Mann in Reha, kaum Kontakt

    • (1) 30.09.13 - 07:56

      Hallo zusammen,

      ich hoffe, dass Ihr mir helfen könnt. Ich bin so verzweifelt.

      Mein Verlobter ist seit genau 1Woche zur Reha wegen Depression.

      Er hat sich vor 1Woche noch gemeldet, dass er gut angekommen ist schrieb, dass er mich sehr vermißt. Am Abend, als ich von der Arbeit nach Hause kam, haben wir uns noch sms geschickt und dann brach der Kontakt ab.

      Da ich mir natürlich auch Sorgen mache, schrieb ich ihm, wann immer ich Zeit hatte eine Nachricht, mit der Bitte sich doch zu melden, wie es ihm geht. Ich bin seine Partnerin seit nunmehr 6Jahren und möchte doch auch am Leben meines Mannes teilhaben. Auch wenn er in der Reha ist. Das Resultat daraus war, dass wir uns nur noch stritten, weil er sich von mir unter Druck gesetzt fühlte.

      Gut, irgendwann haben wir uns ausgesprochen. Und er war jetzt Samstag für ein paar Stunden bei mir daheim. (Der Reha-Ort ist nur ungefähr 1Stunde mit dem Bus entfernt).

      Und der Bus war nett und ich hab mich auch gefreut. Und fand es schön, dass er mich in den Arm nahm.

      Aber seit er wieder weg ist. haben wir wieder fast gar keinen Kontakt zueinander. Samstag Abend gab es noch einen Anruf von 30Sekunden, weil er von mir etwas wissen wollte. Obwohl wir ausgemacht haben, dass wir noch telefonieren. Am Sonntag Morgen habe ich ihm 2SMS geschickt. Darauf kam eine Antwort zurück, die überhaupt nicht zu meinen Nachrichten passte. Und jetzt ist Montag und ich habe wieder 24h nichts von ihm gehört.

      Ich fühl mich verarscht. Schon klar: Er ist in der Reha, er hat Termine, er hat auch dort viele Leute kennengelert mit denen er lauter schöne Sachen macht. Wie z.B.: ins Kino gehen, diese Woche gehen sie bereits, dass 2te Mal ins Kino (Mit mir war er in 6Jahren 1einziges Mal im Kino). Als Therapie hat er Schwimmen 2mal die Woche mit anschließender Sauna. Auch schön. Ich schwimme gerne und gehe gern in die Sauna (Doch er war mit mir 1einziges mal schwimmen in der ganzen Zeit, obwohl ich ihn oft gefragt habe. Und da war auch noch meine Nichte mit).

      Könnt ihr verstehen, warum ich stinksauer bin. Ich fühl mich verarscht. Ich fühle mich, als hätte ich keinen Platz mehr in seinem Leben. Ich schaue ständig auf mein Handy und werde schon ganz bekloppt.

      Ich möchte ihn am liebsten anrufen, ihm die Meinung sagen und unsere Beziehung auflösen. Und dürfte mir dafür wieder Vorwürfe anhören, dass ich ihn unter Druck setzte. Ich bin so verzweifelt und könnte nur noch heulen. Und tue es gerade.

      Ich hoffe ihr versteht mein Gefühlschaos-text.

      • Warum vergleichst du die Reha mit eurem Alltag?dort gibt es bestenfalls einen Herdenzwang oder das Schwimmen etc. gehört zur Therapie. Dir zuliebe kann er wohl kaum darauf verzichten und sich aus den Aktivitäten heraushalten.

        Ich kann verstehen, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt. Lass ihm mal Luft zum Atmen. Ein Bekannter war eine Woche in einem Schweigekloster, um die Batterien aufzuladen. Handys etc. waren nicht erlaubt. Man sollte vom ganzen Alltag und Stress abschalten obwohl man ausreichend Zeit gehabt hätte, zu simsen und zu telefonieren. Das nicht zu tun war aber Bestandteil der Therapie.

        Was genau willst du denn von deinem Freund? Er ist gut angekommen und macht evtl. Fortschritte oder auch nicht. Soll er dir täglich davon Bericht erstatten? Kannst du nicht einmal 2-3 Wochen ohne Dauerkontakt auskommen? Denn DU hast das Problem und nicht er. DU klammerst in einer unangemessenen Art und Weise, die seiner Genesung nicht zuträglich ist. Er soll dort abschalten und losgelöst vom Alltag zu sich kommen. Da braucht er keine Frau, die ihm ständig Vorwürfe macht und ihre Erwartungshaltung kultiviert.

        Und dass er nun Schwimmt, ins Kino geht etc. und mit dir bisher nicht, kann er aktuell wohl kaum ändern. Darüber könnt ihr sprechen, wenn er wieder da ist. Vielleicht hat er Vergnügen daran gefunden und möchte es mit dir fortsetzen.

        Schalt mal einen gang runter! Gleich die Beziehung beenden zu wollen oder in Frage zu stellen, weil DU bedürftig bist und klammerst, kann mit Liebe und Verständnis für die Erkrankung nichts zu tun haben. Das ist nur egoistisch und fordernd.

        • Hast Du überhaupt eine Ahnung, wie es ist, mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein? Das in der ganzen Zeit nur Vorwürfe kommen. Wie zum Beispiel, wenn ich viel arbeite: "Du willst gar keine Zeit mit mir verbringen,dein Job ist dir wichtiger als ich." Und wenn ich mal 4Tage frei habe: "Du hängst nur zu Hause rum, kannst dich ja wenigstens mal um den Haushalt kümmern." Ich arbeite Vollzeit im 3-Schichtsystem und brauche auch mal meine Ruhe, wenn ich frei habe. Das sind die Vorwürfe, die ich seit 3Jahren bekomme.

          Und egal, was bei ihm falsch läuft. Ich bin immer schuld. Selbst dann wenn er 5Tage zu seiner Verwandschaft fährt.

          Und da sagst du, ich bin egoistisch. Wer ist denn da egoistisch? Es ist bei weitem nicht leicht, immer auf jemanden so Rücksicht nehmen zu müsse, dass man sich in seinem Leben nicht mehr wohlfühlt. Und trotzdem liebe ich ihn. Sonst würde ich ja nicht noch immer mit ihm zusammenleben.

          • Hast du eine Ahnung wie es ist unter Depressionen zu leiden?

            Wie es ist, wenn man keine Nähe mehr ertragen kann und laufend von dem Partner bedrängt wird? Wenn es eigentlich schon zu viel ist morgens aufzustehen und wieviel Kraft es kostet es trotzdem zu machen? Wenn man mit dem Partner eigentlich gerne was unternehmen möchte und aber einfach nicht die Kraft hat? Wie zerissen man sich dabei fühlt und wie man genau weiß, dass man dem Anderen weh tut, aber anders nicht kann? Wenn man sich jeden Morgen fragt wozu? Warum lebe ich?

            Er ist nicht ohne Grund in Reha. Lass ihm seine Zeit und nerv ihn nicht! Er ist gerade mal seit einer Woche weg und du beschwerst dich schon über fehlenden Kontakt. Nutze die Zeit um selber mal selbstständig zu werden. Als erwachsener Mensch sollte man auch mal eine Woche ohne jeglichen Kontakt zum Partner auskommen.

            LG

          • Das was du jetzt beschreibst, hat aber mit deinem eigentlichen problem wenig zu tun, oder?

            Eine Beziehung mit einem psychisch kranken Menschen kann sehr, sehr anstrengend sein, ohne Frage. Und hier muss man wirklich überlegen, ob man durchhält (weil es der Partner einfach wert ist, dass man in schweren Zeiten zu ihm steht) oder abspringt (weil die Beziehung generell nicht das ist, was man gern hätte zB).

            Du hast dich offensichtlich für deinen Partner entschieden, also musst du da jetzt durch;-).

            Aber seh mal positiv. dein Mann hat seine krankheit offensichtlich erkannt und versucht etwas dagen zu unternehmen. Das ist doch schon mal was! Gib ihm aber auch die Zeit und die Freiheit, die Reha wirklich zu nutzen, eben ohne ihn ständig zu bedrängen.
            Und dann kannst du diese Wochen doch auch mal nutzen um wieder Energie zu tanken, um mal aus diesem krankheitsbedingten Beziehungsstress herauszukommen.

            Hast Du überhaupt eine Ahnung, wie es ist, mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein------

            Nein, habe ich nicht. Ich habe - genau wie du - aber die freie Entscheidung, ob ich mir aufgrund seiner Erkrankung Vorwürfe machen lassen möchte oder nicht. Dein Mann ist krank und DU nicht.

            Was ist daran besser, wenn du dich jetzt trotzig wie ein Kind genauso verhältst und es ihm mit gleicher Münze heimzahlen möchtest? Sonst wirft er dir vor, du habest zu wenig Zeit für ihn und nun - gerade wo er in der Klinik ist - fängst du auf die gleiche Art an. Meinst du wirklich das bringt euch weiter? Das ist Kindergartenniveau. Wie du mir, so ich dir....... Und dann noch auf die Entfernung per sms und Telefon stänkerst du und forderst mehr Kommunikation seinerseits ein. Ich finde, das ist der falsche Weg. Aber wenn du ihn richtig findest und hier Kopftätscheln willst, musst du weitermachen und heulen oder über Trennung nachdenken. Ich frage mich aber, was dein Freund in seinen Gesprächssitzungen erzählt:" meine Freundin macht mir täglich die Hölle heiß, weil ich mich nicht oft und nicht ausführlich genug bei ihr melde.....!" Glaubst du man rät ihm dort, auf deine Befindlichkeiten einzugehen? Ich glaube kaum......er ist dort, um sein Gleichgewicht wiederzufinden.

          • (7) 30.09.13 - 15:12

            Hast Du überhaupt eine Ahnung, wie es ist, mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein? Das in der ganzen Zeit nur Vorwürfe kommen. Wie zum Beispiel, wenn ich viel arbeite: "Du willst gar keine Zeit mit mir verbringen,dein Job ist dir wichtiger als ich." Und wenn ich mal 4Tage frei habe: "Du hängst nur zu Hause rum, kannst dich ja wenigstens mal um den Haushalt kümmern." Ich arbeite Vollzeit im 3-Schichtsystem und brauche auch mal meine Ruhe, wenn ich frei habe. Das sind die Vorwürfe, die ich seit 3Jahren bekomme.

            Und egal, was bei ihm falsch läuft. Ich bin immer schuld. Selbst dann wenn er 5Tage zu seiner Verwandschaft fährt.^^^^^^^^^

            Worum geht es dir überhaupt? Mit deinem Eingangspost hat das nicht viel zu tun. Diese Thematik wirst du nicht lösen, indem du jetzt wie auf ein totes Pferd auf ihn einredest. Die letzten 3 Jahre habt ihr dieses Problem zuhause nicht gelöst bekommen und gerade im Moment möchtest du ihn während seiner Reha umkrempeln. Ich finde es bemerkenswert, daß er überhaupt Kontakt zur Außenwelt halten darf. Manchmal ist sogar das am Anfang nicht gestattet.

            Wenn dir das Leben mit einem depressiven Mann zu anstrengend ist (was man verstehen kann), dann trenn dich oder hole dir professionelle Hilfe. Aber jetzt hysterisch und völlig aufgelöst zu reagieren, bringt gar nichts außer erneute Streitereien. Ändern wirst du ihn kaum in den nächsten Wochen. Das dürfte dich doch klar sein, oder nicht? Wenn sich bei ihm gerade kein Therapieerfolg einstellt und er sogar psychisch mehr belastet erscheint als daheim, wird die Frage aufkommen, was der Auslöser ist. Der bist nämlich du!

      Hallo.

      Das ist natürlich nicht schön und ich sehe nicht positiv für dich. Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.

      Ich kenne jemanden, eine gute BEkannte, ihr Verlobter war auch in solch einer Situation. Depression und dann irgendwann Reha. In dieser Reha-Klinik lernt er natürlich viele Gleichgesinnte kennen. Naja, und da muss wohl eine dabei gewesen sein, die ihn total verstand. Er wird sich wohl verliebt haben und somit hatte meine Bekannte eigentlich keine Chance mehr. Sie stritten eigenltich nur noch und wenn er in der Reha war, ging es ihm ja gut, da er ja diese Gleichgesinnte kennenlernte. Sie sind jetzt ein Paar.

      <<<Ich fühle mich, als hätte ich keinen Platz mehr in seinem Leben. >>>

      Momentan wird es auch so sein. Ich weiß nicht, ob es bleibt, aber da du ja schon mal an Trennung dachtest, richte dich mal drauf ein. Oder gehe auch zum Therapeuten, denn du bräuchtest eigentlich auch Hilfe als Co sozusagen. Du bist jetzt mit deinen Gefühlen alleine und weißt eben nicht mehr weiter. Also es gibt nur die beiden Möglichkeiten. Ziehe dir die bessere raus und regel dein Leben danach.

      Alles Gute.

      LG

      • Ich fühle mich im Stich gelassen und allein.

        Bin vorhin gerade vom Nachtdienst gekommen und habe auch im Dienst immer gehofft, dass er sich meldet oder jetzt.

        Ich mag ihn auch nicht texten. Es kommen dann nur Vorwürfe.

        • Das meine ich ja. Du bräuchtest eigentlich parallel zu ihm auch eine Therapie oder Gespräche. Er macht das jetzt in der Reha und hat Gleichgesinnte zum Quatschen. Du nicht, du musst das alleine mit dir ausmachen. Du bist total frustiert, weil alles sich nur noch um ihn dreht.

          Überlege dir, ob du das noch lange durchhälst oder mitmachen möchtest. Konzentriere dich vielleicht auf dich und warte nicht auf irgendein Zeichen. Das macht dich verrückt.

          Ich wünsche dir ganz viel Kraft oder eine Entscheidung, die dich entlastet.

          Alles Gute.

          LG

          • Vielen Dank, dass wenigstens einer mich auch mal aufbaut. Alle anderen hier im Forum hacken nur auf mir herum. Vllt bin ich egoistisch. Aber ein wenig Egoismus hat noch niemanden geschadet. Sonst würde jeder von uns untergehen. Oder sagt ihr alle zu allem nur ja und amen?!

            Ich hab mich gestern mit einem Bekannten unterhalten,dessen Ehefrau ist wegen BurnOut in der Reha. Und dem geht es ganz genauso wie mir. Ich würde sagen, dass es fast noch schlimmer ist.

            So kann ich sagen, dass es nicht allein an meinem Charakter liegt.

            • Morgen.

              Ich verstehe dich. Ich war jahrelang Co von einem Alkoholiker. Man kann nur noch egoistisch sein um sich zu schützen. Wenn man alles Mögliche gemacht hat, dann bleibt einem nichts anderes übrig, um nicht mit runtergezogen zu werden. Du bist genug auf ihn eingegangen. Also jetzt ist er in Behandlung und bekommt eben seine "Zuhörer" und du bleibst mit deinen Gefühlen und Ängsten auf der Strecke. Mach es so, wie es dir gut tut. Du musst dich jetzt alleine aufbauen, dein Partner hat Hilfe.

              Alles Gute und mach weiter so, sei eben dann "egoistisch".

              LG

      Na, jetzt würde ich aber nicht alles schwarz malen.

      Nicht jeder hat einen Kurschatten oder lernt auf Reha jemand kennen für den er später den Partner verlässt. Erst recht nicht nach einer Woche!!!

Ich versteh dein Gefühlschaos, aber ich finde auch, dass du übertreibst.

Bei der Überschrift habe ich noch gedacht, er würde sich wochenlang nicht melden, aber das stimmt ja überhaupt nicht. Ihr habt regen Kontakt, er hat dich vorgestern besucht, ihr habt sogar kurz telefoniert, gestern Nachrichten verschickt... was verlangst du eigentlich noch?
Dein Freund ist auf Reha, nicht im Urlaub. Es ist seine erste Woche, er muss sich orientieren, die verschiedenen Behandlungen und Therapien abchecken und, ja, neue Leute kennenlernen. Da hat er vielleicht gar nicht soviel Zeit und Muße um mit dir im Dauerkontakt zu stehen. Und wenn er dann auch noch angemeckert wird, es zum Streit wegen nichts kommt, hat er erst recht keine Lust sich zu melden. Kann ich verstehen, schließlich soll er sich in der Reha ja auf sich selbst konzentrieren.

Ich weiß, wie man sich als Daheimgebliebene fühlt, mein Mann war auch mehrmals auf Reha. Es ist ein bisschen ein ungutes Gefühl, man hört ja soviel über Kurschatten u.ä.. Dann sitzt man wochenlang mit den Kinder allein zu Hause und kann sehen wie man zurecht kommt, während der Mann wandern geht oder eben in die Sauna. Und dann fühlt man sich überall so ausgeschlossen... Da kann man schon eifersüchtig oder zumindest neidisch werden...

Aber mal ehrlich, wenn man seinem Mann nicht vertrauen kann, ist die Beziehung eh nichts wert. Und niemand ist einfach so zum Spaß auf Reha.

Wie gesagt, ich kann dich verstehen. Aber so wie du das machst, machst du es falsch. Mach es dir die nächsten Wochen einfach ohne Mann gemütlich. Unternimm Dinge, die in der Beziehung auf der Strecke bleiben, mach etwas für dich.

Und leg dein Handy weg. Man kann nicht wochenlang im Dauerkontakt stehen. Dein Mann ist beschäftigt. Er rennt nicht ständig mit Handy herum und wartet auf Nachrichten. Bei den meisten Therapien ist das Telefon eh nicht dabei (oder aus). Schickt euch hin und wieder eine nette SMS, telefoniert alle paar Tage und genießt es, wenn er samstags mal da ist.
Und sei ihm nicht böse, wenn er sich mal ein, zwei Tage gar nicht meldet.

Hallo,

ich verstehe, dass du dich zurück gesetzt fühlst, aber ich denke auch, dass du ein wenig übertreibst.

Dachte ja beim Text auch zuerst, er meldet sich wochenlang nicht, aber ihr habt ja wirklich einiges an Kontakt. Ich finde sogar sehr viel, wenn man bedenkt, dass er wegen einer Depression in Behandlung ist!
Ich kenne viele Menschen, die mit dieser Diagnose in Reha/Kur erstmal allen Kontakt verboten bekommen, um in die Reihe zu kommen.

Ich würde mich an seiner Stelle wohl auch unter Druck gesetzt fühlen....er ist ja schließlich da um gesund zu werden.

Versuch ruhig zu bleiben!

LG

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