Meine (Wohn)umgebung macht mich total fertig!

    • (1) 13.01.11 - 23:07
      drehedurch

      Hi,

      hier, weil schwarz möglich, da ich ziemlich viel von mir preisgeben muss. Ich bin mit einem Arzt verheiratet, wir kennen und lieben uns schon seit der Schulzeit. Ich habe auch studiert und promoviere gerade, ziehe aber primär unsere beiden Kinder groß. Das ist für mich total okay (ich habe das mit dem Beruf nur erwähnt, da der Beruf eben sehr spezielle Anforderungen an Arbeitsplatz und Wohnort mit sich bringt!).

      Er arbeitete vor dem Facharzt in einem großen Klinikum (super Aufstiegschancen - aber wahnsinnige Arbeitszeiten, viele 24 Stunden Dienste, normaler Arbeitstag von 6:45 (um 7:00 Visite) bis 21:00+. Das brannte ihn und die Beziehung aus.

      Wir zogen die Notbremse, zogen für einige Zeit in die USA, wo wir das Leben wirklich genossen. Dann kamen wir wieder und er hatte endgültig beschlossen, karrieremäßig zurückzustecken.

      Wir zogen aufs Land (in die Nähe unserer Eltern, die in der USA Zeit die Enkel sehr vermissten) und kauften von einem ehemaligen Kommilitonen ein "Luxus"Reihenhaus in einer ländlichen Wohnsiedlung, das den Vorteil hat, dass ich in 60 Minuten in der Uni bin, mein Mann ist so nah am Krankenhaus, dass er alle Bereitschaftsdienste daheim machen kann. Unsere Eltern sind auch in 20 Minuten zu erreichen. Erst dachten wir - ein Traum. Er fühlt sich auch sehr wohl. Aber ich nicht!

      Das Problem sind die anderen Frauen (oder ich - wie der Geisterfahrer). Bei den anderen Müttern geht es eigentlich nur um ein Thema: Leistung ihrer Kinder. #schock. Da ist jedes Mittel recht - Kindergartenkinder bekommen 6 Stunden Förderunterricht in der Woche, damit sie sich in der ersten Klassen "langweilen", weil sie den Stoff schon können. Es gibt haufenweise englische und französische AuPairs. Es wird ein abartiger Konkurrenzdruck aufgebaut, jeder stellt sich so perfekt da - es ist wie in Stepford. Niemals kann man auch nur die kleinste Schwäche zugeben. Freunde werden gleich mit akademischem Titel und aktuellem Beruf vorgestellt "Darf ich dir Dr. Markus Schneider vorstellen - Partner bei der Antwaltsfirma Schneider, Haller & Co". Häuser blitzen und blinken, Landschaftsgärtner legen die Gärten an, in der Straße wohnt eine (eher unsympathische) Gymnasiallehrerin, die aber Türen in eine Priavtschule öffnen kann - wie die Schmeißfliegen... man bringt nicht mal eben in der Jogginghose den Müll raus - es ist ein Umfeld, in dem ich kaputt gehe.

      Unsere Tochter ist auf dem Gymnasium sehr gut und ich bekomme regelrechte Haß- und Neidwellen zu spüren. Ehrlich, ich traue mich morgens manchmal kaum aus dem Haus. Im Kindergarten werde ich von allen Siedlungsmamas geschnitten, da ich nicht cool genug bin. Ich bin nun mit normalen "Dorfmamas" befreundet, fühle ich aber in meinem Haus wie ein Fremdkörper. Blöderweise sind Haus verkaufen und umziehen keine echte Option, da wir erst letztes Jahr gekauft haben und es hier kaum Häuser gibt, die Kinder in Schule und Kiga glücklich sind und mein Mann auch. Mein Mann will verständlicherweise nicht weiter vom Klinikum wegziehen, wegen der Bereitschaftsregelung (hier schafft er es in den vorgegeben 15 Minuten locker in die Klinik).

      Hilfe?
      LG

      • Hallo

        <<<Unsere Tochter ist auf dem Gymnasium sehr gut und ich bekomme regelrechte Haß- und Neidwellen zu spüren. Ehrlich, ich traue mich morgens manchmal kaum aus dem Haus. Im Kindergarten werde ich von allen Siedlungsmamas geschnitten, da ich nicht cool genug bin. Ich bin nun mit normalen "Dorfmamas" befreundet, fühle ich aber in meinem Haus wie ein <<<

        Irgendwie hast du deine Empfindungen sehr verzwirbelt, nicht immer nachvollziehbar und klischeehaft geschildert.
        Die " Haß und Neidwellen "wegen deiner Tochter--------empfindest du das wirklich so schlimm? Wäre es nicht schlimmer wenn sie nicht mithalten könnte in den Augen der Mütter-Mafia?
        Deshalb traust du dich nicht aus dem Haus?Wegen ein paar neidischer Muttis?Ich bezweifle das.
        Warum glaubst du nicht cool genug zu sein? Bist du anders gekleidet?
        Schön das du Freundschaften schließen konntest, mit wem ist doch egal.Man findet über kurz oder lang überall halbwegs nette Leute.
        Was hat das mit deinem Haus zu tun-das habt ihr doch gestaltet-warum fühlst du dich auch dort wie ein Fremdkörper?

        Klingt als wärst du grundsätzlich unzufrieden mit der Gesamtsituation und oder mit deinem Leben.
        Tapetenwechsel hast du später wenn du arbeitest.Dann bist du nicht mehr so auf die Siedlungsfrauen angewiesen.
        Ein ähnliches Leben habe ich unbeschadet überlebt----------nach zwei, drei Jahren fand ich durch den Sport, lockere Frauen, die ähnlich drauf waren wie ich.Ich hatte im Gegensatz zu dir nur auf dem Standesamt promoviert.;-)

        Ich denke du solltest der Umgebung noch eine Chance geben-es braucht oft länger als ein Jahr um sich zu akklimatisieren.

        L.G.

        Ich denke, hat Mum keine Probleme, macht sie sich welche.

        Was soll nun denn Mann tun? Wieder umziehen für Dich?

        Sei doch froh, über diesen Schritt, den er getan hat.

        Deine Probleme hätte ich gern.

        Welche ich nun habe, verschweige ich, weil das tut nicht's zur Sache oder so.

      >Ich bin nun mit normalen "Dorfmamas" befreundet

      Dann sehe ich, was die Kontakte angeht, kein Problem.
      Du hast doch Freunde gefunden, wieso stört dich dann das Gehabe der anderen? Du musst doch nicht zu ihnen dazugehören bzw. willst du das ja auch garnicht.

      Meinst du, dass du dich im Haus unwohl fühlst, weil dich drumherum nicht alle mögen oder weil das Haus an sich nicht passt?

      Ersteres kann dir ja getrost egal sein, da du ja Freunde hast und letzteres kann man doch ganz sicher ändern: umbauen, umdekorien usw.

      Hi,

      ich dachte schon du wohnst auch Altbau und hörst das ständige nächtliche Gemecker/Geschreie/Gesinge der Oma nebenan und kannst dadurch nicht richtig schlafen und das Getrappel der oberen auf dem Laminat, wovon du Ohrenkrebs bekommst (wahlweise der Bass vom TV bis nachts um 1) oder Samstag morgen um 8 Türvorleger ausklopfen unter deinem Schlafzimmerfenster...
      Neidische Nachbarinnen? Die wohnen zum Glück nur daneben, kann man ausklammern, wenn man möchte. Du magst die nicht, sie dich evtl. auch nicht. Vielleicht schreiben die auch hier bei Urbia über ihre extrovertierte Nachbarin und ihre 2 Kinder. ;)
      Einfach drüberstehen oder: Da man sich Nachbarn nicht aussuchen kann, muss man mit ihnen leben.
      Alles Gute!

      VG, milka

      • Ich kann absolut verstehen wie es dir geht!

        Wir leben hier ziemlich dörflich am Rande einer mittelgroßen Stadt!
        Mein Mann ist hier geboren und aufgewachsen und ich komm aus der "besseren" Gegend der Stadt.

        Ihm zuliebe sind wir nun aber hier und ich hatte zu Beginn massive Probleme.
        Ich habe wirklich alles versucht um mich zu integrieren, hier die Krabbelstube besucht, versucht mich mit den anderen Müttern zu treffen etc. pp. Letztendlich ist es heute so, dass ich nur Kontakt zu meinen SE und zu minen direkten Nachbarn haben (Doppelhaushälfte).

        Soll ich dir etwas sagen?
        Hier ist es ähnlich wobei in anderer Art und Weise: die misten sind hier katholisch, rennen Sonntags in die Kirche nur um über andere zu tratschen!
        Die Kinder sind tag ein tag aus ausgebucht, ich sehe sie selten. Dementsprechend haben meine hier keinen Anschluss.

        Ich habe zu Beginn gehadert ohne Ende, verstand nicht warum niemand sich mit uns treffen wollte etc. pp.
        Und irgendwann habe ich mir selber gesagt:

        Ich WOHNE nur hier, LEBEN tu ich dann eben wieder in der Stadt!
        Und soll ich dir etwas sagen?
        Mir geht es prima!
        Ich fühle mich hier im Haus sauwohl, ich liebe es weil es sooo alt ist, ich bin aber so frei und kann gehen wenn mir hier die Decke auf den Kopf fällt!

        Draußen sind meine Eltern, meine Schwester mit Familie und meine Freunde - hier bin ich immer nett und grüße aber mir sind die Leute absolut egal!

        Ich muss dazu sagen, dass WIR eher die sind, die auf sich achten und eine gewisse Bildung haben.
        Leider stimmt hier im Dorf das Klischee: die sind dumm wie Brot!
        Mein Mann hat studiert, ich habe studiert und die Leute hier haben schon immer hier gelebt, sind niemals herumgekommen - sprich: nicht mal in die Nebenstadt außer zur Disko - sie schauen nicht über den Tellerrand und leben in ihrem "Schützenvereinsleben" bis in die nächsten 1000 Generationen.
        Wichtig ist denen das saufen, das feiern, das Lästern ... jeds WE in der Dorfkneipe Knobeln oder Skat spielen - so wie ihre Opas es auch schon gemacht haben!

        Ehrlich: wir waren lange Thema Nr. 1 weil ich älter bin als mein Mann!
        :-p Und die Mädels sprachen KEIN Wort mit mir - ich denke, ich war denen nicht geheuer. Ich habe halt einfach mehr erlebt als sie und weiß genau, dass sie ihr eintöniges Leben so weiterleben müssen - weil es sich so gehört! Zumindest hier! Dass sie alle Optionen frei haben, sehen sie nicht - wollen es nicht sehen! Sie wissen nicht mal,dass es Frisöre gibt, die auch schöne Frisuren zaubern können! ;-))

        Ich höre hier mal auf!

        Rat: lach drüber - Du hast doch deine Freunde und gut ist! Eure Kinder sind völlig normal, und die Kinder der anderen: davon werden sicher 50% später erstmal ihre Eltern in den Wahnsinn treiben!

        LG

    (8) 14.01.11 - 09:22

    Hallo,

    wo ich Deinen Beitrag gelesen habe ist mir die Mütter-Mafia Triologie eingefallen. Ließ die mal.
    Lg

Hallo,

jaja man hat es nciht leicht :-D.

Du schreibst, dass sich Deine Kinder wohlfühlen. Sie werden also auch nicht gemieden? Das ist doch schon einmal gut.

Vieleicht verrennst Du Dich da auch etwas. Am Ende sind viele gar nicht so schlimm?

Bleibe wie Du bist und habe mehr Selbstvertrauen. Leute die sich zurückziehen wirken auf anderen auch immer etwas komisch ;-)

Hi,

warum interessieren dich die anderen so sehr? Mir ist es z.B. völlig wurscht, ob meine Nachbarn in Jogginghosen den Müll rausbringen oder nicht. Oder ob die ihre Gärten vom Gärtner anlegen lassen oder nicht.

Wir leben hier so, wie wir es möchten und lassen die anderen auch ihr Ding machen. Solang dadurch keiner belästigt wird, ist es doch kein Problem.

Beschränke den Kontakt einfach auf's Grüßen und triff dich ansonsten mit den anderen Frauen.

Ich habe hier leider in der unmittelbaren Nachbarschaft auch keine Freunde, liegt aber hier eher daran, dass die anderen deutlich älter sind und die Kinder auch schon größer. Das ist zwar schade, aber kein Weltuntergang.

Versuch doch, dem ganzen noch ne Chance zu geben. Da deine Kinder und dein Mann sich wohlfühlen, ist es doch einen Versuch wert, oder?
Lass das Gelaber der anderen Weiber einfach nicht an dich ran.

LG juju

Ich kann dich verstehen. Ich denke der eine ist für das Umfeld geeignet und kann damit umgehen, den anderen macht es kaputt. Ich war eine zeitlang mit dem Sohn eines Primarius liiert und war froh, das Ganze nur von "außen" zu beobachten. Eigenartige Dinge laufen da manchmal ab. Ich habe zwar der Lebensgefährtin meines Ex-Schwiegervaters in spé oft den Rücken gestärkt (in Form von Gesprächen), aber richtig raten kann ich dir leider nichts. Man sollte sich vielleicht eine dickere Haut zulegen und hoffen wirkliche Freune in dem Umfeld zu finden.

Hör auf dich dafür zu interessieren was andre tun und denken und lenk deinen Fokus auf euch.

Warum zB degradierst du deine Freundinnen zu "Dorfmama's"? Es sind deine Freundinnen und fertig. Und ob andre neidisch, besser, schlechter, gebildeter, dümmer oder sonstwas sind kann einem selbst doch herzlich egal sein.

Und im Zweifel vergiss nie dass in dem Spruch "Mitleid bekommt man geschenkt, aber Neid muss man sich hart erarbeiten" viel Wahrheit steckt.

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