Weiß nicht weiter, Mutter ist nach Delir und 1 1/2 Jahren "ohne" rückfällig geworden

    • (1) 19.07.12 - 08:39
      alkoholkrank

      Guten Morgen,

      ich weiß garnicht so recht, wo ich anfangen soll.
      Ich habe eine sehr gute Kindheit gehabt, meine Eltern (bin selbst jetzt 32 Jahre alt), haben viel für uns getan und waren immer da. Meine Mutter hat damals 1992 den Tod ihres Vaters nicht verkraften können. Soweit ich mich erinnere, fing von da an das Problem mit dem Alkohol an. Über Jahre hinweg wurde es immer mehr.
      Wenn sie morgens aus dem Nachtdienst kam, gab es erstmal ne Flasche Wein, bevor sie zu Bett ging. Sie trank nie harte Sachen (Ausnhame mal ein Ouzo beim Griechen), es waren "nur" Wein und Sekt/Prosecco.
      In der Familie mütterlicherseits gibt es vermehrt Alkoholprobleme, und meine Mutter fiel immer tiefer. Wir haben ihr von Anfang an jegliche Hilfe angeboten, haben gesagt die erkenne die Gefahr nicht usw und sofort. Während meiner Abiprüfungen eskalierte es zum ersten Mal. Sie stand nachts splitternackt am offenen Fenster und weinte "Holt sie doch bitte rein, sie hat so kalte Füße". Später erfuhr ich, dass mein Opa in der Kindheit meiner Mutter meine Oma im tiefsten Winter ohne Schuhe mal vor die Tür gestellt hat und sie dort längere Zeit verblieb. Meine Mutter wird dieses nie verarbeitet haben, will sich aber auch keine professionelle Hilfe holen, um diese Erinnerungen aufzuarbeiten.

      2010 der nächste und schlimmste Knall und gleichzeitig tiefer Fall: Sie war ins Delir geraten. Ich war hochschwanger und mitten in der Nacht um 2:30Uhr klingelte das Telefon - meine Mutter war dran und erzählte wirres Zeug. Fremde Menschen in ihrem Haus, Freunde die sich hinter der Gardine verstecken, wir sollen kommen, sie hätte Angst, denn die Leute sollen aus dem Haus verschwinden.
      Ich fragte sofort "Wo ist Papa??" Ich bekam keine richtige Antwort und natürlich Angst, denn in dieser Situation (sie war überhaupt nicht wiederzuerkennen) wusste ich nicht, wozu sie fähig war. Mein Mann und ich fuhren sofort los.
      Mein Vater lag unversehrt im Bett und wurde wach, als wir kamen. Sogleich fragte er, was hier los sei und ich berichtete. Meine Mutter wurde auch als wir da waren, nicht annähernd klarer im Kopf. Mein Vater erzählte, sie hätte in derselben Nacht (?) mit einer Schere an seinem Bett gestanden, er sei wach geworden, zu Tode erschrocken, sie wusste nicht, was sie da wollte. An seiner Stelle hätte ich nicht ruhig weiter schlafen können. Ich muss dazu sagen, mein Vater hat über Jahre zu ihr gestanden, immer wieder versucht zu helfen, aber meine Mutter blockte immer ab, weil sie der Überzeugung war, sie hätte kein Alkoholproblem.
      Ihre Halluzinationen hielten ein paar Tage an. Wir saßen im Garten und meine Mutter fragte, ob ich die beiden Frauen dort an ihrem Teich sitzen sehe. Sie konnte sie genau beschreiben, was sie anhatten usw. - es war total unheimlich.

      Nach dieser Aktion begab meine Mutter sich mit Hilfe von uns allen in ärztliche Behandlung. Als sie wieder klar im Kopf war, konnte sie sich bruchstückhaft daran erinnern, das sie haluzinierte und wollte so etwas nie wieder erleben.

      1 1/2 Jahre ohne einen Tropfen Alkohol vergingen, sie war unter ärztlicher Kontrolle und bekam Medikamente gegen Entzugserscheinungen. Eine stationäre Therapie lehnte sie ab.

      Gestern kam mein Bruder und erzählte, dass er mit seiner Familie meine Eltern auf dem Campingplatz besuchte (Saisonplatz, den sie zur Erholung gemietet haben). Meine Mutter STURZBETRUNKEN, jeden Abend mind. 2 Flaschen Prosecco. Für mich brach eine Welt zusammen. Mein Vater hatte wohl erst gesagt, es sei nicht so viel, und sie komme gut damit klar, nach 1-2 Gläsern sei Schluß, später räumte er dann seine Hilflosigkeit ein.
      Ich weiß nicht, was wir noch tun können. Ich will das nicht nochmal erleben, ich will nicht, dass meine Mutter sich wieder in den Abgrund begibt. Sie war "ohne" ein total anderer Mensch. Sie wird wieder so tief fallen und nicht die Einsicht haben.

      Ich bin total verzweifelt, traurig, wütend und enttäuscht.

      Was soll ich tun????

      • Ich fürchte, deine Mutter wird noch mal so tief fallen müssen, um sich helfen zu lassen. Ihr könnt leider gar nichts tun, wenn sie ihr Problem nicht als solches erkennt/sehen will...

        hm, ich bin nicht sicher, ob dies alles vom Alkohol kommt, der sicher nicht hilft. Hat sie sich einmal vom Neurologen untersuchen lassen?

        • (4) 19.07.12 - 09:45

          Was die Halluizinationen betrifft, die sie im Delir entwickelte - Nein. Danach ist sie vom Hausarzt begleitet worden.

          Sie war wegen einer anderen Sache mal in neurologischer Behandlung, das hatte aber nichts damit zu tun!

      Zum einen musst du sie fallen lassen, wenn sie fällt. Dein Vater wird coabhängig sein und ungemein leiden, mehr noch als ihr Kinder. Er kann sich beraten lassen, es gibt in jeder grösseren Stadt AngehörigenAnlaufstellen in Suchtberatungsstellen.

      Etwas anderes musst du aber auch besonders beachten: Es gibt eine Veranlagung zur Alkoholsucht, die vererblich ist.
      Achte auf dich selbst, bitte deine Geschwister darum, auf sich zu achten, damit ihr nicht abrutscht, wenn euch traumatische Dinge widerfahren.

      Diese Spirale kann durchbrochen werden, wenn man sich der Gefahr bewusst ist und selbstreflektiert genug, auch Hilfen anzunehmen.

      Ich wünsche euch alles Liebe, und dass deine Mutter noch die Einsicht bekommt, sich ernsthaft Hilfe zu holen.

      White

      • (6) 19.07.12 - 09:49

        Mein Vater leidet sehr darunter, das weiß ich. Und er fühlt sich hilflos, genauso wie wir!

        Er trinkt ganz selten mal Alkohol, nur zu besonderen Anlässen. Ich selbst habe mit dem Alkohol keine Probleme, neige auch nicht in Krisensituationen zum Trinken. Mein Bruder "gönnt" sich eher mal einen Drink, aber ich habe bei ihm nicht den Eindruck, er würde damit nicht umgehen können.

        • Ja, das wird momentan so sein.

          Ich meine nur, behaltet das bei eurem eigenen Verhalten immer im Hinterkopf.

          Coabhängig meint nicht, dass dein Vater auch trinkt, sondern eher, dass er so nah an deiner Ma dran ist, dass er sie unweigerlich unterstützt, (be)schützt und (un)wissentlich in ihrer Sucht bestärkt. Ohne, dass er das wissen muss.

          Alles Liebe

          White

    (8) 19.07.12 - 10:27

    Hallo

    wir machen Ähnliches mit, nur mit meinem Vater. Er war vor 3 Wochen beim Arzt und seine Leberwerte waren um das x-fache erhöht. Der Arzt sagte, dass das seine letzte Chance ist. Er hat 3 Tage nichts getrunken und angefangen zu halluzinieren, hat irgendwelche Leute gesehen im TV obwohl dieser aus war. Es ging ihm wohl zu schlecht ohne Alkohol, dann hat er wieder angefangen. Für den 17ten hat er dick im Kalender eingetragen, dass er ab da aufhört. Vorgestern war er wieder angetrunken, was meine Mutter zur Weißglut trieb. Und so weiter und so fort....Es war immer so und es bleibt so, glaub ich bis es zu spät wird und er sterben muss wie ein Freund von ihm im Januar

    • (9) 19.07.12 - 10:52

      Ich will und werde aber nicht zusehen, wie sie sich zu Tode säuft. Ich habe nur EINE Mutter, es muss Mittel und Wege geben, ihr daraus zu helfen!!

      • (10) 19.07.12 - 10:55

        Sie kann sich nur selber helfen.
        Dein Vater hat schon viel zu lange zugesehen.

        • (11) 19.07.12 - 12:03

          Ich glaube, mein Vater hat einfach keine Kraft mehr. "Zugesehen" hat er nie. Die ganzen Jahre stand er ihr bei, hat immer wieder Hilfe angeboten, sie begleitet, mal die sanfte Tour, aber auch die harte Tour a lá "ich reich die Scheidung ein, wenn sich nichts ändert".

          Dann die langersehnte Änderung und Einsicht meiner Mutter - und nun wieder der Rückfall und alles beginnt von vorne. Er ist fertig, wir sind fertig.

          Wir mussten uns beschimpfen lassen, wenn sie betrunken war, "alle sind gegen mich", mein Vater sei ein Arschloch - Hölle sag ich Dir!! Sie ist im Rausch ein komplett anderer Mensch. Und am nächsten Tag weiß sie entweder nichts mehr davon oder es tut ihr unendlich Leid.

          Was hätte er denn Deiner Meinung nach noch tun sollen? Die angedrohte Konsequenz mit der Scheidung war natürlich nur ein Druckmittel, sicherlich wollte er diesen Weg nicht wirklich gehen. Aber selbst das interessierte meine Mutter ja nicht.

          • (12) 19.07.12 - 12:14

            Das Problem ist aber auch, dass der Alkoholkranke selbst einer Therapie/Einweisung zustimmen muss. Als Angehöriger sieht man den Mensch leiden und hat keine Handhabung.

            http://www.al-anon.de/online/online.htm

            Lasst euch helfen.

            LG und alles Gute
            Karin

            (13) 19.07.12 - 12:20

            >>>"Zugesehen" hat er nie. Die ganzen Jahre stand er ihr bei, hat immer wieder Hilfe angeboten, sie begleitet, mal die sanfte Tour, aber auch die harte Tour a lá "ich reich die Scheidung ein, wenn sich nichts ändert".<<<

            Doch, er hat nur zugesehen. Und was ist an einer Drohung, hinter der nichts steckt, eine "harte Tour"?

            >>>Was hätte er denn Deiner Meinung nach noch tun sollen?<<<

            Sie fallenlassen, ihr seinen Schutz und seine Anwesenheit entziehen, damit sie so richtig (entschuldige den Ausdruck) auf die Schnauze fällt.

            Das ist von außen leichter gesagt als getan. Es ist schwer, einen geliebten Menschen ins offene Messer laufen zu lassen

            • (14) 19.07.12 - 13:04

              Jemanden, der ganz offensichtlich Hilfe benötigt, fallen zu lassen, indem man ihn alleine lässt, kann doch nicht der richtige Weg sein?!

              • (15) 19.07.12 - 13:24

                doch bei einer sucht schon.

                ich weiß, dass das hart klingt - aber um eine sucht in den griff zu bekommen, kann nur der süchtige alleine aktiv werden - das ist hart für das umfeld - aber so isses nun mal.

                du kannst eigentlich nur den notarzt rufen, damit nichts schlimmeres passiert - aber sonst...

                iwende dich an eine selbsthilfegruppe für angehörige von suchtkranken - da wirst du auch menschen treffen, die mit einem trockenen alkoholiker zusammenleben und dir sagen können, was letztendlich eine verhaltensänderung herbeigeführt hat - und es wird dir vermutlich keiner sagen: ich habe es als angehöriger geschafft, ihn vom trinken abzuhalten -

                sondern es wird der süchtige gewesen sein, der angst um seine gesundheit hatte, ein ziel vor augen hatte, der angefangen hat, sich selbst wichtig zu nehmen...

                um eine sucht zu überwinden, ist der erste schritt immer eine verhaltensänderung, sei es, dass das umfeld die sucht nicht mehr trägt/verheimlicht/ermöglicht - sei es, dass der süchtige - durch was auch immer - eine veränderung mitmacht

                mir hat diese erkenntnis seinerzeit sehr geholfen.

                es muss sich bewegen - dein vater kann zum beispiel mal den notarzt auf den campingplatz kommen lassen - macht es offen, steht zur sucht deiner mutter, macht es für sie ungemütlich, verhindert ihr selbstmitleid.... es gibt schon einiges....

                viel kraft

                blue prinzess

                (16) 19.07.12 - 13:32

                Doch, das kann uU der einzig richtige Weg sein. Solange der Süchtige nicht einsieht, dass er Hilfe braucht oder keine Hilfe annimmt, weil es ihm in seinem geschützten Umfeld (Ehemann, Kinder, Enkel) "gut" geht, kann nichts besser werden.

      (17) 19.07.12 - 11:39

      Hallo,

      kontaktiere so schnell wie möglich (!!!!) die suchtberatungsstelle oder aber selbsthilfegruppen für angehörige deiner stadt.
      da sind die menschen, die sich mit sucht und ihren facetten auskennen, die wissen, wie man am besten helfen bzw. die zeit durchstehen kann.

      das problem bei einer sucht ist, dass sie nur dann überwunden werden kann, wenn der süchtige einsichtig ist - das ist hart für angehörige, aber nicht zu ändern.

      google auch mal nach dem buch "alk" - fand ich hilfreich.

      alles gute und viel kraft

      ducks

      (18) 19.07.12 - 17:14

      Das ist schon richtig, nur wie willst du das anstellen? Die Trinkenden sehen sich als Opfer, sie bedauern sich selbst. Wird ihnen schlechts Gewissen gemacht, unter Tränen an ihre Gesundheit und Leben appeliert, mit Liebe argumentiert oder so wie du es formuliert hast- trinken sie erst recht heimlich. Dann gibt es Phasen wo man alles aufgibt und versucht den Alltag mit dem Suchtkranken normal weiter zu leben. Das ist die co-Abh. Meine Mutter hat so oft mit Trennung gedroht, gemacht hat sie es nie.

      So hart es klingt, aber einen Alkoholiker müsste man richtig falles lassen, mit allen Konsequenzen. Wenn er da nicht wach wird, dann ist alles andere nichts wert. Aber die Familie fängt so einen Menschen doch immer wieder auf bis der Kreislauf entweder durch Entzug oder durch den Tod unterbrochen wird. Aber bis zum Tod ist es eine große Qual, das haben wir an unserem Bekannten gemerkt. Kurz vor seinem Tod hat er noch selbst zugegeben wie blöd er war, so viele Chancen verpasst zu haben. Es war zu spät, so ist er mit 60 gestorben, obwohl er die letzten 2 Jahre keinen Alkohol mehr trank. Da war aber die Leberzirrhose schon im vollen Gange. Und bei Frauen wird der Organismus noch viel schneller zerstört

      hallo,hast du mak mit deinem Vater geredet um deine Mom ev.gegen ihren willen einweisen zu lassen?Ich weiss das auch deine Mom dafür sein sollte,aber ev.muss man auch zuerst so eien weg als Fam. gehen. Wünsche dir und deiner Familie alles gute

Ich glaube, du kannst da gar nichts tun, außer für sie da sein bzw. ihr das Gefühl geben, dass ihr immer für sie da seid.

Ich kenne nicht so viele Fälle von Suchtkranken. Aber bei allen hat es am Ende selbst Klick gemacht. Ohne diese eigene Einsicht wird der Süchtige nie auf den richtigen Weg kommen. Ich hoffe für deine Mutter und für euch Angehörigen, dass es bei ihr noch mal KLick macht wie vor 2 Jahren.

So wie ich dich verstehe, wird deine Mutter auch nicht unbedingt zu einem Arzt/Neurologen gehen. Für mich hat sie schon eine arg ausgeprägte Schizophrenie, die behandelt werden sollte. Diese Halluzinationsgeschichten erinnern mich an die GEschichten über meine Oma, die ich selbst nicht mehr bewusst kennen gelernt habe. Sie sah auch überall Menschen, wo keine waren. Unter der Couch stand die Kaffeekanne. Nur bei ihr war das schon eine ausgeprägte Demenz. Deine Mutter hat aber noch eine Chance.

Ich wünsche euch allen viel, viel Kraft. Wenn du nicht mehr damit fertig wirst, suche dir auch Hilfe. Mit jemand Professionellen darüber reden, kann wirklich helfen. Vielleicht sollte sich auch dein Vater Hilfe suchen.

  • (21) 19.07.12 - 10:50

    An eine Schizophrenie glaube ich nicht. Sie hatte diese Halluzinationen nur während des Delirs, was ja normal ist. Danach nie wieder!

    Ich überlege schon, ob ICH unseren Hausarzt darauf anspreche, denn sie wird ihm gegenüber sicherlich nicht das Eingeständnis des Rückfalls machen. Und er hat ihr damals sehr geholfen.

    Hallo, entschuldige mal bitte....
    Zitat:

    "Für mich hat sie schon eine arg ausgeprägte Schizophrenie, die behandelt werden sollte."

    wie kann man das denn hier einfach so behaupten?
    Eine Schizophrenie zu diagnostizieren , sollte man einem fachärztlich augebildeten Psychater überlassen und nicht als "Ferndiagnose" in einem Forum.

    In vielen Psychischen Krankheitsbildern, kann es zu Halluzinationen kommen, darunter auch Alkohol Delir .
    Typisch dafür auch das abklingen nach ein paar Tagen bzw. Stunden, wie auch in diesem Fall.

    Ich wünsche der Mutter und der TE alles gute und viel Kraft.

    A.

(23) 19.07.12 - 11:33

Hallo,

ich kann so sehr verstehen, wie es Dir geht, meine Mutter war auch stark alkoholabhängig.

Sie hatte keine Wahnvorstellungen, das nicht. Das kann ich also nicht beurteilen.

Wir haben immer gesagt, sie solle damit aufhören... Mir sagte jemand, der in einer Psychiatrie arbeitet, dass man es als schlimme Krankheit sehen muß und dass man einem Rollstuhlfahrer auch nicht sagen kann, dass er aufstehen soll. Das hat mir sehr geholfen.

Meine Mutter hat sich selbst in eine Klinik begeben, das war das Tollste, was sie für uns tun konnte. Sie war 2 Wochen da, es war nicht schön, sie dort zu sehen.
Danach hat sie 1 Jahr lang Tabletten genommen und trinkt seit 12 Jahren nicht mehr.

Hätte sie das nicht getan, wären wir alle daran zugrunde gegangen.

Ich kann Dir nur sagen, dass Du nichts tun kannst. Absolut nichts. Sie wird selbst einsehen müssen, dass sie professionelle Hilfe braucht.

Dir wünsche ich viel Kraft!

Hi,

oh wie gut kenne ich das leider alles und es ist für die komplette Familie der Horror.

Mein Vater ist Alkoholiker seit ich denken kann immer mal wieder mit trockenen Phasen von 1 Jahr +/- und dann geht der Mist von vorne los.

Ich habe meine Kindheit nur mit einem besoffenen Vater vor Augen.

Meine Mama leidet auch fürchterlich darunter und alle sind sich einig das es so hart wie es sich anhört ein Segen wäre wenn er es einmal richtig Knallen lässt.

Wir hatten von weißen Mäusen neben seinem Bett bis zu Stürzen alles dabei.

ABER ER hat ja kein Problem. Er nimmt Tabletten und geht zum Therapeuten ABER wenn man diesen anlügt wie soll er einem dann helfen. In seinen Augen haben alle anderen ein Problem nur er nicht.

Meine Mama ließ sich eine Zeit mal stark mitreißen, erst war es WE mal ein Körnchen und irgendwann schlich es sich auch in der Woche ein. Als meine Schwester und ich (wir wohnten noch zu Hause) ihr sagten Mama es reicht wenn einer sich nicht im Griff hat, war sie fix und alle. Sie hat von da an keinen Tropfen mehr getrunken.

Leider hat das Verhalten meines Vaters sie selbst in die Depression gestürzt und das tut verdammt weh. Ich würde mich freuen wenn sie ihn vor die Tür setzen würde aber sie kann es nicht. Sie müsste ihm Unterhalt zahlen und aus der Wohnung raus da dann nicht mehr bezahlbar. Alles ein Teufelskreis.

Mittlerweile baut mein Vater seinen Kontrollwahn immer weiter aus und man merkt immer deutlicher, dass das Gehirn Schaden davon trägt. Er ist vergesslich und bildet sich Sachen ein wo er drauf behaart das es so gewesen sei. Er muss alles in seiner Hand wissen (er braucht die Kontrolle) und möchte stehts über alles informiert sein.

Mein Vater trinkt heimlich und erklärt dann alle für verrückt er hat schließlich nicht getrunken.#zitter

Das schlimmste Erlebnis war als ich mit meiner Maus auf der NEO lag und mein Vater sich betrunken ins Auto setzte und dann selbiges gegen einen Baum setzte #schock.

Zumind. hat meine Mama dafür Sorge getragen, dass er eine Patientenverfügung unterschreibt die alle Maßnahmen unterbindet, wenn es irgendwann in die letzte Phase gehen sollte.

Schon vor Jahren lag er mit Nierenversagen im Krankenhaus quittegelb und der Arzt sagte beim nächsten Rückfall könne er sich schonmal einen Platz auf dem Friedhof suchen.

Wenn er nicht trinkt hat er starke Schmerzen und liegt Nachts weinend wach, demnach versteht natürlich kein gesunder Mensch warum man sich das dann immer wieder antuen muss.

Ich verstehe es nicht.

Nur meiner Tochter möchte ich diesen Anblick ersparen. Wenn er betrunken ist gehen wir nicht hin, dann hat er Pech.

Selbst ich bin von damals noch so geschädigt, dass ich wenn mein Mann abends schläft und schlaftrunken aufwacht und dann verleiert guckt, mich dieser Anblick schon anwidert oder Schluckauf gaaaaaaanz schlimm (hat mein Vater immer gehabt im Suff) da such ich das Weite.

Falls du dich Austauschen möchtest dann melde dich gern per PN

Lg
Jeannine

einem suchtkranken Menschen kann leider nur dann erfolgreich geholfen werden, wenn er selbst Hilfe will. Diese Hilfe kann man ihm nicht einreden - entweder er fordert sie voller Verzeiflung ein oder .... Pech

Ein alkoholsüchtiger Mensch muß unten ganz tief unten sein um seiner Sucht entfliehen zu wollen. Die Frage ist, wo der individuelle Tiefpunkt ist. Den definiert jeder für sich selbst.

Meist wird es erst dann besser, wenn sich alle lossagen. Alles andere ist ein Geflecht aus sozialen Bindungen, die den Betroffenen eher in der Sucht halten und bestärken als ihn da raus zu treiben

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