Tipps gegen Kaufsucht

    • (1) 20.10.19 - 22:04
      Bitteumtipps

      Hallo,

      Ich schreibe mal Anonym, weil es mir echt peinlich ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich kaufsüchtig bin. Besonders im Online Shopping ist es extrem.
      Ich bin täglich die Online Shops am durch kämmen und bestelle mindestens jeden zweiten Tag. Wir haben ein hohes Einkommen, aber durch meine Kaufeskapaden landen wir immer im Minus.
      Mein Mann kennt sich mit unseren Finanzen nicht aus und sagt nichts.
      Ich kaufe viel Kleidung für mich und meine Tochter. Sie hat bestimmt alleine dreißig Kleider im Schrank.
      Naja, aus verschiedenen Gründen möchte ich dringend davon wegkommen.
      Ich hätte gerne die Möglichkeit, dass ich eibfach die großen Online Shops für eine Weile sperre auf meinem Laptop und Handy. Geht so was?
      Dann habe ich gedacht, dass ich mir vielleicht ab November mal ein Limit setze. Vielleicht zwei hundert Euro (aktuell sind es bestimmt tausend Euro Minimum, die ich ausgebe) im Monat und auch vorher überlege, ob ich oder wir es wirklich brauchen.
      Vielleicht sollte ich auch mein PayPal Konto sperren und meine Kreditkarte weglegen.

      Beim Recherchieren im Internet habe ich von Selbsthilfegruppen gelesen. So was gibt es hier aber leider nicht.
      Ob ich damit zum Arzt soll, weiß ich nicht.

      Ich shoppe häufig aus Langeweile und habe starke Beziehungsprobleme mit meinem Mann. Trennung steht im Raum.

      Naja, habt ihr Tipps für mich?

      • Zuerst einmal solltest du mit offenen Karten spielen - gegenüber deinem Mann und vielleicht auch anderen Familienmitgliedern / nahe stehenden Personen. Auch wenn ihr bereits Probleme habt und die Trennung bereits im Raum steht, so verprasst du nicht dein Geld, sondern sein Geld und das ist schlichtweg unfair.

        Ich denke nicht, dass Onlineshops meiden und PayPal-Konto löschen dauerhafte Lösungen sind. Du wirst - wenn du einer Kaufsucht unterliegst - andere Mittel und Wege finden. Daher denke ich, dass professionelle Hilfe das einzig Richtige sind. Vor allem, wenn ihr euch trennt und der Verdienst deines Mannes wegfällt.

        • (3) 20.10.19 - 22:11

          Danke für deinen Tipp.
          Ich arbeite übrigens auch und verdiene nicht viel weniger als mein Mann, daher verpasse ich wenn überhaupt unser Geld...

          • (4) 20.10.19 - 22:12

            Mit meinem Mann habe ich schon gesprochen. Er hat mich da aber überhaupt nicht ernst genommen. Daher fällt mir auch der Gedanke schwer mir professionelle Hilfe zu suchen. Da ich dort auch Angst hätte, dass die denken ja labber du mal.

      Hallo, ich finde Du machst Dir ja schon viele Gedanken darüber und wenn Du Dir ein Limit setzt
      und Kreditkarte/ Paypal erstmal nicht mehr für Dich zugänglich machst klingt das vernünftig.
      Ich denke aber, dass Du Dir zusätzlich noch therapeutische Hilfe holen solltest( um die Gründe/Probleme der Kaufsucht zu „analysieren „)
      Eventuell auch eine Paartherapie( falls Dein Mann dazu bereit ist).
      Alles Gute für Dich!
      Nuriaa

    • Ich muss sagen, bei dem beschriebenen Ausmaß, kommst du sicher am besten, wenn du dir professionelle Hilfe suchst. Die Caritas könnte ein erster Ansprechpartner sein.
      Tipps, wie die Sachen nur in den Warenkorb zu legen und eine Nacht drüber zu schlafen, bevor du bestellst, helfen dir sicher nicht mehr weiter.
      Ansonsten würde ich als erste Maßnahme jeden Monat Betrag X vom Girokonto auf ein Sparkonto o.ä. verschieben, wo du nicht so leicht rankommst (ich hab auf mein Sparkonto z.B. keinen Zugriff übers Onlinebanking)... Wenn kein Geld da ist, gibst du es vielleicht auch nicht aus.

      (8) 20.10.19 - 22:53

      Du bist süchtig, dass ist Fakt. Du bewegst dich in den nicht Stoffgebundenen Süchten, unter denen man auch die pathologische Spielsucht definieren würde. Das darf man nicht unterschätzen und sollte professionell behandelt werden. Zu versuchen einfach alles zu vermeiden, sich Limits zu setzen etc. Erzielt oftmals leider nicht den gewünschten Effekt. Du musst nämlich nach der Ursache schauen, warum du dich so verhältst, was deine Sucht steuert und dagegen angehen. Andernfalls wirst du immer rückfällig werden. Schlimmstenfalls wird der Druck, durch das vermeiden so hoch, dass du in einen Kaufrausch schlitterst und erst recht alles verprasst. Daher empfehle ich dir wirklich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sprich mal mit deinem Hausarzt und lass dir Adressen geben, wenn du selber nicht weißt, wonach du genau suchen musst.

      Viel Glück

      Ich war wie du. Ich habe spätestens jeden zweiten Tag online was zum anziehen bestellt. Ich habe noch Jahre später Klamotten mit Etikett im Schrank gefunden, an die ich mich gar nicht erinnern konnte.

      Zalando, h&m und co Pakete stapelten sich. Ich hatte das Geld. Das war nicht das Problem. Aber dadurch konnte ich in der Zeit nichts beiseite legen.

      Irgendwann wollte ich das nicht mehr. Ich hab klein angefangen. Habe auf mein Paypal Konto 100€ aufgeladen und nur diese Summe monatlich ausgegeben. Alles was ich nicht ausgegeben habe, kam am Monatsende auf ein Tagesgeldkonto.

      Irgendwie hat es mich happy gemacht, dass dieses Geld jeden Monat mehr wurde. Also bestellte ich immer weniger. Anfangs packte ich die sachen nur in den Warenkorb und ließ ihn dann verfallen. Das hat mich schon befriedigt.

      Bis heute mach ich das mit den 100€ so. Und bestelle wirklich nur noch aus Lust alle paar Wochen und manchmal sogar nur noch alle paar Monate.

      Ich habe all meine Klamotten ordentlich sortiert und weiß genau was ich habe und was wozu passt.

      Mit den Massen an Klamotten kann ich noch jahrelang immer wieder neue Outfits kreieren🙈.

      guter tipp!

      (13) 21.10.19 - 13:32

      Dank dir. Das ist ein toller und umsetzbarer Tipp.

(14) 21.10.19 - 06:05

Ich kenne das Problem in der Art, dass ich unnötiges Zeug kaufe, wenn es mir psychisch nicht gut geht. Wenn i h mich überfordert oder einsam fühle. Nicht gesehen oder geschätzt.mir hat es geholfen an der Ursache zuarbeiten. Ich würde die auch zu professioneller Hilfe raten.

Dein Mann hat vielleicht aus Hilflosigkeit oder Unverständnis so reagiert.

Guten Morgen!

Ich finde es prima, dass du dein Problem erkannt hast und angehen möchtest, das ist doch schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung.
An deiner Stelle würde ich mir bis Ende des Jahres eine Frist setzen, deine Ziele zu verfolgen und wenn das nicht klappt, im neuen Jahr weitere Schritte, evtl professionelles Unterstützung suchen, angehen.

Ich kaufe auch seeeeehr gern für die Kinder. Unsere Kleider- und Schuhschränke willst du lieber nicht sehen.
Mir hat folgendes geholfen:
Ich kaufe ausschließlich über PayPal. Anfang des Monats packe ich dort 250 Euro drauf. Wenn weg, dann weg. So überlege ich zu Beginn des Monats gründlicher, ob jemand eine Winterjacke oder Schuhe benötigt, also größere Ausgaben. Der Rest ist dann "Luxus"..... Viele ONLINE Shops haben PayPal, das kannst du in deiner Zahlungsmethode eingeben. Wer das nicht hat, da kaufe ich nicht ein. Keine Abbuchungen mehr, keine Rechnungen mehr. Was dann doch nicht gefällt, wird zurück geschickt und das Geld landet wieder auf dem PayPal Konto. Das motiviert mich, genauer zu überlegen, ob wir es wirklich brauchen oder nicht. Beim Kauf auf Rechnung packe ich den Warenkorb immer voll in der Annahme, ich schicke einen Teil zurück, was dann aber meist nicht passiert😅
Selbst bei Mamikreisel zahle ich nur per PayPal oder lasse es, wenn es nicht anboten wird sein.

Auch verkaufe ich gern bei Mamikreisel, aber nur über PayPal. Das Extrageld ist also "zur freien Verfügung ".

Vielleicht ist das eine Idee für dich?!?!

Allerdings stolpere ich über deine Aussagen zu eurer Ehe?! Was liegt da im Argen? Solltest du da ansetzen? Oftmals ist Kaufsucht eine Art der Befriedigung bei unglücklichen Menschen...... DAS wäre mein Punkt 1, wo ich genauer hinsehen würde.

Liebe Grüße vom Hummelinchen

(16) 21.10.19 - 09:08

Moin #tasse

Mein Ex-Mann hat dieselben Probleme.
Alle "Disziplinierungsmaßnahmen" brachten nur vorübergehend etwas.

Jetzt lebt er seinen Kaufrausch mit einer anderen Frau aus und ich kann wieder ohne Bauchweh meinen Kontostand checken.

Aufgrund der Erfahrungen denke ich, nur Konto sperren etc bringt nichts. Ich würde mich an deiner Stelle an eine Beratungsstelle wenden. Vll sogar als erstes und hinterher dem Mann Bescheid sagen. Dann sieht er, dass du schon aktiv geworden bist...

Alles Gute!
Nele

ich shoppe auch sehr viel, da ich karten sammel. manche einzelkarten sind auch viel wert und da stecke ich schon tiefer in die tasche. mittlerweile muss ich mich aber auch stoppen, wir sind vom minus weit entfernt, aber es belastet schon die haushaltskasse.

ich kann dir empfehlen, einen bestimmten geldbetrag jeden monat abzubuchen und den bar auszugeben, d.h. erst mal kein online-shopping zu betreiben. und den betrag kürzt du jeden monat, bis er für euch angemessen ist.

eventuell auch ein hobby suchen, sport treiben etc.

was empfindest du beim shoppen? für mich liegt das glücksgefühl im bezahlen und öffnen des pakets und das hoffen auf eine wertvolle karte in den boostern.

(18) 21.10.19 - 13:42

Hey ihr,

ich antworte mal im Allgemeinen. Erst mal vielen Dank für die vielen guten Tipps. Die helfen mir wirklich. Ich werde jetzt erstmal versuchen das Ganze umzusetzen und werde euch auch Rückmeldung geben.

Danke und liebe Grüße von

Bitteumtipps, die jetzt immerhin schon seit Freitag kauffrei ist

(20) 21.10.19 - 13:50

1. therapeutische Hilfe, Beratungsstelle, Suchtprävention

a) bezüglich der Sucht
b) bezüglich der Beziehungsprobleme, die sich auf diese Weise auswirken.

Die Kaufsucht eindämmen ist eine gute Idee.
Wenn die Ursache nicht behandelt wird, sucht sich die Sucht ihren Weg in anderen Süchten..


2. Hilfe holen.
Z.B. Freunde/ Vertraute mit einbeziehen.

Eigentlich wollte ich vorschlagen, dass dein Partner dein Passwort ändert, das bringt nur nicht viel, wenn mit ihm die Probleme bestehen.

Warum hat er keine Übersicht über eure Finanzen?
Das wollte ich eigentlich als erstes vorschlagen, dass er sich da informiert.

3. wenn Trennung im Raum steht, Beratungsstellen aufsuchen, Anwalt und co.
Das hilft auch gegen Langeweile, weil du dann sinnvoll! beschäftigt bist.


4. nichts mehr online kaufen. Nicht mehr online stöbern!
Bewusst los gehen, wenn man etwas braucht. Das kostet Zeit, das kostet Nerven. Nichts bestellen, keine Kataloge.
Nur Bargeld dabeihaben.
Konto auf Sperre setzen: Überziehung nur noch möglich bis geringe Grenze.


5. ganz wichtig: Hilfe holen
Sucht ist eine Nummer zu hoch für alleine ein paar Maßnahmen umsetzen. Das geht eine Weile gut, sucht sich dann aber neue Wege (andere Sucht) oder bestehende Sucht bricht wieder durch.

Dennoch sind die Schutzmaßnahmen wichtig, vor allem am Anfang. Nur darauf verlasssen sollte man sich nicht. Sie sind wie Schwimmflügel im Meer, bis du sicher schwimmen kannst und die Küstenwache erreicht ist. ;-)

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