Was tun "gegen" übervorsichtige Freundin und Mann?

    • (1) 06.11.06 - 12:36

      Hallo.

      Ich will mich hier nicht in Einzelheiten ergehen. Ich habe eine allerallerbeste wahre Freundin, die ich ganz dolle lieb hab. Wir verstehen uns gegeneinander auch gut mit unseren Männern und die Männer sind mittlerweile auch ein eingefleischtes Team. Wir haben beide je einen Sohn, beide natürlich beste Freunde, beide knapp 6 Jahre alt.

      Alles könnte so schön sein, wenn mir seit ein paar Wochen nicht eine neue Regung bei den beiden Eltern tierisch auf den Sack gehen würde. Obwohl, eigentlich waren die immer schon so, nur in den letzten Wochen trat das gehäuft auf. Die machen neuerdings voll son Pahai um ihren Knirps. Mit gerade aufgetretenem Bauchweh gehts gleich zum Notdienstkinderarzt, ohne mal vorher ne Wärmeflasche oder ähnliches auszuprobieren. Mit ner Zecke wird gleich sonntagsabends ins Krankenhaus gefahren. Ebenso mit einer Verstopfung und mit einem aufgeschlagenen Knie. Mit sommerlichen Mückenstichen (einwandfrei erkennbar) rast man wegen Kinderkrankheitenverdacht zum Arzt, ebenso wegen einer verfärbten Zunge (die von einem Lolli war!!). Es geht immer so weiter.
      Ich rede hier absolut nicht von auf den ersten Blick wirklich ernste Zustände. Ich rede davon, dass keinerlei "Hausmittelchen" oder sowas (wie Wärmeflasche auf den Bauch, Zecke rausholen und beobachten) zum Einsatz kommen. Komischerweise haben die beiden neuerdings immer "im Blut", dass da bei Junior was Ernstes dahintersteckt. Letztens waren sie mit Bauchweh beim Wochenendnotdienst und erhielten dort Medizin wegen Magen-Darm-Virus und ein Mittel gegen Durchfall. Für den Fall, dass Durchfall kommt. Denn Durchfall hatte der Knirps nicht. Haben sie ihm aber doch gegeben, weil, sie hatten es schließlich bekommen.... ihr könnts euch denken: zwei Tage später führen sie nachts zum Krankenhaus, weil der Ullige oh Wunder Bauchschmerzen hatte - wegen starker Verstopfung. Den beiden scheint das Gefühl, dass man doch als Eltern hat, was als erstes zu tun ist, wie man was am einfachsten (und am stressfreisten fürs Kind) völlig abgegangen zu sein. Sie fragen nach Rat, nehmen den aber nicht an, weil: es ist bestimmt was Ernstes.

      Mein Mann und ich haben irgendwie keine Ahnung, wie wir damit umgehen sollen. Uns rutschen dann schon mal stark ironisch gemeinte Sprüche raus, aber das wollen wir ja eigentlich auch nicht. Kein Elternteil macht ja mit Absicht was falsch oder so.

      Wie würdet ihr damit umgehen?
      Viele Grüße
      pitti-lise

      • (2) 06.11.06 - 13:31

        Hallo pitti-lise,

        also, wenn es meine Freunde wären (bei uns gibt es die gleiche Konstellation), dann würde ich mit meiner Freundin ein erstes Wörtchen reden. Keine ironischen Sprüche, denn das zeugt ja davon, dass ihr sie aufzieht.
        Aber Du sagst, sie sei Deine allerbeste Freundin...? warum sagst Du ihr dann nicht einfach in einer ruhigen Minute, dass Ihr es blöd findet, dass sie keinen Rat wirklich annehmen?! Ich würde ihr sagen, dass Du es merkwürdig findest, wie sie immer gleich übertreibt. Bzw. sag ihr, was DU in den Situationen tun würdest. Wenn alles nichts hilft, würde ich es einfach dabei belassen, denn es ist ja nicht Euer Kind. Dann sollen sie eben immer gleich Geschütze auffahren... ist doch nicht Dein Problem.

        (3) 06.11.06 - 13:43

        Hallo,

        ich würd' weiter machen wie bisher. Lass sie wengen jeder Kleigkeit in der tiefsten Nacht zum Arzt fahren ... der Kleine dürfte das ja schon gar nicht mehr anders kennen ... und verhaltet euch weiterhin normal.

        Liebe Grüße, Mara

        Ps. Zur Zecke ... also damit sollte man definitiv zum Arzt und den die ziehen lassen. Sicher ist sicher. Bei allem anderen ... ohje ... ja, ja, so eine verfärbte Lolli - Zunge ... das könnte ja sonst was sein und höchstgradig ansteckend :-p.

        • (4) 06.11.06 - 16:35

          ...Zecken und Ärzte - bei uns in der Familie hat einer seine Zeckenzange nicht gefunden - also lieber ins Krankenhaus. Dort hat die Ärztin erstmal rumgenörgelt, dass er wegen einer Zecke kommt, hat dann ein bißchen rumgemacht und ein Pflaster draufgeklebt. Zu Hause angekommen war die Zecke immer noch drin - neben dem Pflaster!!! Meine Oma ist auch mal wegen einer Zecke zur ihrer Hausärztin - sie hatte die Zecke selber entfernt und ein paar Tage später bildete sich dort eine großflächige, runde, rote Stelle (als da sollte man schon zum Arzt würde ich meinen) - die Ärztin hat aber nichts weiter gemacht und meinte, das wäre nicht schlimm.
          Kathy

      Hallo pitti-lise

      Ich bin Arzt und mache auch neben meiner Krankenhaustätigkeit regelmäßig äztlichen Notdienst.
      Leider scheint es so, dass diese gestörten Eltern, die mitten in der Nacht wegen sinnloser Wehwehchen ihrer Kinder diese aus dem Bett reissen und den Notdienst zunehmen.
      Ich persönlich führe diese Lebensunfähigkeit am ehesten auf den fehlenden Erfahrungsschatz der Grosseltern und der zunehmend kleiner werdenden Familienverbände zurück.
      Wie auch immer, leider werden diese Verrückten durch die Verordnung von Medikamenten in ihrem Tun noch bestärkt. Geht halt schneller, als nachts eine Diskussion anzufangen die dann ohnehin in einer Beschwerde mündet.

      Arme Kinder!!!

      LG

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