Heiraten - Relikt aus anno dazumal?

    • (1) 19.08.19 - 23:14

      Hallo zusammen,

      warum habt Ihr geheiratet?

      Ich habe noch nie verstanden warum man als Mann heiraten sollte.

      Habt Ihr euren Partner überreden müßen oder bevorzugte er auch das Modell der Ehe?

      Danke, VG

      • (2) 19.08.19 - 23:25

        Gegenfrage: Warum sollte man heutzutage als Frau heiraten?

        Nur mal so als Denkanstoß...

        Gründe für unsere Ehe:
        - gemeinsamer Familienname
        - ermöglicht Auskünfte im Krankheitsfall im Krankenhaus oder ähnliche Situationen
        - einfachere Bürokratie im Sterbefall
        - Witwen-/Witwerrente
        - und man mag es kaum glauben: Liebe und das Bedürfnis, auch auf dem Papier zusammenzugehören

        Bei deiner Frage schwingt so ein bisschen mit, als würden Frauen hauptsächlich heiraten um finanziell abgesichert zu sein. Den Zahn muss ich dir leider ziehen, denn, stell dir vor, ich verdiene sogar mehr als mein Partner! Sachen gibt's...

      (4) 20.08.19 - 00:56

      Es geht mir nicht zwingend um den monetären Aspekt. Das sollte nicht so rüberkommen. Ich glaube einfach das die Ehe im momentanen gesellschaftlichen Wandel eher unattraktiver wird. Insbesondere die ganz jungen werden später einmal sicherlich Ihre Wertvorstellungen ihren Partnern gegenüber anders definieren als mit einer Heirat.

          • Naja, ich sehe es so: Die ganz jungen Erwachsenen wollen diese Unverbindlichkeit tatsächlich vergleichsweise häufig. Solche Gewichtungen verschieben sich aber, wenn man gegen die dreissig zugeht, also das Alter, wo heutzutage Leute typischerweise heiraten. Wenn ich meine ehemalige Schulklasse anschaue, gibt es sehr wenige, die dieses unverbindliche Leben immer noch und freiwillig führen (also nicht einfach im Moment keinen geeigneten Partner haben).

            Ich habe einen Arbeitskollegen, der sich mittlerweile als Freelancer hat anstellen lassen und der für uns inInstallationen macht, wann immer er gerade wieder Geld für seine Reisen braucht und sonst spontan für wenig Geld irgendwo auf der Welt herumreist. Das ist in meinem Alter ein bunter Hund und die absolute Ausnahme.

            • "Ich habe einen Arbeitskollegen, der sich mittlerweile als Freelancer hat anstellen lassen und der für uns inInstallationen macht, wann immer er gerade wieder Geld für seine Reisen braucht und sonst spontan für wenig Geld irgendwo auf der Welt herumreist."

              Sehr bewundernswert. Danach strebe ich auch. Völlige Freiheit, und Ungebundenheit.

              Zu meiner damaligen Hostle-Zeit gab es auch schon oft 40-50 Jährige ohne Familie und Kinder.

              • Naja, dann ist die Ehe wirklich nichts für dich. Heutzutage gibt es den gesellschaftlichen Zwang, zu heiraten und Kinder zu haben ja glücklicherweise nicht mehr. Ich sag's mal so: Die Ehe bedient die Wünsche von ziemlich vielen Menschen, möglicherweise sogar der Mehrheit, aber bestimmt nicht aller.

        Ich bin Standesbeamtin. Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass wir weniger Eheschließungen haben als noch vor 10 Jahren.

    (11) 22.08.19 - 10:09

    Heiraten bedeutet, sich mit allen Konsequenzen zum Partner zu bekennen.
    Auch mit den rechtlichen.
    Augen auf bei hohem Gehaltsunterschied. Die Ehe ist noch immer ein Versorgermodell.
    Aber auch verbindlicher und in vielen Fällen nicht leichtfertig geschlossen, sondern hinlänglich überlegt.
    Dann wird auch nicht so schnell die Flinte kns Korn geworfen, wenn es Probleme gibt. Da ja Trennungsjahr und Co auch die Hintertürchen und ad hoc Entscheidungen ohne Trauschein, im Trennungsfall nicht lassen.

    Es unterstreicht das Zusammengehören.
    Ich persönlich find die Namensgleichheit antiquiert. Aber auch das machen die meisten noch und es unterstreicht auch das Zusammengehörigkeitsgefühl.

(12) 20.08.19 - 08:21

Ich lebe seit mehr als 20 Jahren in einer Partnerschaft, bin aber nicht verheiratet.

In einem weiteren Beitrag schreibst du, dass es dir um den gesellschaftlichen Wandel geht und du vermutest, dass die Institution Ehe für künftige Generationen eine untergeordnete Rolle spielen wird.

Zwingend notwendig ist eine Eheschließung nicht mehr, entsprechend hat sich die Zahl seit 1960 halbiert. Damals bekamen unverheiratete Paare aber nicht mal eine Wohnung, das waren noch echte gesellschaftliche Zwänge.

Durch solche Einflüsse bereinigt, haben sich die Zahlen aber in den letzten 10 Jahren kaum verändert, dh. ein weitere Wandel nach unten scheint nicht stattzufinden. Der gesellschaftliche Wandel z.b. bezogen auf gleichgeschlechtliche Paare hat außerdem zu einer Öffnung hin zur Ehe geführt. rund 70 % aller Paare mit Kindern sind verheiratet.

Daher verstehe ich jetzt nicht ganz, wie ein gesellschaftlicher Wandel die Ehe weiter zurückdrängen soll. Es ist ja schon heute möglich, die rechtlichen Folgen einer Ehe weitgehend auch für Unverheiratete vertraglich zu regeln. Geheiratet wird trotzdem.

Dann würde mich noch interessieren, warum die Frage "als Mann" anders zu beurteilen sein soll im Vergleich zur Lage "als Frau".

  • Danke für deine Antwort. Ich vermute das es bei vielen gleichgeschlechtlichen Ehen um Demonstration geht. Als Mann hat man ja nach wie vor oftmals noch eine ungünstigere Position, sollte der Fall der Fälle dennoch eintreten.

    • Als Mann (wir beide sind Männer) hast du es auch in der Hand, deine Beziehung zu gestalten oder eine Beziehung mit einer Frau zu führen, die dir wichtige Wertvorstellungen mit dir teilt. Kein Mann ist beispielsweise verpflichtet, eine Beziehung mit einer Frau zu führen, in der er der Alleinverdiener ist. Zweifellos, das gibt es häufig. Ich lese in diesem Forum immer mal wieder Dinge von Frauen, die mit Kindern zuhause sind, während der Mann 60h arbeitet, um ein Haus zu finanzieren u.ä.

      Das muss nicht so sein. Meine Frau und ich haben beide gleich viel Stellenprozente und ungefähr vergleichbare Einkommen.

      Abgesehen davon störe ich mich immer mal wieder daran, dass Ehen hauptsächlich am Umstand festgemacht werden, dass sie scheitern können. Die Mehrheit der Ehen scheitert nicht, und selbst, wenn eine Ehe scheitert, ist es häufig so, dass über die Dauer der Ehe hinweg gesehen mehr Positives als Negatives da war. Ich behaupte, dass Leute, die gezielt unverbindlich leben, wesentlich häufiger nach zwanzig oder dreissig Jahren unzufrieden mit ihrem Leben sind.

      (15) 20.08.19 - 20:06

      "Ich vermute das es bei vielen gleichgeschlechtlichen Ehen um Demonstration geht", 😕... Puuuuuuh, was für eine Aussage. Wieso sollten gleichgeschlechtliche Paare nicht überwiegend aus Liebe heiraten wollen? Oder aus den gleichen Gründen wie heterosexuelle Menschen? Klingt nach merkwürdigem Schubladendenken. Sorry...

      (16) 22.08.19 - 10:11

      Deshalb rate ich m, sich damit zu beschäftigen, was Zugewinn, Gütertrennung und Versorgungsausgleich angeht. Und zwar in guten Zeiten.

(17) 20.08.19 - 09:41

Damit man es in der Kinderwunschklinik einfacher hat.

(21) 20.08.19 - 19:07

Hallo,

ich habe 1975 geheiratet, mit 19 Jahren. Mein Mann war knapp 14 Jahre älter und unsere Ehe hat 36 Jahre gehalten, bis zum Tod meines Mannes. Wir hätten damals KEINE Wohnung bekommen weil wir nicht verheiratet waren, hätten so nicht zusammenleben können (aufgrund der fehlenden Wohnung) und ich bin mal so böse: ja, ich habe 2 Kinder bekommen, war fast 13 Jahre zu Hause (und habe danach Vollzeit gearbeitet) und bin von meinem Mann super versorgt worden, kann das Reihenhaus auch nach seinem Tod erhalten: für mich und als Erbe für unsere Kinder. Ich brauche seit 10 Jahren nicht mehr arbeiten (EU-Rentnerin) und kann das machen was ich will ohne auf irgendwen Rücksicht zu nehmen und .... ich genieße meine Freiheiten, habe 2 Hunde und ärgere mich eigentlich nur darüber dass ich vor 8 Jahren unser Wohnmobil verkauft habe.... ansonsten schaue ich mich schon wieder nach einem anderen Wohni um dann auch mal wegfahren zu können wann ich will, MIT den Hunden. Man muss eine Versorgungsehe nicht immer nur verteufeln. Ich habe meinen Man aufrichtig geliebt

LG

(23) 20.08.19 - 19:26

Ergänzend zu dem, was Zahnfee schon treffend auf den Punkt gebracht hat:

Nach meinem subjektiven Empfinden ist es tatsächlich so, dass gerade für junge Leute aus Scheidungs- und/oder Patchworkfamilien die Ehe sehr attraktiv ist. Meine persönliche Erfahrung sagt, dass viele sehr jung heiraten, um Stabilität und Verbindlichkeit zu haben - eben der Wunsch, nach einer "heilen" Familie.

Dann gibt es natürlich auch die, denen aus religiösen Gründen eine Ehe wichtig ist.

***

Wo ist denn der Unterschied dazwischen, ob man "nur" zusammenlebt, oder verheiratet ist? In beiden Fällen lässt man sich doch mit einer gewissen Endgültigkeit auf den Partner ein. Nur bei der Ehe gibt man sich noch ein offizielles Versprechen, dass man nur mit weitreichenden Konsequenzen lösen kann. Auf dieser Ebene (unabhängig von Steuern, etc.) finde ich es nur konsequent, dann auch zu heiraten.

Für mich persönlich gibt es ehrlich gesagt keinen Grund, nicht zu heiraten, wenn ich mit einer Person in einer ernsten Beziehung bin und zusammenlebe.

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