Hat er das Recht, so zu reagieren?

    • (1) 26.10.13 - 16:30
      Inaktiv

      Liebe Urbis,

      ich war gerade Kaffee trinken mit einer Freundin und deren schwulem Freund, er ist Psychologe!
      Als meine Tochter(5) mit dem Pfefferstreuer was auskippte (ich sah gerade nicht hin), sagte er auf einmal in lautem, strengen Ton zu meiner Tochter:„Sag mal, spinnstdu??!?Mit Essen wird hier nicht gespielt!“
      Meine Tochter erschrak sichtlich, weinte etwas, aber nickte dann zustimmend.
      Ich bin etwas geschockt, meiner Meinunvg nach hat er sich im Ton vergriffen.
      Oder wie seht ihr das?
      Wie hättet ihr auf seine Reaktion reagiert? War es ok, so mit meiner Tochter zu reden?
      LG

      • (2) 26.10.13 - 16:48

        Finde es schon etwas krass, gerade von einem doch soooo (aus)gebildetem Menschen. Ich finde die Wortwahl sehr befremdlich.

        Naja, und nen Pfefferstreuer ist ja nun auch kein Teller voller Nudeln.

        Würden mein Kind und ich diesen Menschen sehr gut kennen, hätte ich ihm meine Meinung dazu mal in einer ruhigen Minute gesagt (somit hätte er dann evtl auch noch mal dem Kind in Ruhe darüber reden können). Wäre es nur ein flüchtiger Bekannter hätte ich ihm nen passenden Spruch reingereicht: "Spinnst DU, so mit meinem Kind zu reden?"
        Ich finde die Reaktion des Mannes überzogen und unpassend...gerade als Psychologe sollte er es doch besser wissen.
        LG

        • (3) 26.10.13 - 17:06

          Hallo Knöterich,
          Danke f.deine Antwort. Wir hatten gerade noch eine Auseinandersetzung und er hat mich in aller Õffentlichkeit runtergemacht und:“Wenn deine Tichter mit mir hier sitzt, hat sie sich zu benehmen!“(ich hatte ihm ganz ruhig gesaft, dass er sich im Ton vergriffen hat).
          Und das als Psychologe!

          • (4) 26.10.13 - 18:39

            Heftig, würde mal glatt sagen, der Typ hat sich den falschen Beruf ausgesucht.
            Und er ist nunb mal nicht der Nabel der Welt. Ich weiß ja nicht, was deine Kleine noch so angestellt hat, aber wenn er schon wegen nem Pfefferstreuer so abgeht, uih uih uih.
            Hat deine Freundin nix gesagt?

      (5) 26.10.13 - 17:19

      Hallo,

      ich denke, dass man nie das Kind direkt bestrafen sollte, sondern über das Verhalten schimpfen sollte. Nicht dass das Kind noch am Ende denkt, es wäre doof.

      Was in der Praxis heißt "das was du gemacht hast war doof" statt "du bist doof". Kein Kind spinnt, nur weil es etwas gemacht hat, dass es nicht darf.

      Ich würde (vor Allem bei Kleinen, aber eigentlich immer) den Kindern rüberbringen, dass man sie liebt, egal wie groß der Mist war, den sie angestellt haben. Man liebt sie immer noch und ist nur mit dem Verhalten, nicht dem Kind unzufrieden.

      Ein "spinnst du? " zählt für mich zu den absoluten NoGos einer Erziehung. Egal, wer das sagt.

      Außerdem finde ich es nicht sonderlich geschickt, wenn sich andere "fremde" Personen einmischen. Es gibt einige, wenige Menschen, die mein Kind erziehen dürfen. Aber wie man das macht, ist in erster Linie die Entscheidung der Eltern selbst. Und deswegen würde ich in so einer Situation erwarten, dass mich jemand darauf hinweist, was mein Kind gemacht hat, sodass ich eingreifen kann, wie ich es für richtig halte. (Notfälle ausgeschlossen).

      Herzliche Grüße

      • (6) 26.10.13 - 19:27

        "Ein "spinnst du? " zählt für mich zu den absoluten NoGos einer Erziehung. Egal, wer das sagt."

        Naja. Beim Spielen mit einem Pfefferstreuer ist das sicher zu harter Tobak, aber wenn ein Kind wissentlich was tut, was wirklich nicht geht - z.B., weil es gefährlich ist - dann kann ein Erwachsener auch mal "Spinnst Du" sagen, ohne dass es nun gleich einen Schaden davonträgt.

      • >> Es gibt einige, wenige Menschen, die mein Kind erziehen dürfen. Aber wie man das macht, ist in erster Linie die Entscheidung der Eltern selbst. Und deswegen würde ich in so einer Situation erwarten, dass mich jemand darauf hinweist, was mein Kind gemacht hat, sodass ich eingreifen kann, wie ich es für richtig halte. (Notfälle ausgeschlossen).<<

        Die Ansicht habe ich nie so recht verstanden. Wenn ein Kind mir mir dreckigen Fingern auf die helle Hose patschen will; wenn es spielenderweise im Supermarkt den Inhalt des Regals auf dem Boden verteilt; wenn es den jungen Baum im Gemeinschaftshof auseinander nimmt.. dann muss ich warten, bis ich die Mutter sehe, um ihr zu sagen, wie sich das Kind verhalten hat (mich ergo hinstellen wie die Klassenpetze), damit die dann mit dem Kind redet? Ich darf aber nicht selber zum Kind sagen "Muss das sein?", seine Hand aus der Reichweite meiner Hose pflücken, ihm sagen, dass die verstreuten Nudelpackungen eine Stolperfalle sind oder dass es bitte den Baum heile lassen soll? Klingt umständlich.

        • #pro

          Sicherlich wird jetzt gesagt, dass man bei "schlimmen" Sachen natürlich was sagen darf, die Frage ist nur, was ist "schlimm"?

          Ich habe irgendwann mal im Pädagogik-Unterricht gelernt, dass das gesamte Umfeld ein Kind erzieht, jeder mit allem was er sagt und macht, aber scheinbar ist heutzutage Erziehung nur den Eltern und "einigen, wenigen" vorbehalten... ich finde das irgendwie seltsam und habe das Gefühl, dass das "früher" (und meine Kindheit ist ja noch nicht soooooo lange her) anders gehandhabt wurde. Meine Freunde und ich durften auch vom Nachbarn ne Ansage bekommen, wenn wir Quatsch gemacht haben, und für mich war klar, dass ich auf die Mutter meiner Freundin zu hören hatte, wenn ich bei ihr spielen war. Klar fand ich das manchmal blöd und natürlich hat auch mal meine Mutter eingegriffen, wenn es zu krass war, aber grundsätzlich durfte jeder "erziehen"; so wurde es auch bei meinen Freunden gehalten.

          Aber bei so Aussagen und unter den Umständen wundert es mich nicht, dass immer mehr Kinder keinen Respekt vor Erwachsenen haben.

          • Ich finde es auch bedenklich, wenn Kinder nur noch von ihren Eltern Rückmeldungen zu ihrem Verhalten bekommen. Siehe meine Antwort auf w-b-p. Da können sich ganz merkwürdig verschobene Ansichten entwickeln.. und irgendwie werden alle Außenstehenden zu Statisten degradiert, die keine wahrnehmbaren Bedürfnisse besitzen.

            Da gab's mal einen ineterssanten Spiegel-Artikel zu:
            http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/erziehungsfreie-zonen-die-monster-anderer-eltern-a-756703.html
            Stecken ein paar interessante Denkansätze drin.

            • >>>Ich finde es auch bedenklich, wenn Kinder nur noch von ihren Eltern Rückmeldungen zu ihrem Verhalten bekommen. <<<

              Das sehe ich auch so. Ganz extrem fand ich vor einigen Wochen den Standpunkt einer Frau, die darauf beharrte, dass in ihrer Patchwork-Familie nur der leibliche Elternteil das Recht hätte, die leiblichen Kinder zu erziehen.

              • Guten Morgen,

                genau das lese ich hier immer wieder. Das macht mir Sorgen, wohin soll denn dann die ganze Konstellation Patchwork führen?

                Dieses "das geht dich nichts an, das ist Sache der leiblichen Eltern" - ja, aber die Frau/der Mann leben mit den Kindern zusammen und sollen dennoch keine Grenzen aufweisen dürfen? Unmöglich.

                Äh.. bleibt mal dahingestellt, inwiefern man da von Familie reden kann. Da tun sich echt fremde Welten auf.

        Ich finde auch, das ist ein rechter Blödfug.
        Wenn ich ein Kind in meinem Umfeld habe, das gerade MEINE Grenze überschreitet, dann weise ich das Kind auch darauf hin und warte nicht, ob die Mutter wohl merkt, dass da grad etwas geschehen ist/geschieht, das möglicherweise nicht von allen Menschen gut geheissen wird.

        Ich würde bei der Hose (also bei deinem Beispiel) auch nicht "muss das sein" fragen, sondern ganz fix verhindern, dass das Kind meine Hose einsaut. Ein knapper Befehl, ein Zurücktreten (im Sinne von ausweichen, wehe, das versteht jemand verkehrt...#nanana), ein "die Hand festhalten" - irgendwie so.
        Bei manchen Eltern kann man nämlich lange warten, bis sie eingreifen, die Kleinen sind doch so süß, wenn sie tun, was sie wollen.

        L G

        White

        • Ich musste da gerade daran denken, was meine Mutter neulich wieder erzählt hat: Ein Knabe aus meiner Kindheit, der auf 'nem Ausflug permanent eine Feuerwehrsirene nachmachte (das weiß ich sogar noch). Ununterbrochen. So laut es nur ging. Meine Mutter sagte irgendwann entnervt zu seiner Mutter: "Macht er das etwa immer so?", und die antwortete ganz stolz: "Ja! Klingt er nicht total echt?" - Meine Mutter: "Genau DAS ist das Problem...". So können die Wahrnehmungen auseinander gehen.
          Und das mit dem Baum ist auch aus dem Leben gegriffen. Meine letzte Wohnung. Endlich mal was Grünes. Und Dustin, dieses verhaltensoriginelle Kind aus dem nächsten Block, hatte nichts Besseres zu tun, als ihn zu Kleinholz zu verarbeiten. Hätte ich versucht, da mit der Mutter drüber zu reden, hätte die mir gesagt, ich soll mich um meinen eigenen Kram kümmern, oder Dustin hätte obligatorisch Senge kassiert. Wahrscheinlich beides. Da sag ich doch lieber selber was zu ihm.
          Manchmal bin ich froh, dass noch nicht so viele Kinder in meinem Freundeskreis rumturnen. Und die, die da sind, sind süß. Noch. #schein

          • Ich kenne auch so einige dieser Geschichten.

            2 Kinder, die im offenen Treppenhaus des Turnvereins um die Wette gekreischt haben, weil es so toll hallte - ICH die dann tatsächlich "Ruhe" gebrüllt hat, weil sich bis auf die zwei selig lächelnden Mütter alle anderen entnervt die Ohren zugehalten haben.
            Die Mütter waren baff, aber ich mehr als sauer, ehrlich. Wie viel Rücksichtslosigkeit will man denn seinen Kindern beibringen?

            Na gut. Ich rege mich jetzt nicht auf, meine Kinder dürfen auch von ihrem Umfeld Grenzen gesetzt bekommen, wobei die zwei auch von mir keinen "sind sie nicht süß, MEINE Kinder?"-Rabatt bekommen. Sie sind Kinder, ich liebe sie und sehe, wenn sie Mist bauen, und genau das erfahren sie dann auch von mir. Schon immer.

            Liegt vielleicht auch daran, dass ich mal Erzieherin war. #gruebel

            Und jetzt: Kaffee, soeben habe ich festgestellt, dass wir ja eine Stunde geschenkt bekommen haben. #freu
            "Der lange Sonntag"

(16) 26.10.13 - 17:53

Ich würde nicht weiter drüber nachdenken, da gibt es Wichtigeres.
Da hat sich halt ein Erwachsener im Ton vergriffen, so was kommt schon mal vor. Gerade kinderlose Menschen haben oft wenig Verständnis, wenn Kinder nicht immer 100%ig funktionieren.

Auch schwule Psychologen sind nur Menschen. Sie haben weder mehr Erfahrung oder Geduld mit Kinder als jeder andere auch, noch durchdenken sie immer jede einzelne Formulierung.

Da deine Tochter sicher keine bleibenden Schäden davon getragen hat und er irgendwie ja auch recht hatte, würde ich die Sache einfach so stehen lassen.

Hallo!

Da der besagte Freund, wenn ich das richtig verstehe, keine enge Bezugsperson des Kindes ist, würde ich es wohl einfach so stehen lassen, das Kind trösten, aber bestätigen, dass nicht mit dem Pfeffer gespielt wird, der Freund also in der Sache recht hat.

Wäre er eine Bezugsperson für mein Kind, würde ich ihn schon auf seinen Umgangston ansprechen. Allerdings würde ich das auch in einer ruhigen Minute machen und nicht im Beisein meines Kindes.

Insgesamt würde ich das nicht überbewerten. "Spinnst Du?" ist mir als Mutter auch schon rausgerutscht im Eifer des Gefechts - es gibt Schlimmeres, wenn Du mich fragst.

off-topic: warum ist es wichtig für die Geschichte, dass der Mann schwul ist? #gruebel

(18) 26.10.13 - 19:23

Finde ich auch nicht gut, aber was hat das jetzt damit zu tun, ob der Herr schwul oder hetero ist?

Ein schwuler Psychologe, der kleine Kinder anmotzt.

Oh mein Gott.

Ernsthaft: Was hat seine sexuelle Neigung mit alldem zu tun? Ich tippe mal auf: rein gar nichts.

Wenn du findest, er hat sich im Ton vergriffen, dann sag ihm das, du bist schon gross. Wenn er sich danach so echauffiert, kannst du lachen oder weinen oder ihm sagen, dass er Grenzen überschreitet.

L G

White

  • (22) 26.10.13 - 20:07

    "Ein schwuler Psychologe, der kleine Kinder anmotzt."

    Und das, wo Schwule sich doch nie lautstark wehren und IMMER defensives "Eititei-Tüdelü"-Haaaaaach - das macht doch nichts..." *floet* drauf haben und Psychologen sich selbstverständlich immer Griff....!

    Wobei - ich habe auch schon zu einem fremden (!) Kind wutentbrannt "Sag mal, spinnst du?!" gesagt. Als ein Freund meines Sohnes am Ende eines wegen dessen (des Freundes) Ungezogenheiten ohnehin schon stressigen Nachmittags meinte, er müsse unter Nutzung der Regalbretter als Leiter dem Kater auf den zwei Meter hohen Schrank hinterher klettern. Sie waren damals um die sechs Jahre alt. Jaja, "Spinnst du?!" geht ja gaaaaar nicht. Stimmt, hätte nicht sein sollen. Rückblickend betrachtet, empfand ich meine leicht entglittene, lautstarke und erboste Reaktion aber als angemessen. Danach war nämlich Ruhe. #schein Wer weiß, wie lange die Kleine hier schon die Nerven der Anwesenden strapaziert hat..?

    LG
    Ch.

Also, ich bitte Dich. Bei einem Schwulen, gut, da kannste nix erwarten. Der hat schließlich keine Kinder.

Aber ein Psychologe! Der muss doch nun WIRKLICH wissen, dass man SO nicht mit Kindern redet. #nanana

Warum Schwule dann überhaupt Psychologen werden? Keine Ahnung, aber ich denke drüber nach, versprochen.

;-)

  • Pass uff, das wird nachher falsch verstanden, hier.

    Aber mir kommt der Thread so vor, als sollte es genau darauf hinauslaufen.

    Entweder hat der Schwule keine Ahnung von Erziehung. Weil er ja schwul ist.
    Oder aber
    Schwule sind doch so sensitiv und sollten es besser wissen. Eben weil sie schwul sind.

    Psychologen müssen sowieso immer die besten Menschen sein, sowieso. Keine Frage, lagefrau.:-)

    Wobei ja Pädagogen-, Therapeute- und Psychologenkinder mit die schlimmsten sind, warum auch immer...

    Die Sozialpädagogenkinder lasse ich mal aussen vor, die sind immer toll.

    #cool

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