Ich bin momentan nur eine Belastung für meine Lieben

    • (1) 18.06.13 - 22:45
      Burnout!

      Mir tun gerade mein Mann und vor allem die Kinder so Leid.

      Ich bin seid gestern wieder -wie so oft- völlig am Boden, absolut gereizt, überfordert, komplett erschöpft, die Hitze tut noch sein übriges dazu. Mein Mann hat mir vorhin schon gesagt, dass es mit dieser Laune wirklich kein Spaß macht mit mir. #heul
      Meine Tochter wollte mit mir spielen, aber nicht einmal dazu konnte ich mich aufraffen, sie war traurig und sagte "nie spielst du mit mir" (was nicht stimmt, wobei es in letzter Zeit wirklich wenig ist). Das tut mir im Herzen weh, aber ich kann einfach nicht anders. Jede Bewegung strengt mich an, jedes Wort, das ich sagen muss.
      Heute Nachmittag gab es die Situation, dass er wollte, dass ich mit zu den Nachbarn rübergehe (die er gut kennt, ich nur vom sehen), aber nach fremden Leuten steht mir grade überhaupt nicht der Sinn. Auch er war enttäuscht. Alle enttäusche ich gerade nur! :-(

      Ich bin momentan wirklich so weit mich einweisen zu lassen in eine Klinik, um einfach mal Kraft zu tanken, aber das GEHT nicht! O-Ton meines Mannes: "Wie soll ich das hier alles schaffen? Dann kann ich nicht mehr arbeiten und verdiene kein Geld." Im Büro ist es das selbe, ich werde dringend gebraucht, in nächster Zeit stehen viele Änderungen und Zusatzarbeit an, aber ich traue mir das alles nicht mehr zu. Der Druck, überall funktionieren zu müssen, es aber nicht zu können, wächst täglich.
      Ich weiß grade wirklich nicht mehr weiter, hangele mich von Tag zu Tag und hoffe, dass dieser jeweils schnell vorbei ist.

      Hintergrundinfo: Habe eine diagnostizierte mittelgradige Depression und es wird mehr dahinter vermutet (Angststörung, evtl. Persönlichkeitsstörung). Momentan bin ich auf Therapeutensuche, was sich schwierig gestaltet. Wartezeiten überall mind. 9 Monate! Außerdem habe ich eine Mutterkind-Reha beantragt, hoffe die wird schnell genehmigt. #schmoll

      • (2) 19.06.13 - 00:12

        Hallo,

        die Zeilen machen einen traurig.

        Schön ist, das du dein Problem vielleicht noch rechtzeitig erkannt hast.

        Welche Sachen belasten dich am meisten? Was kannst du abwerfen? Es sind manchmal Kleinigkeiten. Bestimmte Wege, Termine, Beziehungen, die einen belasten.

        Dein Partner kann offenbar das nicht ganz nachvollziehen. Hast du jemanden, der besser zuhört? Ich denke, Frauen sind da manchmal besser geeignet.

        LG

        • (3) 19.06.13 - 01:43

          Ich kann das momentan gar nicht so in Worte fassen was mich eigentlich genau belastet. Im Prinzip ist es alles, das ganze Leben, der Alltag! Ich möchte morgens gar nicht aufstehen weil ich weiß dass wieder ein endlos langer, anstrengender Tag auf mich wartet mit all diesen Anforderungen an mich... :-(

          Ich habe am Wochenende mit meiner Freundin geredet, aber sie meinte nur lapidar, dass wir alle mal überlastet sind, das wird schon wieder. Eine Mutterkind-Kur wäre ja wie ein Urlaub für mich, darauf könne ich mich ja freuen.

          Eine wirkliche Hilfe ist das auch nicht! Keiner, der das noch nicht mitgemacht hat, kann verstehen wie schlecht es einem gehen kann, nur durch die Psyche. #schmoll

      (4) 19.06.13 - 01:36

      Aus deinen Zeilen scheint sehr viel Verzeiflung hervor.
      Du brauchst dringend Hilfe. Wie das idealerweise aussehen könnte, weiß ich nicht.
      ABER, hättest du morgen eine akute Blinddarmentzündung oder einen Herzinfarkt (was ich dir nicht wünsche), müsste es auch ohne dich gehen. Und es würde klappen, irgendwie.

      >>>Wartezeiten überall mind. 9 Monate! <<< Hast du mal bei Therapeuten angerufen, die keine Kassenzulassung haben?

      • (5) 19.06.13 - 01:40

        Therapeuten ohne Kassenzulassung sind für mich keine Option, kann das nicht privat bezahlen.

        Zum Rest: Ich weiß was du mir damit sagen willst und ich weiß, dass du recht hast. Aber was bringt mir das wenn nur ich das so sehe? Andere können ja nicht in mich hineinschauen wie es wirklich aussieht und so lange mich keiner richtig versteht, versteht auch keiner wie ernst es ist.

        • (6) 19.06.13 - 01:46

          >>>Therapeuten ohne Kassenzulassung sind für mich keine Option, kann das nicht privat bezahlen.<<<

          Das musst du nicht bezahlen. Wenn du deiner KK nachweisen kannst, dass du in einem zumttbaren Umkreis keinen Therapeuten zeitnah fndest, zahlen die gesetzlichen KK auch einenn "Privat"-Therapeuten.
          Da reicht z.B. je nach KK eine Liste von drei bis 6 Therapeuten, die dich in den nächsten drei Monaten nicht aufnehmen können.

          Ob dich jemand versteht oder nicht, musst du hinten anstellen, es geht um dich und NUR um dich.

          • (7) 19.06.13 - 01:51

            Danke für die Information! Das sagt einem ja sonst keiner...
            Als ich vor kurzem bei der Krankenkasse deswegen angerufen habe wurde ich nur an die Ärztekammer verwiesen (weil da freie Therapeutenplätze manchmal gemeldet werden) - Fehlanzeige für meine Gegend.

            Natürlich muss ich die anderen hintenanstellen, aber es ist einfach nicht so leicht wenn man das Gefühl hat alle denken, dass man nur faul ist und sich vor Pflichten drücken will. :-(

            • (8) 19.06.13 - 01:56

              Ich verstehe dich schon, hättest du ein gebrochenes Bein oder eine Gallen-OP, hätten alle Verständnis.
              Wenn die Seele nicht mehr mitmacht, hält sich leider das Verständnis in sehr engen Grenzen, aber da musst deine restlichen Kräfte zusammen nehmen und wirklich mal nur an dich denken.

              Und dir vielleicht mal Gedanken machen, wer eigentlich zu dir steht, wenn du mal nicht funktionierst.

    (10) 19.06.13 - 02:36

    Hi,
    ich leide auch an Depressionen, teils sogar schon schwere Depressionen. Ich nehme seit einigen Wochen Antidepressiva, da ich die ersten nicht vertragen hatte und mein Termin beim Psychater noch dauerte hab ich ein "Übergangsmedikament" vom Hausarzt bekommen gehabt, dies löste zumindestens meine Angst- und Panikattaken ohne mich durch Nebenwirkungen im Alltag auszubremsen. Mittlerweile hab ich wieder ein richtiges Antidepressiva, ich bin weniger angespannt und komme etwas besser klar (bin noch nicht voll eingestellt). Vielleicht wäre das auch eine Option für dich.

    Grad Ängste bremsen unwahrscheinlich aus und wenn du selber nicht mehr weißt wo der Auslöser steckt würde dir vielleicht ein Medi helfen.

    Wenn es momentan nicht möglich ist stationär in eine Klinik zu gehen, frag deinen Arzt zwecks einer ambulanten Behandlung, da gehst du täglich morgens hin und nachmittag gehst du wieder heim. So hatte das ein Bekannter von mir gemacht, da er auch nicht wochenlang fern der Familie sein konnte/wollte.
    Habt ihr keine Familie weiter in der Nähe die vielleicht dein Fehlen daheim etwas abfangen könnten?

    Nur wenn es dir wieder gut geht, wirst du auch Kraft für deine Familie haben. Du wirst niemanden damit helfen wenn du dich dauerhaft weiter quälst, weil irgendwann der Punkt kommen wird wo du nicht mehr aus dem Bett kommst usw. dann wärst du daheim, könntest aber trotzdem nichts machen und dein Mann würde alleine dastehen. Vielleicht kann dein Mann aber auch Urlaub nehmen, das du für 2 oder 3 Wochen in eine Klinik gehen kannst.

    Ich wünsche dir gute Besserung,
    LG

    Ich kenne die Symptomatik aus dem familiären Umfeld. Ich kenne jetzt nicht Deine genaue Diagnostik, aber bei unserem Familienmitglied endete die Geschichte nicht gut. Trotz medikamentöser Behandlung kam es zu zwei Suiziden und in Folge dessen zum Sorgerechtsverlust wegen Kindeswohlgefährdung.

    Die Familie ist schon vorher an der Erkrankung zerbrochen - aber die Kinder sind jetzt erwachsen wissen über alles Bescheid und lehnen weiterhin ganz bewußt den Kontakt zum erkrankten Elternteil ab. Wegen der versauten Kindheit!

    Ich schreibe dir das jetzt nich, um Dich noch mehr fertig zu machen, sondern um Dir aufzuzeigen das es ganz notwendig ist das Du Dich in Behandlung begibst. Jetzt. In eine Akutklinik! Egal was Dein Mann heute sagt. Wenn Du das nicht tust, wird Deine Ehe an den Belastungen morgen zerbrechen. Im Anschluß an die Klinik wirst Du wahrscheinlich in eine Reha geschickt ( Mutter-Kind gibt's bei schwerwiegenden psychischen Indikationen nicht, weil Du da zu sehr mit Dir selbst beschäftigt sein wirst ) und danach erst kommt der Therapeut zu Hause zum Tragen.

    Einweisen kann kann Dich der Hausarzt.

    Dein Mann kann dann eine Haushaltshilfe von der KV bekommen.

    Es wird alles weitergehen aber Du hast Möglichkeit Deine Familie relativ unbeschadet über diese schlimme Phase Deiner Erkrankung hinüberzugleiten, unbehandelt wird Dir das nicht gelingen.

    In dem von mir oben beschrieben Fall ist es ein Vater, der seine Familie verloren hat

    Agathe

Du hast eine diagnostizierte Depression mit Angststörung und einen Mann der dafür kein Verständnis hat...das ist hart.

Hart klingt vielleicht auch was ich schreibe aber: auf die Einwände deines Mannes kannst du jetzt keine Rücksicht nehmen. Er wird es daheim irgendwie schaffen. eine Haushälterin vorübergehend einspannen, sich von der KK Hilfe holen, Freunde mobilisieren.
Aber wenn DU jetzt nicht die Reißleine ziehst und dich um dich selber kümmerst bist du in absehbarer Zeit ganz weg vom Fenster und der Prozess der Genesung wird deutlich länger dauern.

Versuch nochmals mit ihm zu sprechen, falls das nichts bewirkt hast du hoffentlich die Kraft, dich dennoch einweisen zu lassen.

Alles Gute für dich!

P.S. Zur Therapeutenduche kann ich dir raten: lass dir die Absagen schriftlich geben! Je nach KK musst du drei bis sechs Absagen vorweisen, dann kannst du dich an einen privat abrechnenden Thera wenden dessen Kosten die Kasse übernehmen muss. Vorübergehend kannst du bis zum Therapiebeginn auch Gespräche in den Insitutsambulanzen beginnen. Das entspricht natürlich keiner Therapie, kann aber für den ersten Moment schon ein bisschen auffangen.

(15) 19.06.13 - 10:28

Lass dich als erstes Krankschreiben, damit die Belastung deines Jobs wegfällt.

Wende dich an deine Krankenkasse bzw an deinen Hausarzt, ich weiss aus dem familiären Umfeld, dass es eine Art "Therapeuten - Hotline" gibt, für Akutfälle. Da bekommst du recht schnell einen Termin.

Alles Gute!

Gruss
agostea

(16) 19.06.13 - 10:28

Wenn Du in eine Klinik möchtest, zahlt die KK u.U. eine Haushaltshilfe, die zu Hause die Kinder betreut und den Haushalt wuppt.

(17) 19.06.13 - 11:16

Hallo

>> Habe eine diagnostizierte mittelgradige Depression und es wird mehr dahinter vermutet (Angststörung, evtl. Persönlichkeitsstörung). Momentan bin ich auf Therapeutensuche, was sich schwierig gestaltet. Wartezeiten überall mind. 9 Monate! <<<

Was in der zwischen Zeit auch sehr sinnvoll sein kann, ist die Frauenberatungsstelle !!

Ich hatte damals auch nach einer Therapie gesucht und war anfangs übergangsweise bei der Beratungsstelle, die Gespräche taten mir sehr gut, auch zu wissen das ich nicht alleine bin .

In einer Tagesklinik (8-16 uhr) habe ich 3 Monate eine Therapie gemacht , auch nach der Zeit bin ichweiter zur Beratungsstelle gegangen .

Vll wäre es auch für dich eine Option ;-)

Ich wünsche dir Viel Kraft !!

Lg Joli #blume

(18) 19.06.13 - 12:30

Bei Depressionen helfen Antidepressiva!

Wende Dich an eine Psychiaterin und such Dir außerdem eine gute Psychotherapeutin. Laut Empfehlung der WHO müssen Antidepressiva mindestens 1 Jahr genommen werden, um die Depression zu überwinden.

Gruß

Manavgat

(19) 19.06.13 - 13:02

Ist dein Schilddrüsen und Eisenwert ok?
Ernährst du dich gesund, rauchst du, machst du Sport?

Überdenke deine Lebensweise und stelle mehr dich in den Vordergrund.

Zu allen anderen Tipps, die Du schon erhalten hast:

Als Zwischenlösung gibt es auch Sozialpsychiatrische Dienste, die Beratungen anbieten. Deren Terminvergabe ist immer recht schnell.

Viele Grüße

Mal ehrlich ich frage mich was dein Mann für ein Idiot ist. Du weißt wenigstens das es dir schlecht geht und willst dir Hilfe holen damit dein Mann nicht mehr rumeckert an deiner Antrieblosigkeit. Und wenn du dann sagst du läßt dir helfen damit es besser wird motzt er wieeeeeeeee er denn mit den Kindern alleine klar kommen soll. WEnn das mal seine einzigste Sorge ist. Sowas finde ich traurig ehrlich. DA sollte dich dein Mann deutlich mehr unterstützen!!!!

Ela

(22) 20.06.13 - 07:33
unverständlich

Hi! Ich kann leider nicht sagen, ob man als Mutter mit dem Kind in die Kur kann oder ob es Kinderbetreuung gibt. Aber ich hatte mit 20 so ein BURNOUT. Also Depression. Ich bin sofort in die Klinik. Nach 4 Wochen war ich wieder klar im Kopf, weitere zwei Wochen war ich wieder arbeiten. Ergo, um so schneller man sich in die Psychatrie wendet um so besser. Ich kenn jemand, der hat total lange gewartet. Nun sieht es so aus, dass diese Person nie wieder arbeiten kann und für immer Arbeitsunfähig bleibt! Willst Du und Dein Mann das?

Das ist hart gesagt! Aber RAFF DICH AUF! Sonst kommst Du aus dem Loch nicht raus!

Gute Besserung und viele Grüße

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