Freie Trauung vor der standesamtlichen Trauung?

    • (1) 26.01.14 - 19:20

      Hallo ihr Lieben,

      ich würde gerne eure Meinungen wissen. Wir wollen in 5 Monaten heiraten und da ich katholisch bin und mein Freund überhaupt nicht christlich, würden wir gern eine freie Trauung als symbolische Feier mit christlichen Elementen machen. Diese Trauung steht für uns im Zentrum, weil das unser großer Tag mit der Feier werden soll.

      Die standesamtliche Trauung machen wir nur, damit es auch rechtlich ist, aber eben nur im kleinen Kreis. Deswegen hatten wir die Idee zuerst die symbolische und 2 Tage danach die standesamtliche Trauung zu machen. Wir waren bei einer Hochzeit, wo das auch so gemacht wurde und wir fanden das sehr schön, weil man doch eher die große Feier in Erinnerung hält.

      Aber wir stoßen mit dieser Idee in unserer Familie auf "Widerstand". Zumindest äußern alle ihre Bedenken, ob das denn erlaubt wäre oder dass man uns ja dann eigentlich noch nicht gratulieren könne...

      Ich finde das sehr schade, dass viele diese Idee komisch finden und natürlich überlegen wir, ob durch diese Einstellungen dann eine seltsame Stimmung bei der freien Trauung aufkommen könnte, weil keiner so richtig weiß, wie er damit umgehen soll.

      So, nun wollte ich mal hier fragen, was ihr davon haltet und vielleicht können ein paar von euch gute Tipps geben, wie man die Familie umstimmen könnte.

      Ich argumentiere ja damit, dass wir vor Gott unseren Bund beschließen bei der symbolischen Trauung und dass das ja auch mehr wert sei, als die standesamtliche Trauung.

      Ich freue mich auf eure Meinungen!

      • (2) 26.01.14 - 20:04

        Hallo,

        ich kenne das im Freundeskreis auch nur so, das erst die standesamtliche Trauung war und dann die kirchliche oder halt die freie Trauung.

        Die gültige Hochzeit ist die amtliche auf dem Standesamt und somit definitiv die die mehr wert bzw. wichtig ist.

        Vielleicht eine Woche vorher aufs Standesamt und das Wochenende danach die große Feier mit Tamtam.
        Da guckt dann bestimmt auch keiner komisch und man kann euch gratulieren, was man auf der freien Trauung nicht machen wird.

        Für was? Essen, Kleidung, Ringe, Location, schöne Rede?

        Lg Verena

        • (3) 26.01.14 - 21:09

          Danke für deine Meinung! Wir werden uns dazu nochmal richtig Gedanken machen und ich werde einfach mal beim Pfarrer anfragen, was er da für Möglichkeiten sieht ;)

      (4) 26.01.14 - 20:31

      Nun ja, wenn Dein Freund "überhaupt nicht christlich" ist, ist ja von außen gesehen etwas zweifelhaft, wieviel ihm ein Versprechen vor Gott bedeutet.

      Und auch wenn natürlich jeder so viele freie Trauungen zu beliebigem Zeitpunkt machen darf, wie er will - man ist dann eben nicht echt verheiratet, und rein theoretisch könnte einer von beiden immer noch sagen, nette Party, aber zum Standesamt komme ich nicht.

      Gerade wenn das Standesamt eine kleine Angelegenheit sein soll, was spricht dagegen, das vorher abzuhaken, als dass es so "nachkleckert"?

      • (5) 26.01.14 - 21:11

        Ich danke auch dir für die ehrliche Meinung! Wahrscheinlich werden wir jetzt doch dazu tendieren, die standesamtliche Trauung einen Tag vorher abzuhaken, damit dann bei der großen Feier alle mit Recht gratulieren können!

    (6) 26.01.14 - 21:21

    Ich fände es auch etwas befremdlich, denn des Rechts wegen seid ihr ja wirklich noch nicht verheiratet ;-)
    Einfach vorher standesamtlich heiraten und dann eure freie Trauung. Dann muss sich keiner fragen, ob er euch gratulieren kann oder nicht. Ich kenne es auch ausschließlich so, das man vorher standesamtlich heiratet und dann kirchlich oder so.

    Lg Alex

    • (7) 27.01.14 - 08:23

      Bei den Kirchen ist das ja sogar Vorschrift, da muß man vorher den standesamtlichen Trauschein vorlegen.

      • (8) 27.01.14 - 13:34

        ... nicht zwingend, ... man kann sich auch nur katholisch trauen lassen, ohne standesamtlich verheiratet zu sein. Es muss nur ein wichtiger Grund dafür vorliegen (mein Onkel und meine Freundin haben es so gemacht)

        lg

        • (9) 27.01.14 - 13:39

          War das in Deutschland? Da hätte sich bis vor kurzem der Priester damit nämlich strafbar gemacht.

          • (10) 27.01.14 - 15:36

            Nein in Österreich, aber die katholische Kirche hat überall die gleichen Regeln ....

            Und "weltlich - sprich staatlich" hat sich für die beiden Paare nichts geändert ....

            Nur das Gewissen der Brautleute war "befriedigt" ...

            • (11) 27.01.14 - 17:01

              Der STAAT hat aber nicht überall die gleichen Regeln! In den meisten Ländern der Welt braucht es ja gar keine extra standesamtliche Trauung, da ist die kirchliche rechtsgültig, was bei uns in Deutschland seit Bismarck eben nicht der Fall ist.

(12) 27.01.14 - 09:53

Hallo,

ich habe ein paar Jahre lang freie Trauungen gemacht und hatte auch ein Paar dass es so machen wollte wie ihr es vorhabt. Sie haben es dann auch durchgezogen. Allerdings war besonders die Braut bei der nachfolgenden Feier nicht sehr glücklich und sagte mir später, sie habe sich so komisch gefühlt weil die rechtliche Trauung eben noch nicht unter Dach und Fach war, auch wenn ihnen die freie Zeremonie die wichtigere war. Sie hatte dann Horrorvorstellungen dass der Bräutigam zum Standesamt nicht mehr erscheinen könnte u.ä.

Es ist alles gut gegangen und sie haben eine Woche später wie geplant standesamtlich geheiratet, aber ihre Hochzeitsfeier nach der freien Trauung hat sie nicht genießen können, was echt schade war.

LG, Tina

(13) 27.01.14 - 10:20

Die Idee so einer freien Trauung finde ich insgesamt sehr schön.
Allerdings würde ich die Reihenfolge wohl auch andersherum wählen - also erst die standesamtliche Trauung im kleinen Rahmen mit der Familie und den engsten Freunden und anschließend die freie Trauung.

Eure freie Trauung ist ja dann quasi der "Ersatz" für eine kirchliche Trauung und hier heiratet man doch erst standesamtlich und dann kirchlich.
Mit der standesamtlichen Trauung legt man ja quasi den Grundstein, d.h. ihr seid damit "richtig" verheiratet und könnt das ganze dann anschließend im Rahmen der freien Trauung in der Art besiegeln, die euch so vorschwebt.

"Erlaubt" ist sicherlich auch die Variante, die ihr plant, mir würde da aber irgendwie das Gefühl fehlen, verheiratet zu sein, denn so gesehen, seid ihr das nach der freien Trauung ja nicht.
Erst standesamtlich zu heiraten und die freie Trauung anschließend zu machen, bedeutet ja nicht, dass die große Feier weniger in Erinnerung bleibt, nur weil sie erst anschließend stattfindet.

(14) 27.01.14 - 12:58

Moin!

Steht ja schon viel hier was ich auch denke. Auch ich würde nur die Reihenfolge ändern - der Rest deiner Planung ist schon durchaus zu vertreten. Freie Trauungen sind ja nun so selten auch nicht mehr ... nur eben vorher das rechtliche klären.

Schöne Feier
Jenny

(15) 27.01.14 - 13:01

Hi,

ja da stoßen offenbar die Vorstellungswelten von dem was Bedeutung hat etwas aneinander. Im Endeffekt ist es doch wesentlich was für Euch beide wichtiger ist.

Ich war bei Freunden zur Hochzeit, da war es auch so geteilt. Zur "freien Trauung" kamen dann die, die da auch einen Sinn drin gesehen haben und auf der Wellenlänge waren und zum Standesamt war dann eher die Familie und die älteren Leute da. Die Unterteilung war ganz gut. Da kamen sich die unterschiedlichen Auffassungen nicht in die Quere und das Hochzeitspaar hatte damit keine Streß.

Es wurde aber auch im Vorhinein so geklärt wer wann kommt und wer evtl zu beiden Hochzeiten da ist. Ich weiß nicht ob das bei Euch noch möglich ist?

Find das immer komisch wenn sich wegen Brautpaarentscheidungen die potentiellen Gäste querstellen. Ist doch Eure Sache, wems nicht paßt muß die Einladung ja nicht annehmen.

Manchmal hilft allerdings auch einmal ein informatives Gespräch bzw eine Rundmail an alle mit den entsprechenden Infos. Frei trauen lassen kannst Du Dich doch immer! Nur die rechtliche Gültigkeit und und die Vorteile beim Finanzamt etc. werden vom Standesamt generiert. Frag mich schon sehr oft warum DAS mehr Bedeutung haben soll als der persönliche Entschluß zweier Menschen eine Partnerschaft einzugehen.#kratz

Macht euch sowenig Streß wie möglich, schließlich wollt Ihr den Tag ja genießen!

  • (16) 27.01.14 - 17:11

    "Frag mich schon sehr oft warum DAS mehr Bedeutung haben soll als der persönliche Entschluß zweier Menschen eine Partnerschaft einzugehen."

    Sagt ja keiner, dass sie den Tag des Standesamtes groß feiern müssen. Aber ohne Standesamt ist es nun mal keine Ehe, und damit keine wirkliche Hochzeit, sondern nur eine unverbindliche Party.

    • (17) 29.01.14 - 14:21

      Je nachdem was das Paar der freien Trauung für eine Bedeutung zumisst, finde ich schon das es auch ohne den gesetzlichen Zettelkram eine Ehe sein kann.

      Man verspricht sich ja in der Regel dasselbe bzw. sogar mehr und das vor vielen Zeugen als vor dem Standesbeamten. In der Minimalversion geht man da bloß hin, unterschreibt ein paar mal und geht wieder raus. Da muß man nicht mal Ringe tauschen oider sonstwas...ein reiner Verwaltungsakt.

      Komisch das bei einer kirchlichen Trauung niemand sagen würde, das es keine "richtige Hochzeit" wäre. Was legitimiert die jetzt mehr als eine freie Trauzeremonie?

      Dabei braucht man da in der Mehrheit der Fälle auch erst den Zettel vom Standesamt.

      Vermutlich ist genau dieser Unterschied in der Bedeutung eben auch das Problem innerhalb der Gästeschar und mit dem Brautpaar.

      Ja, ich bin da parteiisch. Ist Dir bestimmt schon aufgefallen.;-)

      • (18) 29.01.14 - 14:25

        Ob freie oder kirchliche Trauung - klar ist der Tag emotional wichtiger als das Standesamt, das bestreite ich ja gar nicht. Aber da man dadurch eben nicht legal verheiratet ist und nicht die gleichen Rechte und Pflichten hat, ist es ohne Standesamt nun mal keine Eheschließung/Hochzeit, sondern nur ein folgenloses Versprechen in hübschem Rahmen.

(19) 27.01.14 - 21:38

Hallo,

ich würde auch die Reihenfolge ändern.

Aus den oben genannten Gründen aber auch, weil ich lieber ein Mensch bin, der sich das Schöne bis zum Schluß aufhebt :-)

Das wäre für mich schon Grund genug.

LG cinna

(20) 02.02.14 - 02:07

Danke für eure zahlreichen Meinungen!

Wir haben es jetzt geändert und machen die standesamtliche Trauung einen Tag vorher!

Und wir haben mit unserem Pfarrer gesprochen, der uns nun auch richtig kirlich unter freiem Himmel trauen kann und wodurch es nicht so steif werden wird, wie wenn wir einen richtigen Gottesdienst feiern würden! Ich war erstaunt, dass das überhaupt geht, aber meinte, das wäre kein Problem, man müsste es nur angeben.

Und was mich noch mehr erstaunt hatte war, dass man seit kurzem auch in Deutschland nicht vor einer kirlichen Trauung eine standesamtliche machen muss!!!

Rein theoretisch wäre also unsere Reihenfolge überhaupt kein Problem gewesen, da waren auch die skeptischen Familienmitglieder platt und auf einmal ganz leise ;)

Aber egal, wir sind zumindest jetzt alle zufrieden und ich freue mich sehr, wie sich das nun alles entwickelt hat!

Das wollte ich nochmal abschließend hier schreiben #blume

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