Wenn das Kuckuckskind anders behandelt wird.....

    • (1) 13.09.12 - 21:41
      irre enttäuscht

      Hallo,
      nein, eigentlich handelt es sich nicht um ein Kuckuckskind, denn mein Mann wusste von Anfang an, dass ich nicht von ihm schwanger bin, er hatte die Wahl, ob der Neuanfang so stattfindet oder eben die Trennung beibehalten wird. Die Situation mag nicht immer einfach sein für ihn, aber er hat sich FÜR uns entschieden und ich war bisher auch größtenteils der Meinung, dass er das gemanagt bekommt.
      Sechs Jahre ist sie jetzt alt, wir haben einige Baustellen in unserer Ehe, aber ich habe nie ernsthaft festgestellt, dass er SIE anders behandelt, gut, er ist der Meinung, sie hat mehr Freiheiten, als damals unsere größeren Kinder in dem Alter. Da hat er Recht, aber ich habe diese Freiheiten für alle ausgebaut, da ich diesen Fehler eingesehen habe und nicht möchte, dass sich die anderen benachteiligt fühlen. Auf Gefühls- und Aufmerksamkeitsbasis geht es IHR sogar schlechter, da sie noch in die Kita geht, die anderen schon in die Schule, ich sitze also eine Weile über Schulzeug (HA´s, schauen, was heute gemacht wurde etc) während die Kleine zwar erzählen kann, aber das war es dann eben.
      Nun war er gestern bei Freunden von uns und das Thema kam wohl auf Bildungsniveau, da prahlt mein Mann damit, dass unsere große Tochter eine Empfehlung für´s Gymnasium hat, wenn sie noch zwei Fächer minimal verbessert, aber die Kleine wäre ja so dumm, dass sie auf die Förderschule gehen wird, aber sie ist ja nicht von ihm. Mein Kind (ich sage bewusst MEIN Kind, denn er scheint es ja auch auszugrenzen, bisher war es sechs Jahre unser Kind - in meinen Augen) hat leichte Sprachprobleme, die sich in dem letzten Kindergartenjahr schon sehr verbessert haben. Mein Mann ist jemand, der nicht wirklich viel tut daheim, ich erledige alles, ich organisiere, ich manage etc und da ich seine Nörgelei über ihr Sprachproblem nicht mehr hören konnte, habe ich ihn vor einem Jahr gebeten einfach mit ihr zum Kinderarzt zu gehen und eine Überweisung zur Logo zu holen, bis heute ist nix passiert, außer, dass er das Nörgeln eingeschränkt hat. Ich dachte das bisher zumindest, vor ein paar Tagen wollte sie etwas auf Englisch wissen (große Schwester hat dieses Schuljahr ihr erstes Englischjahr) da blafft er sie an, dass sie doch erstmal Deutsch lernen soll. Ich habe ihn daraufhin wieder darauf aufmerksam gemacht, dass mit einem Besuch beim Kinderarzt alles geklärt wäre (die Logo wäre sogar in der Kita), es ist natürlich nichts passiert.

      Aber als ich heute gehört habe, wie er aus reinem Impuls als erstes antwortet, wenn es um sie geht, ist mir wahrlich mulmig zumute, wie geht das weiter?
      Ich habe ihn noch nicht darauf angesprochen, weil ich mir selber erst klar werden möchte, welche Konsequenzen ich eigentlich daraus ziehen muss. Er scheint sie dann wohl doch nicht ausreichend zu mögen und das scheint jetzt an die Oberfläche zu kommen, langsam aber es kommt wohl.
      Klar ich könnte mir aufhören Gedanken zu machen und ihn einfach ansprechen, aber ich kenne die Antwort schon *war nicht so gemeint* mehr kommt nicht und damit habe ich mich abzufinden, so laufen immer ernsthafte Gespräche, aber keins war je so ernst, wie ich dieses empfinde und dieses mal möchte ich nicht abgespeist werden. Ich kann über einige Baustellen unserer Ehe hinwegsehen, aber DAS muss ich thematisieren, weil mir das Wohlergehen unserer Kinder das allerwichtigste ist, ich möchte nicht, dass sich jemand unwohl fühlt, weil es dieses Gefühl *ist nicht von mir* zu spüren bekommt.

      Ich weiß nicht, ob mir überhaupt jemand helfen kann, dieses Gespräch ist einzig meins und muss getan werden, aber vielleicht hat jemand Zuspruch, der mir weiterhelfen könnte.

      LG und #danke

      • Zu deinem eigentlichen Problem kann ich nichts sagen, aber warum kümmerst DU dich nicht um das Sprachproblem deiner Tochter, wenn du seit über einem Jahr Handlungsbedarf siehst?

        • Danke, genau das dachte ich auch!

          (4) 13.09.12 - 22:55
          irre enttäuscht

          Du magst mir wahrlich nicht helfen, aber ich will dir mal keine Antwort schuldig bleiben.
          ICH sehe das Sprachproblem nicht so krass, wie er es wohl empfindet, es handelt sich mittlerweile um nur noch vereinzelte Wörter, die sie auch selbständig erüben möchte, sie weiß mittlerweile, welche Wörter ihr noch Probleme bereiten.
          Ich habe ihm diese Aufgabe damals bewusst übertragen, da er seiner Meinung nach Probleme erkennt, aber der Rest soll auf meinen Schultern lasten, warum soll ein Vater (oder in dem Fall jemand, der sich bereit erklärt der Vater zu sein) sich nicht auch mal um so etwas kümmern? Wenn sich diese paar Wörter nicht in Luft auflösen werde ich wohl oder übel die Initiative ergreifen müssen, aber genau das wollte ich eben mal nicht, ich wollte eben auch mal ihm etwas Verantwortung zu schustern. Ich hatte ja erwähnt, dass wir einige Baustellen haben - mir alles zu überlassen ist eine davon, die ich seit langem versuche zu bekämpfen, aber bisher recht erfolglos.

          • Hallo.

            Also ich würde an deiner Stelle trotzdem das Problem alleine annehmen und mit ihr zum Logo zu gehen. Du merkst doch selbst, dass er kein Draht zu der Kleinen findet. Zwing ihm doch nicht zu was, was er nicht wirklich will. Es ist eben mal nicht sein Kind und das kann er nicht abstellen. Also muss du das Ruder in die Hand nehmen. Die Kleine wird es doch sicher auch spüren. Also nimm sie aus diesem Stressfeld raus, vielleicht ist ja da das Problem der Kleinen und ihre Sprachschwierigkeit löst sich von allein. Zähle nicht mehr auf deinen Mann, auch wenn es hart ist. Wie sieht es mit dem richtigen Vater aus. Kann er da nicht mit machen. Er hat schließlich auch seine Pflicht. Oder wie ist es geregelt mit der Vaterschaft. An dieser Stelle würde ich auch meine Beziehung überdenken. Das wird immer eine Baustelle bleiben.

            Ich versteh das nicht, dass man immer alles erzwingen möchte. Was nicht ist, ist nicht. Und immer auf Kosten der Kinder.

            LG

            • (6) 14.09.12 - 20:36
              irre enttäuscht

              #danke für deine Antwort. ICH sehe das Problem ja nicht SOO sehr, dass ich Handlungsbedarf bestehen würde, ich habe ihm diese *Aufgabe* ja nur aufgedrückt, weil er der Meinung ist.

              Die Vaterschaft ist ordentlich geregelt, aber ansonsten gibt es keinen Kontakt zum leiblichen Vater, weil er ihn nicht möchte.
              Ansonsten wirst du wohl recht haben, ich werde mich erstmal um alles alleine kümmern, was sie betrifft und sie aus dem Stressfeld rausnehmen.

              LG

      Dein Kind wird so oder so merken, daß dein Mann sie nicht richtig akzeptiert. Schön ist es nicht, daß er ihr es so offen zeigt, denn sie kann nichts dafür.

      Leider wird wieder so ein Kind groß welches vlt. später zum Psychodoc rennen wird. :-(

      Bloß was kann man dir raten? Redet du und dein Mann über Probleme nicht, oder warum gibt es so viele Baustellen? Spiegelt deine Tochter evtl EURE Sprachprobleme wider, oder kann sie sich schlecht verständigen, weil sie nicht oft gefragt/beachtet wird?

      LG

      • (8) 14.09.12 - 20:51
        irre enttäuscht

        Er zeigt es ihr gegenüber ja nicht offen, ich finde sehr wohl, dass er sich meist ihr gegenüber genauso verhält, wie seinen Kindern, dieser Spruch, dass sie erstmal Deutsch lernen soll, war das erste mal, dass er sie so angegriffen hat.
        Es gibt so viele Baustellen, weil vieles einfach nicht wirklich besprochen wird, weil er sich mit nix auseinander setzen will oder kann, das kann ich nicht einschätzen.
        Oh nein, es ist nicht so, dass sie ungefragt oder unbeachtet ist, wenn du das auf die erhöhte Aufmerksamkeit der Schulkinder beziehst. Ich beziehe sie bewusst in viele Gespräche mit ein, eben auch um sie zu fordern und zu fördern und da es in der Kita ähnlich gehandelt wird, hat sich dass, was mein Mann vor über einem Jahr als großes Problem gesehen hat, auch schon deutlich verbessert, was nicht nur meine Einschätzung ist, sondern auch durch die Kita und bei der letzten Vorsorgeuntersuchung bestätigt wurde.

    (9) 14.09.12 - 06:35

    Das Verhalten deines Mannes wirst du kaum ändern können und...

    Vielleicht wäre es aber fair deiner Tochter gegenüber sie in die positive und liebevolle Atmosphäre einer Logopädie-Praxis zu geben...

    Ich würde einen solchen Mann nicht mehr lieben aber man muss sich entscheiden wer einem wichtiger ist.

    Entschuldige, aber solche Frauen machen mich sauer. Hauptsache der Mann bleibt.

    • (10) 14.09.12 - 22:56
      irre enttäuscht

      Hättest du dir die Mühe gemacht, meinen Post ernsthaft zu lesen, hättest du gelesen, dass ich über die Konsequenzen nachdenke!

Da ist mehr als ein Gespräch nötig, denn es scheint nicht direkt um seine Tochter, sondern um deren Erzeuger zu gehen, wenn er die vererbte Intelligenz des Kindes anzweifelt. Man möchte meinen, dass er mit der Herkunft der Kleinen immer noch zu kämpfen hat.

Und auch Dich würde ich gerne fragen, ob Du mit Deiner großen Tochter auch nicht zum Logopäden gegangen wärst, wenn sie ein Sprachproblem gehabt hätte? Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf in einer Familientherapie.

ich kann verstehen, daß du enttäuscht bist- und das wohl im wahrsten sinne des wortes
es fand eine ENT Täuschung statt.
ihr wolltet "heile familie" - aber das war täuschung (ich hoffe doch, ihr habt eure tochter nicht versucht zu täuschen!) und jetzt kann diese täuschung nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Ich würde euch daher raten, in einer ruhigen, sachlichen atmosphäre darüber zu reden, daß es völlig o.k. ist, daß dein mann sich nicht als vater sieht und daß da neben den gefühlen "wir packen dsa schon als familie- ich trage diese kind mit" auch andere gefühle sind ("ein nebenbuhler setze mir hier ein kind rein", "warum soll ich ... machen für ein kind, das nicht von mir ist".." ich habe täglich den betrug meiner frau vor der nase"...)

und dann werdet ihr gemeinsam schauen müssen, wie ihr die situation gestlatet- ohne euch selbst und den andrne täuschen zu müssen.

manchmal hilft bei solchen gesprächen ein neutraler dritter (wie z.B. eine paarberatung eines wohlfahrtsverbrandes/ der stadt- die kosten nichts/ nicht viel und bieten aber einen professionellen rahmen, um in ruhe solche sachen klären zu können, falls das zu hause zu zweit schwierig ist, was ich mir durchaus vorstellen kann!

ach so: und ich bin kein freund von logopädie.
falls dein mann der einzige ist, der dazu anhält und der die sprachprobleme deier tochter als behandlungsbeürftig erkennt.
und eine verbesserung der aussparache würde auch keineswegs irgendwas am grundporblem ändern- er würde etwas anderes finden, was er als anlaß nehmen kann (der grund ist es ja sowieso nicht)

  • exakt so seh ich's auch.

    ich verstehe, dass es enttäuschend und auch verletzend für dich sein muss, dass das kind anders behandelt wird als seine geschwister. zumal es dazu ja abmachungen gab.

    aber ich weiss auch aus erfahrung, wie hart es ist, betrug zu verzeihen und der beziehung eine neue chance zu geben, das kostet wirklich sehr viel kraft und kommt auch immer mal wieder hoch. aber in meinem persönlichen fall seh ich es so: ich habe gesagt, ich will die beziehung weiterführen. also darf ich das, was geschehen ist, nicht dauernd wieder auf den tisch bringen. sehr wohl darf man, wenn man ein akutes problem damit hat, den partner ansprechen, aber eben nicht immer wieder neu vorwürfe machen und es bei jedem streit um liegengelassene socken als ultimative waffe zücken. das ist unfair und entgegen dessen, was einen neuanfang ausmachen sollte: die "alte" beziehung ist beendet, weil sie durch die fremdgeherei und alle damit verbundenen verletzungen nicht länger existent sein kann. an ihre stelle tritt, wenn man viel glück hat, etwas neues. da muss man ungeheuer an sich arbeiten, um das hinzukriegen, denn man hat ja nun mal nur den einen kopf und dem sind auch die gefühle von verletzung, enttäuschung, wut und trauer drin. es ist ein hartes stück arbeit und ich könnte mir vorstellen, wenn aus der affäre auch noch ein kind hervorgegangen ist, ist es doppelt hart. ich würde mir das gar nicht zutrauen. von daher schon mal hut ab für deinen mann, dass er sich der herausforderung überhaupt gestellt hat.

    was natürlich aber bei allem verständnis für diese problematik nicht passieren darf: dass das kind sich abgelehnt fühlt. ich schätze, das kind weiss, dass es einen anderen vater hat?

    ich würde diese logopädie-sache nun entweder selbst in die hand nehmen (da seh ich aber genau wie du gar nicht den bedarf) oder es eben lassen, dem mann dann aber eben auch klar kommunizieren, dass du die notwendigkeit nicht siehst und es deshalb nicht stattfindet. ihm einen auftrag zu übertragen, den du sowieso für entbehrlich hältst und darauf setzen, dass er es -wie vieles andere- einfach sowieso nicht macht, ist erstens ein guter zündstoff, wenn man ohnehin schon einige baustellen in der beziehung hat, zweitens ist es aber auch dem kind gegenüber hässlich, das wird da für eure erwachsenenthemen instrumentalisiert. das finde ich nicht okay.

    ich schätze, ich würde an deiner stelle tatsächlich über eine beratung oder paartherapie nachdenken. manchmal kommt man aus diesen verhaltensmustern von selbst einfach nicht mehr raus, da spielen so viele dinge mit rein, dass man nicht mehr wirklich sachlich vorgehen kann. eine mediation kann da sicher hilfreich sein. nicht zwingend, um die beziehung zu reparieren, vielleicht sieht man dadurch auch ein, dass es nicht mehr funktioniert, aber auch das wäre ja eine verbesserung der aktuellen situation.

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