Familiäre Verpflichtungen, freiwillig oder zwangsläufig?

    • (1) 13.07.19 - 18:35

      Liebe Forengemeinde,

      mir fällt leider keine bessere Überschrift ein. Eigentlich habe ich nichts gegen familiäre Verpflichtungen. Meine Mama und Schwiemu haben wir eigentlich immer gerne besucht, ebenso den Rest der eigenen Familie- oder Schwiegerfamilie, weil es eben nicht im übertriebenen Maße war, so ein bis zweimal im Monat. Besuche im Krankenhaus waren auch immer regelmäßig ebenso die Besuche (1x die Woche) bei meiner Mutter im Pflegeheim.

      Was mir aber aufgefallen ist (es sind doch viele Threads), das hier familiäre Verpflichtungen übergriffig eingefordert werden. Sei es der tägliche Besuch der Omas oder Opas bei jungen Eltern, die gerade Nachwuchs bekommen haben. Also keine Möglichkeiten sind zur Baby-Gruppe zu gehen oder Freunde zu besuchen. Weil es so hört sich das für mich an durch die täglichen Besuche der Großeltern praktisch unterbunden wird bzw. nicht erwünscht ist, etwas anderes zu machen. So etwas finde ich absolut fürchterlich und ein Grund dafür mich zu wehren.

      Oder Großeltern den Besuch regelrecht einfordern z.B in der Woche, aber man selber noch genügend andere Termine auf den Zettel hat. Oder Krankenhausbesuche Familienangehörige werden eingefordert, aber nicht so wie man es zeitlich gerne möchte. Es gibt noch viele andere negative Beispiele.

      Ich kenne es allerdings auch aus meiner Familie. Da werden Besuche eingefordert, die ich eben halt zeitlich nicht auf die Reihe bekomme durch meine Arbeitszeiten, Termine meines behinderten Kindes (die sind manchmal nicht zu knapp). Und diese hätte ich bitteschön ohne das Kind zu bewerkstelligen. Tja und wenn man kein Aufpasser hat, dann geht das eben nicht. Dafür gab es ordentlich Streit und anschließende Funkstille. Brauche ich nicht. Mehr dazu aber nicht.

      Wie sieht es bei euch aus? Werdet ihr von familiären Pflichten erdrückt oder ist alles easy?

      LG Hinzwife

      • (2) 13.07.19 - 19:04

        Hi,
        ja das kenne ich hier auch.wir haben zwar nur ein Kind und nur einen Oma und Opa aber hier werden Besuche mit „Kommentaren“ quasi eingefordert.

        Wir haben ein sehr sensibles Kind, welches die ersten Wochen mit Kolliken zu kämpfen hatte, Verständnis gleich null, dass man sie nicht besucht 1 Stunde einfacher Fahrtweg.
        Nun schreit unser Kind auch beim Autofahren es ist einfach zu viel und für mich und Baby eine echt stressige Angelegenheit.
        Beide haben Autos und kommen uns ab und an besuchen, wo wir aber Kommentare hören müssen, von wegen man sehe das Enkelkind zu wenig und erwarten dass wir hinfahren.

        (3) 13.07.19 - 19:24

        Bei uns ist es sehr easy. Meine Eltern leben fast 200km weit weg, ich sehe sie alle 2-3 Monate.
        Die Schwiegereltern sind leider verstorben, lebten in der Nähe. Manchmal haben wir die mehrmals in der Woche gesehen, manchmal wochenlang nicht. Eben so wie es gepasst hat.
        Als meine Schwiegermutter sehr krank wurde und ins Pflegeheim kam, haben wir uns mit den Geschwistern abgesprochen, wer wann kommt. Einfach das nicht alle auf einmal dastehen und dann tagelang niemand. Das hat immer gut geklappt.

        LG

        (4) 13.07.19 - 23:28

        es wird eingefordert. Selten offen, oft hintenrum, zwischen den Zeilen oder sich bei Freunden von uns beschwert, dass man das Enkelchen nicht öfter sieht, oder man benutzt die Kleine dafür (hier sind Oma und Opa, du weißt gar nicht mehr wer wir sind- die ist übrigens ein paar Monate alt!!!),... wir sehen uns nicht wöchentlich und das würde auch gar nicht gehen aus terminlichen Gründen. Aber durch so ein Verhalten macht man es nicht besser.

      • (5) 14.07.19 - 09:06

        Ich habe kein Problem damit auch im familiären Kreis zu sagen, dass es mir zu viel wird.

        Ich sehe meine Familie wirklich gern (ich zähle hierzu auch die Schwiegerfamilie, da wir ein sehr gutes Verhältnis haben) aber was zu viel ist, ist zu viel. Und sei es nur, weil es mir grad nicht gut geht oder wir sehr viel zu tun haben.

        Man kann doch sprechen. Niemand kann mich zwingen, ihn zu besuchen.
        Ich habe aber zum Glück auch niemanden, der nicht respektiert, wenn ich sage: "Mir ist das grad zu viel, beim nächsten Mal bin ich wieder dabei!"

        (6) 14.07.19 - 09:14

        Hi,
        unser Großer war das 1. Enkelkind meiner SchwieMu, damals wohnten wir noch ca. 60 km voneinander entfernt. Sie hat das schon vor der Geburt subtil eingefordert, indem sie sich darüber traurig gezeigt hat - vor meinem Mann -, dass sie annahm, dass meine Mutter viel mehr mit ihm zu tun haben wird usw. Mein Mann ist auf dem Ohr taub. Als er auf der Welt war, kamen immer mal wieder Spitzen. Wir haben uns regelmäßig getroffen, aber nicht wöchentlich. Es gab einen Vorfall, da hat’s dann mal richtig gescheppert, danach war’s entspannter. Trotzdem war sie teilweise recht übergriffig.
        Mittlerweile hat sich das alles entspannt, wir haben noch ein Kind, Schwager zwei und wir wissen ihr Engagement zu schätzen.
        Aber die Anfangszeit war holprig.

        vlg tina

        • (7) 14.07.19 - 18:31

          Hoffentlich wird es bei uns auch entspannter. Dieses subtile und dann noch unterschwelliges Konkurrenzverhalten kotzt mich auch an. Leider einziges Enkelkind weit und breit. Das müssen wir dann ausbaden und dann noch auf sämtliche Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Denn auf einmal benehmen sich die Schwiegis wie kleine Kinder, denen man den Lutscher weggenommen hat. Und ich sehe mich nicht als Enkelkindlieferant, der die Kleine am besten noch gerecht verteilen muss.
          Ich hoffe das legt sich mit der Zeit. Wenn man sich einfach mal normal gegenüber der Kleinen verhalten würde, wäre alles einfacher.

      (8) 14.07.19 - 09:25

      Bei uns ist das zum Glück ziemlich entspannt. Meine Eltern wohnen ganz in der Nähe. Sie sind Rentner, engagieren sich aber selbst auch im Ehrenamt, gehen zum Sport oder unternehmen andere Dinge. Sprich: sie haben selbst weder Zeit noch Muße sich ständig hier einzuladen.

      Eher ist es so, dass meine Tochter regelmäßig zu ihnen möchte und sich selbst einlädt. 😁

      Meine Schwiegereltern wohnen 100 km entfernt. Sie sind selbst nicht mehr so mobil und wir fahren eher dort hin zum Besuch. Sie freuen sich, wenn wir kommen, fordern aber nichts ein.

      Hier hat keiner ein Problem zu sagen, wenn ihm mal was zu viel ist, es ist aber auch keiner beleidigt, wenn einer genau das äußert.

      Mit Tanten, Onkeln und sonstigen Verwandten ist es im Grunde ähnlich. Alle haben ihr Leben, wir verabreden uns gerne mal untereinander (sowohl mein Partner als auch ich haben mehrere Geschwister), aber wenn es zeitlich nicht passt, passt es nicht.

      Danke für eure Antworten. Bis auf die eine Familienangehörige ist bei uns alles entspannt. Und zu dieser habe ich auch seit einigen Jahren kein Kontakt mehr.

      Vielleicht gibt es aber hier noch welche, bei denen es in der Familie wegen den ganzen Übergriffen der Familie bzw. Schwiegerfamilie negativ läuft. Das müssen ja nicht nur die Großeltern, sondern vielleicht auch Geschwister oder Schwager oder Schwägerin sein.
      K**z euch einfach mal aus hier. Vielleicht kommen ja noch mehr Antworten.

      LG HInzwife

      (10) 14.07.19 - 14:36

      Yeeeeih, auskotzen ;-) Da bin ich doch dabei.

      Wir gehören zu denen, die oft überrumpelt werden. Eltern und Schwiegereltern laden sich einmal pro Woche ein. Natürlich immer getrennt voneinander, sodass direkt 2 Tage verplant sind. Da meine Eltern keine Lust auf gemeinsame Aktivitäten haben und meine Schwiegereltern zu alt (biologisch wie innerlich) sind, hocken wir dann Zuhause rum. Neulich hatte mein Schwiegervater Geburtstag und rief einen Tag vorher an. Er habe eine suuuuuper Idee. Er feiere seinen Geburtstag einfach bei uns, dann habe er weniger Arbeit. Da habe ich dann aber mal Veto eingelegt. Heute rief der Schwager an, sie wollen was mit uns machen. Hatten andere Pläne aber mein Mann knickt dann wieder ein und ich kann zusehen wie ich die eigentlich anstehenden Dinge auf die Kette kriege.
      Was mich früher ohne Kind noch viel mehr genervt hat, war wenn ich arbeiten musste. Ich hatte fast 10 Jahre lang neben meinem Vollzeitjob einen Nebenjob, weil wir das Geld einfach brauchten. Jedes Mal wenn ich eine Feier o.ä. absagen musste weil ich arbeiten musste, wurde ich blöd angemacht. Ich könne doch gefälligst frei nehmen! Und zwar spontan am gleichen Tag noch. Als sei das keine Arbeit (weil es ja Wochenende ist), sondern ein Hobby. Da durfte ich mir schon viele Sprüche anhören. Wenn mein Mann unter der Woche nicht mit zu Terminen kann, ist das nur was ganz anderes. Seine Arbeit war in den Augen seiner Familie immer mehr wert als meine. Das hat mich immer verletzt.

      • Das hört sich ja schrecklich an. Haben die Eltern bzw. Schwiegereltern Langeweile? Finde ich auch ganz schön frech von deinem Schwiegervater, dass du seinen Geburtstag ausrichten darfst. Und dein Mann darf dann gerne alleine etwas mit deinem Bruder unternehmen, da musst du dich ja nicht einklinken.

        Hört sich jetzt doof an, am besten man geht Arbeiten, hat feste Termine mit den Kindern und für sich selber. Da kann sich nämlich keiner so schnell einladen. Oder eben der ganzen Woche eine ganz andere Struktur geben und dann sagen sorry diese Woche geht es eben nicht mit Besuchen.

        Ich hatte vor einigen Jahre, aber nicht im Übermaße, das Problem das ein Geschwisterteil bei uns vor der Tür stand und uns besuchen wollte. Ich sagte dann ganz entspannt, kommst ungünstig, Termin mit Kind, zog mich und das Kind an und begleitete Geschwisterteil vor die Tür. Passierte nie wieder. Rief dann vorher an. War zwar nicht so nett, aber die müssen auch mal begreifen, dass man etwas vor hat und nicht einfach so in den Tag hineinlebt.


        LG Hinzwife

    (12) 15.07.19 - 08:55

    Wir werden nicht erdrückt.
    Meine Schwiegereltern wohnen neben an (haben einen Bauernhof) und haben von anfang an gesagt "sie werden nicht einfach so vor der Tür stehen und uns überfallen"

    Wir teilen uns zwar einen gemeinsamen Hof, aber sehen uns (wenn es icht einer will) sehr selten. Aber ich muss sagen, ich geh gerne zu ihnen. Mittlerweile ist mein großer schon so groß und der Opa nimmt ihn mit dem Traktor mit.
    Da ist es eher umgekehrt 😂 wir belagern sie 😂 wir gehen fast jeden Tag zu ihnen, wenn sie arbeit haben helfen wir und wenn sie keine zeit haben gehen wir wieder.

    Meine Eltern wohnen weit weg und sehen meinen kleinen weniger. Aber da kommt auch schon mal ein Anruf "seit ihr zu Hause, wir würden gerne vorbei kommen"
    Da reicht ein ja, könnt ihr oder nein, wir haben leider was vor.
    Keiner ist beleidigt nur weil er jetzt nicht den enkel sehen kann.

    Für die Familie hab ich immer Zeit, ich besuche oder bekomme gerne Besuch von Familie/Verwandten. Bei meinen Mann sieht es anders aus. Der braucht nicht jede Woche wen da haben (ihm würde es reichen wenn es einmal alle 2 Monate ist 😂) und das ist egal ob meine oder seine Verwandtschaft 😂

    Erst gestern sagte er zu mir "er macht das nur wegen mir" 😂 für ihn sind Besuche bei Familie pflichttermine

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