Ex will mir sein Kind anvertrauen

    • (1) 09.11.13 - 12:11
      Ersatzmutter?

      Hallo,

      ich stehe gerade vor einer großen Herausforderung:

      Mein Exmann hat mich vor 8 Jahren während ich mit unserem zweiten Kind schwanger gewesen bin, wegen einer Kollegin verlassen. Sie haben dann 7 Jahre lang eine von Kindern unbeschwerte Zeit als Paar verbracht. Mein Verhältnis zu meinem Ex ist mittlerweile trotz des unschönen Endes, recht gut.

      Im vergangenen Sommer haben sie dann doch noch ein Kind bekommen und sind darauf hin zusammen gezogen. Das Kind ist jetzt 6 Monate alt. Die Mutter ist vor zwei Wochen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, so dass mein Ex jetzt alleine mit Kind da steht und um Hilfe ruft. Ihre Eltern wohnen weiter weg, und seine Eltern sind von Krankheit belastet. Dann hat sie noch eine Schwester, die auch weiter weg wohnt, die selbst 3 Kinder hat und einen Mann der selten zu Hause ist.

      Er hat mich gefragt, ob ich das Kind bei mir aufnehmen würde. Ich bat mit etwas Bedenkzeit aus, aber in Wirklichkeit widerstrebt mir der Gedanke.

      Nun ist es bei mir so, dass ich in der Zeit nach der Trennung mein abgebrochenes Studium (Sozialpädagogik) beendet habe, und jetzt seit 2 Jahren beginne beruflich etwas Fuß zu fassen. Vorher habe ich mich immer durch die Kindererziehungspflichten da selbst zurück gehalten, bzw. wurde ja auch tatsächlich durch sie etwas behindert.

      Ich will nicht meinen Job aufgeben, und ich freue mich jeden Tag, wenn meine Kinder selbständiger werden.

      Andererseits, wie soll ich mich vor meinen Kindern rechtfertigen, dass ich ihr Halbgeschwisterchen nicht bei uns wohnen lassen möchte?

      Wenn ich mich selbst frage, dann lautet die Antwort eindeutig nein. Ich habe schon genug Jahre meines Lebens damit verbracht, mich der Aufzucht seiner Kinder zu widmen und bin damit ja auch noch nicht durch. Mein jüngeres Kind ist 7 Jahre alt.

      Andereseits wenn ich so in die Zukunft denke, wie stehe ich da, wenn es heißt, die wollte sich um das kleine Waisenkind nicht kümmern, weil sie egoistisch gewesen ist.

      Wie sieht ihr die Sache?

      • Sehr schwierige Situation :-(

        Allerdings gibt es für ihn auch die Möglichkeit einer Tagesmutter, Kinderkrippe und dergleichen.
        Ich würde ihm grundsätzlich wohl Hilfe anbieten, wenn es mal um Unterstützung geht, aber das Kind komplett aufnehmen, das würde ich sicherlich nicht tun!

        Wenn eine Frau den Partner und Vater de Kindes verliert, kann sie das Kind ja auch nicht beim Ex lassen#gruebel

        Ich denke wenn du ihm wirklich helfen willst, gibt es Familienberatungsstellen, dort würde ich mit ihm hingehen und mir bei der Lösungssuche helfen lassen.
        Gleichzeitig wissen die auch was ihm grundsätzlich an Hilfe zusteht, wie Familienhelferin und ähnliches.

        • Nachtrag:

          Das ganze ist erst 2 Wochen her, da muss er sich sicherlich auch erst richtig mit auseinandersetzen!
          Das ganze klingt für mich nach einer sehr übereilten Panikreaktion seinerseits. Beratungsstellen sind da auch für ihn wie schon erwähnt definitiv die erste Anlaufstelle!
          Du solltest Dir nicht zu viele Gedanken darüber machen was Deine Kinder darüber denken, er sollte sich Gedanken darüber machen, was sein Kind später dazu sagen wird, das er es "einfach" bei seiner Ex - Frau abgegeben hat#gruebel

          (4) 09.11.13 - 12:48

          Hallo,

          danke für Deine Antwort.

          Ich habe die Sache zuallererst auch "profesionell" versucht zu betrachten. Wo gibt es Hilfe, wo muss er sich hinwenden usw. Er versucht aber mich in die Pflicht zu nehmen.

          Meine Eigentliche Botschaft darin war gewesen, es ist nicht mein Problem, sondern seines, und ich wollte ihm helfen die richtigen Hilfen zu finden um nicht selber ran zu müssen.

          Als ich erfahren habe, dass sie schanger ist, war mein erster Gedanke, die Dankbarkeit, dass es nicht mich getroffen hat. Wieder Windenl, nachts wenig Schlaf, immer zu Hause sein, selten rauskommen, Hobbys runterfahren, das ganze Programm halt.

          Jetzt erst beginne ich wieder etwas Freiheiten zu erlangen. Ich wollte eigentlich bis zum nächsten Frühjahr einen Motorradführerschein machen.

          Als wir noch verheiratet gewesen sind, war es auch schon so, dass er sich gerne aus dem kindthema rausgehalten hat. Seine Abschiedsworte an mich waren gewesen, dass er weiß, dass seine Kinder bei mir gut aufgehoben sind. Zu dieser Zeit war ich noch Erzieherin und habe im Kindergarten gearbeitet.

          Ich hatte auch mal als wir noch verheiratet gewesen sind, die Idee bei uns Pflegekinder aufzunehmen, das hat er aber damals kategorisch abgelehnt. Er denkt ich sei jetzt immer noch so drauf, aber inzwischen sehne ich mich nach mehr Freiheit.

          • -------------
            aber inzwischen sehne ich mich nach mehr Freiheit.
            ------------

            Das ist auch vollkommen legitim!

            Wenn er ansonsten alles abschmettert was Beratungs - und Hilfestellungen seitens von Einrichtungen angeht, dann ist das (so leid mir das tut) seine persönliche Baustelle!
            Das leben ist kein Ponyhof, auch nicht für ihn als Mann und Vater, es ist schlimm aber nunmal geschehen!
            Dann soll er es (auch wenn sie weiter weg leben) mit der Familie seiner verstorbenen Partnerin regeln!

            Du bist lediglich seine Exfrau, die mit ihm Kinder hat, die sich auch um alles alleine kümmern musste.
            Jetzt ist er selber dran und muss dementsprechend handeln, auch wenn es bedeutet das er die nächste Zeit nicht arbeiten kann, das ist keine Schande und durchaus für einen gewissen Zeitraum zu überstehen!
            Er hat ein Kind und muss dementsprechend selber die Verantwortung tragen!
            Lass Dich bitte nicht zwingen weil Du meinst du kannst es nicht rigoros abschlagen, weil du dich genötigt fühlst oder er Dir ein schlechtes Gewissen machen will, wegen

            der "Halbgeschwister".
            Dieses Kind hat noch mehr Familie ausser Dich!

      Dein Ex macht es sich etwas sehr einfach finde ich. So tragisch die Situation für ihn wohl im Moment auch ist - aber ER ist der Vater des Kindes und es ist nunmal in erster Linie seine Pflicht sich um SEIN Kind zu kümmern.

      Tausend andere Mütter und Väter sind auch alleinstehend, müssen Beruf und Kind unter einen Hut bringen, und schaffen das auch.

      - Andererseits, wie soll ich mich vor meinen Kindern rechtfertigen, dass ich ihr Halbgeschwisterchen nicht bei uns wohnen lassen möchte? -

      DU musst dich für gar nichts rechtfertigen. Denn du bist nicht in der Pflicht dieses Kind großzuziehen und würde die Mutter des Kindes noch leben, würde das Kind ja auch nicht bei dir uns seinen Halbgeschwistern wohnen.

      Ausserdem bedeutet das ja nicht, dass deine Kinder keinen Kontakt zum Halbgeschwisterchen haben können - auch das ist Sache des Vaters, hier ein Familienleben und für Kontakt zwischen ALLEN seinen Kinder zu sorgen.

      Du ziehst bereits 2 Kinder groß und es ist dein gutes Recht auch an dein berufliches Weiterkommen zu denken, zumal das auch auch deine finanzielle Absicherung im Alter bedeutet. Am Ende verzichtest du, ziehst SEIN Kind groß und stehst dann im Alter mit ner Minirente da.

      • (7) 09.11.13 - 12:58

        jau,

        das ist so zeimlich genau, was ich mir auch denke, wenn ich nur an mich selber denke.

        Aber wenn ich mich in das Kind hineinversetze, wird mir schwer ums Herz.

        Mein Ex ist kein wahrer Kinderfreund, und kann sich sehr schlecht auf die "Kinderebene" begeben. Er versteht einfach nicht, dass kleine Kinder noch nicht so vernünftig sind wie Erwachsene und stellt viel zu hohe Erwartungen. Das hat sich erst etwas verbessert, als unser ältestes Kind 9 Jahre alt war. Mit kelinen Kinder kann er aber absolut nicht.

        • Das ist aber nunmal nicht Dein Problem, spiel das doch mal durch!
          Im schlimmsten Fall kümmert er sich gar nicht weiter darum, du stehst dann mit einem weiteren Kind da und kannst nicht weiter arbeiten gehen, weil er nicht bereit ist Opfer für sein Kind zu bringen?

          Du schwankst liebe "Ersatzmutter?"

          Natürlich ist das nicht schön für den Wurm, allerdings ist das Kind mit 6 Monaten noch sehr klein und kann sich sehr schnell umgewöhnen!

          ----------------
          Aber wenn ich mich in das Kind hineinversetze, wird mir schwer ums Herz.
          ---------------

          Das glaube ich dir, ich bin da ähnlich und würde wirklich am liebsten jedes Baby einpacke was ich sehe , (bin total Babyverrückt) aber bitte denke an Deine Zukunft, sowie an die Deiner eigenen Kinder!

          • (9) 09.11.13 - 13:14

            Danke für deine Worte.

            Eigentlich bin ich früher auch mal so drauf gewesen von wegen jedes Baby einpacken, aber ich hab mich inzwischen echt verändert. Wenn ich heute ein Baby sehe, denke ich mir, dass ich froh bin keines zu haben.

            • Hallo,

              mach das bloß nicht. Bin auch allein mit 2 Kindern und meine Kleine ist fast 7 Jahre.
              Ich sehe auch das sie selbstständiger werden und ich fasse gerade auch richtig Fuß in mein Berufsleben. Muss auch alles allein regeln wegen den Kindern.

              Wenn nun noch ein Baby da wäre ist die Berufliche Zukunft wieder an den Nagel gehängt und es ist nicht deins.

              Du bist zu nichts verpflichtet, da es nicht dein Kind ist und ich würde auch jetzt einfach an dich und deine beiden Kinder denken, denn die brauchen dich auch.
              Eigentlich sollte er das auch Wissen, denn es sind ja auch seine Kinder und die brauchen dich auch und finanziell mußt zu arbeiten gehen.

              Niemals würde ich meine neue Zukunft mit den Kindern wieder wegwerfen und mich um ein Baby kümmern das nicht meins ist.

              Er macht es sich mal wieder einfach. Kind abschieben und er lebt sein Leben und du trägst die Verantwortung. Ich würde im klar und deutlich sagen das er die Verantwortung für sein Kind hat und er sein Leben danach ausrichten muss und nicht du. Er muss nun auch mal verzicht lernen und nicht wieder allen anderen die Verantwortung aufbrummen.

              Deine beiden werden älter und auch schwieriger und da brauchst du die Kraft und die übrige Zeit für Sie. Wenn du deine beiden eine Perspektive bieten kannst hast du alles getan für deine Kinder.
              Er hat dich verlassen und nun ist es anders in seinem Leben verlaufen als geplant doch nun sollte er auch dazu stehen.

              Lebe dein Leben und fühle dich nicht verpflichtet ein anderes Leben führen zu müssen nur weil dein Ex keine Verantwortung übernehmen will.

              LG

        "Aber wenn ich mich in das Kind hineinversetze, wird mir schwer ums Herz."

        Meinst du, dem Kind ist damit geholfen, wenn du es widerwillig aufnimmst?

        "Mein Ex ist kein wahrer Kinderfreund, und kann sich sehr schlecht auf die "Kinderebene" begeben. Er versteht einfach nicht, dass kleine Kinder noch nicht so vernünftig sind wie Erwachsene und stellt viel zu hohe Erwartungen. Das hat sich erst etwas verbessert, als unser ältestes Kind 9 Jahre alt war. Mit kelinen Kinder kann er aber absolut nicht."

        Dann sollte er das Kind nach Möglichkeit in eine Pflegefamilie geben oder ggf. sogar über eine Adoption nachdenken...

Warum kann er sich nicht kümmern?

Er macht damit gerade sein Problem zu Deinem. Das ist nicht ok, Dich in eine solche Zwickmühle zu treiben.

Du kannst ihm Hilfe anbieten, wenn es für ihn mal eng wird. Aber das Kind komplett aufnehmen, damit er sich von eiiner "Last" (sorry, falsches Wort) befreien kann???

Ich frage mich, wer hier egoistisch ist. Du jedenfalls nicht.

  • (13) 09.11.13 - 13:46

    Danke für Deine Worte.

    Klar sehe ich meinen Ex auch als egoistisch an. Das war auch schon früher und hat sich nicht groß geändert. Seine Eltern waren ihm gegenüber übrigens genauso, also familiär bedingt.

    Nur, wenn jeder seinem Egoismus nachgeht, dann bleibt das Kind auf der Strecke. Das ist es was mein Gewissen wach ruft.

    • Die Einstellung ehrt Dich sehr.

      Dennoch sollte er das Problem auch mal mit der Familie besprechen. Und zwar gerade auch mit den Eltern der verstorbenen Mutter.

      Dir können aus der Aufnahme des Kindes in Deinen Haushalt sehr große Schwierigkeiten erwachsen. Es geht schon damit los, dass Du keinerlei Entscheidungen für das Kind treffen darfst, solange Du das Sorgerecht nicht hast.
      Stell Dir mal vor, dem Kind passiert irgendwas. Am Ende wirst Du dafür verantwortlich gemacht, obwohl Du es nur gut gemeint hast. Auf jeden Fall muss sowas rechtlich abgeklärt werden und darf von Dir und auch nicht von ihm als Freundschaftsdienst verstanden werden.

      Wenn es Dir ernst ist, dann geht gemeinsam zu einer Beratungsstelle und lasst Euch dort aufklären.

      Alles Gute.

      Dieses Kind hat aber auch noch andere Familie, ausser deinem Ex!

      Wenn er sich tatsächlich vor seiner Verantwortung drücken will, dann soll er dazu auch mit der Familie seiner verstorbenen Frau auseinandersetzen - auch wenn sie weiter weg sind.

      Ich würde mir jedenfalls diesen Schuh nicht anziehen, nur weil den Ex einen auf Ego macht und sich aus der Verantwortung stehlen will.

Top Diskussionen anzeigen