Ich bin neidisch

    • (1) 23.08.11 - 15:14
      Neidhammel

      Ich bin ein schlechter Mensch. Ich bin ein Neidhammel. Auf wen ich neidisch bin? Auf die Hälfte der Urbia-Gemeinde. Wenn ich mir mein Leben anschaue, dann habe ich ganz laut HIER geschrien, als die Unnannehmlichkeiten vergeben wurden.

      Ich bin neidisch auf die Frauen unter Euch, die nicht arbeiten gehen müssen. Die sich um ihre Kinder kümmern, sie aufwachsen sehen. Abends kommt der Mann nach Hause, möglichst in eine schöne größe Wohnung oder sogar ein Haus.

      Ihr könnt mitten am Tage im Sommer spazieren gehen, ins Freibad, ein Buch lesen, Euch mit Freundinnen treffen.

      Habt Zeit, in Ruhe Euren Haushalt zu erledigen. Alles ohne Hetze. Zwischendurch gibts dann noch eine Mutter-Kind-Kur. Traumhaft.

      Und bei mir? Ich arbeite, arbeite, arbeite. Nicht mal nach der Geburt der Kinder konnte ich mir eine längere Auszeit leisten. Nach einem halben bzw. einem Jahre mußte ich wieder zurück in den Vollzeitjob.
      Früh aufstehen, die Hetze in die Kita. Am späten Nachmittag die Kids abholen. Haushalt. Mein Mann ist auch gehetzt. Kommt noch später heim als ich. Trotzdem leben wir nicht in Saus und Braus. Kommen ganz o.k. hin, aber größere Wohnung oder Haus, daran ist nicht zu denken.

      So, genug gejammert. Mein Chef schaut schon, was ich hier so konzentriert schreibe. Normalerweise geh ich tagsüber nicht ins Internet.

      45 Minuten noch, dann habe ich Feierabend. Setze mich aufs Rad und hole die Kids.


      • (2) 23.08.11 - 15:23

        Tja, was soll man raten?

        Freu Dich an den kleinen Dingen des Lebens.
        Eine große Wohnung ist kein Garant für ein glückliches Leben.
        Sei froh dass Du gesund bist
        Sei froh dass Du Kinder hast.
        etc.

        Das wird jetzt gleich an nutzlosen Tipps kommen. Und noch viel mehr. Von glücklichen Menschen, wohlgemerkt.

      (4) 23.08.11 - 15:33

      Hallo,

      ich bin momentan zuhause mit den Kids (3 und 9 Monate) und an manchen Tagen wär ich echt froh, wenn ich ganztags auf die Arbeit könnte und die Kinder im Kindergarten wären. Die Kleinen machen zuhause ständig alles durcheinander, was ich in der einen Ecke aufräum, ist in der nächsten Ecke schon wieder durcheinander. Sehs doch mal positiv - wo niemand zuhause ist, wird auch nichts so schnell dreckig :-p

      Die beiden zu erziehen ist momentan auch so ne Sache. Kostet ganz schön Nerven. Da waren meine vorherigen Jobs echt entspannend.

      Haus ist zwar schön, dafür geht das Wochenende meist mit Rasenmähen, Unkraut jäten, Sachen zurückschneiden, Keller aufräumen, sonstige Sachen in Schuss halten usw. drauf. Im Winter Schnee räumen usw.

      Alles hat seine Vor- und Nachteile...

      LG

    • (5) 23.08.11 - 15:49

      Hallo,

      irgendwie musste ich mich gerade ein bisschen anschnallen als ich Deinen Beitrag gelesen habe.
      Kurz zu Deinen Unannehmlichkeiten, die in wirklichkeit keine sind.
      Schätze Dich Glücklich, dass Du arbeiten kannst, dass Deine Kinder gesund sind.
      Wären sie nicht gesund, dann ginge es Dir wie mir....
      Du wärst Tag ein Tag aus zu Hause, mit Deinem Kind, Dein Mann würde arbeiten und abends nach Hause kommen und Du wärst neidisch, dass Du es nicht bist, der das Haus mal verlassen kann um an was anderes zu denken und (wenn auch nur) mit Arbeitskollegen eine gewisse Art von Konversation zu betreiben.
      Dann hätten sich die meisten Freunde von Dir abgewand, weil Du nicht mehr flexibel genug bist, wenn Du Glück hast, meldet sich einmal in der Woche jemand bei Dir.
      Glaube mir, Du würdest Dir mehr als wünschen, arbeiten zu können.

      Du hast keinen Grund neidisch zu sein, glaube mir das!!

      ....

      Hi!

      Neid ist eine unschöne Sache, weil nur eines passiert: Man macht sich selbst und sein Leben kleiner als es ist.

      Ich werde den Teufel tun und dir sagen "halb so wild, auch jedes Leben, dass schön scheint, hat seine Schattenseiten". Denn das wäre eine Lüge und ausserdem füttert dies nur den unschönen Charakterzug Missgunst.

      Das Wichtigste ist, nie zu vergessen, welche schönen Dinge dein Leben bereit gehalten hat/bereit hält. Wertschätzung für das, was in deinem Leben schön ist. Und ich wette mit dir, da gibts eine ganze Menge. Nur die Unannehmlichkeiten im Fokus zu haben, vergällt dir das Dasein, rück mal die guten Sachen ins Blickfeld, dann verschwindet die nagende Neidschlange schnell.

      Grüsse

      serdes

    • Hi,

      bis vor einiger Zeit hatte ich folgenden Spruch als Motto in meiner VK:

      "Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit" (Kierkegaard).

      Damals hatte ich diesen Spruch im Hinblick auf den (unerfüllten) Kinderwunsch gewählt, aber ich finde, er passt auf eigentlich alle Lebenslagen.

      Fokussiere Dich auf Dich, Deine Familie und Dein Leben, und fange an, die schönen Dinge, die Ihr habt, zu sehen. Nur das ist wichtig. Wie es den anderen geht (ob besser oder schlechter sei immer dahingestellt, denn diese Einschätzungen sind ja auch oft subjektiv), ist erst einmal egal.

      Damit meine ich natürlich nicht, dass Du mit Scheuklappen und ohne jegliches Interesse für Deine Mitmenschen durch die Welt laufen sollst, sondern nur, dass das Schielen auf andere nicht unbedingt gut tut.

      LG Ally#klee

    Wer hat den Lust zu Hause rumzuhocken den ganzen Tag? Sei froh, dass Du arbeiten gehen kannst. Sei stolz auf Dich, dass Du das hin kriegst. Du willst auf Frauen neidisch sein, die nicht arbeiten gehen können/wollen?

    Gott im Himmel, Deine Träume sind meine Alpträume...

    • (11) 23.08.11 - 18:25

      arbeit ist nicht alles und wenn sie gerne was von ihren kindern haben und sie aufwachsen sehen möchte und nicht nur abends nach der arbeit, dann kann man das schon verstehen.

      viele vollzeit-job-muttis kommen gut klar mit job, kinder und haushalt, mit dem stress halt und andere möchten das einfach nicht. kann man auch verstehen und sollte man akzeptieren.
      man möchte ja keine kinder in die welt setzen, um sie 1 jahr später nur abends immer zu sehen oder kaum zeit für sie haben, oder?

      • <<man möchte ja keine kinder in die welt setzen, um sie 1 jahr später nur abends immer zu sehen oder kaum zeit für sie haben, oder?>>

        Hast Du Dir mal überlegt, dass Männer genau denselben Anspruch haben könnten? Kinder wollen Zeit mit ihrer Mutter UND ihrem Vater verbringen. Deshalb ist es auch toll, wenn die Eltern sich die Arbeit 50/50 aufteilt. Und das sage ich nicht, weil ich so wahnsinnig emanzenmäßig bin, sondern, weil es für die Kinder das Beste ist.

        Wenn wir zu Hause rumglucken und nicht mithelfen, müssen Männer Vollzeit (manchmal noch darüber hinaus) arbeiten. Wie sollen sie dann noch Deinem oberen Zitat gerecht werden können?


        • (13) 23.08.11 - 19:55

          so ist es aber leider ja selten. der mann arbeitet eigentlich immer vollzeit (kenne keine familienväter, die nur halbtags arbeiten) und die frau ja mittlerweile auch, weil das geld nicht reicht.
          das gehört doch schon fast zur tagesordnung und dann sehen beide elternteile ihre kinder erst ab nachmittag oder abends. und dafür kinder in die welt setzen?

          • Die Kinder Morgens und dann wieder ab dem Nachmittag zu sehen reicht doch vollkommen aus. Da hast Du doch noch viele, viele Stunden, in denen Du dich richtig intensiv kümmern kannst.
            Ich verstehe das wirklich nicht. Was ist denn Deine Traumvorstellung? Von morgens um 6 bis abends um 20 Uhr non-stop nur "Ich-und-mein-Kind-Programm"?
            Lass Dein Kind doch Zeit mit dem Vater verbringen.
            Lass Dein Kind Zeit mit anderen Kindern verbringen.
            Aber klar, manche wollen es nicht anders. Die Frage ist vielleicht nur, will Dein Kind das so... oder will die Mutter das so.

            Sind deine Kinder noch sehr klein?

            meine Tochter ist 7 und sie will längst nicht nur zu Hause bei Mama und Papa hocken.
            Sie verabredet sehr viel, ist schon nach der Schule bei Freundinnen oder diese bei uns.
            Zeit "zusammen" hat man auch nur abends, denn am Tage ist man abgeschrieben.

            Und es dauert nicht mehr lange, da machen sie dann noch mehr ihr eigenes Ding.


            Übrigens kenne ich tatsächlich Paare, die beide in TZ arbeiten. Im sozialen Bereich scheint das relativ gut machbar zu sein.

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