Ich bin so negativ

Liebe Forengemeinde,

ich brauche mal Hilfe. Ich empfinde mich als ziemlich negativen Zeitgenossen. Irgendwie hab ich echt immer was zu meckern. Dabei bin ich mit meinem Leben zufrieden. Partnerschaft, Kinder, Job, Finanzen okay. Mit Auf und Abs, aber jetzt nicht Drama. Aber ich finde echt immer was und dann platzt es aus mir raus. Ich könnte sicher auch oft was schönes sagen (gerade weil ich es ja auch sehe), aber sagen tue ich meist nur das Negative oder es kommt immer ein ABER. " Urlaub war schön, aber ... ." Mit meinen Kindern meckere ich auch bestimmt 10 mal mehr, als das ich sie lobe. #schmoll
Ich finde mich gerade selber ganz blöd. #schmoll Hat jemand eine Idee, wie man dieses blöde Laster los werden kann? Ich will nicht mehr so eine Meckerziege sein.

Liebe Grüße die Ziege

3

Du liebe Ziege,

ich kann das gut nachvollziehen. Du siehst schon das Positive, aber irgendwie ist oft unnötiges "aber"...
Ich habe bei mir einige Dinge entdeckt, die mein Gemecker triggern. Wenn ich Schlafmangel habe, wenn mich gesundheitliches Zipperlein plagt, wenn ich mich nicht ausgewogen ernähre, wenn ich überfordert bin... und, und, und... Letztlich, wenn ich mich im Innersten unzufrieden fühle. Das hat nichts damit zu tun, dass deine Situation eigentlich zufriedenstellend ist. Die Vernunft sagt manchmal Sachen, die das Herz anders sieht.

Mein Rat wäre der Versuch, dich bißchen mehr um dich zu kümmern. Einfach mal nichts von dir selbst fordern. Ein Buch lesen (auch wenn die Fenster schmutzig sind), ein Schläfchen halten (auch wenn du in der Zeit die Wäsche machen wolltest), ein Bad nehmen, einen Spaziergang machen... was immer dir gefällt. Wenn du mit dir selbst Frieden findest, gibt das viel Gelassenheit. Du bist nicht die blöde Meckerziege. Ziegen meckern nämlich eigentlich auch nur ausdauernd und nervig, wenn sie unzufrieden sind. Ansonsten sind sie sehr kluge, sympahtische Zeitgenossen, immer ehrlich, immer für eine Überraschung gut. Halt keine Schafe. Wäre langweilig.

Liebe Grüße dir!

1

Du hast dir die Frage schon selbst beantwortet. Lobe mehr und lass das Gemecker einfach sein. Man muss nicht immer alles sagen.
Alles Gute für dich 🙂

2

Man sagt, dass auf jede negative Handlung 5 positive Folgen müssen, damit das Verhältnis ausgeglichen bleibt.

Ich meckere auch zu viel🤦‍♀️ Deshalb habe ich mit dem "Haargummi-Trick" begonnen.

Am Morgen nimmst du 5 Haargummis (oder dünne Armbänder) an dein Handgelenk. Für jede negative Äußerung wandert ein Gummi an das andere Handgelenk. Für 5 "gute Taten" (zB Umarmung, Lob, etc.) darf es wieder zurück wandern. Das Ziel ist, dass am Abend alle Haargummis wieder auf Startposition stehen.

4

Tja, wenn die wirklich harten Schicksschläge kommen, lernt man oft zu schätzen, wie gut man es vorher hatte. Lerne für die kleinen Dinge dankbar zu sein.

5

Wow, das ist ja ein richtig konstruktiver Tipp! Verrätst du uns auch noch WIE?

7

Ganz einfach: Ehrenamt! Da erfährt man genug Elend, dass man für seine Gesundheit, seine Familie, Freunde und Job dankbar ist. Ein Zurechtrücken der Perspektive hilft ungemein.

6

Mir geht es oft genauso! Es ist bei mir auch etwas, was ich nicht wirklich kontrollieren kann. Es kommt automatisch, ich mache es nicht aktiv.
Ich habe leider keinen Tipp, aber du bist nicht alleine!

8

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Du kannst ja kleine Schritte machen. Wenn du das nächste mal „meckern“ willst oder das Aber sagen willst, arme erstmal tief durch und zähle bis 10. Und frage dich: muss ich jetzt wirklich meckern, oder kann ich das „aber“ einfach mal runter schlucken?

Wenn’s anfangs 5 mal klappt, ist doch super, irgendwann wird’s 10 mal und du überlegst immer häufiger, ob es das grade wert ist.

Umgekehrt kannst du dir auch immer mal überlegen, für was du grade dankbar bist und für was du mal loben könntest :)

9

Das ist ziemlich "normal deutsch" deshalb fällt man auch gar nicht auf damit hier 😅
Aber ich finde es Klasse, dass es dir selbst auffällt. Wann immer du daran denkst, solltest du jetzt einfach darauf achten und das Gemecker bzw das Negative einfach weglassen bei Erzählungen oder sie umwandeln in positive Dinge:
"Der Urlaub war schön! Wir hatten eine ganz tolle Unterkunft. Als es nur geregnet hat, haben wir einen ganzen Tag im Schwimmbad verbracht. Das war total schön für die Kinder!" Und fertig. 🤷‍♀️
Gabs anstrengende Dinge? Klar! Aber darauf muss man sich ja nicht immer wieder gedanklich einlassen...
Das mit dem Kinder loben ist so eine Sache. Es sollte schon von Herzen kommen. Ich lobe auch nicht nonstop überschwänglich aber manchmal wenn ich eins meiner Kinder grad ganz fantastisch finde dann sage ich es ihm einfach. Oder ich drücke einen dicken Kuss auf.
Und mit dem Kind meckern oder schimpfen weil man sich aufregt gehört auch mal dazu. Aber eine positive Grundstimmung überträgt sich schon auch auf Familienmitglieder. Deshalb: versuche daran zu arbeiten.
Glück fängt wirklich bei einem selbst an. Den Fokus weg vom Negativen und mehr aufs Positive zu lenken muss man selbst aktiv in Angriff nehmen. Bis es ins Fleisch und Blut übergeht.
Dazu gehört auch, dass man über andere nicht negativ spricht beispielsweise.
Es gibt tolle Bücher und Blogs zum Thema positive Grundeinstellung / positive Menschen. Kannst mich gern anschreiben wenn du Tipps brauchst! ☺️

10
Thumbnail Zoom

Mir hat dieses Buch total geholfen, als ich mich mal wieder selbst genervt habe mit meinen hohen Ansprüchen an alles und jeden (ich hoffe man darf das Bild hier so posten?)

Damals gab es das zufällig bei Spotify als Hörbuch. Ich denke bis heute noch an einige der Aussagen darin. Jetzt gibt es das leider nicht mehr kostenlos, aber selbst als Bezahlversion wäre es für mich gut investiertes Geld.