Hochsensible Kinder

Hallo liebe Eltern,
ich suche nach Erfahrungen mit hochsensiblen Kleinkindern, gerne auch von P├Ądagogen­čÖé.
In welchem Alter habt ihr es bemerkt bzw. wie wurde das festgestellt und wie sieht euer Alltag aus? Auf welche Art erzieht ihr? Bzw. auf welche Schwierigkeiten seid ihr da gesto├čen? Habt ihr das Thema im Kindergarten angesprochen oder wird man dabei nur bel├Ąchelt?
Vielen Dank schon einmal f├╝r das Teilen eurer Erfahrungen.
Sonnige Gr├╝├če von einem Sensibelchem

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Ich w├╝rde es auf alle F├Ąlle testen lassen, denn in meinen Augen ist "mein Kind ist hochsensibel" f├╝r viele Eltern ein Freifahrtschein ihr Kind nicht sozial-emotional zu f├Ârdern. Ich sehe den ganzen Hype um hochsensible Kinder sehr kritisch, weil es aucg Warhnehmungsst├Ârungen und sozial-emotionale Schw├Ąchen als Entwicklungsverz├Âgerungen gibt die sich ├Ąhnlich manifestieren und dann wird verpasst das Kind zu f├Ârdern um ihm zu helfen.

Unser Kind wurde von vielen auch als "sehr sensibel bis hochsensibel" eingesch├Ątzt, Tests bei Ergotherapeuten und SPZ haben allerdings ergeben dass eine Wahrnehmungsst├Ârung vorliegt, sensorische Reize k├Ânnen nur nicht richtig eingeordnet werden. Wir haben mit unserem Ergo gemacht auf Rezept und noch privat eine tiergest├╝tzte Therapie gemacht. Beides macht er sehr gerne, und es ist schon viel besser geworden, er ist viel ausgeglichener, es f├Ąllt ihm viel leichter sich in unbekannten Situationen zurechtzukommen und mit Un├╝├Ąsslichkeiten zurechtzukommen. Und auch auf anderen Gebieten macht sich gerade jetzt im Vorschulalter bemerkbar dass die Wahrnehmungst├Ârung anscheinend auch andere Bereiche gehemmt hat.

Schwierigkeiten hatten wir keine, wir haben die Auff├Ąlligkeiten offen mit den Erziehern besprochen und sie sind uns sehr entgegengekommen. Es wurde aber auch immer wieder angesprochen dass "wir ja auch was machen" und uns nicht nur "darauf ausruhen".

Erziehungstechnisch war es so dass er strikte Regeln und Grenzen brauchte in denen er sich zurechtfinden konnte, Heute ja und morgen nein ist absolutes Gift f├╝r solche Kinder, egal worin die Ursache liegt.

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wir haben es nie diagnostizieren lassen, - aber tausend Punkte sprechen daf├╝r, dass unser gro├če sehr sehr (hoch?)sensibel und sehr intelligent ist und wenig filtern kann.
manche stecken das in die gleiche Schublade, wie Asperger.

Mir waren in beiden F├Ąllen irgendwelche Diagnostiken egal, denn es bringt auch nix, wenn das Kind einen Namen hat ... in jedem Fall muss man einfach Tag f├╝r Tag lernen und lernen damit umzugehen....

Ich muss sagen: wir haben von Kleinkind an versucht, immer an Grenzen zu gehen. Wir haben versucht nicht all zu oft zu schonen. -- Wir sahen das als Training f├╝r sp├Ąter an und ich denke, damit sind wir ganz gut gefahren.

Bis heute d├╝rfen es nur superweiche Klamotten sein. -- egal: dabei bleiben wir.
Er zieht fr├╝her sonnenbrillen an im Fr├╝hling als andere Kinder und ist schneller kaputt, wenn es laut ist, --- aber deshalb haben wir die Vorab schon Sachen sein lassen, sondern haben vielleicht gerade auch deshalb erst recht gemacht.
Auch Kinderturnen, auch wenn er erst einmal alles aufnehmen und zuschauen musste es l├Ąnger gedauert hat, bis er mitgemacht hat.

Tja: p├Ądagogen sind wir alle keine hier, - aber so r├╝ckblickend sind wir ganz gut gefahren, diese turbulenten Situationen nicht zu meiden, sondern diese eben zu ├╝ben.

im Kleinkindalter war es eben: trotzdem ins Turnden, - trotzdem auf Strassenfeste und wenn es ihm zu viel wurde, dann eben nicht fl├╝chten, sondern erst einmal nur an den Rand oder so ....
Ich glaube, Du wei├čt was ich meine: - wir haben versucht, in allen Alltagssituationen wo es hell, laut und schnell wurde eben nicht zu vermeiden, sondern das eben bewusst auf unsere eigene Art zu ├╝ben.

Junior meidet heute, wenn er die Wahl hat immer noch Menschenansammlungen, Laute Feste u.├Ą. --- aber kann damit umgehen inzwischen und ist somit bei vielen Gelegenheiten eben dabei gewesen und dar├╝ber sind wir froh ....

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Hier genau dasselbe.
Ich habe es nie diagnostizieren lassen und werde es auch nicht tun.
Mein Kind soll in keine Schublade gesteckt werden.
Akzeptieren, dass jeder Mensch anders ist, hilft ungemein.
Es gibt viele Situationen, die mit einem hochsensiblen Kind viel schwieriger sind und mehr Zeit oder Nerven kosten. Aber das ist eben so.

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So wie bei meiner Vorschreiberin, so ist es auch bei uns.
Unser mittlerer war schon immer sehr sensibel und kann wenig filtern. Auch wir haben nie diagnostizieren lassen, weil im Grunde n├╝tzt es nix. Man muss damit umgehen lernen und das ist bei solchen Kindern eben auch unterschiedlich. Im Vergleich zu seinen Geschwistern ist er eben viel ruhiger und mehr f├╝r sich alleine. Das Spielen mit anderen strengt ihn an, weshalb er sowas oft meidet. Er wird dieses Jahr 13 Jahre alt und in der Schule ist er inzwischen angekommen. Die vielen Eindr├╝cke machten ihm die ersten Jahre gro├če Probleme, inzwischen kann er aber damit umgehen. F├╝r manche Dinge braucht er halt l├Ąnger bis er sie versteht, auf der anderen Seite hat er eine unglaublich gute Allgemeinbildung und verbl├╝fft viele Erwachsene wie er sich f├╝r sein Alter ausdr├╝cken kann. Wichtig ist es, das Kind zu nehmen wie es ist.

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Hallo,

ich wei├č nicht ob unseres HOCHsensibel ist, aber ├Ąu├čerst feinf├╝hlig ist er schon. Ich w├╝rde mich selbst auch als eher sensibel bezeichnen. Mache mir viele Gedanken und habe ├Ąu├čerst feine Antennen, was meine Mitmenschen so umtreibt.

Mein Weg f├╝r mich und unsere Kinder: Ich habe fr├╝h und viel kindgerecht erkl├Ąrt - die Welt ist wie sie ist und er versteht es super gut. Sich selbst akzeptieren lernen und andere sind f├╝r mich der Schl├╝ssel hierbei.

Alles Liebe Euch!

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Das kommt darauf an, wie es sich im Alltag auswirkt.

Es gibt viele Kombinationen. Vieles tritt einzeln auf, vieles auch in Kombination.

Z.B. ist bei ADS/ADHS oft hochsensibel dabei.
Nicht immer,
nicht in allen Bereichen ausgepr├Ągt,

bei manchen in fast allen Bereichen, bei anderen kaum.

Auch Hochbegabung, Hochsensibel, ADS/ADHS, Asperger k├Ânnen einzeln oder in Kombination(en) auftreten.


F├╝r meine Bereiche, in denen ich deutlich anders reagiere als andere, habe ich meine Schutzbereiche und Verhaltensweisen.
Z.B. wenn ich schneller sp├╝re (auch wenn ich keine Mimik lesen kann),
mehr sehe (Farbnuancen die andere nicht erkennen k├Ânnen - daf├╝r aber sehr viel weniger sehe, wenn es um Konturen, Formen geht),
mehr h├Âhre (h├Âhere Frequenzen/tiefe Frequenzen, die in meinem Alter schon untypisch sind - aber mein Gehirn Ger├Ąusche nicht zu einer Information bauen kann)

Wenn ich schneller reiz├╝berflutet bin
oder auf einem Suchbild alles gleichzeitig sehe
Stimmungen anderer schnell sp├╝re, aber nicht deuten kann.
Das stresst.

Im Alltag brauche ich Ruhezonen und Auszeiten, in denen ich Reize abgeben kann. Gespr├Ąche mit Menschen, mit denen ich emotionale Infos sortieren kann; zu ordnen, damit klar kommen.

Viele sagen, dass ich als Kleinstkind schon so war. Damit habe ich erwachsene gestresst, weil ich nicht 08/15 mitgelaufen bin, sondern Dinge entdeckt habe, die andere nicht wissen wollten. Teppich dr├╝ber wegsehen. Das hat nicht funktioniert, wenn ich dabei war.

Hochsensibel w├╝rde ich mich nicht sehen.
Auch wenn es bei mir durchaus ein ausgepr├Ągterer Baustein in der ADHS Diagnose ist.
Wenn ich als Kind nicht 08/15 gepasst habe, wurde mir ├╝berempfindlichkeit vorgeworfen. Heute wei├č ich, was es ist.

Und auch teilweise damit umzugehen.
Ich muss nicht alles m├Âgen, was andere m├Âgen. Freunde sind einige ├Ąlter, da sie mit der modernen Reiz├╝berflutung auch nicht mehr sooo sehr mithalten k├Ânnen oder andere Dinge zu sch├Ątzen wissen. Wenn auch aus anderen Gr├╝nden.
Besonders hilft es mir verl├Ąssliche Menschen im Umkreis zu haben, die von Natur aus verl├Ąsslich, klar, in sich stabil sind.
Dann muss ich nicht r├Ątseln, sondern kann mich fallen lassen, weil die Situation mit ihnen klar ist

Die Frage bei Diagnosen ist: wann helfen sie weiter und wann bremsen sie aus?


Ausbremsen: wenn man auf Grund der Diagnose vieles nicht macht, weil es nicht dazu passt.

Helfen: wenn man mit Intuiation, Bauchgef├╝hl und Unsicherheit nicht weiter kommt. Wenn die Welt drumherum zu laut ist und nur mit Nachteilsausgleich Hilfe geschaffen werden kann. Kleinere Klasse, Kopfh├Ârer oder so.
Oder auch wenn man selbst darunter leidet. Mal nicht der Au├čenseiter sein will, der schon wieder......
Da kann eine Diagnose helfen. Als Umsteigebahnhof. Nicht als Endstation!
Als Zwischenstation zu neuen Wegen, neuen Hilfsbahnh├Âfen #winke

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Vielen Dank f├╝r eure Erfahrungen und lieben Worte!
Wie ihr, sehe ich es auch als nicht gut an, da etwas diagnostizieren zu lassen. So eine Stigmatisierung w├╝rde ihm sicherlich nicht helfen. Bei uns kommt noch hinzu, dass er sehr aktiv ist und dann irgendwann alles ├╝ber ihn "zusammenbricht". Er sieht st├Ąndig ├╝berall die kleinsten Dinge und l├Ąuft dann sofort dorthin. Das ist manchmal etwas anstrengend, weil er sich einfach vergisst. Aber mit Kleidung und Sandkr├╝meln ist es auch so wie bei euch ­čśä. Aber er ist auch sehr mitf├╝hlend und sehr lieb zu Tieren oder Babys. Habt ihr im Kindergarten mit den Erziehern dar├╝ber gesprochen? Da die sensiblen Kinder ja doch eher etwas anders in der Erziehung reagieren.

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Die Stigmatisierung findet doch schon statt wenn Du annimmst dass Dein Kind hochsensibel sei. Du packst es ohne zu wissen ob es stimmt in eine Schublade, Du fragst jetzt schon danach wie man ein hochsensibles Kind erzieht.

Ich finde das ehrlich schlimm. Du steckst Dein Kind in eine Schublade, die die Dir am besten passt, anstatt analysieren zu lassen was wirklich los ist. Ohne zu pr├╝fen ob es nicht was anderes ist, ob Dein Kind F├Ârderung haben k├Ânnte, Hilfe bekommen k├Ânnte.

Dein Kind wird sowieso auf Grund seines Verhaltens in ne Schublade gesteckt werden!
Sorg lieber daf├╝r dass es die richtige ist!

Wei├čt Du warum viele sp├Ąt diagnostizierte ADHSler Depressionen bis hin zu Suizidgedanken haben? Weil sie von ihrer Umwelt in eine Schublade gesteckt wurden, aber eben in die falsche! Dein Kind wird mehr Hilfe und Verst├Ąndnis bekommen wenn ihr wisst was es wirklich ist! Und ihr m├╝sst ihr ja kein Schild umh├Ąngen "ich bin hochsensibel getestet", ihr m├╝sst es nur wissen wenn sie in eine falsche Schublade gesteckt werden soll!

Aber wie gesagt, es sollte auch die richtige Schublade sein.

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Also wirklich, jetzt ist mal gut. Wenn du nicht vern├╝nftig antworten kannst, dann lass es! Du scheinst mir ja auch so jemand zu sein, *SchubladeAuf*der die Anonymit├Ąt des Internets nutzt, um sich mal richtig aufspielen zu k├Ânnen *SchubladeZu*. Beruhigt dich mal und denk erst nach, bevor du in die Tasten haust! Ich hab nach Erfahrungen gefragt von M├╝ttern, die davon Ahnung haben und wie sich das bei ihnen auswirkt. Punkt aus, Ende. Was ich letztlich meinem Kind sp├Ąter f├╝r eine F├Ârderung zugestehen werde, wird sich mit der Entwicklung zeigen. Es kann und muss nix sein. Sollte sein Verhalten auff├Ąlliger sein, werde ich schon rechtzeitig die Fachleute aufsuchen, keine Panik. Mit diesen Verfahren kenne ich mich, aus beruflichen Gr├╝nden, sehr gut aus. Es war eine blo├če Frage aus Interesse, zu der du, mangels Erfahrungen, ├╝berhaupt nix beitragen kannst. Und um deine Klugheit, die du dir ja im unbegrenzten Ma├č selbst zuschreibst, zu "f├Ârdern", hier noch ein kleiner Hinweis f├╝r dich: Hochsensibilit├Ąt ist weder eine Krankheit noch eine Verhaltensauff├Ąlligkeit, sondern ein sehr ausgepr├Ągtes Temperamentsmermal. Wenn die anderen Userinnen und ich hier von einer "Diagnose" sprechen, bedeutet es, die Beobachtungen einem Kinderarzt zu schildern, der evtl. etwas dazu sagen k├Ânnte. So etwas fordert dann meist eher die Trend-Diagnose "ADHS" heraus.
Eigentlich sollte ich auf solche Beitr├Ąge gar nicht antworten. Du bist anma├čend, bildest dir ein Urteil, ohne nachzudenken und absolut unversch├Ąmt in deinem Ton. Die solche Ausf├Ąlle ist dieses Forum sicherlich nicht gedacht. Traurig.

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Hallo,

davon habe ich gleich zwei, leider war mir das nicht bewusst, als sie noch klein waren. Bei mir wurde k├╝rzlich die Hochsensibilit├Ąt diagnostiziert und nat├╝rlich wurden mir auch Fragen zu meinen Kindern gestellt. Schnell war klar, dass beide ebenfalls hochsensibel sind: Eines im kognitiv/emotionalen Bereich und das andere im taktil/emotionalen Bereich.

Wenn ich die Zeit zur├╝ckspulen k├Ânnte, f├Ąnde ich es wichtig, die Kinder mit ihren Empfindungen ernster zu nehmen. Ich habe oft genervt reagiert, wenn meine Kinder sich in meinen Augen ├╝bertrieben "angestellt" haben. Heute wei├č ich, dass sie mit der Situation einfach komplett ├╝berfordert waren.

Beispiele:

Taktil: Mein zweiter Sohn (ADS-Kind und Legastheniker) hat die taktile ├ťberempfindlichkeit. Wenn man ihn anfasst, quietscht er direkt los. Wenn er gekitzelt wird, f├Ąngt er nach kurzer Zeit an zu weinen. H├Ątte ich fr├╝her gewusst, wie ├╝bergriffig es sich f├╝r ihn anf├╝hlt, gekitzelt zu werden - besonders von Erwachsenen, gegen die er sich ja kaum wehren konnte - h├Ątte ich es fr├╝her viel intensiver unterbunden, anstatt meinem Sohn mit einer Art "Stell Dich nicht so an, ist doch nur Spa├č Einstellung" zu begegnen.

Emotional: Bis heute kann Sohn 2 (fast 12 Jahre alt) es kaum ertragen, wenn seinen zahlreichen Kuscheltieren "weh getan" wird, sie aus dem Bett fallen etc. Das "Mein Gott, das sind nur Stofftiere" behalte ich mittlerweile f├╝r mich, er empfindet es nun mal anders.

Sohn 1 hat fr├╝her von mir das "Stell Dich nicht so an" bekommen, wenn er sich weh getan hat. Nat├╝rlich war ich zur Stelle und habe getr├Âstet, wenn er sich wirklich verletzt hatte. Aber oft war es so unverh├Ąltnism├Ą├čig und f├╝r mich nicht nachvollziehbar. Es wurde f├╝r eine Kleinigkeit, bei der noch nicht einmal Blut kam, gebr├╝llt wie bei einem offenen Bruch. So laut, dass das halbe Dorf schon vor mir auf dem Fahrradweg stand um zu sehen, ob das gest├╝rzte Kind einen Krankenwagen braucht. Es ging aber nicht um die Schmerzen, die er empfunden hat, sondern um die Tatsache, dass er mit dem Fahrrad ├╝berhaupt gest├╝rzt war, obwohl er schon so lange Fahrrad fahren konnte. Verletzter Stolz quasi.

Heute ist er Teenie und ich nehme R├╝cksicht darauf, wenn er sich am Esstisch unauff├Ąllig die Ohren zuh├Ąlt, weil der Papa ger├Ąuschvoll kaut - er ekelt sich dann davor. Oder wir reden zu laut, dann bemerke ich ein schmerzverzerrtes Gesicht und zusammengebissene Z├Ąhne. Er wird deshalb nicht mehr kritisiert, ich verstehe es jetzt.

Hochsensibilit├Ąt ist in meinen Augen Fluch und Segen zugleich. Wenn mein drittes Kind auch so drauf sein sollte, w├╝rde ich es auf jeden Fall im Auge behalten, aber nicht breittreten. Im Kindergarten w├╝rde ich sagen, dass er schneller mal ├╝berreizt ist und dann eine Auszeit braucht. Oder ich w├╝rde das Thema mit der Leitung besprechen, damit die Erzieherinnen Bescheid wissen - und wohl noch Beispiele auff├╝hren, woran sie eine solche ├ťberreizung erkennen und wie sie dann reagieren sollen.

Anderen Eltern oder Kindern gegen├╝ber w├╝rde ich nichts sagen.

LG Scabra

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Hallo, unsere mittlere ist ein sehr sensibles Kind. Uns helfen feste Strukturen. Ohne die w├Ąre jeder Tag ein Kampf. Sie ist 4,6 Jahre alt. Gestern lief Heidi im kika. In der Folge verliert sie ihre Puppe auf dem Bahnsteig. Da flossen hier die Tr├Ąnen, mein Mann kam in die Stube und wusste gar nicht was los ist. Na einer ganzen Weile hat sie sich dann beruhigt. Anderes Beispiel, in der Kita klingeln wir und die Erzieherin kommt dann und holt die Kinder. Nun klingelte vor uns ein Kind aus ner anderen Gruppe und die Erzieherin wollte sie gleich mitnehmen. Ich habe gleich in ihrem Gesicht gesehen. Das L├Ącheln erstarrte pl├Âtzlich. Ich habe dann gesagt wir warten auf unsere Dame. Kaum war die an der T├╝r strahlte meine kleine madame wieder. Unsere Erzieher kennen sie und haben das gut im Griff. Bei manchen Sachen muss sie da ├╝ber ihren Schatten springen das geht in der Kita nicht anders. Daheim vermeiden wir Dinge von denen wir wissen das sie das sehr stresst. Sie war fr├╝her zb extrem empfindlich auf L├Ąrm. Nach der Kita war sie immer fix und fertig. Mit der Zeit ist es immer besser geworden. Manchmal steht sie sich selbst im Weg. Im Grunde unterst├╝tzen wir sie wo wir k├Ânnen, setzen aber auch Dinge durch die wichtig sind.

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Eine Diagnose ist in vielen F├Ąllen durchaus hilfreich. Ohne Diagnose sind eben in Kita und Schule schnell die M├Âglichkeiten ausgesch├Âpft. Ohne Diagnose werden f├╝r dein Kind n├Ąmlich keine F├Ârderkr├Ąfte, I Helfer o. ├Ą. bereitgestellt. Auch ist es oft hilfreich, wenn au├čerschulisch an Baustellen oder einfach nur an Bew├Ąltungsstrategien gearbeitet wird.
All diese Hilfe f├Ąllt somit weg und ihr und euer Kind m├╝sst quasi alleine damit zurechtkommen.

Wie jemand schon schrieb, eine Diagnose ist keine Endstation, sie hilft die Weichen zu stellen, um sich im Alltag besser zurecht zu finden.

Das eine Diagnose oftmals mit einem Stempel verglichen wird oder eben als Endstation, liegt eben an Eltern, die erst diagnostizieren lassen, wenn bereits massive Probleme aufgetreten sind und sie eben alleine nicht mehr weiterkommen.

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Das sehe ich auch so. Vor allem kann eine Therapie sehr hilfreich sein, um selbst noch einiges zu erkennen und um zu lernen, damit umzugehen.
Mir pers├Ânlich hat es unglaublich viel gebracht. Seitdem kann ich es auch akzeptieren, weil ich wei├č, warum ich so bin, wie ich bin.