Nur Hausfrau - Partner macht Karriere

    • (1) 08.08.11 - 11:41
      desperatehouswife

      Hallo,

      ich muss vorab sagen, wir hatten das immer so besprochen: Die Kinder werden frühestens mit 3 Jahren in den Kindergarten kommen und das auch nur halbtags. Wir hatten beide Mütter, die trotz Bildung (Abitur) zu Hause geblieben sind, auch wenn das eine andere Zeit war und wissen um den Komfort eines selbst gekochten warmen Mittagessens und einer Schulter zum ausweinen und Freude teilen und vor allem viel viel Zeit Dinge zu unternehmen. Auch meinem Mann war klar, dass er beruflich in der Zeit in der die beiden eben so klein sind, auch keine großen Sprünge machen wird. Aber nun läuft irgendwie alles aus dem Ruder. Vor einem halben Jahr hat er eine leitende Position übernommen, zu schaffen ohne viele Überstunden. Jetzt "musste" er die Leitung einer zweiten Abteilung mitübernehmen. Natürlich mehr Überstunden, zu den 1,5 Stunden Fahrzeit noch dazu. Nicht nur, dass er Große 3,5 den Papa kaum noch sieht, er bringt den ganzen Stress auch noch mit nach Hause. Mit den Kindern ist er ungeduldig, ich bin nicht organisiert, habe von nichts eine Ahnung, Versage überall und bringe kein Geld nach Hause. Dabei will er es ja gar nicht anders! Und ich muss dankbar sein, weil er tut das ja alles für die Familie. Klar verdient er mehr. Aber ganz erhlich, wir brauchen das Geld nicht und es war ganz klar abgemacht, dass wir beide für die Familie zurück stecken. Und was mich am meisten belastet ist die Tatsache, dass er mir nach fast 4 Jahren zu Hause jeden Verstand, jegliche Ahnung und gesunden Menschenverstand abspricht, nichts aufgeräumt genug ist (abends Matchboxautos unter der dem Sofa gefunden) und er meckert, wenn der Große wie eine Klette an ihm hängt (sehen ihn ja kaum, die beiden).

      Mir stehen noch 2,5 Jahre zu Hause bevor, aber so überstehe ich das nicht. Der Große geht am September in den KiGa und meine Mutter würde die Kleine nehmen, dann könnte ich 5 Stunden die Woche ehrenamtlich in einer gemeinnützingen Organisation in der Verwaltung/Buchhaltung arbeiten. (Vielleicht nimmt mich mein Mann ja dann wieder für voll!) Aber leider blockt er da schon wieder ab...

      Ist das einfach der normale Lauf der Dinge, wenn man so lange "nur" Mutter und Hausfrau war und Kinder eben das Gesprächsthema Nr. 1 sind?

      • Nein denke nicht, ich würde mich auch nicht da reinzwängen lassen wollen, denn später steh ich ohne alles da im Falle einer Trennung, kein Arbeitnehmer würde mich nehmen, nichts in die Renten versicherung bezahlt usw. ausserdem würde mich das ganze nicht auslasten denk ich....

        Lass dir dein Selbstbewusstsein nicht zerstören. Du bist in Ordnung.

        Dein Mann kann seinen Zorn im Büro nicht abladen. Er macht es bei dir. Seine Kritik ist nicht ernst zu nehmen.

        Manchmal hilft es, seine Kritik z. B. mit dem Handy aufzunehmen und später vorzuspielen.

        Bleib zu Hause, bis der Kleine 3 Jahre alt ist.



        Hallo,


        bevor jetzt wieder unzählige Beiträge wie selbst schuld, geh arbeiten, vom Mann unabhängig sein usw. kommen, wollte ich dir sagen dass ich deine Einstellung aus den ersten Abschnitten zu den Kindern sehr schön finde und dass du dir das bewahren solltest #herzlich wir sind da auch sehr konservativ obwohl ich erst 29 bin , ich sorge aber für die Rente vor und auch andweitig sind wir abgesichert.

        kann es sein dass dein Mann seinen Frust von der Arbeit dadurch auslässt? du solltest ihm klar sagen das es mit Kindern kein Urlaub zu Hause ist und dass es nicht tipp topp sein kann. Hast du ihm schonmal gesagt wie du es schätzt was er für die Familie tut? Männer brauchen oft Bestätigung.
        Zu dem anderen, ja es ist normal dass einem die Decke auf dem Kopf fällt und man sollte sich trotzdem mal alleine mit ner Freundin auf einen Kaffee treffen und sich für sich alleine Zeit nehmen. Ich suche jetzt auch gerade eine Tagesmutter nur für ein paar Stunden damit ich Kraft tanken kann und damit Melina öfter unter Kindern ist weil Sie noch das erste von uns ist.

        Die Idee mit der Verwaltung finde ich sehr gut.


        lg enyerlina

      • hallo,

        meinst du das verhalten deines mannes ändert sich wenn du stundenweise arbeitest?

        die paar stunden wöchentlich find ich gut
        du kommst unter leute und hast mal andere gesprächsthemen



        <<Mit den Kindern ist er ungeduldig, ich bin nicht organisiert, habe von nichts eine Ahnung, Versage überall und bringe kein Geld nach Hause. >>


        dieser satz ist unter aller sau
        wenn dein mann dir das wirklich an den kopf geknallt hat,wäre ich für einen rollenwechsel
        da reicht manchmal schon ein wochenende


        euch alles gute

        was möchtest DU denn gerne?

        Ich lese raus, daß ihr beide euch für das modell x entschieden hattet.
        nun kan man das leben eben nicht immer so planen wie man das gerne möchte und bei deinem mann gab es veränderungen.
        jetzt lese ich, daß du (da dein mann unzufrieden mit DIR ist) etwas an deienr situation änderst, damit ER dich wieder ernst nimmt?

        ich denke das ist der falsche ansatz.
        Überleg doch mal, was du gerne möchtest?
        willst du wieder arbeiten gehen- dann mach das mit gutem gewissen!
        willst du noch zu hause bleiben, dann mach das mit gutem gewissen!
        wenn du ein bißchen abwechslung suchst- dann mach das- mit gutem gewissen!

        Nichts ist für kinder / familie so schädlich wie eltern(teile) die it ihrer lebenssituation unzufrieden sind.

        aber dich zu verändern, weil du damit deinem mann wieder besser gefallen könntest, wird nach hinten losgehen.
        es ist dein leben, mach das draus, was du gerne hättest- das bietet dir die chance zufrieden zu sein mit deinem leben. und was ist denn wichtiger als das?

        lisasimpson

      • Du fährst volles Risiko. Hat Dein Mann keine Verwendung mehr für seine Haustrusche, dann stehst Du ganz schön blöd da.

        Kinder in die Betreuung und arbeiten.


        Alternativ: weitermachen wie bisher.

        Gruß

        Manavgat

        • Hausrutsche #rofl Ansonsten ja seh ich auch so, keiner weiss was morgen ist und das gejammer ist dann meist sehr gross.

          • (9) 08.08.11 - 18:03

            aber, sie ist versichert solange sie in elternzeit ist, der mann zahlt untrehalt sollte es schief gehen und dann kann sie immernoch arbeiten... dann muß sie auch.

            ich bin auch der meinung, man sollte immer das machen was man selber wirklich möchte, ob arbeiten oder nicht... zufriedene eltern, zufriedene partner,zufriedene kinder. so einfach ist das.

            und auf eure beiden ewig pessimistischen äußerungen hab ich echt keine lust mehr... kauft euch ne axt und geht in den wald, da wird man frust auch los

            • Sehe ich genauso. "Haustrutsche" ist kein netter Begriff, ich weiss nicht, warum Frauen immer wieder so fies zueinander sind, echt ätzend so negativ zu schreiben. Und wenn Du morgen über die Strasse gehst und Dir fällt ein Klavier auf den Kopf, dann bist du tot oder was?

      Hallo!
      Oh, kann ich dich gut verstehen! Und mein Mann meckert nicht mal, er hilft sogar im Haushalt, aber das bringt mich auch auf die Palme, weil ichs immer als unterschwelligen Vorwurf nehm, dass ichs nicht geschafft hab (so meint ers nicht mal). Ich finde es auch wichtig, die Kinder nicht so früh abzugeben, zumindest nicht in fremde Hände. Aber meiner Mutter würd ich sie sofort geben, das tut den Kindern doch auch gut. Und dir sowieso. Ob dein Mann das gut findet oder nicht, ist doch egal. Mach es, es ist ja auch dein Leben! Er hat ja dich auch nicht gefragt. Andererseits solltest du aber auch bedenken, ob dein Mann nicht vielleicht einfach auch nach Bestätigung sucht. Ich mein, er ist jetzt im Beruf weitergekommen (auch wenns nicht geplant war und dir das nicht so passt), hört vllt. von anderen, wie stolz denn ihre Frauchen daheim auf den "Supermann" sind und er selber bekommt nur Gemecker für die Überstunden. Wie gesagt, ich kann dich voll verstehen und würd selber auch nur Meckern. Aber setzt euch zusammen und versetzt euch in die Position des anderen, nur so wirds gehen.

      Ich kenne das ganze von der anderen Seite her - denn ich war damals die, die gearbeitet hat, mein Mann war zuhause.

      Und ja, ich habe ihn nach einiger Zeit daheim auch nicht mehr für "voll" genommen - zumal er den Haushalt auch nicht ganz im Griff hatte.

      Ich er hat dann nach 4 Jahren daheim eine Umschulung angefangen. Das war auch sehr gut und richtig so, obwohl es natürlich ziemlich stressig wurde.

      ---

      Von daher kann ich dir nur empfehlen, so schnell wie möglich Klartext mit deinem Mann zu reden:

      WAS hat er für Erwartungshaltungen an dich?
      WO sieht er Mängel, die er beseitigt wissen möchte?
      WIE stellt er sich vor, das diese von dir umsetzbar sind?

      WARUM ist er so unzufrieden mit der aktuellen Situation - ich könnte mir vorstellen, das er sich überfordert und überlastet fühlt? WIE kann es für ihn eine Lösung geben, das er
      a) besser mit seiner Situation klar kommt und
      b) er seinen Frust nicht mehr bei dir ablädt?

      Ist er bereit, dich beim Wiedereinstieg zu unterstützen?

      Wenn nicht, dann sollte er sich überlegen, wie sein Leben aussehen würde, wenn du nicht mehr zur Verfügung stehst - z. B. weil du wegen Krankheit ausfällst, und er sich um die Kinder kümmern müsste. Welche Lösungen kann er sich dafür vorstellen? (die kannst du dann ja vielleicht umsetzen für dich)

      Außerdem solltest du ihm deutlich machen, das eure Ehe gefährdet ist, wenn er sich weiterhin unkooperativ verhält, und es auch die Alternative gibt, das du UND die Kinder aus seinem Leben verschwinden.

      Du kannst dir übrigens auch überlegen, wie du zurande kommen würdest, wenn du dich tatsächlich alleine wärst (er könnte ja auch Krank werden, oder einen Unfall haben, oder sichtrennen wollen) - und solltest dein Leben so einrichten, dass das keine (finanzielle) Katastrophe für dich und deine Kinder ist.

      Dann hast du auch eine weit besseren Position deinem Mann gegenüber.












    (14) 08.08.11 - 15:33

    Hallo Housewife,

    ich vermute, ich kann Deine Gefühle und Deine Situation einigermaßen nachvollziehen.

    Schade, dass oft der Respekt (bei mindestens einem der beiden Partner, meist dem, der weiter arbeiten geht) und das Selbstbewusstsein (bei den Frauen, die zu Hause bleiben) unter dieser klassischen Konstellation (sehr) leidet, oder gar verloren geht. Ich finde das traurig. Kinderbetreuung ist auch ARBEIT!!! (Aber das weißt Du ja.)

    Pass bitte gut auf Dich auf, dass Du Dich nicht selbst und Ihr Euch nicht verliert. Vielleicht hilft es, wenn Du Deine Wünsche, Gefühle und Ziele für Dich definierst und auch die, die Du an Deinen Partner hast. Es wäre gut, wenn er das auch tut und Ihr Euch anschließend darüber austauscht, wie es weitergeht, so dass Ihr Euch beide damit gut fühlt.

    Frust im Job ist ja eine Sache, aber "ich tue es für die Familie" ist eine ganz blöde Floskel, bzw. ausrede. Da muss sich jemand mal ganz schnell klar werden, was DU für die Familie tust (und auch opferst), indem Du zu Hause bleibst.

    Nicht Du bist unorganisiert, sondern Dein Mann kennt die Abläufe und Eure (Familien-)Strukturen zu Hause nicht (mehr). Deshalb kann er sich nicht ohne weiteres einfügen und versucht das (vermutlich unbewusst) über solche Beschwerden und Vorwürfe zu kaschieren. Und auch das herumliegende Auto ist in der Regel nicht die Ursache, sondern ein Ventil für irgendetwas anderes.

    Eigentlich müsste man den einen oder anderen Mann mal für eine Weile in das Leben seiner Ehefrau stecken und den Spieß so umdrehen, damit sie merken, dass "zu Hause bleiben" kein Spaß ist. (Mir macht es jedenfalls keinen.)

    Oh je, ich könnte Seitenweise dazu schreiben, weil mich dieses Zuhause sein und diese blöden Rollenverteilungen (momentan) auch total frustrieren. Dabei habe ich trotz Kind nie aufgehört zu arbeiten. Aber ich mache inzwischen viel von zu Hause aus und habe das Gefühl, dass deshalb alle denken: "Sie ist ja den ganzen Tag zu Hause. Sie tut ja nichts...!".

    So, und jetzt schnappe ich mir mein Krümelchen und wir gehen im Regen Enten füttern. ;-)

    Ich wünsche Dir alles Gute! Hoffentlich wacht Dein Mann auf und merkt, was er an Dir hat und Du findest eine Aufgabe, die Dich neben Deinen jetzigen in einem weiteren Bereich ausfüllt.

    Viele Grüße

    desperate too

    (Der Gedanke mit dem Ehrenamt ehrt Dich, ich vermute aber, dass es mal wieder Arbeit ist, die in manch eines anderen Augen nichts wert ist, da sie nicht bezahlt wird und damit ja nicht so wichtig ist...)



    • Hallo!

      Naja, der Satz "Kinderbetreuung ist auch Arbeit" hilft wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Denn jede Frau, die vorher einen einigermaßen verantwortungsvollen Job hatte, weiß, dass sie jetzt wesentlich weniger "arbeitet" im Sinne von "ausrichten, schaffen, ..." als im Job. Eigentlich sitzt man die ganze Zeit rum und hat nicht wirklich was zu tun. Und was "sichtbares" am Abend kommt selten dabei raus, im Sinn von: "Toll, das hab ich heut alles geschafft!" Trotzdem kann man nie das tun, was man möchte, hat kaum Erholung, ist trotzdem irgendwie beschäftigt. Und das ist genau das, was belastet.

      Es gab übrigens nur eine sehr kurze Zeitspanne (das "goldene Zeitalter der Familie" nach dem Krieg), indem unsere "Musterfamilien" wie sie die Gesellschaft im Kopf hat (Mama steht lachend am Herd und hat ne Kinderschar um sich, der sie die Tränen trocknet, Papa geht arbeiten und sorgt für die Familie) funktioniert haben. Vorher hat man die Kinder auch sehr bald nach der Geburt in fremde Hände gegeben zur Betreuung: in höheren Schichten an eine Amme/Zofe/Kinderfrau, in niedrigeren Schichten an die Oma/alte oder leicht behinderte Tante/Kindsmagd/ältere Schwester oder die Kinder wurden mitgenommen aufs Feld/in den Stall/.... Die Arbeitskraft der Mutter konnte niemals auch nur annähernd 3 Jahre entbehrt werden, gleichzeitig wurde aber auch noch nie einer Frau so eine lange Nichts-Tu-Phase zugestanden und zugemutet. Deshalb brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir das heute nicht psychisch aushalten. Ich glaub nicht, dass das in der Natur irgend eines Menschen liegt. Die Fähigkeit erwirbt man sich erst ab einem gewissen Alter, glaub ich, und auch nicht jeder. Also, scheut euch nicht, eure Kinder an die Omas abzugeben, das ist ein ganz natürliches Verhalten. Sie an fremde Personen in großen Gruppen abzugeben, find ich selber nicht gut. Aber das muss auch jeder selbst entscheiden.

Top Diskussionen anzeigen