Alleinerziehend auf dem Dorf

    • (1) 05.09.13 - 22:25
      Dorfleben

      Hallo lliebes Forum,

      ich bin vor 3 Jahren mit meinen zwei Kids nach der Scheidung von der Großstadt in ein Dorf gezogen.

      Ich hab hier einen Job als Diplompädagogin in der 6 km entfernten Kleinstadt gefunden und tolle nette Vermieter, die "Eingeborene" sind im rentenalter.

      Mein größeres Kind geht auf das nächste Gymnasium und mein kleiner inzwischen in die erste Klasse.

      Eigentlich fühle ich mich hier wohl, wegen dem vielen Wald und der schönen Umgebung.

      Irgendwie aber komme ich nicht an die Gruppe meiner Gleichaltrigen ran. Meine Kinder werden wohl von ihren Freunden zu Kindergeburtstagen eingeladen, aber an mir scheint niemand Interesse zu haben. Hier und da mal die Frage nach meinem Beruf, und dass war´s dann schon. Liegt es vielleicht daran?

      Es ist nicht so, dass hier alle Ehen halten würden, aber die zwei von denen ich weiss, dass sie gescheiden sind, oder es bald werden, haben gleich einen neuen Partner und sind somit wieder vom Markt. Ich hingegen bin alleine, macht das vielleicht einen merkwürdigen Eindruck?

      Letzte Woche hatte ich eine Mama mit ihrem Kind zu mir eingeladen, und sie erzählte mir davon, dass ihr Mann der in der nächsten Großstadt arbeitet sie schon mehrfach betrogen hat. Ich hab dann mit ihr dann so eine Art Beratungsgespräch geführt, kam mir dann aber komisch vor, dass ich privat nun auch schon das gleiche mache wie im Beruf.

      Ich hab echt das Gefühl, hier falsch zu sein. Eigentlich möchte ich aber meinen Kindern keinen weiteren Umzug zumuten. Mein Kleiner war 3 und kann sich nicht mehr erinnern an vorher, aber mein Großer, der weiss noch sehr gut wie das ist alle Freunde da zu lassen und sich neue suchen zu müssen.

      Bei meinem Umzug hab ich darauf vertraut, dass Menschen anpassungsfähig sind und bei meinen Kindern hat sich das auch so gezeigt. Mir aber will es nicht gelingen.

      Gibt es hier vielleicht User die gute Erfahrungen in dieser Richtung gemacht haben?

      • Hallo du!

        Also hier mal ein kleiner Beitrag von einem landei... ;-)

        Wir leben auch in dem Ort, in dem wir beide aufgewachsen sind und ziehen hier auch unsere Kinder groß...

        ... ja das Landleben ist schon was besonderes. Entweder man liebt es, oder man geht...
        Ich habe mich schon oft gefragt, ob es in anderen kleinen Ortschaften auch so ist... das Getratsche, Getuschel, Gerede... aber ich glaube das ist es.

        Unser Örtchen ist ein recht katholisches Nest (sogar die Reformation ist vor hunderten von JAhren dran vorbeigezogen :-p )
        Aber unser Bekannten und Freundeskreis ist recht aufgeschlossen... da gibt es schon einige "Paradiesvögel". Die meisten davon sind aber auch hier aufgewachsen...

        Als neu zugezogener hat man es hier auch nicht unbedingt einfach... kommt aber auch immer drauf an, wie offen man ist...
        für mich haben sich schon einige, mittlerweile intensive Freundschafen damals in der Krabbelgruppe (und ich bin echt kein "Krabbelgruppentyp") ergeben. Andere sind bei lockeren Bekanntschaften geblieben...

        Du sagst, dass du das freundschaftliche (so sehe ich es) Gespräch, mit deiner Bekannten eher als Beratungsgespräch empfunden hast... ich denke das ist DEIN Empfinden! Deswegen hat du vielleicht gar nicht mehr zugelassen...

        Oder du brauchst einfach etwas merh Zeit, um einer Freundschaft aufzubauen. Denn auch da geht es ums "Geben und Nehmen". Du solltest nicht nur zuhören, sondern auch von DIR erzählen!

        ICh habe auch schon durch eine Bekannte jemanden aus dem Ort auf dem Spielplatz kennengelernt, die einfach ein sehr sehr aufgeschlossener, freundlicher, sympathischer Typ ist und mir ihre Hilfe angeboten hat... Obwohl wir uns vorher gar nicht kannten...

        Ich denke so wie du schreibst bist du auch eher ein Aufgeschossener Typ... und du hast ja schon mal Bekanntschaft mit einer Mama geschlossen. Ob sich aus dieser Bekanntschaft jetzt eine enge Freundschaft entwickelt oder nicht, das zeigt die zeit.
        Menschen kommen und gehen. Einige bleiben andere gehen...

        An deiner Stelle würde ich meinen Kindern auch keinen erneuten Umzug zumuten wollen. Vielleicht bist DU doch nicht ganz so anpassungsfähig, wie du dachtest?
        Lockere Bekanntschaften hast du, wie gesagt, ja schon gemacht... warst du denn schon mal abends mit ihnen auf einem Mädelsabend oder so in der Kneipe oder so? (Babysitter möglich, oder können sie mal abends ein paar stunden allein bleiben?)
        Da ergeben sich dann schnell Bekanntschaften und Gespräche, die sich auch mal um was anderes als Kindererziehung und Eheprobleme drehen... ;-)

        Lg und alles Gute! #winke

        • Hallo, ich bin auch ein Landei, bei uns ist es ähnlich, nur bin ich zu meinem Mann gezogen!

          Anfangs hatte ich auch meine Problemchen, ja klar, bei manchen Frauen ist oft jede "neue" Frau ein Dorn im Auge, könnte ja im Schuppen über ihren Mann herfallen *lach*

          Aber als ich dann verheiratet war und die Kids zur Welt kamen, war das anders!

          Mittlerweile hab ich auch echt liebe Frauen kennengelernt, wo sich auch Freundschaften entwickelt haben!

          An die TE: Lass dir Zeit! Bei mir hat es echt knapp 7 Jahre gedauert bis ich "richtigen" Anschluss hatte und nicht nur die Frau/Freundin von ...... war!

          Evtl gehts dir mit einem Partner an deiner Seite dann "besser" weil du einfach nicht mehr eine "Bedrohung" für sie bist (evtl war das bei deiner Bekannten auch so ein Wink mit dem Zaunpfahl, dassl sie schon genug mitgemacht hat, vielleicht sehen sie ja auch in dir eine Konkurrenz was ihre Männer betrifft (einige können das nicht verstehen dass man nicht zwingend einen Mann an seiner Seite will/braucht))

          Ich wünsch dir alles gute, gib nicht auf

      Wir sind - allerdings als Paar mit drei Kindern - auch von der Stadt aufs Land gezogen und unser Dorf besteht quasi nur aus Einheimischen.
      Wir - besonders mein Mann - hat sich sehr ins Dorfleben eingebracht beim Schützenverein, im Fußball als Trainer der F-Jugend, im Reitverein usw. Er hatte schnell SEHR viele Bekannte, so das wir irgendwann sogar ein wenig die Notbremse gezogen haben.

      Ich hatte nicht den Eindruck, das die andren nicht wollen, aber sie haben halt keinen Grund, auf einen Neuen mehr als nötig zuzugehen, denn SIE haben ja ihren Freundeskreis. Wenn du nun also neue Freunde suchst, wird dir nichts anderes überbleiben, als ebenfalls am Dorfleben - sprich den Aktionen - teilzunehmen.

      Mach beim nächsten Trödel einen Stand auf, geh mit einer Stadtfreundin auf den nächsten Schützenball, biete dich beim Sportfest als Hilfe an usw. Du kannst nur Kontakte kriegen, wenn du mit den immergleichen Leuten aufeinander triffst. Und wenn du dann noch ein wenig kontaktfreudig bist, ergeben sich auch Bekanntschaften. Was daraus wird, sieht man eh erst auf Dauer.

      Alles Gute

      Hezna #klee

      • (5) 07.09.13 - 11:09

        Ihr seid aber als Paar hingezogen. Die TE ist Single und das kann das Hindernis sein. Ich bin auch AE und habe komischerweise viel besseren Bezug zu Single-Frauen als zu Verheirateten. Verheiratete laden meistens auch Paare zu Geburtstagen usw ein. Außer jetzt meinen Freundschaften von früher wo es egal war ob jemand liiert ist oder nicht Da waren wir Anfang Mitte 20 und einige Freundschaften halten bis heute obwohl die Mädels schon jahrelang Partner haben und heiraten. Es geht hier explizit um eine alleinstehende Frau, die leider leider oft "gemieden" wird wenn z.B. Ehemänner dabei sind

        • (6) 07.09.13 - 13:58

          Hallo und Danke für Deine Einschätzung.

          Sehr wahrscheinlich kommt meine Lebensform erschwerend hinzu. Zurückgezogen und kontaktscheu bin ich nicht, schlecht erzogene Kinder hab ich nicht, mein Makel ist dann wohl das Singeldasein.

          Da ich mit meinen Vermietern hier im regen Austausch bin, weiß ich von zwei Damen meines Alters, die beide zunächst ihre Ehemänner betrogen haben, um sich dann einige Zeit später zu trennen und nund ofiziell die neue Beziehung zu führen. Beide mals sind 2 bzw. 3 Kinder im Spiel. Die eine hat es sogar innerhalb des Dorfes vollzogen, und hat damit für viel Gerede gesorgt, und tut es jetzt noch.

          Die Abgründe des menschichen Daseins sind also auch den Leuten hier bekannt.

          Was kann ich tun, um mich von solch einem Anfangsverdacht zu befreien? Geht das überhaupt?

        • (7) 07.09.13 - 14:28

          Ich kann dir leider keinen Rat geben, weil ich nie aufs Land ziehen würde. Dort bist du erst recht ein Sonderling wenn du keinen Kerl hast, egal was für einen und unter welchen Umständen (siehst du selbst, dass sogar eine neue Beziehung eher akzeptiert wird als ein Single-Dasein) Auf dem Land gehört schon traditionell ein Mann zu einer Frau. Ich weiß nicht ob junge Witwen da andern Status haben, es kommt aber seltener vor. Auf jeden Fall wäre das so gar nicht meine Welt

    Hallo,

    ich bin auf dem Dorf aufgewachsen. Die Dorfgemeinschaft ist ziemlich eingeschworen. Da musst Du schon selber aktiv werden und Dich oder Deine Kinder dort einbringen (Festivitäten besuchen, Vereine etc.) und somit Dein Interesse bekunden.

    Vielleicht findest Du ja was, was Dir / euch Spass macht.

    Grüße

    Also ich habe hier im Dorf auch nur zu einem sehr kleinen Teil mehr Kontakt. Genauer gesagt 2 Nachbarn und vielleicht noch eine etwas mehr weil das Kind mit meinem Sohn in einer Klasse ist. Ok dann wäre noch eine flüchtige Bekanntschaft aber das wars. Doch damit kann ich leben. Ich muß mir meine Bekannt- und Freundschaften ja nicht hier im gleichen Ort ranschaffen. Dann eben von woanders.

    Ela

    Hallo

    ich war auch mal in deiner Situation.Alleinerziehend mit drei Kindern zugezogen in ein Dorf.

    Ich war anfangs eher unangenehm berührt über so viel Aufmerksamkeit. Meine Kontakte und Aktivitäten wurden sehr genau beobachtet.Allerdings gab es auch Aufforderungen am Dorfleben teilzunehmen.
    Ich habe dies im Rahmen der meinen Kids zugute kam gemacht.Fahrdienste übernommen (z.B. zur Tanzstunde regelmäßig Kids mitgenommen),Katechetin für eine Gruppe von Kommunionskindern gemacht u.s.w. Die Einladung für eine Kerzen-Verkaufsparty habe ich auch angenommen.
    Einem der örtlichen Vereine beizutreten habe ich nicht in Erwägung gezogen.Da gab es auch nur Fußball-Blasorchester/ Chor und Landfrauen.
    Durch die Kinder gab es dann schnell Kontakte mit anderen Müttern.Für einen Kaffee beim abholen hat es gereicht.Freundschaften sind nicht entstanden.
    Gleichgesinnte traf ich dann z.B. im Yogakurs in der nahe gelegenen Kleinstadt.
    Nach knapp vier Jahren zogen wir dann in diese Kleinstadt.Hier finde ich es sehr viel angenehmer und bin sogar aktives Mitglied in einem Verein.
    Das Dorfleben hat so seine Eigenarten und ist nichts für mich auf Dauer.:-)

    So richtig habe ich jetzt nicht herauslesen können um was es dir genau geht.
    Wenn du dich in diesem Dorf irgendwie falsch fühlst, könntest du dir z.B. auch Kontakte in der nächst gelegenen Stadt suchen.Wer hat schon seine Freunde in unmittelbarer Nähe wohnen?!

    L.G.

    aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Ihre Gedanken kreisen weniger um "Partner oder nicht". Aber deine tun es, zumindest wenn du über deinen Standort im Dorf nachdenkst.

    Sie kommen einfach nicht so leicht auf die Idee, dass da jemand wirklich Anschluss sucht.

    Im Dorf geht´s nach dem Prinzip: "Erst mal sehen, ob sie bleibt." Man hat Zeit, denn man hat seinen festen und verlässlichen Freundeskreis. Am Anfang überwiegt die Neugier, echtes Interesse kommt erst dazu, wenn man sich wirklich stark einbringt.

    Verbohrte, die vielleicht mit Alleinerziehenden fremdeln, wird´s bestimmt geben. Aber die hocken auch in der Stadt hinter ihren Vorhängen und mosern :-)

    Hallo,

    was für ein Dilemma, da beneide ich Dich kein Stück drum...

    Ich glaube auch, dass man 2 Menschen lieben kann und ich glaube auch, dass eine der Antworten stimmt, dass es nicht die gleiche Art Liebe sein kann. Auch wenn beides Männer sind.

    Und ich glaube nicht(!) dass Du Deinen Mann nicht richtig liebst nur weil Du noch wo anders Gefühle hast, so wie Jonny Depp das gesagt haben soll.
    Wir Menschen sind so überaus fehlbar, oder auch nicht. Die Frage ist ja immer wie man das betrachtet, oder beurteilt.
    Wir haben Gefühle und das ist gut so und die richten sich - verfluchter Mist und Gott sei Dank - nicht nach unserer Birne und der Vernunft und oft auch nicht nach der Erfahrung. Die tun was sie wollen und es ist wohl eine große Lebensaufgabe für uns alle sie bewältigen zu lernen.

    Ich finde wichtig, dass Du Dich nicht verurteilst und noch wichtiger dass Du die Schuldgefühle beiseite schiebst. Fang an das als Aufgabe zu betrachten. Dieser 2. Mann hat Dir ein Gefühl gebracht (oder ausgelöst) und das will Dir was sagen.
    Stell Dir alle Fragen, rede soviel Du nur kannst mir Leuten Deines Vertrauens oder such Dir nen guten Coach. Versuch zu reflektieren, was es zu bedeuten hat.
    Wenns irgend geht, dann sieh das auch als Chance für Deine Beziehung. Zieh Deinen Mann ins Vertrauen, ich kenne einige Paare, die an so einer Verliebtheit von einer Seite wahnsinnig gewachsen sind und ihre Partnerschaft sehr vertieft haben.
    Was liebst Du an Deinem Mann? Was hält Dich dort?
    Fehlt Dir was?
    Was liebst Du an dem anderen Mann? Was hat er was Dein Mann nicht hat?
    Was unterscheidet die beiden? Usw.... Fragen fragen fragen und sei ehrlich zu Dir selbst.
    Versuch Dich... hm... so zu sehen als wäre diese Situation eine Expedition, zum lernen, wachsen, gedeihen UND am Ende um etwas schönes wachsen zu lassen. Egal was das ist.

    Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute!
    Cora

#winke

Tritt in nen Verein ein oder engagiere dich beim dörflichen Leben (z.B. Feste usw.)...dann gehört deine "Einsamkeit" der Vergangenheit an.

LG
vom Landei Eichkatzerl....das immer noch am gleichen Ort lebt wo es geboren wurde...und auch hofft da zu sterben

(15) 07.09.13 - 10:16

Hallo und Danke schöne für Eure Antworten,

wir sind schon auf allen dörflichen Ereignissen anwesend, meine Kinder machen in den Gruppen mit und bei meinem kleinen bin ich auch immer beim Bringen und Abholen da. Das sind die Situationen in denen ich mich immer wieder ausgeschlossen fühle.

In meiner Nachbarschaft gibt es eine Familie, die soetwas wie eine zentrale anlaufstelle für alle mit Kindern darstellt. Als eines der Kinder von dort mal zu uns rüber kommen wollte, hat die Mama ihm das für 5 Min erlaubt!!! Das Kind war dann auch dieses eine mal hier bei uns und dann hat es nicht mehr gefragt.

Dann gibt es noche ine endere Familie, von denen meine Vermieter mit denen ich sehr gut zurecht komme und machnmal zusemmen sitze, sagen, sie wären mit ihnen sehr gut befreundet, ihr Kind geht nun mit meinem in eine Klasse und sie verstehen sich sehr gut. Das hat aber nicht zur Folge, dass man sich mit mir auch mal unterhält.

Inzwischen ist es auch schon so, dass wenn ich auf ein Pärchen Treffe und mich der Mann anspricht, ich absichtlich der Frau antworte und ihn nur ganz kurz ansehe, weil ich tatsächlich befürchte, dass ich als Konkurrenz angesehen werden könnte.

Ich mache mir auch nicht den Druck nun voll aufgenommen werden zu wollen, und hab halt meine Freundschaften in der Stadt. Nur finde ich es schade, dass dort wo ich wohne anscheinend eine unsichtbare dafür aber fühlbare Trennwand ist.

Vielen Dank für Eure Gedanken und Antworten, ich werde mir Zeit lassen, meinen Kindern keinen Umzug zumuten und vielleicht siehr es ja schon in 10 Jahren ganz anders aus#gruebel

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