Gefährliche Hausgeburt - was sagt Ihr dazu?

    • (1) 24.01.11 - 10:59

      Hi Ihr Lieben,

      in letzter Zeit gab es ja viele Publikationen, die die Sicherheit der Hausgeburt unterstrichen.

      Hier habe ich mal wieder etwas ganz anderes zum Thema gefunden: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41849/Hausgeburt_gefaehrlicher_fuer_den_Saeugling_als_fuer_die_Mutter.htm

      Was meint Ihr dazu?

      LG, Nele

      • Hallo Nele,

        in Zeiten wo die Ärztelobby gewissen Berufen das Leben schwer macht um sich weiter sein "Monopol" zu sichern und ja nichts anderes zu akzeptieren als die eigene Meinung halte ich absolut nichts von diesem Bericht.

        Gruß

        • Mmmmmm - Ich gebe zu bedenken, dass die meisten Pro-Hausgeburt-Berichte aus Hebammenzeitschriften stammen... ist doch dann dasselbe in Grün, was die Lobby betrifft, oder?

          Ist es nicht vll so, dass viele Fachleute und auch Nicht-Fachleute die Tatsachen ihrer Meinung / ihrer Ideologie anpassen und die Wahrheit irgendwo ganz anders liegt??

          #winke

          • (4) 24.01.11 - 11:26

            Du mußt bedenken dass weder die Hebammen noch die Ärzte diese Studien selber durchführen. In allen fällen wird sich auf fremde Studien berufen und daraus berichtet. Und wie dieser fall ziemlich deutlich zeigt leider oft alles andere als wissenschaftlich korrekt und objektiv. Da ist nämlich genau das rausgeflückt worden was man gerne schreiben wollte. Bei sämtlichen dieser Veröffentlichungen sollte man immer auf das original der Studie sehen und nicht auf einen kurzen Artikel.

            LG
            qrupa

            • (5) 24.01.11 - 11:31

              Würdest Du nicht dazu neigen, alle Studien, die nicht Deiner Meinung entsprechen, als unseriös zu bezeichnen, während Studien die Argumente PRO Deine Meinung in die Hand liefern, willkommener sind??

              Ich frag das nicht als Angriff, sondern weil es mir hier aufgefallen ist. Es wird nicht diskutiert, sondern nur die eigene Meinung untermauert ... ob nun mit der Hebammenzeitschrift, dem Ärzteblatt oder sonstwas.
              ODER?

              LG

              PS: Ich bin übrigens kein HG-Gegner, auch wenn ich selbst sie nicht in Erwägung gezogen habe

              • (6) 24.01.11 - 12:15

                Hallo

                um eine echte Aussage über das Sterblichkeitsrisiko bei deutschen Hausgeburten machen zu können (und meine HG fand in Deutschland satt, wie der Großteil der HG hier im Forum auch) müsste man erstmal nur deutsche Haus- und Klinikgeburten vergleichen, was in dieser Studie aber nicht der Fall ist. Vorsorge in der SS, Ausbildung der Geburtshelfer,... sind überall anders, es gibt keine einheitlichen Regelungen dafür wie die Säuglingssterblichkeit in unterschiedlichen Ländern erfasst wird. (als Beispiel die Niederlande wo ein sehr großer Teil der Babys zu hause geboren wird die aber auch eine relativ hohe Säuglingssterblichkeit haben. Allerdings werden viele bei uns völlig normalen Vorsorgeuntersuchungen sowohl vor als auch nach der Geburt nicht gemacht so dass ein relativ großer Teil an Babys an Erkrankungen oder Fehlbildungen stirbt die bei uns routinemäßig überprüft werden. Auch die Frühchenversorgung beginnt dort erst viel später, es sterben daher viele Babys, denen bei uns ganz selbstverständlich geholfen werden würde, es werden aber auch deutlich öfter als bei uns Babys bewußt zu hause geboren wenn man schon in der SS festgestellt hat, dass sie keine Überlebenschance haben)
                All solche Dinge müssten in einem wirklich aussagekräftigen Artikel wenigstens erwähnt werden. Hätte ich mir im Studium soeine Zusammenfassung erlaubt, wäre ich völlig zu Recht durchgefallen. Nur zu sagen die Säuglingssterblichkeit nach Hausgeburt ist höher als nach einer Klinikgeburt reicht einfach nicht, wenn die Ergebnisse der Studie nicht auch auf unser Gesundheitssysthem übertragbar sind.

                • (7) 24.01.11 - 12:29

                  Nun versteh ich Deinen Kritikpunkt. Ja, ich erinner mich auch mit Schrecken an die Recherchepuzzelei aus Unizeiten :-) Fummelarbeit *schüttel*

                  Aber zurück zum Thema.

                  ***Allerdings werden viele bei uns völlig normalen Vorsorgeuntersuchungen sowohl vor als auch nach der Geburt nicht gemacht***

                  Aber ist es nicht so, dass die meisten HG-Frauen auch hier in Deutschland gar nicht zur Vorsorge gehen? Bzw. nicht zum US? Das ist zumindest mein Eindruck.

                  Die Niederlande werden hier übrigens von HG-Befürwortern gern als Traumland in Sachen Geburtshilfe herangezogen - als ich die Kindersterblichkeit neulich googelte, musste ich mich auch wundern.

                  Eine richtige deutsche Studie scheint es also nicht zu geben....

                  ??!?

                  • Ich klink mich noch einmal kurz ein.

                    Meine ideale Vorsorge wäre bei der Hebamme der ich vertraue und US beim Arzt.

                    Gruß

                    nele, klar war ich zur Vorsorge!

                    Bzw sie bei mir!;-)

                    meine hebamme hat alle Vorsorge-sachen aus dem mupa gemacht - bis auf US.
                    dafür war ich, wenn es mir sinnvoll erschien, im KH.

                    Bei Max einmal in der 12.SSW(würde ich heute anders machen)
                    Bei Leonie einmal in der 28.SSW, um abzuschecken, ob iorgendwas gegen eine HG spricht, also Etwas, was sofort behandelt werden müsste...
                    Bei Moritz 4 mal in der Früh.ss, weil ich ja so Probleme hatte - und einmal in der 21.SSW, aus dem selben Grund wie bei leonie.
                    Bei felix einmal in der 30.SSW, aus dem selben Grund.

                    dazu sei aber gesagt, dass ich das nicht zum Auschluss von Behinderungen gemacht habe, sondern eben nur, um evtl. im KH zu entbinden, wenn nötig...

                    lg

                    melanie

                    (10) 24.01.11 - 13:17

                    Hallo

                    die meisten HG Frauen gehen nur nicht permanent zu Baby TV. Und die allermeisten HG Hebammen verlangen wenigstens einen US in der Schwangerschaft. Die meisten HG Frauen machen die Vorsorge eben bei ihren Hebammen, die genau dafür auch ausgebildet sind. Und fast alles was man wirklich wissen muß, läßt sich auch prima ohne alle 4 Wochen US feststellen, wobei einen jede Hebamme zum Arzt und US schicken würde wenn ihr etwas komisch vorkommt.

                    In Deutschland gibt es für die Sicherheit von HG die quag statistiken in denen die allermeisten außerklinischen Geburten zusammengefasst sind und die zeigen für Deutschland eben ein ganz anderes Bildals das aus dem Artikel

                    (11) 24.01.11 - 13:30

                    Hallo,

                    Vorsorge war mir schon wichtig, aber ein Hebi kann die Vorsorge doch genauso gut wie ein Arzt.

                    Ich hatte eigentlich vor nur zu den US zum FA zu gehen oder wenn was ist. LEider gab es Probleme und meine Hebi mich zum FA geschickt.

                    Ein Hebi macht die VU meistens viel genauer

                    "Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast."
                    Lernt man auch im Studium an dt. Hochschulen. Man muss immer die Quelle beurteilen können und das kann man mit dem Artikel nicht wirklich.

                    Es gibt soweit ich weiß keine belastbare dt. Studie, insofern können wir über pro/contra gar nicht soviel sagen. Es ist eigentlich auch einfach eine persönliche Entscheidung, über die sich nicht streiten lässt (besser-schlechter gibt es hier nicht).

                    Zur Vorsorge. Ich war beim FA die ganze Zeit. Nachdem uns gesagt wurde, unsere Tochter hätte Trisomie13/18, später dann einen Herzfehler und ggf. einen Wasserkopf, habe ich glücklich bei 40+1 in Geburtshausatmosphäre ein vollkommen gesundes Kind bekommen. Das ganze Schallen, Blutanalysieren etc. ist bei mir richtig nach hinten los gegangen. Es kommt einfach immer auf die Qualität von FAs und Hebammen an. Genau das ist das Problem und macht die Gefahren aus: wie sollen wir als Laien das beurteilen? Ein Kernproblem des medizinischen Systems. Und dann hast du ein gesundes Kind im KH bekommen und sie geben ihm verunreinigte Milch und es stirbt daran... 100% sicher ist man nirgendwo.

                    Es ist und bleibt eine individuelle Entscheidung, ich kann alle Seiten verstehen und habe meinen eigenen Weg gewählt.

                    Aber sag mal: lässt Alma dir zuviel Zeit, dass du die Mädels hier so ärgern musst? Du weißt doch ganz genau, dass es kein falsch/richtig hier gibt :-p.

                    Gruß, C.

                    • ***wie sollen wir als Laien das beurteilen***

                      Das ist allerdings richtig. Das nervt mich aus zB beim Thema Zahnersatz immer wieder. Man weiß nie, warum die einem was andrehen wollen...

                      Klar ist es subjektive Entscheidung. Mich hat halt interessiert, ob HG-Frauen auch Gegenthesen mit Interesse und Aufmerksamkeit verfolgen oder ob eh alles als falsch zerschmettert wird, was nicht der Ideologie entspricht....

                      Ja, Alma ist heute ausgesprochen glucksig drauf #huepf Und dazu noch schläfrig. Also hab ich viiiel Zeit für Euch :-p Zumindest bis Anton seine Siesta beendet hat...

                (14) 24.01.11 - 18:41

                Man kann eine deutsche HG ABSOLUT nicht mit einer niederländischen vergleichen. Auch nicht die Vorsorge und Betreuung während der SS.

                Ein Punkt, der die relativ höhe Kindersterblichkeit erklärt, hast du genannt, Frühchen werden erst ab der vollendeten 26.SSW behandelt, und dann auch nur, wenn sie einen "fitten" Eindruck machen. Zur Begründung hat mir mal ein FA gesagt, "es ist schwer die Grenze zu ziehen, man will ja keine schwerstbehinderten Kinder. Bis zur 24. SSW ist eine Abtreibung noch erlaubt, und eine Woche später sollen sie überlebensfähig sein?"

                Ein anderer Grund ist die schlechtere medizinische Versorgung nachts. Wenn es denn Komplikationen gibt, sei es bei HG oder im KH (wo Geburten nachts oft von einer Hebamme geleitet werde, der FA ist nicht im Haus) dauert es oft zu lange, bis Frau im KH ist und die nötigen Fachärzte (man vergesse auch den Anästhesidt für den KS nicht) vor Ort sind. Man kann das wirklich nicht vergleichen mit den deutschen Gewohnheiten.

                Eine Studie hierzu ist in Arbeit und vom niederländischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben.

                LG

          (15) 24.01.11 - 11:31

          funktioniert umgekehrt auch ...

          da beißt sich die katze in den schwanz #augen

          natürlich nimmt jeder die studie so, dass rauskommt was er will. studien sind statistik und statistik ist das, wo du angenehm temperierte füße hast, wenn du mit einem fuß auf einer eingeschaltenen herdplatte stehst und mit dem anderen im gefrierschrank ...

          lg

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