Probleme mit hochbegabter Tochter :-(

    • (1) 12.11.12 - 23:24
      Leider-in-Schwarz

      Tut mir leid, dass ich hier in schwarz schreibe.

      Das Thema ist so umstritten und ich habe keine Lust auf ein vollgemülltes Postfach mit Beleidigungen.
      Unsere Tochter (6) ist hochbegabt.
      Nachgewiesen, bevor ihr Einwände erhebt.
      IQ spielt keine Rolle.
      Sie ist 6 Jahre alt, aber in Teilbereichen schon auf dem Stand einer 3.-Klässlerin.
      Vor allem im sprachlichen und im logischen Denken ist sie sehr weit.

      Aber auch nur in diesen Bereichen. Ansonsten ist sie kindlich, sehr verspielt, lässt sich schnell ablenken.
      Aus dem Grund haben wir von einer Einschulung mit 5 abgesehen. Sie ist jetzt 6 geworden und wird 2013 eingeschult.

      Sie macht uns aber immer mehr Probleme und ich weiß nicht mehr, wie wir damit umgehen sollen.

      Sie respektiert uns nicht. Drohen wir mit Strafen, macht sie dennoch weiter und lacht uns auch. Kommt es aber dann zur angedrohten Konsequenz, weint und schreit sie stundenlang, knallt Türen, schmeist ihr Spielzeug durch die Gegend (welches ich dann einkassiere und erst einmal für ein paar Wochen wepacke)

      Sie hat noch kleinere Geschwister, bis unser Haus fertig ist, teilen sie sich ein Zimmer.

      Sie ist sehr genervt, weil sie nie etwas in Ruhe spielen kann.

      Deswegen machen wir oft etws nur mit ihr, zumal man viele Sachen wie Museen auch nicht mit den kleineren Kindern machen kann.
      Wir waren auch schon ein paar mal alleine mit ihr im Urlaub, entweder ich mit ihr alleine oder mein Mann und ich, aber ohne die anderen Kinder.

      Wir geben ihr viel Liebe, aber das möchte sie garnicht. Küssen ist ekelig und umarmen muss auch nicht unbedingt sein.

      Das größte Problem ist, dass sie uns scheinbar oft nicht respektiert und andersherum dann auch dauernd so ausrastet.
      Sie ärgert gerne ihre Geschwister bis sie heulen, obwohl sie genau weiß, dass ich so ein Verhalten nicht tollerieren kann.
      Sie bekommt dann meistens nachvollziehbare Strafen, aber manchmal auch "allgemeine", weil es sich nicht anders lösen lässt.

      Wir waren schon mehrmals bei der Kinderpsychologin, aber da bekommt man nur Floskeln wie "sie in ihren Gefühlen stärken" etc. Das tun wir, wir befolgen alles, was wir an Tipps bekommen.
      Aber irgendetwas ..... Ich weiß es nicht.

      Sie ist einerseits vom Verstand her schon so weit und in so vielen Dingen merkt man das auch, andersherum ist sie mein 6.jähriges Mädchen, welches sich auch genauso verhält.
      Ich glaube, sie hat selbst dauernd innere Konflikte mit dieser Tatsache, weil sie merkt, dass sie etwas anders ist als die anderen. So hatte sie zum Beispiel bei der Schulanmeldung Angst, dass die Rektorin merkt, dass sie schon lesen kann und sie nicht zur Schule darf. Im Kindergarten hat sie da auch lange "verheimlicht", damit es einer merkt und denkt, sie ist schon älter und darf nicht mehr zum Kindergarten.

      Sie denkt oft schon so komplex, wenn ich sie frage, was mit ihr ist, kommen oft Begründungen, bei denen mir die Worte fehlen.
      Sie hat sich zum Beispiel vorgestellt, dass wir Menschen alle sterben, wenn die Bäume umgefällt werden, als wir an einem Wald mit Forstarbeiten vorbei fuhren. (Weil die Bäume Sauerstoff herstellen, das war, als sie 4 Jahre alt war)
      Anderes Beispiel: Sie spielt immer völlig untypische Situationen.
      Papa, Tante, Kind. Weil die Mutter an Krebs gestorben ist, ist die Schwester vom Papa zu ihnen gezogen, um die Kinder großzuziehen.
      Oder sie nimmt ihre Puppen nicht immer mit, weil sie eine Tagesmutter eingestellt hat, diese passt auch nachts auf die Kinder von anderen Eltern auf, weil die Eltern beide im Gefängnis sitzen, weil sie geklaut haben.
      Solche Sachen kommen fast täglich.
      Und dann ihr respektloses Verhalten vs. ihre Wutausbrüche.
      Im Kindergarten wissen die Erzieher um ihre Hochbegabung und fördern sie, KOnflikte hat sie auch dort, aber nicht in dem Ausmaß wie zu Hause.

      Wie können wir ihr helfen?

      • puh,... vorweg: ich hab keine Erfahrung mit Hochbegabung bei Kindern. Vermutlich kann ich Dir daher auch nicht wirklich helfen.

        Ich finde aber Ihr macht schon viel, damit sie mit ihren widersteitenden Persönlichkeitsteilen besser klar kommt. Ich kann mir gut vorstellen, das sie selber mit sich ja auch nicht im Reinen ist und auch deshalb solche Ausraster bekommt. Irgendwie ist der kindliche Anteil eben nicht so kompatibel mit der logischen Entwicklung.
        Die Fantasie eine Kindes in Kombination mit entsprechende Ängsten und logischen Überlegungen eines wesentlich älteren Menschen...hui, das macht die Dinge die Du beschrieben hast ja noch nachvollziehbar.

        Wie lange dauert das noch bis die räumliche Trennung von den Geschwistern möglich wird? Das könnte glaub ich schon eine massive Entspannung bewirken. Das habe ich gerade erst bei nicht hochbegabten Geschwistern erlebt. Die vertragen sich auch plötzlich alle viel besser, weil die Große ihre Rückzugsmöglichkeit hat. Vielleicht könnt Ihr da eine Übergangslösung schaffen wenn es noch länger dauert? (Hochbett o.ä.)

        Alles Gute Euch noch! :-)

        Hallo,

        hm, mal überlegen. Ich glaube deine Tochter benimmt sich wie ein ganz normales Mädchen in einer Trotzphase. (das hatte mein Sohn vor der Einschulung auch - ich denke unbewusst aus "Angst" vor dem Neuen, was dann bald kommt: Schule)

        Das hier verwundert mich:

        "Anderes Beispiel: Sie spielt immer völlig untypische Situationen.
        Papa, Tante, Kind. Weil die Mutter an Krebs gestorben ist, ist die Schwester vom Papa zu ihnen gezogen, um die Kinder großzuziehen.
        Oder sie nimmt ihre Puppen nicht immer mit, weil sie eine Tagesmutter eingestellt hat, diese passt auch nachts auf die Kinder von anderen Eltern auf, weil die Eltern beide im Gefängnis sitzen, weil sie geklaut haben.
        Solche Sachen kommen fast täglich."

        Beim Lesen dieses Absatzes dachte ich mir nur: "Hä? Guckt die Kleine täglich "Mitten im Leben"? Denn dort kommen doch auch immer so merkwürdige Stories vor....

        (4) 12.11.12 - 23:54

        Mitten im Leben?! Ganz bestimmt nicht. #aerger
        Wir gucken kein Trash-TV und lesen auch keine Bild!

        Mein Mann und ich sind berufstätig und nachmittags bin ich mit den Kindern unterwegs, Spielplatz, Zoo, Stadtpark, nahegelegener Bauernhof mit Ponys etc.
        Das mit dem Krebs kam, als ein Bekannter an Krebs starb.

        Das war der zweite Todesfall in der Familie, den sie mitbekommen hat (aber sie war nicht bei Trauerfeier / Beerdigung)
        Wir waren ja bei der Kinderpsychologin, sie sagte, dass Hochbegabte Kinder oft solche extremen Wutanfälle haben, aber eine wirkliche Lösung, wie wir damit umgehen, bekamen wir leider nicht. Eben nur Floskeln, die wir dann anwenden sollen, wie "Es ist ok, dass du sauer bist, aber wirf nicht dein spielzeug deswegen!" - das machen wir auch, aber es wird nicht besser.
        Und das sie dauernd meinen, sich anpassen zu müssen, was wiederum zu Frust führt.

        Wir hoffen, dass das Haus im April 2013 bezugsfertig ist.

        • Ähem, das kam mir nur so in den Sinn. Das sollte keine Unterstellung sein mit "Mitten im Leben". Und von der Bild-Zeitung war hier gar keine Rede. #gruebel (Getroffenen Hunde bellen doch nicht etwa, oder?)

          <<<Wir waren ja bei der Kinderpsychologin, sie sagte, dass Hochbegabte Kinder oft solche extremen Wutanfälle haben<<<

          ... auch nicht hochbegabte Kinder haben manchmal extreme Wutanfälle. Packt eure Tochter doch nicht in Watte nur weil sie hb ist. Wenn sie einen Wutanfall hat, dann schiebt es nicht auf die HB - denn dann hat sie wahrscheinlich "nur" nen Wutanfall.

          Droht Konsequenzen an, wenn sich ihr trotziges Verhalten nicht ändert. Nur weil sie schlau ist, heißt das nicht, dass sie sich wie die Axt im Walde verhalten darf....

          • (6) 13.11.12 - 00:12

            Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, der Weg von RTL zur BILD ist sehr kurz.

            Aber das, was Du beschreibst, ist genau unser Problem.

            Wir wissen nicht, was einfach nur Trotzverhalten ist und was dann wiederum auf irgendwelche "Konflikte" mit der HB zurückzuführen ist.
            Und eben - wie wir uns angemessen verhalten können und müssen.

            Wir packen sie nicht in Watte, aber ganz oft komme ich einfach an meine Grenzen :-(

            • <<<Und eben - wie wir uns angemessen verhalten können und müssen.

              Wir packen sie nicht in Watte, aber ganz oft komme ich einfach an meine Grenzen :-(<<<<

              Ich weiß was du meinst. Das ist ja das tückische an diesen verdammten ;-) Trotz-/Wutanfällen. Die kommen ohne Grund, es reicht die Fliege an der Wand. Nun finde mal ne Konsequenz, welche jetzt genau dazu passt? #gruebel

              Mein Sohn hatte die Phase ca. 1 Jahr bevor er in die Schule kam. Es hielt so ca. 4 Wochen an. Er war vorher und sonst auch immer ein braves Kind. Wir kannten sowas von ihm gar nicht.

              Nun, letzt endlich haben wir es so gelöst: Nach einem Wutanfall, wenn er sich einigermaßen beruhigt hat, haben wir im Ruhigen mit ihm gesprochen, dass wir sein Verhalten nicht tolerieren. Sollte er sein Verhalten nicht ändern, werden wir ihm einige Freiheiten und Vorzüge vorenthalten. Er hat dann nicht schlecht geguckt, als eine befreundete Mutter ihn mal abholen wollte zum schwimmen und wir gesagt haben: "nee, is nicht! Nach dem Bock von dir vorhin, sind wir jetzt auch mal bockig und sagen einfach NEIN! Basta, keine Diskussion!"

              Nach ungefähr 4 Wochen war der Drops dann gelutscht. Er hat festgestellt, dass er weiter kommt, wenn man sich vernünftig verhält.

              Ach so, das ist mir auch noch aufgefallen. Du schreibst:

              <<<Deswegen machen wir oft etws nur mit ihr, zumal man viele Sachen wie Museen auch nicht mit den kleineren Kindern machen kann.
              Wir waren auch schon ein paar mal alleine mit ihr im Urlaub, entweder ich mit ihr alleine oder mein Mann und ich, aber ohne die anderen Kinder.
              <<<<

              Das finde ich nicht gut und auch nicht fair. Ihr seid eine Familie, wieso lasst ihr die Kleinen aussen vor? Museen sind auch was für die ganz Kleinen. Und Urlaub macht doch gerade erst richtig Spaß, wenn alle Familienmitglieder dabei sind.

              Kann es vielleicht sein, dass Prinzesschen (sorry) sich manchmal enthront fühlt und deshalb austickt?

      (9) 13.11.12 - 00:39

      Mein kind ist auch hochbegabt. allerdings hat es nicht diese ausraster, die du beschreibst. es verhält sich wie ein ganz normales kind.

      ich glaube ehr das ihr ein erziehungsproblem habt.

      du schreibst sie ärgert ihre geschwister bis sie heulen. nun ja da wäre es eure pflicht einzugreifen BEVOR die geschwister heulen. ihr müsst viel konsequenter sein. diesen eindruck habe ich.

      situationen die so eskalieren, sollten ihr unterbinden BEVOR es so eskaliert. und die strafen dann konsequent durchziehen. dem kind erklären.

      wenn ihr wirklich konsequent vorgeht, wird sich euer problemn bald lösen. ihr müsst an euch als eltern arbeiten.

      positives verhalten des kindes loben und hin und wieder belohnen. liebe geben, kuscheln. mit ihm gemeinsam spielen, interesse zeigen. und zeigen das es auch ohne blödsinn beachtung bekommt.

      "Sie respektiert uns nicht. Drohen wir mit Strafen, macht sie dennoch weiter und lacht uns auch. Kommt es aber dann zur angedrohten Konsequenz, weint und schreit sie stundenlang, knallt Türen, schmeist ihr Spielzeug durch die Gegend (welches ich dann einkassiere und erst einmal für ein paar Wochen wepacke)"

      nicht nur drohen. definitif durchziehen. und türen knallen würde ich nochmal extra bestrafen. ich lasse mir doch von keiner 6 jährigen die türen demolieren.

      ja sie scheint keinen respekt vor euch zu haben.

      ihr müsst an euch als eltern arbeiten.

      erziehung sollte liebevoll und konsequent sein.

      ich bin damit sehr gut gefahren.

      alles gute!

      • (10) 13.11.12 - 00:46

        Irgendwie habe ich den Eindruck, dass diese Eltern vor Erfurcht vor ihrem hb-Kind erstarren und es nicht normal behandeln.

    Hallo,

    meine Tochter hat auch solche Wutanfälle gehabt.
    Sie schrie zum Teil 2 Stunden sinnloses Zeug durch die Gegend, später wurde sie sogar beleidigend und richtig verletzend.

    Das ganze begann mit ungefähr 3 Jahren. Mittlerweile ist sie fast 9 Jahre und es kommt immer weniger vor. Weg ist es aber nicht.

    Sie ist anders, das weiß sie auch, das belastet sie.
    Ebenso war sie nach solchen "Anfällen" immer total von sich selbst enttäuscht und hat darüber geweint. Aber ich komme währenddessen nicht an sie ran um es zu stoppen.

    Noch heute quält sie sich gedanklich mit sich selbst, hab ich oft das Gefühl.

    Es wurde für 1 Jahr besser, als sie eine Klasse übersprungen hat. Ich konnte mal aufatmen. Sie war gefordert (zu Hause nicht, aber in der Schule) und dadurch ausgeglichener.
    Allerdings hielt es nur 1 Jahr und jetzt geht der Frust wieder los.

    Also, mein Fazit, diese "Anfälle" sind ein Ausdruck von Frust und Unterforderung - keinesfalls böser Wille, wie es oft anmutet.

    Allerdings sehe ich mich nicht in der Lage diesen Frust und die Unterforderung aufzufangen, weil sie a) gar nicht drüber spricht und b) die Zeit am Tag nach der Ganztagsschule auch eher knapp ist, da noch was zu drehen.

    Alles Gute!
    Grüße

    (12) 13.11.12 - 07:04

    Guten Morgen,

    ich denke auch, dass viele der geschilderten Situationen auf ganz normale Entwicklung zurück zu führen sind.
    Die Wutanfälle sind ganz klar ausgeprägter, aber damit kann man lernen umzugehen. (“Beruhige dich, dann sprechen wir weiter! Auf diese Art rede ich nicht mit dir!“ als Regel quasi, sodass sicher gestellt wird, dass damit nichts erreicht wird. )

    Ja und wenn sie logisch begabt ist, sollte man auch logisch handeln.

    Mein Kind hat von klein auf nur das gemacht, was auch wirklich Sinn ergeben hat. Seid logisch und überlegt, ob die Forderungen nicht bestechend logisch ausgedrückt werden können. Das ist erstmal anstrengend, aber man gewöhnt sich schnell daran, wenn man den Erfolg sieht.

    Ihre Fantasien sind nicht bedenklich. Sie spielt eben konsequent Möglichkeiten durch. Was ist daran schlimm?

    Wenn sie Angst vor dem Ersticken hat wegen der Bäume, dann erklärt ihr doch, dass auch aufgeforstet wird und wir sicher nicht ersticken, wenn kranke Bäume gefällt werden. Sie versteht das!

    Seid doch nicht so verkrampft und erfreut euch der anregenden Unterhaltungen mit eurem Kind. Traut ihr doch mal was zu.

    Viel Spaß mit eurem GIFTED CHILD!

    Alles Gute

    Hallo.

    Ich glaube auch, dass ihr zu viel Beachtung dem Kind schenkt. Ihr macht extra nur mit ihr was, wo ist da die Integration der Geschwister. Sie wird immer außen vor gehalten. Hochbegabung hin oder her, aber man muss das als Eltern ja nicht noch vor dem Kind so hochpushen. Man kann sie fördern, wo ihre Stärken sind. Aber wenn sie spielen will, dann soll sie. Aber auch mal alleine.

    >>Im Kindergarten hat sie da auch lange "verheimlicht", damit es einer merkt und denkt, sie ist schon älter und darf nicht mehr zum Kindergarten.<<

    Im Kindergarten wissen sie, wie alt die Kinder sind. Irgendeiner muss ihr den Floh ins Ohr gesetzt haben. Mein Kleiner ist vier und ich wurde von einer Erzieherin aus einer anderen Gruppe angesprochen, dass er seinen Namen schreibt, Wörter buchstabiert und die Zahlen bis 100 erkennt. Ich fand es nicht mal außergewöhnlich, weil er immer fragt, wenn ihm was interessiert. Er fragt dann so lange, bis er mit der Antwort zufrieden ist bzw. er es für sich verstanden hat. Aber sie meinte, dass ist schon außergewöhnlich. Wir zuhause pushen das aber nicht so hoch. Er ist manchmal auch ungeduldig, weil was nicht klappt. Wir nehmen ihn dann aus dem Stressfeld und beschäftigen uns anders mit ihm. Das klappt ganz gut. Aber das ist eine ganz normale Reaktion, was jedes Kind hat. Man muss da nur den Ausweg finden, damit es nicht eskaliert.

    >>Sie hat sich zum Beispiel vorgestellt, dass wir Menschen alle sterben, wenn die Bäume umgefällt werden, als wir an einem Wald mit Forstarbeiten vorbei fuhren. (Weil die Bäume Sauerstoff herstellen, das war, als sie 4 Jahre alt war)
    Anderes Beispiel: Sie spielt immer völlig untypische Situationen.
    Papa, Tante, Kind. Weil die Mutter an Krebs gestorben ist, ist die Schwester vom Papa zu ihnen gezogen, um die Kinder großzuziehen.
    Oder sie nimmt ihre Puppen nicht immer mit, weil sie eine Tagesmutter eingestellt hat, diese passt auch nachts auf die Kinder von anderen Eltern auf, weil die Eltern beide im Gefängnis sitzen, weil sie geklaut haben.>>

    Das sind ihre Phantasien. Sie legt es für sich so um, dass sie mit ihrer Phantasie zufrieden ist. Sie wird von den Beispielen da vielleicht nur einen Teil mitbekommen haben und den anderen Teil phantasiert sie sich zusammen. So denkt dann deine Tochter. Ich würde aber da auch korrigieren, weil es einfach nicht der Wahrheit entspricht. Das muss man ihr dann richtig stellen.

    Ich denke mal auch, dass ihr an euch arbeiten müsst und mal in euer Kind reinhorcht. Sie ist sehr phantasierreich.

    LG Hermina

    Hallo,

    ihr fahrt mit ihr alleine in den Urlaub und die anderen Kinder müssen daheim bleiben #schock

    Das finde ich ziemlich heftig und vor allem auch nicht förderlich. Sie benimmt sich schlecht und als "Belohnung" darf sie alleine in den Urlaub während die anderen Kinder (die sich ja gut benommen haben) nicht mit dürfen :-(. Auch treibt ja so etwas einen Keil in die Familie. Urlaub ist doch für die ganze Familie und oft bringt so ein Urlaub auch eine Familie zusammen. Wie soll sie da Respekt zu euch aufbauen?

    Eine Strafe (z.B. wenn ein Kind ins Zimmer muss weil es die Geschwister geärgert hat, ist schnell vergessen), aber ein Urlaub vergisst man so schnell nicht.

    Weiter schreibst Du, dass sie genervt ist weil sie nie etwas in Ruhe spielen kann, deswegen macht ihr öfter nur was mit ihr...

    Darum geht es doch aber gar nicht? Sie will in Ruhe spielen und nicht mit euch etwas machen. Wenn sie in Ruhe spielen will dann schaff ihr Möglichkeiten dazu, in dem Du z.B. etwas mit den anderen Kindern in Wohnzimmer spielst, so dass sie in Ruhe im Zimmer spielen kann.

    Ich finde ihr Verhalten in vielen Punkten auch merkwürdig. Normalerweise sind Kinder ja stolz wenn sie Lesen und Schreiben können und verheimlichen es nicht. Kann es sein dass deine Tochter durch ihr schlechtes Benehmen wenig Freunde im Kiga hat und sie es darauf schiebt, dass sie schon lesen und schreiben kann?

    Kinder verarbeiten oft den Tod übers spielen. Allerdings das was deine Tochter spielt muss sie ja auch irgendwoher haben #kratz Wenn sie tagsüber kein TV schaut, macht sie das evtl. Nachts heimlich? Sperr doch einfach mal Nachts das Wohnzimmer (oder wo euer TV steht) ab und achte mal bewusst welche Zeitungen in eurem Umfeld rumliegen (in den ganzen Klatschzeitungen steht ja auch nur so ein Schund drinnen).

    Auch würde ich dir raten noch einmal zu einer anderen Psychologin zu gehen.

    janamausi

    Rein vom Gefühl her würde ich auch denken, dass ihr vielleicht zu viel Gewicht auf die Hochbegabung legt und etwas zu wenig auf die "normalen" Querelen einer 6Jährigen.

    Die Wutanfälle sind absolut altersgerecht, ebenso das ärgern der Geschwister, auch die Fragen und Spiele find ich jetzt passend für ihr Alter. Und entsprechend würde ich ihr da begegnen.

    Hingengen Dafür spricht auch, dass sie Ängste hat, sie könnte wegen ihrer HB vielleicht ausgeschlossen werden.

    Vielleicht solltet ihr den Forkus mehr darauf legen, dass JEDES Kind etwas Besonderes hat oder kann und sie nicht alleine auf ihrer Insel lebt? Ich denke, ihr stellts sie vielleicht unbewusst auf einen Sockel und da oben ist sie ziemlich einsam.

    "Deswegen machen wir oft etws nur mit ihr, zumal man viele Sachen wie Museen auch nicht mit den kleineren Kindern machen kann.
    Wir waren auch schon ein paar mal alleine mit ihr im Urlaub, entweder ich mit ihr alleine oder mein Mann und ich, aber ohne die anderen Kinder."

    Mann, Mann, Mann, macht ihr das alles mit den nicht hochbegabten Kindern auch, oder hat sie da die extra Sonderstellung? Gebt dem Mädel doch einfach das Gefühl, dass sie normal ist, wie sie ist. Sie muss auch lernen, Rücksicht auf ihre Geschwister zu nehmen, auch wenn sie die vielleicht "doof" findet. Ihr gebt ihr ja auch ordentlich das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein.

    Von den Eltern, mit diagnostizierten hb-Kindern, kommen immer die am Besten mit den Kindern klar, die ihnen auch mal sagen, das es reicht, die Diskussionen auch mal ein Ende setzen, die die Kinder nicht auf einen Sockel stellen und bewundern, sondern Kinder sein lassen. Bei den Situationen, die eure Tochter spielt, würde ich sagen, sie denkt darüber nach und hat Angst davor. Diese Angst müsst ihr versuchen ihr zu nehmen. Ich weiss, dass es Kinder gibt, die dann gerne solange darauf rumreiten, dass es das, was sie spielen, aber doch auch in Wirklichkeit in ihrer Familie geben könnte, aber dann muss halt mal ein "Das ist aber bei uns jetzt nicht so und ich diskutiere darüber nicht weiter" kommen und gut ist.

    LG,
    Denise

    Hallo Unbekannte/r,

    wir hatten eine fast identische Situation, wie Du sie beschreibst:

    Ein Kind, das eher erwachsene Gedankengänge hat, das sich häufig auch gegenüber anderen Kindern 'erwachsen' benimmt und auch eine entsprechende Ausdrucksweise hat. Ein Kind, das skurrile Rollenspiele spielt und eben die von Dir beschriebenen Ausraster hat, bei der man alle Strafen der Welt aussprechen kann, das Kind aber nicht dabei erreicht, usw.

    Man fragt sich manchmal, wie in einer Antwort hier auch angeklungen, ob man in der Erziehung versagt. Da wir zwei Kinder haben, die, soweit man das kann, gleich erzogen werden, kann ich Dir sagen, dass es daran nicht liegt. Ich kann nur sagen, dass es bei uns mit der Zeit besser (nicht perfekt) wurde.

    Sollte Euer Kind mit dem Hawik-Test getestet worden sein, sollten Infos über die Bereiche Sprache, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit vorliegen. Wenn es da wie Du auch ausführst, unterschiedliche Leistungsfähigkeiten gibt, kann (nicht muss) dies ein Ansatz für das Verhalten sein. Ich würde da noch mal bei der Psychiaterin nachhaken.

    Bei Interesse kannst Du mich gerne per PN kontaktieren, öffentliche Diskussionen sind, wie Du ja festgestellt hast nicht allzu produktiv.

    Viele Grüße

    Ralf

    (18) 13.11.12 - 08:56

    Hallo,

    du beschreibst mich als 5- 8 Jährige. Ich bin auch nachgewiesen hochbegabt mit einem IQ von 137, wobei der mathematische Bereich großzügig davon ausgeklammert ist;-)

    Meine Eltern mussten auch viel mit mir mitmachen, ich hatte die komplexesten Schindelgeschichten und Ausreden auf Lager und Tobsuchtsanfälle waren an der Tagesordnung. Meiner damaligen Klassenlehrin habe ich beispielsweise eine Federmappe an der Kopf geworfen, ich bin vor versammelter Mannschaft ausgerastet mit 'auf den Boden werfen und mit den Fäusten trommeln' und habe teilweise Blödsinn gemacht, nur um zu testen, ob mir jemand auf die Schliche kommt. Und wehe, ich habe bei einem Glücksspiel (wie Mensch ärgere dich nicht) verloren. Alles, wo man überlegen musste gewinne ich nämlich, bin aber ein richtiger Pechvogel, wenn es um Zufäle geht. Nicht umsonst haben meine Eltern alle Spielkarten und Spielbretter einlaminiert. Soweit, dass du weißt woher ich komme.

    Ich denke übrigens nicht, dass deine Tochter euch nicht respektiert. Ich denke im Gegenteil, sie sieht euch als ebenbürtigen Gegner, den es auszutricksen gilt.

    Was mir sehr geholfen hat, war die Geburt meiner Schwester und der Umgang mit Tieren. Bei meiner Schwester (Frühchen, Herzfehler, starkes Ad(H)S, Entwicklungsverzögerung in einigen Bereichen, hat die ersten 6 Lebensmonate im KG verbracht) hab ich schnell verstanden, dass ich mich zurücknehmen muss. Gerade am Anfang, als sich wochenlang in akuter Lebensgefahr geschwebt hat.

    Da hatte ich dann eine 'Aufgabe', etwas wichtiges und konnte wirklich helfen. Später haben ich dann eine Katze bekommen, um die ich mich kümemrn musste und ich bin in den Reitverein und habe nach einiger Zeit ein Pflegepferd bekommen und auch mit Badminton angefangen. Im verein habe ich schnell ehrenamtliche Aufgaben übernommen und hatte eigentlich immer was zu regeln, organisieren oder machen. Das hat mir alles sehr geholfen.

    In der Pubertät, so zwischen 13 und 17 war ich nochmal anders schlimm, wusste alles noch besser besser als normale Pubertierende und war fauler aus faul- ich wusste ja, dass ich mein Abi auch mit einem Rekord an Fehlstunden und ohne Hausaufgaben zu machen, geschweige denn zu lernen schaffe.

    Trotzdem habe ich mich mit meinen Eltern soweit gut verstanden. Problematisch war nur, dass ich recht frühreif war und eigentlich alles selber machen wollte und auch konnte aber eben nicht durfte.

    So mit 18 bin ich dann ausgezogen- Ich war völlig cool und wollte das alles und war völlig überzeugt, dass alles ganz einfach wird - und habe Rotz und Wasser geheult in meiner ersten Nacht alleine und ab dem Tag bis heute (ich bin 23) haben meine Eltern mich fast jeden Tag an der Strippe, entweder weil ich Hilfe oder Rat brauche oder einfach zum quatschen.

    Übrigens habe ich auch viel mit meinen Eltern darüber gesprochen, wie ich war und erzähle dir hier aus einem rückblickenden Blickwinkel. Ich möchte aber dazu sagen, dass ich meine Kindheit als sehr glücklich in Erinnerung habe, es war ungefähr so wie in'Lotta aus der Krachmacherstrasse'.;-)

    Also mein Rat vielleicht an dich: Such mit deiner tochter zusammen einen Bereich, indem sie sich verwirklichen kann und ausgelasted wird. Und versuche sie zu verstehen, es ist nämlich wirklich blöd, wenn man Kind ist und merkt, das man irgendwie anders tickt als die anderen in dem Alter. Das frustriert und im Zweifel lässt man es an seinen Eltern aus- die haben einen nämlich sowieso lieb (und das weiß man), im Gegensatz zu Freunden, von denen man weiß dass die sich auch ebwenden können wenn man sich zu oft daneben benimmt.

    So, das war jetzt sehr viel. Wenn du noch Fragen hast, schreib mir hier oder ich oute mich irgendwie, sodass wir privat schreiben können.

    Jetzt grade in schwarz, da ich, so wie du, nicht den ganzen Postkasten mit #bla#bla vollhaben möchte.

    Herzliche Grüße!

Nimms mir nicht übel:

Aber beim Lesen erschien es mir, das Du bei deinem Kind eine Persönlichkeitsstörung beschreibst. Sogar sehr eindeutig!

Und die Psychologin scheint mir nicht die beste Wahl zu sein, sie erscheint mir sehr überfordert.

Ich meine das weder böse, noch neidisch, noch herablassend

Das war einfach mein erster Impuls beim lesen und an deiner Stelle würde ich dem nachgehen, denn dieses Kind ist dabei die anderen Kinder der Familie zu zerstören.

im übrigen ist gerade bei Hochbegabten ein sehr hoher Prozentsatz psychisch Krank ( teilweise sogar sehr schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen ) , wie der Volksmund sagt: "Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander".

Agathe

  • (22) 13.11.12 - 09:05

    Oder wie mein Vater gerne sagt:

    Viel Strom, trotzdem kein Licht, nur hin und wieder ein Kurzschluss.

    • Leider äußerst Du nur Plattitüde:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung

      Schwerwiegende Störungen wie Borderline, Autismus und Schitzophrenie treten nachweislich gehäuft auf.

      Wobei vollkommen unklar ist ob dies pysischen Ursachsen oder Umweltfaktoren geschuldet ist.

      Rein subjektiv kann ich diese These bestätigen.

      Und bedenke, das Kind der TE terrorisiert die Familie und vor allem die jungerem Geschwister, zeigt - anders als Du - eine Narzistische Persönlichkeit

      Schade, das Du nicht Differnzienen gelernt hast

      Agathe

      • (24) 13.11.12 - 09:52

        Hallo Agathe,

        ich hatte über dir ausführlich geantwortet und meine eigenen Erfahrungen bzw. die meiner Familie beschrieben. Und zwar so, wie es unseren Tatsachen entsprochen hat und nicht, wie Wikipedia es beschreibt. Die intention war natürlich, dass die TE sich vielleicht etwas herausziehen kann, was ihr hilft.

        "Schwerwiegende Störungen wie Borderline, Autismus und Schitzophrenie treten nachweislich gehäuft auf."

        Das mag sein. Dennoch finde ich diesen Ansatz falsch, da ich denke, dass eine narzistische Persönlichkeit durchaus auch anerzogen werden kann.

        Das Zitat meines Vaters, das natürlich nicht ganz ernst gemeint ist, zeigt unsere Einstellung zu der Sache: "Ja, da ist etwas, das man bedenken muss aber nicht ständig und ausschließlich und schlussendlich muss man das Beste daraus machen".

        Natürlich kann ich differenzieren. Ich habe bisher die Aussage der TE zu ihrem Kind gelesen. Ich habe nicht mit dem behandelnden Fachpersonal gesprochen und mir auch kein eigenen Bild gemacht. Aufgrund der vorhandenen Informationen würde ich NIEMALS Begriffe wie 'Persönlichkeitsstörung', 'Borderline' oder 'Autismus' in den Raum werfen.

        "Und bedenke, das Kind der TE terrorisiert die Familie und vor allem die jungerem Geschwister" (sic.)

        Ja, so hat es die TE beschrieben. Und auch, dass die Konflikte außerhalb der Familie deutlich geringer sind.

        Es ist eben eine einseitige (bitte unterscheide von gelogene oder falsche) Schilderung.

        Dem gegenüber habe ich eine Schilderung einer anderen Gesichte gestellt.

        Wenn du mehr zu deinen Hintergünden, der Entstehung deiner Aussage und deinen Erfahrungen schreiben könntest, würden deine Aussage aus meiner Sicht erst eine Berechtigung bekommen.

        Ich bin darüber hinaus der Ansicht, das ein Kind, das als 'gestört' behandelt wird zwangsläufig eine Störung entwickelt. Andersherum gilt das natürlich nicht.

        Schade, dass du nicht gelernt hast, eine Äußerung im Zusammenhang mit ihrem Kontext zu bewerten.

        lg

        • "Das Zitat meines Vaters, das natürlich nicht ganz ernst gemeint ist, zeigt unsere Einstellung zu der Sache: "Ja, da ist etwas, das man bedenken muss aber nicht ständig und ausschließlich und schlussendlich muss man das Beste daraus machen"."

          Das finde ich als sehr gesunden Ansatz, mit hochbegabten Kindern umzugehen. Und die Laute, die ich kenne, die nach diesem und ähnlichen Ansätzen handeln, haben ganz normale hochbegabte Kinder, die halt in manchen Dingen herausragen und in anderen nicht.

          Oder wie eine Freundin von mir meinte: "Ich habe keine Ahnung, ob meine Kinder hoch begabt sind, es gibt da Anzeichen, aber jedes Kind muss eh nach seinem Stand gefördert und gefordert werden, was nützt mir da eine Zahl!"

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