Reflux bei Stillbaby

    • (1) 21.03.17 - 15:14

      Hallo

      Mein Sohn ist nun 14 Wochen alt und wir haben leider von Anfang an Probleme mit dem stillen. Junior kam 14 Tage vor et Dank blasensprung auf die Welt und hätte kurz danach Probleme mit der Zunahme weshalb uns das zufüttern geraten wurde. Mittlerweile bleibt es bei einer Flasche am Tag doch in den letzten Wochen passiert es immer öfter das er spuckt. Vor dem stillen nach dem stillen und besonders unangenehm beim stillen wenn es ihm auch durch die Nase raus schießt. Dazu kam das er nach 15 min max 20 min an der brust sich Mega rein gesteigert hatte und sich nicht mehr beruhigen konnte. Lief soweit hinaus das ich quasi am dauerstillen bin da der kleine anscheinend immer wieder die Milch aus dem Magen und nicht die frisch getrunken Milch spuckt. Da der Kinderarzt sich keine Sorgen macht da er ja jetzt gutes Gewicht hat und auch so einen fitten Eindruck macht jedoch bin ich mit ihm zum osteopathen. Seine Diagnose Gastro-ösophagealer Reflux und Dystonie des Zwerchfell. Nun bin ich verwirrt weil ich nicht weiß wie ich dem kleinen richtig helfen kann. Er ist am Tag zunehmend am nörgeln und meckern und wenn wir mal unterwegs sind muss ich immer doppelt wechselkleidung für uns beide dabei haben.
      Vielleicht weiss hier jemand Rat.

      Viele grüße Kathrin und Paul

      • Hallo Kathrin,
        Unter gastro-ösophagealem Reflux (GÖR) versteht man den Rückfluss von Mageninhalt in den Ösophagus. Er ist nicht immer als krankhaft zu werten. Ein GÖR liegt im ersten Lebensjahr sehr häufig vor, im Alter von 4 Monaten sind etwa 60% der Säuglinge physiologisch betroffen. (Quelle AWMF Leitlinie)

        Dass Säuglinge mal mehr mal weniger einen Gastro-Ösophagialen-Reflux (GÖR) haben, ist zum einen eine Veranlagungssache aber auch eine "Reife-Sache". Darum werden die Beschwerden häufig immer wieder besser und nehmen dann im Wechsel wieder zu.

        Wenn Babys wachsen, wachsen sie nie am ganzen Körper gleichmäßig. Den GÖR betreffend kann es also sein, dass der Magen erst wächst und mehr Milch aufnehmen kann, aber der Magenpförtnermuskel und das Zwerchfell dem Wachstum etwas hinterherhinken. In dieser Phase spuckt das Baby dann wieder mehr usw.

        Die Unruhe beim Stillen kann möglicherweise bereits durch den Reflux kommen. Die Kinder haben dann manchmal Beschwerden wie wir es vom Sodbrennen kennen. Sie merken, dass weiteres Stillen zunächst hilft, da sie quasi "nachspülen", es in der Speiseröhre somit weniger weh tut, und die Verdauung angeregt wird. Das kann aber zum Teufelskreis werden, denn die neu getrunkene Milch benötigt wieder Platz...

        Allgemein hilft Refluxkindern meist häufigere kleinere Mahlzeiten einzunehmen. Auch das eher aufrechte Lagern nach dem Essen werdet ihr bereits instinktiv machen.
        Unter dem Strich bleibt bei einem nicht behandlungsbedürftigen Reflux im Prinzip ansonsten nur noch abwarten bis es sich verwachsen hat.

        Wenn die Beschwerden stärker werden, würde ich aber auf jeden Fall wieder zum Kinderarzt.

        Liebe Grüße
        Christina

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