er reizt mich bis aufs Blut

    • (1) 21.04.12 - 21:14
      gehtgarnicht

      Hallo,

      meine Ehe steckt seit längerem in einer tiefen Kriese. 2 Eheberatungen haben wir schon gemacht, es hat nichts gebracht weil mein Mann sich an die Absprachen die dort getroffen wurde nicht gehalten hat.

      Nun ist es mittlerweile so, dass er mich so gemein behandelt und mit Worten dermaßen verletzt dass ich ihm eine Ohrfeige verpasse.

      Für mich ist diese Beziehung damit endgültig zu Ende, weil schlimmer gehts eigentlich wirklich nicht.

      Aber aus mehreren Gründen ist eine Trennung nicht so einfach durchzuführen aber ich bin völlig ratlos, wie es weitergehen soll.

      Manchmal verstehe ich auch wirklich nicht, wie es so weit kommen konnte. Und ich verstehe auch meinen Mann nicht, wieso er solche Sachen sagt von denen er auch noch überzeugt ist, dass er damit Recht hat.

      Ich weiß einfach nicht mehr weiter :-(:-(:-(:-(

      • Hallo,

        a) ich denke ihr beide "schenkt" euch nichts: der eine kämpft verbal - die andere schlägt halt zu. Es ist beides fürchterlich schlimm.

        b) ich denke, er hält sich nicht an die Absprachen, weil er sich darin nicht wiederfinden kann. Der Therapeut und Du habt eure Meinung ihm aufgedrückt - und er hat in dieser emotional wahrgenommenen Übermacht einfach mal genickt. (ein im Moment einfacher Weg. Geht ihr immer diese "einfachen" Wege?)

        Wäre es ein wirklicher Kompromiss, in dem beide Seiten zu- und abgeben, dann würden sich auch beide Seiten dran halten.

        c) 2 Eheberatungen oder bisher 2 Termine? Eine Ehetherapie ist ein langer, langer Weg.

        d) Warum ist eine Trennung nicht so einfach durchzuführen? Tasche packen und raus in eine kleine Wohnung, welche gerade so finanzierbar ist. Es soll ja auch nur für den ersten Schritt sein. Falls kein Job da ist, dann einen suchen und das eigene Leben in die Hand nehmen.

        Räumlicher Abstand bei einem solch aggressiven Umgang miteinander ist wohl nicht die schlechteste Lösung.

        LG

        emma

        • Wenn ich verbal auf's Korn genommen werde, mich das über Jahre hinweg auf's Blut reizt - ja, da kann ich verstehen, dass man sich irgendwann total vergisst und eine Ohrfeige gibt.
          Das steht für mich nicht im Verhältnis zu verbaler Entgleisung.

          wenn jemand "Behauptungen" aufstellt, die jegliche Diskussion verhindern, ist das genauso "emotional wahrgenommene Übermacht".

          Gegen die die TE sich allerdings wehrt.

          Ein erwachsener Mann kann durchaus sagen: an diese Abmachung werde ich mich nicht halten. Ich finde mich darin nicht wieder.
          Wenn er, um den Konflikt zu vermeiden, nickt, ist er ganz eindeutig schuld, nicht irgendjemand anders. Er trägt die Verantwortung für sein Nicken. Nicht die Partnerin oder eine Therapeutin.
          Schließlich ist er kein Kind mehr.

          >> (ein im Moment einfacher Weg. Geht ihr immer diese "einfachen" Wege?)>>

          Wieso "ihr"? Ich kann nicht erkennen, wo sie es sich einfach gemacht hat. das hat doch er, indem er dem Konflikt aus dem Wege ging, um einen noch größeren zu provozieren.

          >>Wäre es ein wirklicher Kompromiss, in dem beide Seiten zu- und abgeben, dann würden sich auch beide Seiten dran halten.>>

          Weder die Therapeutin noch die Partnerin müssen erraten, was sich der Mann wünscht und welchem Mittelweg es geben könnte. Gott hat ihm einen Mund zum Sprechen geschenkt.

          • An solchen Situationen sind immer beide Seiten "dran Schuld".
            Solange jeder nur mit dem Finger auf den anderen zeigt, kann keine Lösung erfolgen.
            Genau darum geht es, wenn man eine Lebensgemeinschaft therapieren will. Beide müssen sich bewegen - nicht nur der vermeintlich "Schuldige".
            Und solange man von "Schuld" spricht, ist der Weg sowieso nicht der richtige.
            Sorry.

            • Wo ist sie denn "schuld", wenn er nicht in der Lage ist, seine Sichtweise und Wünsche klar zu benennen?
              Eine schöner Satz: da sind zwei beteiligt.
              An der ursprünglichen Situation vielleicht - wir wissen ja nur sehr wenig.

              Aber wenn es ans Lösen geht, und er das boykottiert, weil er die Zähne nicht auseinanderbekommt, und wenn, dann nur "Behauptungen" aufstellt, dann zieht er ganz klar die Karre in den Dreck.
              Das verstehe ich nicht unter "konstruktiver Bewegung".
              Da kann ich sehr wohl von Schuld sprechen. man kann es auch Verantwortung nennen.

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