Schwieriger Umgang mit Ex-Mann - Vorsicht, laaaang

    • (1) 13.08.12 - 10:58
      grrrrrrrr

      Hallo,

      ich wollte mal Eure Meinungen hören, wie bei Euch der Umgang mit Euren Ex-Männern so abläuft.
      Zur Vorgeschichte: Mein Noch-Mann und ich sind seit 2,5 Jahren getrennt, unser gemeinsamer Sohn wird im Oktober vier Jahre alt. Insgesamt waren wir 16 Jahre zusammen, haben Haus gekauft, dann Wunschkind bekommen. Er hat sich dann für eine Kollegin getrennt und mich mit unserem Sohn sitzen lassen. Aber alles ziemlich unfair, lange Affäre vorher, nie mal Tacheles geredet, so getan, als obs noch mal was wird etc...um seinen Sohn hat er sich in der Übergangsphase nicht so recht interessiert, nach ein paar Monaten aber die Kurve gekriegt und seitdem kümmert er sich gut.
      Die Trennung war - auch wenns natürlich in der Beziehung auch Probleme gab, die man aber nicht so gesehen hat zum damaligen Zeitpunkt - für mich sehr traumatisch und unverhofft. Er hat ja vorher nie geredet, danach auch nie.

      Ich hab mich mühsam, mithilfe einer tollen Familie und super Freunden - aus dem Loch gekämpft. Er ist damals sofort bei seiner Neuen eingezogen, sie haben auch schon ein Kind. Ich hab mich damals sehr zurückgenommen, er "konnte" sein Kind dreimal die Woche oder so sehen, ich hab ihm nie Steine in den Weg gelegt. Nach einem Jahr hat er ihn auch über Nacht mitgenommen. Wie ich mich dabei fühlte, können sich viele vielleicht vorstellen. Ich hab nur meinem Sohn zuliebe alles geschluckt und habs mit Würde ertragen.

      Seitdem der Kleine im Kindergarten ist und ich wieder arbeite, sieht er ihn einmal die Woche und alle 14 Tage über Nacht am Wochenende - alles ausgerichtet an seinem Schichtdienst. Er hatte ihn in diesem Jahr auch zweimal 4 Tage mit im Urlaub, ich halte Kontakt zu seinen Eltern etc.

      Aber langsam merke ich, wie ich mich zusehends bedrängt fühle. Er ist mit dem Modell nicht zufrieden und will seinen Sohn öfter sehen. Aber wann soll er dann mal spielen mit anderen Kindern, wenn er zweimal die Woche beim Vater ist, oder zum Sport? Und unser Sohn ist zufrieden so, er kennt den Alltag mit seinem Vater ja kaum. Er soll sich auch nicht hin- und hergerissen fühlen, und wir beide brauchen auch mal neben Kiga und Arbeit und Alltag mal "Qualitätszeit". Das Modell ist doch gut so...nun motzt er, weil unser Sohn nicht mehr möchte, dass er ihn bei uns ins Bett bringt (hab ich bislang ertragen für den Kleinen), der Kleine will halt noch kurz hier spielen und nicht sofort ins Bett. Mein Ex denkt, ich hätte ihm das eingeredet, hab ich aber nicht.

      Oder er will mit ihm an seinem Wohnort zum Sport, obwohl wir bald umziehen aus dem gemeinsamen Haus in die Stadt rein. Ist für den Kleinen doch doof, kann er doch lieber am neuen Wohnort mal einen Termin übernehmen und mit ihm da dann zum Sport gehen. Dem Kleinen soll der Umzug doch nicht erschwert werden.

      Oder er sagt, ich soll mal wieder mit ihm zum Friseur gehen (!), zum Orthopäden, er motzt, weil ich den Alltag so gestalte wie ich will, und er da nicjhts zu melden hat etc....ich empfinde das als Einmischung in den Alltag. Ich bekomme viel positives Feedback, dass mein Sohn sehr ausgeglichen ist und lieb, und er ist alles andere als vernachlässigt. Also, was will er?

      Hab ein bisschen das Gefühl, er denkt, ihm schwimmen die Felle weg. Aber er wollte das doch so und hat sich ohne zurückzublicken getrennt. Da weiß man doch, dass der Alltag mit Kind futsch ist.

      Reden kann man nicht mit ihm, er schickt dann lieber eine pissige SMS und ist beleidigt. Hab ihm auch schon gesagt, dass ich es gut finde, wie er sich kümmert, und dass ich dem auch nie im Wege stehen werde. Aber man muss doch auch mal eine Linie ziehen, wir sind nun mal getrennt. Und mit tausend Spaß-Aktivitäten kann man das auch nicht mehr gut machen.
      Er will auch mal was zu dritt unternehmen oder wundert sich, dass ich lieber Bahn fahre als mit ihm eine längere Strecke im Auto zu fahren - aber wenn man so belogen wurde, geht man doch automatisch auf Abstand, oder? Er ist der Vater meines Sohnes und gut ist, aber das will er einfach nicht kapieren. Er denkt, ist alles in Ordnung und versteht nicht, was ich habe. Aber wenn ich jetzt keine Grenze ziehe, hab ich das Gefühl, kann ich nie neu anfangen.
      Noch mal: Ich bin froh, dass er sich kümmert, andersherum wäre es natürlich auch ätzend, aber vielleicht versteht mich ja einer, dass es so auch nicht geht. Ich will den Umgang ja auch gar nicht ändern, nur drumherum soll er uns in Ruhe und unser Leben leben lassen. ...

      Ich hab das Gefühl, dass er gar nicht will, dass wir ein neues Leben ohne ihn anfangen...
      Kennt Ihr das?

      Liebe Grüße!
      s.

      • Schreib ihm einen Brief mit dem gleichen Inhalt und bitte ihn um Verständnis.

        So wie du es beschreibst klingt sein Verhalten sehr übergriffig, und ja ich finde auch das er sich da Sachen raus nimt die ihm einfach nicht mehr zustehen.
        Wenn ich du währe würde ich versuchen ihm da gegenüber einen ganz klaren Strich zu ziehen, ich würde ihn z.B. nicht mehr in meine Wohnung lassen und ihm den kleinen ins Bett bringen lassen. Wenn er damit umgehen könnte klar warum nicht ist ja ein schönes Ritual, aber ich denke er muss merken das es so nicht mehr geht. Er kann ja bis in den Flur kommen und da währe für mich schluss.

        Genau das und anderres, musst halt schauen was, würde ich ihm auch in einem Brief schreiben, wie die Userrin vor mir schon empfahl. Wenn er aber dann auf diesen Brief nicht eingeht, auch im Brief ansprechen, würde ich mir Unterstützung beim JA holen, damit ihr die Abholsiturationen entschärfen könnt.

        Wünsche dir alles gute

        Hallo,

        der Kontakt zwischen mir und meinem Ex ist gut. Aber wir haben auch jeder unser eigenes Leben. Er holt unsere Tochter regelmäßig, aber das er sie hier ins Bett bringt oder groß Zeit verbringt - nööö! Warum auch, hier ist das zu Hause von mir und unserer Tochter. Bei ihm ist das zu Hause von ihm und unserer Tochter und er kann sie ja bei sich ins Bett bringen.

        Auch unternehmen wir nichts zu dritt (außer es handelt sich um irgendwelche Schulveranstaltungen, Veranstaltungen vom Sportverein etc.). Ich glaube, klare Regeln und Grenzen sind für das Kind besser, als wenn man hin und wieder was zusammen unternimmt und sich das Kind womöglich noch Hoffnungen macht das man wieder zusammen kommt.

        Unsere Tochter hat soz. "zwei zu Hause", wobei sie natürlich beim Papa viel weniger Zeit verbringt als daheim. Aber auch bei ihrem Papa hat sie ihre Freunde und Hobbys und es gelten bei ihm auch andere Regeln als daheim. Unsere Tochter kommt super damit klar und auch mein Ex und ich finden es gut so. Unsere Tochter soll ja nicht nur einen Papa haben, mit dem sie tolle Stunden im Freizeitpark etc. verbringt sondern sie soll ja auch ein bisschen Alltag mit und beim Papa haben.

        Auch habe ich eigentlich so gut wie keinen Kontakt zu seinen Eltern, darum hat er sich immer gekümmert, also ist mit unserer Tochter zu denen gefahren (ist auch jetzt noch so). Oder unsere Tochter (8 1/2 Jahre) macht das alles "eigenständig", also ruft selber dort an wenn sie mit denen sprechen möchte und macht Besuche (in Absprache mit mir) mit denen aus.

        Ich verstehe nicht, was dir nicht passt, wenn dein Sohn beim Wohnort vom Papa in den Sportverein geht? Für euren Sohn ist es doch sicherlich toll, dann hat er auch/lernt er auch Freunde beim Papa kennen. Dann hat der Vater mehr Umgang mit seinem Sohn, übernimmt auch eine alltägliche Verpflichtung und Du "sparst" dir das, kannst währenddessen einkaufen, putzen oder was für dich machen und kannst die anderen Tage intensiv mit einem Sohn verbringen.

        Und wenn dein Sohn in paar Jahren in die Schule geht, wird sich sicherlich wieder einiges ändern weil dann euer Sohn selber sagt was für Sport er machen will und wo er in den Sportverein will.

        LG janamausi

        • P.S. Ich glaube das ist jetzt nicht deutlich rausgekommen: Ja, ich finde schon dass dein Ex sich zu viel bei dir und in dein Leben einmischt und zu sehr aufdrängt, auf der anderen Seite würde ich aber auch den Vater mehr Umgang eingestehen wenn er es möchte, so dass sich euer Sohn auch ein Leben beim Papa aufbauen kann, da der Papa zum Leben von eurem Sohn dazu gehört (zu deinem aber nicht mehr).

          Super geschrieben!

          So ist es auch bei uns (der Sohn meines Partners)
          Ein Kind gewöhnt sich daran das es zwei "zu hause" hat.
          Wir führen das Wechselmodel schon seid ein paar Jahren. Was besseres hätten wir dem Kind nicht bieten können. So hat es Papa und Mama gleichviel und nicht nur den Bespaßungspapa, der sich am Wochenende kümmert.

          Heute ist sein kind schon 10 Jahre alt und er findet es so wie es ist super. Nie im Leben würde er es so haben wollen, wie es die meißten haben. Er lebt in zwei Familien, ist hier auch polizeilich gemeldet, hat Kinderzimmer und so weiter.

          Wenn es machbar ist, sollten meiner Meinung nach alle Kinder so leben dürfen.
          Grundvoraussetzung ist natürlich ein gutes Miteinander der Eltern. Ansonsten klappt das nicht.

      Der gute Mann hat sich das Ei selbst gelegt und nun denkt er, er kann sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und Du lässt das auch noch zu.

      Du musst GANZ KLARE GRENZEN setzen. Der hat auch dem Sohn zuliebe nichts in Deiner Wohnung zu suchen!!!! Beschränke die Kommunikation auf den Umgang und gut ist.

      Organisiere Sport und die Freunde Deines Sohnes so wie es in DEIN/EUER Leben passt. Der Vater kann Deinen Sohn vllt. begleiten zum Sport, aber Dein Kind muss wissen wo sein Lebensmittelpunkt ist!!

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