Wer hat Erfahrung mit schizoidem Partner?

    • (1) 01.06.12 - 22:58
      asako

      .... steht ja schon oben. DANKE!!!

          • Naja, wir waren beide sehr jung, kriegten zwei Kinder. Er war von Anfang an unzuverlässig. Dies verschlimmerte sich immer mehr, er verlor immer wieder seine Arbeitsstelle. Von seinem Verhalten her dachten alle lange er sei halt ein Nichtsnutz, oder Suchtkrank.

            Es gab zwischen uns immer mehr Streit, auch Gewalt, totale Überforderung.

            Die Diagnose war eine Erleichterung. Aber Diagnose bedeutete noch nicht Krankheitseinsicht oder Behandlung.
            Unsere Ehe war unrettbar verloren, gleichwertige Partnerschaft war unmöglich. Zur räumlichen Trennung/Scheidung fehlten uns die finanziellen Möglichkeiten.

            So lebten wir irgendwie zusammen, aber nicht mehr als Ehepaar. Sein Zustand verschlechterte sich, ich hatte unterdessen einen neuen Partner. Zusammen betreuten wir meinen (Ex-)Mann so gut wie möglich, 9 Monate waren extrem heftig, er war oft katatonisch, Körperpflege konnte er nicht mehr selbstständig übernehmen, brauchte für alles Aufsicht und Anleitung und wanderte Nächtelang durchs Haus, "überwachte" unseren Schlaf und den seiner Töchter.
            Letztendlich eskalierte es bei seinen Eltern, er wurde zwangseingewiesen. Es folgten viele Monate, Jahre mit Höhen und Tiefen, natürlich auch die Scheidung. Er ist chronisch Schizophren, aber mit Medikamenten gut eingestellt, unsere Beziehung ist freundschaftlich, zu den Kindern ist das Verhältnis gut, obschon die Kinder natürlich auch extremen Belastungen ausgesetzt waren.

            • (6) 01.06.12 - 23:44

              ...ich danke dir.
              In vielem finde ich uns wieder. Mein Partner hat aber eine gesicherte, angesehene Position, für die er verbissen alles gibt.
              Es dreht sich immer alles um ihn, meine Bedürfnisse jeglicher Art werden komplett ausgeblendet.
              Alles Gute für dich udn DANKE für deine Offenheit!

      (9) 02.06.12 - 09:09

      ...nein, ich wollte Erfahrungen mit schizoidem Partner erfahren.

      Dennoch habe ich mich über die Offenheit des Postings, wenn auch mit einem schizophrenen Prtner, gefreut und deshalb bedankt.
      Ich weiß schon, dass das ein Unterschied ist. Es gibt wohl keinen, der Erfahrungen gemacht hat, hier im Forum. Schade!

      (10) 02.06.12 - 09:14

      Schizoid

      Oder schizophren

      Schizoid Menschen sind introvertiert ,wenden sich oft von ihrem sozialen Umfeld ab
      Verschwinden quasi in ihrer eigenen Welt
      Und sind weniger in der Lage mit ihrer Umwelt zu kommunizieren

      Einfach ausgedrückt
      Das blieb aus meiner Ausbildung hängen

      Schizophrene Menschen haben mehrere Persönlichkeiten in sich

      Beide psychiatrischen Erkrankungen müssen sehr genau diagnostiziert werden
      Und es muss rausgefunden werden ob der Betroffene in der Lage ist seinen alltag zu meistern

      • (11) 02.06.12 - 09:22

        Eben, so ist mein Partner.
        Er hat allerdings einen angesehenen Job in einer gehobenen Position und dort läuft alles strukturiert und somit meistert er dies gut und sein Chef ist ein Narzist und ich denke gerade deshalb, kommen sie gut miteinander aus.
        In meinem Umfeld ist ein Psychiater, der diese Diagnose in den Raum geworfen hat und ich habe mich damit auseinander gesetzt. Mein Partner wird sich aber nie in Therapie begeben...

      Hi,

      bist du mit schizophren sicher? Ich dachte, mehrere Persönlichkeiten fallen unter multiple Persönlichkeitsstörung, nicht unter Schizophrenie (das war doch mit Gefühls-, Denk-, Sprachverwirrung?)?

      Gruß

(16) 02.06.12 - 11:57
dochInSchwarz

So, ich habe jetzt eine Nacht darüber geschlafen, denn eigentlich wollte ich dir in Blau antworten, trau mich nun doch nicht.

Offiziell kann man ja nur vermuten, denn diagnostiziert wird diese Störung selten, weil ja beim Betroffenen die sogenannte Einsicht fehlt. Dass sich dein Partner nie in Therapie begeben wird, ist ziemlich wahrscheinlich und somit wird ein Leben mit ihm sehr, sehr schwierig.

Ich hatte anscheinend schon zweimal dieses zweifelhafte Vergnügen. Der 1. ist wohl nicht so schwer davon betroffen, hat jedoch auch deutlich schizoide Züge. Beim ersten Mal war ich sehr verletzt, weil ich verliebt war und nicht wusste, was los war. Beim 2. traf es mich wie der Blitz und ich sah mir das dann nur mehr eine Zeit an, weil ich da ja schon wußte, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist.

Am ehesten kommt "es" in intimen Situationen zum Vorschein. Spürst du nicht diese eigenartige Distanz? Wenn du sie küsst und sie nicht darauf vorbereitet sind (besonders bei Begrüßung und Abschied), spürt man, wie sie erstarren und den Kuss nur mechanisch erwiedern. Der 1. konnte Zärtlichkeit geben und empfangen, bis zu einem gewissen Grad. Er wollte zwar mich im Bett befriedigen, er selbst wollte nicht "kommen". Jedoch ergab sich diese Situation in 6 Wochen einmal.

Der 2. erfüllte da komplett das schizoide Muster. Für ihn war Sex reine Triebbefriedigung. Er sah das aber offensichtlich nicht so. Er konnte eine "Art" von Zärtlichkeit empfangen, sie aber nicht zurückgeben. Er war jedoch der Meinung, zärtlich und einfühlsam zu sein.

Der 2. hat zweimal bei einem Telefongespräch einfach aufgelegt, obwohl das keine Situationen waren, in denen jemand eventuell auflegen würde, also kein Streitgespräch oder so. Auf die Frage warum, gab er für das erste Mal an, er wisse es nicht mehr und beim zweiten Mal hat er es abgestritten. Als er das zweite Mal das Telefongespräch einfach beendete, rief er 2 Tage später nocheinmal an. Ich hob jedoch nicht ab. 10 Tage später (es war ein Samstag 19.30), hob ich ab. Er fragte mich, warum ich mich nicht gemeldet habe, er hätte mich vor 2 oder 3 Wochen angerufen (fehlendes Zeitgefühl?). Ich sagte ihm, nachdem er aufgelegt hätte, hätte ich daraus geschlossen, dass er sowieso nicht mit mir sprechen wolle und hätte mich deshalb nicht mehr gemeldet. Er war jedoch der Meinung, dass irgendetwas nicht stimmen würde und ich einen Freund hätte und ich ihm es sagen soll, dass ich einen Freund habe. Er verstand einfach nicht, dass ich keine Lust darauf hatte, am Telefon einfach so abgewürgt zu werden.

Zusätzlich wollte er mit mir an diesem Samstag weggehen. Ich hatte jedoch schon etwas mit meinem Cousin vor und nannte in den Ort, wohin ich gehen würde und mit wem. Daraufhin meinte er, dass entweder der Ort oder die Begleitung nicht stimmen würden.

Dann sind da noch die tagelangen Rückzüge, die auch Wochen dauern können.

Zum Thema soziales Umfeld kann ich zum 1. Mann sagen, dass er schon gerne viel unterwegs ist und "Freunde" hat. Er ist jedoch wahrscheinlich ein Alkoholiker. Dies schließe ich aus folgnden Satz, dan er zu mir einmal sagte:"Ich wollte eigentlich heute nicht so viel trinken um dich nüchtern zu sehen, aber ich konnte nicht mehr aufhören." Außerdem hat er sich mindestens einen Tag in der Woche ins Koma getrunken und war/ist bekannt dafür. Mir ist jedoch aufgefallen, dass seine Freunde einen eigenen Umgang mit ihm haben, der nicht dem üblichen Umgang mit Freunden entspricht.

Der zweite hat auch Freunde, arbeitet selbständig von Montag bis Samstag. Geht jedoch sehr selten weg.

So, dass sind ein paar Punkte aus meinem Erfahrungsschatz.

Mich wundert, dass du von Beziehung sprichst, denn eigentlich hängt man bei ihnen in der Luft. Man weiß nicht wirklich was Sache ist und eigentlich gehen sie keine engen Beziehungen ein.

Lg

  • (17) 02.06.12 - 12:42

    Ach, da fällt mir noch etwas ein. SMS sind gaaanz anders, als von anderen Menschen. Sie sind so .... trocken, nüchtern. Ich kann dass gar nicht gut beschreiben. Aber während sich die SMS der beiden genannten Männer sehr ähnlich sind, unterscheiden sie sich zu SMS von anderen Personen.

    Noch etwas: der 2. Mann hat, z.B. einmal nicht auf meine SMS geantwortet, mit der Begründung, dass diese komisch gewesen wäre. Ich würde SMS nicht so schreiben.

    Und dann wären noch diese zynischen Kommentare, wenn man über etwas vermeintlich emotionales spricht. Das ist mir bei beiden aufgefallen.

    Bei beiden kam es auch vor, dass sie mich in "emotionalen" Situationen fragten, wie sie sich verhalten sollen. Das waren ganz normale soziale Situationen, die jeder intuitiv meistert.

    Vielleicht fällt mir dann noch etwas ein ...

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