Verheiratet, Baby, Depressionen

    • (1) 27.08.13 - 15:32
      traurig0000

      Es sollte doch die schönste Zeit in unserem Leben sein.
      Wir haben geheiratet, vor 5 Monaten kam unsere Tochter zur Welt. Nur war ich glücklicher und zufriedener als jetzt.

      Und mein Partner lässt sich wegen Depressionen in eine Klinik einweisen :(
      Ich dachte Depressionen entstehen in schweren Zeiten mit Verlust und Schicksalsschlägen.

      Mir fällt es schwer mich nun um alles selbst kümmern zu müssen. Bittet man ihn um etwas, fühlt er sich überfordert.

      Wie soll es nur weitergehen :/

      Traurige Grüße

      • hallo.

        es ist nicht selten, das eltern im ersten lebensjahr ihres wunschkindes nicht so glücklich sind, wie es propagiert wird.

        ein baby stellt nunmal komplett alles auf den kopf und für einige menschen ist es schwer, solche umstellungen von jetzt auf gleich zu verkraften!

        depressionen entstehen schleichend. sie können aber aus ganz banalen dingen heraus entstehen. ich selber war im letzten sommer depressiv ... warum? ich war völlig überfordert. haus-kinder-mann-arbeit-kontakte-familie. ich habe viel zu hohe ansprüche an mich und mein umfeld gestellt. und weder ich noch mein umfeld ist je an die perfektion gekommen. ich war beim arzt. habe dagesessen und nur geheult. das erste mal seit jahren, das ich vor einer anderen person diese "schwäche" gezeigt habe.

        mein doc hat mir geholfen zu erkennen, das eine frau und mutter nicht immer nur stark sein kann und muss. sie muss auch mal schwäche zeigen können und unterstützung bekommen.

        du musst nicht alles allein wuppen. sprich mit freunden, der familie und bitte um hilfe!!!! niemand kann ahnen, das es dir schlecht geht in der situation, in der du dich befindest. es klingt dämlich, aber ... nur wer spricht, dem kann auch geholfen werden. du darfst schwach sein. das erste lebensjahr mit baby ist nicht eitel sonnenschein!

        ich wünsch dir alles gute. wenn du magst, können wir uns auch gern noch über pn austauschen.

        lg a.

        Despressionen sind ausgesprochen vielfältig.

        Sie können als Folge von Schicksalsschlägen oder als Stressymptom auftreten (Belastungsdepression, reaktive Depression).
        Sie können aber auch aus heiterem Himmel ohne äußeren Anlass kommen (endogene Depression).

        Wenn dein Mann umsichtig genug ist, freiwillig in eine Klinik zu gehen um an sich zu arbeiten und ggf. zusätzlich medikamentös eingestellt wird dann ist das sehr gut!

        Es wäre schön wenn du es schaffen könntest, ihn in seiner Behandlung zu unterstützen und zu bestärken damit den richtigen Weg zu gehen.

        Selbstvorwürfe, Selbstzweifel und das Gefühl versagt zu haben weil man den "leichten Alltag" nicht schafft den alle anderen offensichtlich bewältigen können begleiten viele Erkrankte und können Depressionen noch verstärken.

        Alles Gute.

      Hallo!

      Tut mir leid, dass es im Moment so schwer für Euch ist. Mit Depressionen umzugehen ist für einen Partner auch sehr schwer, nicht nur für den Betroffenen.

      Aber Depressionen entstehen nicht nur in schlechten Zeiten. Das haben wir selbst erlebt. Vor etwas über drei Jahren erkrankte meine Mutter an Depressionen, Burn out usw.
      Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen aber einer der Hauptgründe ist, dass sie die Berufstätigkeit hasst. Sie hasst es wie die Pest, das ist keine Untertreibung. Sie wäre am Liebsten einfach Hausfrau, aber das ist aus finanziellen Gründen nicht drin. Ihr Job selbst ist nicht das Problem; es ist ein sehr guter Job - nein, es ist die Berufstätigkeit an sich.
      Sie war monatelang krank geschrieben, auch wochenlang in einer Klinik und sie hat sich als Mensch in den letzten drei Jahren sehr verändert.
      Alles ist ihr zuviel.

      Inzwischen ist es so, dass sie war ihrem Job nachgeht aber ansonsten alles total schleifen lässt. Besonders den Haushalt, Kochen usw. Mein Vater ist jemand, der trotz eigener, körperlich harter Vollzeitarbeit seinen Part im Haushalt voll erfüllt - und oft sogar noch etaws mehr. Aber sie träumt nur noch in der Gegend rum und ist mit allem überfordert.
      Wäsche bügeln? Steht wochenlang rum.
      Essen kochen? Nur "schnell, schnell", wenn überhaupt. Am Liebsten was holen.
      Briefe öffnen? Stapeln sich. Auch Rechnungen, Mahnungen etc.
      Mal von sich aus die Enkelkinder holen? Niemals!
      Das war früher alles anders.

      Ich habe mitbekommen, dass inzwischen auch die Ehe meiner Eltern angefangen hat darunter zu leiden. Mein Vater muss meine Mutter wirklich zu den geringsten Kleinigkeiten auffordern, sie erinnern, nachhaken... Wie ein kleines Kind.

      Ich hoffe, Ihr kriegt das hin und Dein Mann bekommt seine Krankheit in den Griff.

      Was sagt er denn, sind für ihn die Ursachen?

      Stress im Job?
      Überfordert als Familienvater?
      Irgendein nicht verarbeitetes Ereignis?
      Woran scheiterts bei ihm im Alltag? Was macht ihn traurig, was glücklich?
      Kamen die Depressionen schnell oder hat sich das über Jahre aufgebaut. Normalerweise entwickeln sich Depressionen schleichend, sofern nicht eine akute, äußere Ursache besteht. (Todesfall, Jobverlust, Unfall...)

      Depressionen sind eine Krankheit. Leider ist diese Krankheit wirklich tückisch - besonders, wenn eine junge Familie mit drin hängt.

      Ich wünsche Euch viel Kraft. Es ist gut, wenn er in der Klinik ist. Vielleicht kann man ihm da helfen. Auch wenn Du Dich im Moment allein gelassen und irgendwo überfordert fühlst - wahrscheinlich ist es für Euch sogar besser, wenn er ein paar Wochen woanders ist. Das direkte Zusammenleben mit einem depressiven Menschen kann eine viel größere Belastung sein, vor allem wenn der Zustand akut ist.
      So hast Du Ruhe und kannst Dich auf Dich und Dein Kind besinnen. Er ist in der Klinik gut aufgehoben, sieh es mal so rum.

      Viel Glück für die Zukunft.

      LG

      (6) 27.08.13 - 17:31

      Hallo

      ich verstehe dich 100% denn was dein Mann jezt durch macht habe ich auch(nach 9 Monate Stillen) innerhalb 3 Jahre zwei erlebt. Aber unsere Famielienhelferin vom Jugendamt hat uns zur Seite gestanden und so den schwierigen Alltag zu meistern. Bezüglich deines Mannes sei Ihm nicht böse jeder hat seine Schwächen ( Männer sind sensibel nur sie zeigen es nicht) und ich habe in der Klinik sehr vieles gelern bezüglich meiner Person. Stehe ihm bei und denk POSITIV sehr wichtig.Und organiesiere deinen Alltag nicht nur Krappelpruppe,Babyschwimmen sondern du brauchst auch Zeit für dich.Wir Mütter sind stark aber wir sind keine Maschienen.Achte auf deine Ernährung B Vitamine die die Nerven versorgen und Magnesium sind sehr wichtig für eine ausgeglichene Mutter.Und gönne dir auch mal was eine Aromamassage oder eine Gesichtsreinigung bewirkt Wunder glaub mir.

      Ich wünsche Dir Kraft und lach mehr das hät Gesund#huepf

      zeus26

    • (7) 27.08.13 - 18:38

      Ganz ehrlich - die Babyzeiten habe ich nicht als rosarot, sondern als sauanstrengend in Erinnerung.

      Depressionen können übrigens auch ohne Schicksalsschläge und Probleme entstehen, als eigenständige Krankheit.

      Was immer die Ursache bei Deinem Partner sein mag, mit einem "Es sollte doch jetzt die schönste Zeit im Leben sein" Einstellung hilfst Du ihm nicht weiter, sondern belastest ihn noch zusätzlich.

      Alles Gute für euch drei ...

      Anscheinend ist das was dich so glücklich macht nicht was deinen Mann glücklich macht! Vielleicht hat er sich sein leben einfach nicht so vorgestellt und steckt jetzt in einem loch.

      Steht ihm bei. Versuch ihn zu entlasten und gib ihm nicht das gefühl du packst das zuhause nicht .
      Immerhin ist es nur 1 kind! Und haushalt. Das wird zuschaffen sein.

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