markttag. Außerdem gibt es einen speziellen Bauernmarkt mit Produkten aus der Region einmal die Woche. Türkische Supermärkte, Verbrauchergemeinschaften, Biosupermärkte, Spätshops, ... Viel Auswahl in kurzer Distanz. Die Wege erledige ich, wenn ich meine Kids von der Schule abhole oder eben mal nebenher. Mit dem Rad oder zu Fuß. Nie mit Auto (was ich auch nicht habe).

      3) Geräuschkulisse ist sicherlich ein Nachteil, aber ich mag es, Leben um mich herum zu haben. Man kann aber auch in Großstädten ruhig leben, muss ja nicht mitten im Zentrum oder an Verkehrsadern wohnen. Genauso wie man auch auf dem Dorf nicht immer Ruhe haben muss. Ich wohne in einem Hinterhaus in einem lebhaften Stadtteil. Sicherlich trotzdem unruhiger als auf dem Dorf, aber ich störe mich nicht dran. Als ich vor kurzem auf dem Dorf mittten in Georgien übernachtet habe, hat mich morgens der Hahn nebenan geweckt. Die machen auch Lärm ;-)

      4) Meine Kinder gingen ab Grundschulalter allein von A nach B. Spielplätze gibt es hier genug. Zur Schule fahren sie teilweise mit der Bahn, aber das ist ja kein Ding. Ein Park liegt auf dem Weg. Als sie kleiner waren, sind wir halt immer zusammen unterwegs gewesen. Haben uns dann mit Freunden verabredet unterwegs oder spontan Leute getroffen auf den Spielplätzen. Ich finds ganz hilfreich, dass sie auch schon früh lernen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Das ist auch eine gute Art, selbstständig zu werden.

      Allgemein: Ich mag die Angebote, die eine Großstadt bietet: Kino, Theater, Konzerte, Restaurants, die Möglichkeit, viele verschiedene Menschen auf einem Fleck treffen zu können. Ein Dorf wäre mir zu statisch.
      Und ich könnte mir nicht vorstellen, ständig aufs Auto angewiesen sein zu müssen.
      Als Jugendliche fand ich es auch furchtbar, in einer Kleinstadt zu wohnen, wo es nicht einmal ein Kino gab. Und abhängig davon zu sein, dass einen die Eltern von A nach B fahren. Hier kommt man selbst nachts problemlos durch die Stadt.
      Die Einkaufsmöglichkeiten sind hier auch sehr vielfältig und vor allem fußläufig zu erreichen. Ich bin immer schlecht darin, für eine ganze Woche zu planen, und kaufe immer spontan ein. Wenn ich was vergessen habe, ist das kein Problem. Die Supermärkte haben teilweise bis 22 Uhr auf. Zur Not gibts zig Spätshops um die Ecke. So eine gute Infrastruktur hat man halt eben nicht auf dem Land.

      Ich glaube aber auch, dass man sich an das Umfeld gewöhnt und sein Leben so einrichtet, wie es eben die Umgebung erfordert. Und ob Dorf oder Stadt: In beiden Strukturen gibt es eben seine Vor- und Nachteile. Meine Kinder fänden es sicher auf dem Dorf die ersten Jahre wunderbar. Aber als Jugendliche bestimmt nicht mehr.
      Ich träume immer davon, mir irgendwann ein kleines Häuschen an der Küste zu kaufen. Da würde ich im Sommer arbeiten, Energien tanken, runterkommen. Und mich dann immer wieder auf die Großstadt freuen.

      • (7) 28.06.19 - 23:09

        Danke, das ist wirklich interessant! Die Fülle an Angeboten klingt echt gut.
        Hier hats für Lebensmittel nur einen Lidl und einen EDEKA. Aber ich kenne es nicht anders - daher vermisse ich es wohl auch nicht.


        Allerdings bin ich froh, dass unsere Jugendlichen nachts mal nicht allein von A nach B kommen ;-)

    (8) 28.06.19 - 23:16

    Hallo,

    Ich glaube Großstadt, ist nicht gleich Großstadt.
    Wir, mein Mann und mein Sohn, ( für mich macht es keinen Unterschied ob 1, 3 oder 5 Kinder, denn ab dem 1. Kind muss man sich schon organisierten) leben in Leipzig. Relativ zentral. Allerdings gibt es, wie in jeder Stadt, seine Viertel bzw Stadtteile, in denen man sich doch überwiegend aufhält. Unsere Kita, ist mit dem Auto - auch zum Berufsverkehr - maximal 5-7 Minuten entfernt. Mit der Bahn wären es 3 Stationen und wäre in ca. 15 Minuten dort. Der nächste Supermarkt ist in 3 Minuten fußläufig erreichbar.

    Wir leben in einer wunderschönen Altbauwohnung, mit einem separaten Hof, welcher nur durch unsere Hausbewohner zugänglich ist. Mein Sohn hat sein Spielzeug/Sandkasten draußen, wo wir uns nachmittags und am Wochenende oft aufhalten. Ebenfalls kann gegrillt werden oder auch Familienfeste können draußen stattfinden. Hier bemerkt man die Großstadt inkl. Lautstärke überhaupt nicht.

    Zur anderen Seite heraus (dort ist auch das Zimmer meines Sohnes) liegt direkt eine doch recht viel befahrene Hauptstraße, wo ich auch die Bahn von morgens 5 Uhr bis nachts 1 Uhr verkehrt. An die Lautstärke haben wir uns alle gewöhnt.. mein Sohn schläft eher schlechter bei absoluter Stille ein (z.B. Bei meinen Eltern auf dem Dorf)

    Aus unseren Stadtteil kommen wir fast gar nicht raus, es sei denn wir wollen in der Stadt shoppen. Da haben wir dann den Vorteil, dass wir ebenfalls nur 10 Minuten fahren und dann so ziemlich alles vorhanden ist.


    Im übrigen habe ich selbst früher bei meinen Eltern auf dem Dorf gelebt und ich möchte nicht mehr zurück. Ich habe mich viel zu sehr daran gewöhnt, den Trubel um mich herum zu haben. Ich genieße auch mal die Ruhe, wenn wir bei ihnen zu Besuch eine aber freue mich dann auch wieder auf „mein Leipzig“. :-) auch in Hinblick auf die Zukunft meines Kindes, denke ich, stehen ihm hier mehr Türen offen was die spätere Berufsausbildung betrifft, als in dem Teil Deutschlands, wo ich aufgewachsen bin.

    Ach ja und wir besitzen trotz der Infrastruktur 2 Autos.. genau aus dem Aspekt heraus, dass ich ungern auf die öffentlichen angewiesen bin, wenn mein Sohn krank ist oder.


    Viele Grüße

    (9) 29.06.19 - 00:06

    Wir leben in Köln. Aktuell mit einem Kind, um Nikolaus rum kommt das zweite.
    Ein Auto haben wir nicht.

    Kinderarzt: Zu Fuß 5 Minuten entfernt.

    Spielplatz 1: Zu Fuß 1 Minute entfernt.
    Spielplatz 2: Zu Fuß 3-4 Minuten entfernt.
    Kita: Zu Fuß 2 Minuten entfernt.

    Lidl: Zu Fuß 2 Minuten entfernt.
    Einkaufszentrum (mit dm, Rewe, Müller, H&M, C&A, TK Maxx und vielem anderen): Zu Fuß 5 Minuten entfernt.
    Aldi und Kaufland: Zu Fuß 7 Minuten entfernt.
    Rossmann: Zu Fuß 10 Minuten entfernt.
    Wochenmarkt (2x/Woche): Zu Fuß 5 Minuten entfernt.

    In die Innenstadt fahren wir 7 Minuten mit der Straßenbahn. Zum Kölner Dom fahren wir 5 Minuten mit der S-Bahn.
    Wir machen allerdings bei trockenem Wetter fast alles per Fahrrad (und Fahrradanhänger): Zoo, Rheinpark, Schwimmbad...

    Unsere Einkäufe organisieren wir so: Mein Mann macht einmal die Woche einen großen Einkauf. Zu Fuß mit so einem Einkaufsziehwagen. Frische Sachen kaufe ich noch 1-2 mal die Woche nach (davon 1x auf dem Wochenmarkt). Ab und an bestellen wir Vorratssachen beim Rewe (beim größeren Lieferfenster sind das grade mal 2,95€ Lieferkosten - viel billiger als ein Auto^^).

    Da unsere Tochter letzte Woche erst 3 geworden ist, ist unbeaufsichtigtes Spielen draußen noch nicht drin. Wenn wir denken, dass sie soweit ist, geht das aber ohne Probleme. Besonders bei dem Spielplatz schräg gegenüber (hier fahren nicht so viele Autos).

    Die Geräuschkulisse ist für mich normal. Ich bin hier aufgewachsen :)

    Insgesamt ist zu sagen, das Köln vom Gefühl her halt eher ne Kleinstadt ist. Und gerade unsere Gegend hat alles, was man als Familie so braucht, in Fußlaufweite. Inklusive sehr kinderlieber Cafés (wo z.B. Straßenkreide zur Verfügung gestellt wird - da kann ich gemütlich Tee trinken und mein Töchterlein ist gut beschäftigt).

    Das ist, wie du schon sagtest, alles Geschmackssache. Wir wohnen sehr gerne hier. Ich finde es richtig toll, alles zu Fuß und mit dem Fahrrad machen zu können (auch für unsere Ökobilanz). Selbst so Sachen wie Babymassage, Stillcafé, Elterncafé, Piklerkurs, Pekipkurs, Krabbelturnen, Kinderturnen usw. hatte ich alles in Fußlaufweite (max. 10 Minuten). Das finde ich übrigens auch richtig toll: Die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten hier (da gibt es noch wesentlich mehr wie z.B. Babyschwimmen, Musikzwerge, Kindertheater usw. - auch alles in Fußlaufweite). Spielplätze haben wir im 10 Minuten Radius mindestens 5, wovon wir allerdings nur 3 regelmäßig frequentieren.

    Wie der Kölner sagt: Jeder Jeck ist anders.

    Also: Jeder, wie er mag! :)

    (10) 29.06.19 - 01:05

    Kinderarzt- in 5 Minuten zu Fuß erreichbar, genau wie mein Hausarzt, meine gyn, mein zahnarzt, der kinderzahnarzt, die apotheke
    Kinder spielen auch draußen dank Terrasse und großer Wiese mit Sandkasten und vielen Kindern. In unmittelbarer Nähe ist ein kleiner Park und mehrere Spielplätze
    Auto ist vorhanden. Unter der Woche kaufen wir immer zu Fuß ein (mehrere Supermärkte zu Fuß erreichbar), am Wochenende zum Teil mit dem Auto.
    Ich bin so froh, nicht auf ein Auto angewiesen zu sein, das ist für mich ein Riesen Vorteil ggü dem Landleben (komme vom Land)

    Wir haben 4 Kinder und wohnen in München in einem sehr schönen, grünen, ruhigen Stadtteil.
    Zum Kinderarzt gehe ich zu Fuß (gibt ja genügend hier als im Vergleich am Land 😜).
    Auto haben wir, wird wenig genutzt, da öffentliche Verkehrsmittel vorhanden und wir zudem gerne Fahrrad fahren).
    In unserer näheren Nachbarschaft kennen sich die Kinder von der Schule und treffen sich „einfach so“ im großen Park oder gehen einfach vorbei und klingeln. Das Freizeitangebot ist hier riesig.
    Einkäufe lasse ich mir meist liefern.
    Geräuschkulisse? Hier ist es sehr ruhig.

    Ich bin am tiefsten Land in einem 2000-Seelen-Kuhkaff groß geworden und habe es gehasst. Mit 19 bin ich in die Großstadt „geflohen“. Finde Landleben schrecklich/öde, man MUSS dort ein Auto haben, sonst ist man aufgeschmissen. Bei meinen Eltern muss man eine Weltreise machen, wenn man zum Facharzt möchte und dann teilweise monatelang auf einen Termin warten.
    So mancher Verwandte verbindet einen Besuch bei uns mit dem Termin eines Facharztes hier in München.
    Von Kliniken am Land will ich gar nicht reden.
    Meine Schwester hatte Schwangerschaftsdiabetis und musste per geplanten KS entbinden, also Klinik mit Kinderstation. Sie hatte die Wahl: Entbindung in der Kreisklinik und Kind wird dann in eine Kinderklinik 80km entfernt verlegt oder sie entbindet gleich 120km von daheim entfernt 😱😱.

    WIR möchten hier nicht weg, da wir in einer Großstadt und deren Annehmlichkeiten sehr zu schätzen wissen.
    Aber ich möchte nicht in jeder Großstadt Deutschlands wohnen. Bei manchen Städten (Berlin z.B.) gruselt es mich. Da bringt mich keiner hin.

    • Warum gruselt dich Berlin?

      Interessiert mich einfach 😂. Ich finde München übrigens toll.

      • Als ehemaliges Land-Ei 😂😂😂 ist mir Berlin zu groß, die Kriminalitätsrate zu hoch 🙈, um nur 2 Beispiele zu nennen. Ich durfte einige Berliner kennenlernen- sehr nette, coole Leute, davon könnte sich so manch stocksteifer Münchner ne Scheibe abschneiden.....aber trotzdem, die Lebensqualität ist hier in München einfach höher.
        Bin wohl spießig 😂😂🙈

    Das klingt ja traumhaft. Darf ich fragen, welcher Stadtteil das ist?

(16) 29.06.19 - 07:32

Wir leben mit 2, hoffentlich irgendwann 3 Kleinkindern zentral in der Großstadt. Ich koennte es mir nicht anders vorstellen da ich in einer Kleinstadt und später noch ländlicher aufgewachsen bin und es so ab 13 etwa furchtbar fand, vor allem rückblickend. Klar konnte ich jeden Tag reiten, aber das kann man auch hier 15min entfernt. Wir fahren 5 Minuten Fahrrad am Fluss entlang und sind am gruenguertel der fuer mich ein richtiges Waldgebiet mit Gewässern und reitwegen ist. Mehr Natur brauche ich und die Kinder meiner Meinung nach auch nicht. Meine Eltern wohnen noch auf dem Land und fahren jeden Meter mit ihren 2 Autos. Das ist für mich keine Freiheit.

  • (17) 29.06.19 - 07:43

    Wir wohnten uebrigens auch schon in einer 3 Mio. Und einer ueber 20mio Einwohner Stadt und es war zu hause ruhiger als bei meinen Eltern die eine Landstraße in der naehe haben von der man im Sommer die lauten motorraeder und teilweise wenn Stau auf der Autobahn ist zahlreiche Lkws hoert. Das Landstraßenproblem hat auch eine freundin die sehr schoen ländlich in stadtnaehe wohnt. Dieses städtische grundrauschen stört mich weniger als solcher lärm.

(18) 29.06.19 - 08:00

Hallo,

Wir leben in Hamburg, mit der Ubahn sond wir innerhalb von 10 am Hbf, also noch recht zentral. Wir machen vielen mit dem Fahrrad. Ein Auto haben wir aber auch. Den Kinderarzt können wir mit dem Bus, dem Fahrrad und mit dem Auto gut erreichen.
Als die Kinder kleiner waren, haben sie viel im unserem kleinen Garten im Sandkasten gespielt, jetzt haben wir ein kleines Trampolin. In 5 min sind wir zu Fuß im Park mit großem Spielplatz, mit dem Fahrrad erreichen wir innerhalb von 15 min einen Badesee. Die Kinder können sich " frei bewegen" und sind sehr selbständig.
LG Onetta

(19) 29.06.19 - 08:12

Wir haben in der Stadt und auf dem Land gewohnt und ich denke, die Vor- und Nachteile schwanken je Alter der Kinder.

Von 0 - 6 Jahre überwiegen m.M.n die Vorteile der Stadt. Unser damaliger Stadtteil z.B. hat grossartige Spielplätze, auf denen immer was los war. Eltern und Kinder haben ruckzuck Kontakte geknüpft und der Transport von Kindern und Einkäufen erfolgte per Fahrradanhänger.

Von 6 - 12 Jahren spielt das Dorf seine Trümpfe aus. Die 'Hood' der Kinder ist überschaubar, genauso wie das Freizeitangebot, so dass sie sich früh ziemlich selbstständig bewegen können und überall Freunde und Bekannte treffen.

Ab 12 Jahre wird die Überschaubarkeit dann schnell zu eng. Wer keine Lust hat auf die Dorf-Klassiker (Feuerwehr, Fussball, Reiten) muss fahren bzw. gefahren werden. Und auch die Auswahl der weiterführenden Schule ist eher eingeschränkt. Und Freizeitangebote nach 20.00 Uhr? Vergiss' es.

Grüsse
BiDi

(20) 29.06.19 - 09:29

Ich habe früher in Düsseldorf-Grafenberg am Ostpark gewohnt, ein etwas besseres Viertel, Haus direkt am Park, mitten in der Stadt, öpnv vorhanden, Ärzte, Supermärkte, alles da.

Dann weiter in Frankfurt an verschiedenen Stellen (Dichterviertel mit Villen, Sachsenhausen), dann weiter raus Richtung Taunus, aber auch nur 12-15 km von der Innenstadt. Überall gleich gute Versorgung und Anbindung. Vom Taunus gibt es S-Bahn in die Innenstadt, aber ich fahre freiwillig Auto (4 verschiedene Strecken und 2 Schleichwege), da ich im Zentrum einen Firmenparkplatz habe.

Es geht alles, wenn man will und das nötige Kleingeld hat.

Vom bloßen „Draußen sein“ halte ich ab Grundschulalter wenig. Natürlich dürfen Kinder spielen, aber uns ist wichtig, dass das Kind Musikunterricht bekommt und im Sportverein ist, selbständig mit Straßenbahn fahren kann, Tochter zu Hobby Nähkursen etc.

Ich bin selbst auf dem platten Land aufgewachsen. Spätestens ab Teenager-Alter wartet man an der Bushaltestelle, dass das wahre Leben anfängt.
Meine Kindheit „draußen“ war teilweise auch viel ungenutzte Zeit und brach liegen lassen von Interessen und Begabungen.

Gerne hätte ich Klavier spielen und richtig gut schwimmen gelernt, war mir aber nicht vergönnt, da zu weit, zu viel Fahrerei, kein Klavierlehrer vor Ort, bla, bla... Und nein, es wäre nicht „zu viel“ geworden. Ich hatte immer super Noten ohne viel zu tun, es wären also noch freie Nachmittage verfügbar gewesen für sinnvolle Beschäftigung.

(21) 29.06.19 - 10:18

Hallo,

wir wohnen mit bald drei Kindern glücklich in Berlin. Auto brauchen wir keins, weil wir Dank der guten Infrastruktur alles problemlos per Fuss/Fahrrad/ÖV erreichen können. Auch den berühmten urbia-Wocheneinkauf können wir problemlos so bewerkstelligen 😉 unser Kinderarzt ist 400 Meter entfernt.
Was ich immer wieder hier lese und ehrlich gesagt etwas kleingeistig finde: dieses Pauschalurteil über Berlin als nicht Familienlebenswerte Stadt. Berlin hat 4 Millionen Einwohner - natürlich findet man hier alle möglichen Gegenden und Wohnmöglichkeiten. Und auch sehr familienfreundliche. Unsere Kinder können auch draußen mit den Nachbarskindern spielen und haben die Natur in unmittelbarer Nähe - und trotzdem wohnen wir in der Stadt und nicht am Stadtrand 😊
Natürlich gibt es hier auch Gegenden, wo ich niemals wohnen möchte, aber muss ich zum Glück auch nicht.
Ich mag die Offenheit und Beweglichkeit des Stadtlebens und kann mir auch hier genug Momente der kontemplativen Naturbetrachtung schaffen.

Liebe Grüße, c

(22) 29.06.19 - 10:27

Mir gefällt dein Beitrag, weil es mich auch schon immer interessiert hat.
Waren wie ihr mal zu Besuch in einer richtigen Großstadt. Allerdings mit dem Auto. Am Schlimmsten fand ich es, wenn man sich verfahren hat, dass man nicht einfach umdrehen konnte bei der nächsten Haltestelle oder Einfahrt, da beidseitig 4spurig. Genauso wenig einfach mal kurz über die Straße gehen. Latschen bis zur nächsten Fußgängerampel. Dabei war unser Hotel am Stadtrand. Blaulicht dort Blaulicht da.Als sauber empfand ich die Straßen und Häuser auch nicht überwiegend. Staub, Schmutz an den Hauswänden, Graffitis und Schmierereien.
Mal zu Besuch in die Großstadt ja, aber dort leben nein. Dazu bin ich wohl auch zu sehr ein Landei😂. Ich mag meine Berge, meine Seen, die Landschaft, die Ruhe und die viele Natur ringsum. Unsere nächste Stadt hat 100 000 Einwohner und ein Dorf im Gegensatz zu München (dort waren wir).
Selbst wohnen wir in einer Kleinstadt mit ca. 10 000 Einwohnern und ausgezeichneter Infrastruktur. Ich mags sogar, dass man sich kennt. Daher muss man schon viel Zeit zum Plaudern einplanen beim Einkaufen 😂

  • (23) 29.06.19 - 12:31

    Was das plaudern beim Einkaufen angeht da kriegt mein Mann jedesmal fast ne Krise. Wir treffen immer ein Nachbar oder ne Freundin oder den Chef vom Zeitungskiosk. Dat dauert dann auch mal länger. Wir wohnen in einer Großstadt.

(24) 29.06.19 - 11:30
UngernBerliner

Wir leben in Berlin, am Stadtrand. Ich würde gerne rausziehen. Leider hätten wir durch ein Dorfleben noch weitere Arbeitswege als eh schon. Aber mich bekommen halt keine 10 Pferde in manche Stadtbezirke 😅.
Klar, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Sportstätte haben wir viele, aber wie du schon sagst, ich würde mein Kind nicht alleine zum spielen rauslassen. Dafür ist in der Vergangenheit zu viel passiert in der Stadt...
Die Anonymität in der Stadt finde ich ebenfalls sehr schrecklich und der fehlende Respekt und Rücksichtsnahme.
Öffis fahre ich schon lange nur noch tagsüber... da laufen mir zu viele gruselige Gestalten rum 🙊.

Ich finde die Frage auch spannend und lese mal mit. Anscheinend wohnen die meisten trotz Stadt ja doch eher dörflich.
Bei uns kommt jetzt erst das zweite Kind und wir leben nicht unbedingt in einer Großstadt (knapp 200.000 Einwohner, Landeshauptstadt), dafür aber im Stadtzentrum an der Hauptverkehrsstraße. In den Zimmern, die zur Straße raus gehen, kann man zwischen 5 und 21 Uhr nicht das Fenster aufmachen, weil es einfach viel zu laut ist. Ein Bahnhof ist auch direkt nebenan. Der Vorteil ist natürlich, dass Bus, Tram und Bahn direkt vor der Haustür abfahren. Allerdings vibriert unsere Wohnung, wenn die Tram vorbeifährt. 😂
Wir lieben unsere Stadt sehr, sie ist an sich gemütlich und hat in Sachen Parks und Wasser viel zu bieten. Das Leben mittendrin ist allerdings für uns nichts auf Dauer. Wir wollen mehr Ruhe draußen, einen eigenen Garten und ein Haus mit mehr Platz. Die Mieten sind hier auch unverschämt hoch. Wir werden allerdings hier in der Nähe bleiben, da es mir wichtig ist, gute Einkaufsmöglichkeiten und eine größere Auswahl an Ärzten in weniger als einer halben Stunde zu erreichen.

Top Diskussionen anzeigen