Geburtshaus oder Krankenhaus

Hallo ihr Lieben 🙋‍♀️,
Manche von euch kennen mich bestimmt 😊. Ich bin selbst Mama von 3 wunderbaren Kindern, die ich alle in der Klinik spontan bekommen habe, und diese Sicherheit sehr zu schätzen wusste. Auch das z.B. im Notfall ein Kaiserschnitt innerhalb weniger Minuten gemacht werden kann. Oder ich die Schmerzen nicht mehr ertragen wollte und die erlösende PDA bekommen habe 🙏🤷‍♀️.
Da ich selbst auf einer Früh und Neugeborenen Intrnsivatation seit 17 Jahren arbeite, und viele Notfälle dort mit Notkaiserschnitten erlebt habe, oder auch Kinder die nach einer unkomplizierten Spontangeburt einen Herz-Kreislaufstillstand erleidet haben, war für mich klar, ich gehe in eine Klinik, wo meinem Kind und mir schnell geholfen werden kann falls nötig.
Aber mich interessieren die anderen Beweggründe für ein Geburtshaus. Ich möchte keinen hier bewerten, jeder kann ja frei entscheiden, das oben waren meine Ängste bezüglich der Geburt.
Ich bin auf eure Antworten gespannt 😊
Lg,
Anjobi

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Huhu, ich erzähle einfach mal!
1. Geburt kh
Blasensprung nachts um 5, kh um 7.keine wehen. Mumu geschlossen. Spazieren gegangen, wehen ab und zu. Ctg wehen zu sehen aber nichts nennenswerts. Halb 4 beginn einleitung mit wehentropf. Mumu geschlossen. Wehen gehen los nix tut sich. Schmerztropf, vertrage ich nicht und bekomme Schüttelfrost, wehen alle paar Minuten,22:30 mumu immer noch geschlossen, versuch für pda, 3x vergeblich, wehensturm mumu zu, 1:08 meine püppi kommt dank Kaiserschnitt mit Voll Narkose zur Welt.

So nun will ich definitiv nicht wieder eingeleitet werden ohne das ich Geburts reif bin... Was ich ja bei der ersten Geburt definitiv nicht war.
Ich gehe dieses mal ins Geburtshaus. Da eine pda für mich eh nicht in Frage kommt, zu enger wirbel Kanal, ist es für mich die entspannteste Lösung. Nur eine Hebamme die mich begleitet und mich erstmal einfach machen lässt. Ich will es auf jeden Fall auf natürliche weise probieren mit so wenig fremd einwirkung wie möglich. Und falls irgendetwas ist kann ich direkt in die Frauen Klinik auf dem selben Gelände oder meine püppi in die Kinderklinik auf dem Gelände.
Lg Kathi mit püppi 2 im Bauch 31ssw

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Hallo 🙋‍♀️,
Danke für deine Meining 😊. Wieso wurde bei dir eingeleitet? Der Verlauf war natürlich nicht so schön. Meine Kinder wurden auch alle eingeleitet, hatte aber Glück und keine Nebenwirkungen. Sie brauchten wohl nur einen kleinen Schubs 😅.
Das Geburtshaus direkt neben der Klinik zu haben ist natürlich Luxus und super. Das sollte öfter so sein 👍.
Ich wünsche dir eine tolle Geburt, so wie du es dir vorstellst!
Alles Gute,
Anjobi

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Ich "musste" eingeleitet werden weil ich einen blasensprung hatte und sich von alleine nicht genug getan hat 🤷‍♀️ ich denke das ich einfach nur noch ein bisschen zeit gebraucht hätte die man mir aber leider nicht geben wollte

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Erstmal finde ich, dass du deinen Beitrag sehr schön wertfrei formuliert hast 😊
Ich habe mein erstes Kind vor drei Jahren im Geburtshaus entbunden und auch die kleine Schwester kommt voraussichtlich dort zur Welt (aktuell 36+6).
Ich selbst habe bis Ende 2019 viele Jahre sehr gerne im KH gearbeitet (nicht Gyn, aber im medizinischen Bereich). Daher kenne ich das System KH -wie du ja auch- sehr gut, mit all seinen Stärken und Schwächen. Ich hatte tolle Kollegen und stand sehr hinter unser Arbeit. Der Unterschied ist, dass wir Kranke behandelt haben und eine Schwangerschaft/ Geburt nicht notwendigerweise etwas krankheitswertiges hat. Wäre dies doch der Fall, würde ich selbstverständlich auch ins KH gehen für die Geburt. Aber so, bei meinen unkomplizierten und unauffälligen Schwangerschaften, ist mir ein KH echt zu „gefährlich“. Oft schlechte Besetzung, viel Druck bei den Mitarbeitern, man weiß nicht, an was für eine Hebamme man gerät (die allermeisten sind sicher toll, aber es gibt da bestimmt häufiger die ausgebrannten, überarbeiteten als im GH), Abläufe funktionieren nach Schemata und nicht individuell auf mich zugeschnitten. Das alles kann zu teils vorschnellen Interventionen (zum Beispiel Wehentropf) führen, die wiederum oft eher für Komplikationen sorgen, als diese zu verhindern. Das will ich alles nicht. Ich will bei meinen Geburten eine individuelle und ganzheitliche Sicht auf mich, mein Kind und die Situation. Ich will eine kontinuierliche 1:1-Betreuung durch EINE fachkompetente und engagierte Hebamme. Ich will Selbstbestimmung und Ruhe, denn ich kenne mich und meinen Körper sowie meine Grenzen. Das alles KANN ein KH einfach nicht regelhaft leisten, selbst wenn sie wollten. Das System ist dafür viel zu anders aufgebaut. Dies mache ich niemandem zum Vorwurf, es ist bloß schlicht und ergreifend nicht das, was ich für mich und meine Kinder möchte.
Viele Leute reagieren auf meine außerklinischen Geburten mit dem Satz: „Oh, das ist aber mutig!“. Ich entgegne dann meist (und das nicht in zickigem oder gehässigen Ton!), dass ich es eher mutig finde, ins KH zu gehen 😉 So hat halt jeder seine Einstellung zu dem Thema...

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Auch dir danke für deine Antwort. In den meisten Fällen sind Priblene inter der Geburt ja absehbar und der Weg in die Klinik aus dem Geburtshaus ja nicht ausgeschlossen.
Ich war bei allen Geburten nur so dankbar für meine PDA 😅.
Dir auch alles gute für die Geburt deiner zweiten Maus!
Alles Gute,
Anjobi

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Wir gehen nach einer für mich sehr traumatischen Geburt dieses Mal ins Geburtshaus. Bei meiner Tochter hatte ich an 37+0 einen Blasensprung, die Hebamme kam ab und zu mal kurz vorbei obwohl in der Nacht eigentlich nichts los war. Ich lag angeschnallt am CTG und konnte mich nicht so bewegen wie ich es gewollt hätte. Nach 12 Stunden war Schichtwechsel und in jeder Wehe wurde mir zur PDA geraten damit der Beckenboden weicher wird. Irgendwann hab ich mich dann überreden lassen. PDA wurde gelegt, wehen waren weg. Also kam der Wehentropf. Meine Tochter im Bauch hat das so extrem gestresst das die Herztöne rasant gestiegen sind, Muttermund ging extrem schnell komplett auf und bis sie sich beruhigt hatte durfte ich nicht mehr pressen, was fast unmöglich war. Mit der letzten Wehe wurde sie dann vom Arzt am Arm mit rausgezogen und das Schulterblatt wurde dabei gebrochen, was mir verschwiegen wurde. Habe ich durch Zufall irgendwann beim Kinderarzt erfahren. Sie hat vor lauter Schmerzen immer wieder zu atmen aufgehört und musste in die Kinderklinik verlegt werden.

Jetzt bin ich in der 15 SSW und gehe nur noch für die 3 Ultraschalluntersuchungen zum Frauenarzt. Den Rest machen meine 3 Hebammen, die auch Rufbereitschaft haben wenn ich im Geburtshaus entbinde. Wir haben meine Geburt aufgearbeitet und bei der Vorsorge nehmen sie sich richtig viel Zeit. Wartezeiten hab ich dort nie und ich kann meine Tochter mitnehmen. Ein ganz anderes Gefühl 😊

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Das klingt wirklich nicht schön. Ich drücke dir die Daumen, dass du und dein nächstes Kind schöner Erfahrungen macht.
Liebe Grüße 🙋‍♀️

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Wieso wurde sie mit dem Arm rausgezogen? Der liegt ja normalerweise eng am Körper an 🤷‍♀️? Hat sie da festgesteckt mit der Schulter? Also eine Schulterdystokie?
Ich hoffe du hast bei dr nächsten Geburt mehr Glück 👊

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Noch eine Stimme fürs Geburtenhaus. Bei mir dauerte die Geburt zwar keine 2h, aber meine Hebamme wich keine Sekunde von uns. Sie hat währenddessen auch CTG gemacht, um zu schauen ob die Maus die „Schnelligkeit“ verträgt. Ich hatte nie Angst vor Komplikationen oder das was mit dem Kind sein könnte. Mich verwundert auch immer, dass mir wirklich alle mit dem Satz entgegnen „Oh Gott da gibt es ja gar keinen Kinderarzt, wenn was ist“ Also irgendwie denken viele sofort negativ. Warum soll denn was sein? Das denke ich schon mal gar nicht. Man kann sich ja auch Krankheiten einreden. Ich fand es toll im Geburtenhaus. Empfehle aber auch immer denjenigen mit Ängsten halt einfach ins KH zu gehen. Und ja es kann immer was passieren...im KH aber auch.

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Hallo 🙋‍♀️,
Das stimmt, für Frauen die evtl. ängstlicher sind oder eben wie ich auf einer Intensiv Arbeite wäre das nichts, da muss man schon mit der richtigen Einstellung rangehen. Ich habe einfach nur schon so viele schlimme Sachen gesehen, deshalb kam für mich nur Klinik in Frage. Da Zeit im Notfall für mich ein entscheidender Faktor war, also schnell reagiert werden kann
Und auch ausgebildetes Personal, dass im Notfall meinem Kind bestmöglich geholfen werden kann, und da spielt Routine, Zeit und Erfahrung eine große Rolle. Ich weiß nicht wie viel praktische Erfahrung Hebammen im Geburtshaus mit einer echten Neugeborenenreanimation haben 🤷‍♀️.
Aber zum Glück geht ja meistens alles gut, und ich denke auch, dass einige Eingriffe in der Klinik zu früh oder unnötig durchgeführt werden.
So eine Mischung von beidem fände ich prima 😊. Also quasi ein Geburtshaus im Krankenhaus 😅.
Muss ich mich beim 4. Kind vielleicht mal genauer schauen ob es sowas gibt 🤷‍♀️.
Lg,
Anjobi

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Das ist aber nur eine mögliche Sichtweise. Eine Liebe Freundin von mir arbeitet auch in einer großen Klinik auf der Neointensiv und hat sich genau deswegen für die Hausgeburt entschieden. Sie sagt sie hat irgendwann gemerkt wie überflüssig viele der Notfälle und Komplikationen eigentlich waren und wollte genau das Risiko für sich und ihre Kinder nicht.

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Ich würde mir sehr gerne ein Geburtshaus angucken, wenn es hier eins gäbe.
Bei der Geburt meines ersten Kindes wurde mir ebenfalls vorgeschrieben, dass ich rund um die Uhr am CTG liegen muss, auf der Seite, was gar nicht ging. Ich konnte auch keine Gebärposition auswählen musste auf dem Rücken bleiben usw. insgesamt hatte man dort als Mutter quasi nichts zu sagen. Zum Teil war es ganz schön übergriffig. Ich denke, wenn man Frauen mehr in Ruhe lässt, entstehen einige „Komplikationen“ gar nicht erst.

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Krass das es in Krankenhäusern sowas echt noch gibt. Kann ich verstehen, dass man das so nicht mehr möchte. Man will ja auch als Mensch ernst genommen werden und jeder hat das Recht, gerade unter einer Ausnahmesituation wie eine Geburt.
Ich hatte da mit meinen Klinikaufenthalt wohl echt Glück. Bei meiner großen wird zwar auch viel 'rumgehandwerkt' aber sie hatte auch 2 mal die Nabelschnur um den Hals und war ein Stetnengucker.
Bei den anderen konnte ich rumlaufen wie ich wollte. CTG wurden immer mal geschrieben, aber nicht dauerhaft.
Das ist echt schade, dass ihr alle si schlechte Erfahrungen machen musstet. Ich hoffe für euch alle, dass es bei nächsten Mal schöner wird!

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Ich habe mich für eine Hausgeburt entschieden weil ich die Zustände in der Klinik wirklich gefährlich und unzumutbar finde. Und je mehr ich mich damit beschäftige merke ich wie rückständig und unwissenschaftlich die deutsche Geburtshilfe eigentlich ist.
Ich hatte zu Hause 2 Hebammen, die mich und meine SS seit Monaten kennen, die nichts besseres zu tun haben als auf mich und mein Baby zu achten.
Ich möchte sicher sein, dass nichts getan wird, was das Risiko für Komplikationen auch nur im Geringsten erhöht.
Ich will mit Würde und Respekt behandelt werden und selbst entscheiden, wen ich bei mir haben will und wen nicht, wer mich wann wo anfassen darf oder nicht.
Mir ist eine Klinikgeburt ein zu hohes Risiko mit zu vielen Variablen auf die ich keinen Einfluss habe, die den Geburtsverlauf aber entscheidend beeinflussen.

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Sehr schwierig, so etwas wertfrei zu schreiben. Das ist Dir wirklich sehr gut gelungen !

Ich würde immer wieder im KH entbinden. Meine eigene Erfahrung spricht dafür (ich hatte eine vollkommen komplikationslose und symptomfreie Schwangerschaft, bis sich an 39+6 die Plazenta in rasender Geschwindigkeit komplett löste).
Aber auch meine berufliche. Ich habe leider schon selbst 3 Patientinnen erlebt, die aufgrund verschiedener Probleme bei Hausgeburt bzw. Geburtshaus keine Gebärmutter mehr haben. Grundsätzlich im Vergleich sehr wenige, denen es so geht, zum Glück! Also die Wahrscheinlichkeit für eine solche Komplikation ist recht gering. Leider hilft mir die Statistik nicht, wenn ich eine dieser Frauen bin. Daher kommt für mich nichts anderes in Frage. Aber es hängt ja immer sehr viel mit Erfahrung zusammen und je unbedarfter man an die Sache rangeht, desto besser. Zum Glück sind die echten Notfälle in der Anzahl sehr gering.

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Danke auch dir für deine Ansicht. Ja, eine komplette Plazentalösung ist wirklich kritisch und da zählt jede Minute.
Und ja, wenn die Frau nach der Geburt stark blutet, und da zu lange gewartet wird, bleibt nur die Hysterktomie 🤷‍♀️.
Aber schön zu hören, dass es dir und deinem Kind gut geht!
Liebe Grüße,
Anjobi

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Wir haben uns jetzt auch für ein Geburtshaus entschieden. Aus gefühlt 100 Gründen und das alles obwohl meine FA echt nicht begeistert davon war.
Auch wenn es unser erstes Kind ist, sehen mein freund und ich das relativ entspannt. Babies sind auch 1000 Jahre vor der PDA und Co. Auf die Welt gekommen. Für uns ist eine Geburt ein natürliches Ereignis, keine medizinische Prozedur. Und wenn doch was passiert? Unser Geburtshaus ist 5 Minuten vom nächsten KH mit Kinderklinik entfernt. Bei der Geburt im KH wird man auch nicht sofort! behandelt. OP Vorbereitung, Personal zusammen trommeln, etc. Das können Sie dann in der Zeit machen, in der man mit dem Krankenwagen unterwegs ist. Und die Hebammen im Geburtshaus stehen ja solange auch nicht untätig rum. Da mach ich mir also wirklich keinen Kopf. Deshalb überwiegen einfach die positiven Aspekte.
Allen vorran die intensive Einzelbetreuung und das man mir Raum und Zeit lässt. Während der Geburt und danach. Ich kenne mich. Ich schnauze im KH nur irgendwen zusammen und mach mich unbeliebt, wenn ich das Gefühl bekomme, das man mir die Kontrolle nimmt, mir Dinge als nötig verkauft, die aber eigentlich unnötig sind und über meinen Kopf hinweg bestimmt. Selbst die WHO sagt, dass von den Notkaiserschnitten nur 10-15% tatsächlich nötig sind. Ich will auch nicht zwingend liegen, nur damit irgendwer besser da unten ran kommt. Ich will keinen Dammschnitt, keine PDA, keinen Wehentropf und nichts. Da im KH allerdings oft mehr als eine Frau im Kreißsaal liegt, ist es für das Personal natürlich effizienter, wenn sie da irgendwie nachhelfen können. Dann können Sie sich auf die nächste Frau konzentrieren. Genauso mit dem Abnabeln. Baby raus und zack! Nabelschnur durch. Im KH zählt ein durchtrennten der Nabelschnur nur 2 Minuten wohl schon als späte Abnabelung. Dabei kann es möglich sein dass das Baby eigentlich noch bis zu 30 Minuten mit zusätzlichem Sauerstoff und Blut inkl. Stammzellen über die Nabelschnur versorgt wird. Im Geburtshaus wird solange gewartet, bis die Nabelschnur aufhört zu pulsieren. Wie lange das auch immer dauert. Find ich verdammt gut.
Und ich hab mein Baby direkt bei mir auf der Brust. Untersucht wird währendessen. Waschung kann warten. Weiterer positiver Punkt, ich kann direkt nach der Entbindung nach Hause gehen. Keine 3 Tage Aufenthalt in einer Klinik zwischen Krankenhauskeimen. Nach meiner Mandel OP bin ich vom Aufwachraum selbst ins Zimmer gelaufen, weil mir das alles zu langsam ging. 2h später bin ich mit den Öffis nach Hause, hab mir was zu essen gemacht und dann zurück ins KH um dort eine Nacht zu bleiben, die Krise zu bekommen und mich am nächsten Tag selbst zu entlassen, obwohl ich noch min. 2 hätte bleiben müssen. Nach meiner Brust OP bin ich 4h später auch zurück nach Hause und hab an dem Abend noch Pizza im Restaurant gegessen. Ich bin kein Krankenhaus Fan. So gar nicht.
Und da wir unser Kind Anfang März bekommen werden und ich nicht wissen will, welche Anti Corona Maßnahmen da wieder aufgefahren werden (typische Grippezeit), möchte ich dieses ganze Trara auch gerne umgehen. Aktuell wird in einigen KHs ja so verfahren, dass der Papa die Mama und Baby jeden Tag nur für maximal 1h sehen darf. Ja danke. Nein danke. Dann lieber zuhause, alle drei im eigenen Bett und alles kuschelig.

Also so, das sind im Grunde grob zusammengefasst meine Beweggründe warum ich mich für ein Geburtshaus entschieden habe.

Und vielleicht ist es eine verdächtig gute Referenz, wenn sich Frauen nach ihrem ersten Kind im KH bei ihrem zweiten für eine Hausgeburt oder eine entbindung im Geburtshaus entscheiden und dann beim dritten wieder. :)

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Hallo 🙋‍♀️,
also ich muss dir in Bezug auf den Notkaiserschnitt leider widersprechen. Im Notfall, ist das Kind in 5 Minuten und schneller schon auf der Welt. Eine Intubation der Frau mit Narkose dauert keine 2 Minuten und es ist immer ein Team sofort Einsatzbereit. Deine Rechnung mit : "die Klinik ist 5 Minuten entfernt" , geht nicht ganz auf. Erstmal wird die Leitstelle angerufen, dann kommt der RTW, wenn sie schnell sind, sind die in ein paar Minuten da, aber die Leitstelle wird nicht in dem Krankenhaus sein, das am nächsten ist, sondern ist häufig in der nächstgelegenen Feuerwache Einsatzbereit. Dann Patientin einladen und in die nächste Klinik bringen dauert mal mindestens 10 Minuten. Da sind wir schon bei ca. 15-20 Minuten bis man überhaupt den Fuss in eine Klinik setzt. Dann der Weg zum OP und Intubation bis Sectio vergehen mal insgesamt 30 Minuten. Wenn das bei einer kompletten Plazentaablösung wie oben bei deiner Vorrednetin passiert, oder die Herztöne schwächer werden, weil z.B. sich ein echter Nabelschnurknoten zusieht, wird das Kind vermutlich leider nicht mehr leben 🤷‍♀️.
Und klar haben Frauen schon immer Kinder auch ohne PDA und ohne medizinische Hilfe bekommen, die Rate an Totgeburten, oder Frauen die unter Geburt verstorben sind war auch sehr hoch.
Aber ich gebe dir recht, dass es mit Sicherheit Eingriffe gibt, die evtl. nicht nötig gewesen wären. Leider hat niemand eine Glaskugel und kann in die Zukunft schauen.
Vielleicht scheint es auch Sicherer einen bestimmten Eingriff durchzuführen, und man will nicht abwarten bis sich etwas in die komplett falsche Richtung entwickelt.
Im Krankenhaus kann man doch auch ambulant entbinden und dann nach Hause gehen 🤷‍♀️.
Ich bin gar nicht gegen Geburtshäuser, ich denke schon, dass da auch sehr erfahrene Hebammen arbeiten und das Ambiente bestimmt sehr viel schöner und ruhiger ist als in einer Klinik. Aber ich denke, dass es einigen Risiken mit sich bringt die entweder verdrängt oder verklärt werden.
Irgendwie ist das so ein Gegeneinander arbeiten, also Krankenhaus gegen Geburtshaus und umgekehrt. Schade, dass nicht der eine vom anderen lernen kann, und man mehr gemeinsam arbeitet.
Liebe Grüße,
Anjobi

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Bei uns in der Ruhrmetropole ist der Krankenwagen im Schnitt in 7 Minuten bei dir. Ländlich ist das natürlich was anderes. Das würde ich dann auch nicht machen.

Ich seh einfach eher die Risiken einer Krankenhaus Geburt inkl. Oft leider fehlender Selbstbestimmung vs. Die Wahrscheinlichkeit das wahrscheinlich nichts schief geht. Bzw. Das die Wahrscheinlichkeit das etwas schief geht, wahrscheinlicher ist, wenn man interessanter Weise im Krankenhaus entbindet. *kopfkratz* Das die Geburt immer mehr zum medizinischen Eingriff mutiert, statt zu einem natürlichen Ereignis und dann vorschnell den Geburtsverlauf störende Medikamente verabreicht werden, wird bereits seit den 70ger Jahren kritisiert und nicht nur von Hebammen, auch von Ärzten. Aber Vorallem in Deutschland lebt und arbeitet man ja gerne in immer gleichen Mustern. Also ja, solange die Zustände so sind wie sie sind in den Kreissälen und Frauen teilweise mit Geburtstraumata wieder nach Hause gehen, hab ich da einfach kein Vertrauen.

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Ich habe im Krankenhaus entbunden und würde das immer wieder so machen.
Ich arbeite wie du im Gesundheitswesen.
Mich beruhigen all die Medizinischen Geräte und das gepiepe 🤷‍♀️😂

Ich wohne in der Schweiz.
Bei mir war die Betreuung im KH super. Die Hebamme war immer nur kurz weg. Wenn ich geklingelt habe war sie sofort wieder da. In der Endphase ging sie gar nicht weg.
Sie hatte immer Kontakt zu meiner Frauenärtzin welche mich während der SS betreut hat. Zur Geburt wurde meine Frauenärtzin dann angerufen. Obwohl mitten in der Nacht war kam sie zur Entbindung und hat auch meinen Dammriss genäht. Also ein bekanntes Gesicht 😄 Die Ärztin ist bei jeder Geburt von ihren Patientinnen im KH dabei. Habe sie gefragt, es sind im Jahr ca. 150 Geburten.

Ich habe meine Geburt sehr selbstbestimmt gestalten können.

Ich weiss nicht ob in der Schweiz mehr Personal zur Verfügung steht, aber von einer Hektik habe ich gar nichts mitbekommen.

Ich persönlich würde nicht in ein Geburtshaus gehen. Eine Kollegin hatte einen Gebährmutterriss. Sie ist sogar im KH trotz sofortiger Not OP beinahe verblutet. Einen Transport hätte sie nicht überlebt. Auch keine 5 Minuten..

Solche Komplikationen mögen selten sein. Aber sie kommen vor. Ich persönlich könnte mit dem Risiko nicht leben.

Ich habe aber überhaupt nichts gegen Geburtshäuser oder Hausgeburten. Finde es toll gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ich möchte nur betonen das auch Geburten im KH sehr schön und selbstbestimmt sein können.

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Hallo 🙋‍♀️,
Ja, bei dir in der Schweiz wird es personalmäßig bestimmt etwas entspannter sein. Pflegepersonal wird dort glaube ich noch recht gut bezahlt, im Vergleich zu anderen Europäischen Staaten 🙄. Deshalb kommen ja so viele aus Deutschland in die schöne Schweiz um dort zu arbeiten 😊.
Ich denke, bei euch ist daher der Beruf noch etwas attraktiver, also egal ob Hebamme oder Krankenschwester. Aber das ist nur eine Annahme, oder mein gefährliches Halbwissen 😅.
Aber deine Krankenhausgeburt klang ja recht harmonisch, das ist schön. War bei mir ähnlich. Ich musste bei meinem letzten Kind, wie auch bei den anderen, eingeleitet werden, mein Blutdruck war erschreckend hoch und über Termin. Es war alles entspannt. Die Einleitung hat über 3 Tage gedauert, es wurde quasi immer etwas angeschubst. Mir hat niemand vorgeschrieben wie ich stehen und liegen soll 🤷‍♀️ . Mit eurer nicht 24 die Hand gehalten, aber das hätte ich auch nicht gewollt, trotzdem war immer jemand da wenn ich Hilfe brauchte.
Da haben wir wohl echt Glück gehabt.
Liebe Grüße,
Anjobi