Streit wegen Geburt, etc

    • (1) 14.12.13 - 18:26
      :-(

      Hallo!
      Ich brauche mal euren Rat...wahrscheinlich hat mein Mann Recht und ich bin "krank", aber ich verzweifel hier grade.

      Wir sind seit Juli diesen Jahres verheiratet, seit vier Jahren zusammen, beide Anfang 30 und jetzt steht das Thema Kinderwunsch an. Wir sind uns da beide einig und ich habe jetzt die Pille abgesetzt. Alles gut soweit...heute haben wir darüber gesprochen, wie das dann alles wird und das ist dann eskaliert. Ich möchte nämlich weder stillen noch eine natürliche Geburt. Ich möchte schwanger werden und auch zwei oder drei Kinder haben, ich freue mich darauf! Aber ich kann mir nicht vorstellen, ein Kind durch meine Vagina zu pressen! Ich ekel mich vor dem Gedanken, ein Baby an meiner Brust saugen zu lassen. Es geht einfach nicht, alles in mir sträubt sich dagegen, ich weiß nicht warum.:-( Es hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun oder lifestyle (hat mein Mann mir vorgeworfen), so sind einfach meine Gefühle! Mein Mann meinte jetzt, wenn er vorher gewusst hätte, dass ich so "egoistisch und eine scheiß Rabenmutter" wäre, dann hätte er sich eine andere gesucht. Ich hab gebrüllt, dass mein Körper mir gehört und es meine Entscheidung wäre, dann meinte er, dass er diesen Körper nicht schwängern wird und dass ich krank wäre, dann ist er abgezogen...
      Normalerweise streiten wir nur selten und wenn dann ohne Trennungsdrohungen etc. Ich bin wirklich fertig. Was soll ich denn jetzt machen?
      Ich weiß auch nicht, ob er recht hat und ich mich nicht so anstellen soll, vielleicht hab ich überreagiert. So viele Frauen entbinden natürlich und stillen dann entspannt, wieso hab ich so ein Problem damit? Bin ich dann eine schlechte Mutter? Sollte ich wirklich nicht schwanger werden?
      Hab dann mit meiner Mutter telefoniert und die meinte, wenn ich tatsächlich schwanger bin, würde ich da anders drüber denken. Ich soll mich beruhigen, das wird alles schon wieder und so weiter...aber ich hab's meinem Mann ja jetzt gesagt, weil ich eben so empfinde...das war wohl falsch.

      Meine Güte, so viel geschrieben, ich bin völlig wirr im Kopf. Könnt ihr mir helfen? Kennt jemand meine Empfindungen? Hat mein Mann recht oder ich oder keiner oder beide? Mein Mann hat mir eben nur geschrieben, dass er über Nacht bei seinem besten Freund bleibt, ich fahre jetzt zu einer Freundin, mich ablenken oder ausheulen...

      Bitte um eure Hilfe!!!!!! Danke!

      • (2) 14.12.13 - 18:45

        So ein Prinzipüienstreit tut natürlich immer weh.
        Soviel ist schon mal klar.

        Was viele Frauen vergessen, ist, dass auch Männer sich oftmals ausmalen, wie es denn sein soll, wenn man dann gemeinsam durch die Schwangerschaft und Geburt geht. Und ist der Wurm endlich draussen, kann man endlich auch richtig Einfluss nehmen darauf, wie das Kind aufwächst.

        Bei mir persönlich ist das so, dass es mir egal ist, wie meine Frau gebährt, denn da hast Du sicher recht, am Ende geht es dort um Deinen Körper, nicht um den des Partners.

        Da heute aber jeder über die Vorteile des Stillens weiss, wäre eine komplette Ablehnung in Verbindung mit kompletter Beratungsresistenz inakzeptabel, denn hier geht es eben nicht mehr nur um Deinen Körper, sondern vielmehr um MEIN Kind...

        Viel schlimmer wiegt in meinen Augen, was da noch möglicherweise schon mit so einer prinzipiell ablehnenden Haltung gegenüber dem Neugeborenen für die weitere Entwicklung impliziert wird.
        Keine Nähe, wie wird das Schlafen geregelt, Kind nur im Kinderwagen, Schlafen lernen durch schreien, der Bequemlichlkeit wegen?
        Ich will nicht unterstellen, dass es bei Dir so ist, sondern die Möglichen Gedanken darstellen, die Deinem Mann vllt gerade durch den Kopf gingen...

        Ich wäre da auch besser gegangen, wenn meine Frau sich mit so ein er absolut unverrückbaren Haltung dargestellt hätte. Es geht um EUER Kind. Da hat Dein Mann sicher auch das ein oder andere Wort mitzureden. Akzeptier das, der hab Kinder besser per unbekannter Samenspende.

        Was mir völlig unklar ist: Spricht man nicht über so etwas in der Zukunft entscheidendes schon VOR einer Hochzeit?

        Meine Frau zum Beispiel war da sehr klar und sagte auch schon zu Beginn unserer Beziehung, dass sie auf jeden Fall irgendwann Kinder will und wenn ich das nicht wollte, sollten wir nicht unsere Zeit vergeuden. Ich habe das sehr geschätzt.

        Was Du jetzt tun solltest?
        Dich bei Deinem Mann entschuldigen, Dir selber mal die Gedanken ordnen, nachdenken, was es heisst GEMEINSAM Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, und dann in den Dialog mit Deinem Mann treten...
        Dialog heisst hierbei, dass der andere auch das Recht hat seine Meinung zu äussern und man selbst offen genug ist, den Standpunkt des anderen zu akzeptieren, wenn es um ein größeres gemeinames Ziel geht...

        Viel Glück dabei.

        • (3) 14.12.13 - 19:24

          Danke für die Antwort von einem Mann. :-) Ich verstehe irgendwie schon, dass mein Mann da diese Bedenken hat, habe aber überhaupt nicht vor, meinem Kind keine Nähe zu geben etc. Schmusen, kuscheln und so, da freue ich mich sehr drauf...es ist nur dieses Stillen, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann. Natürlich ist es sein Kind, klar, er soll auch mitentscheiden und voll und ganz einbezogen sein, aber stillen und Geburt hat doch irgendwie nur was mit mir zu tun?Und eine spontane Geburt widert mich an und -zugegeben- ich hab auch Angst, dass mein Mann mich danach nicht mehr körperlich, sexuell attraktiv findet. Ich kam gar nicht dazu, ihm das zu sagen, da hatten wir schon heftigen Streit.
          Wir haben auch sehr schnell darüber geredet, dass wir Kinder haben wollen etc. Natürlich spricht man über sowas vor der Ehe. Aber über die Details haben wir nie gesprochen...

          • (4) 14.12.13 - 23:28

            Zum Thema Geburt habe ich mich ganz klar geäussert. DAS ist ganz allein Deine Geschichte. Ohne jede Frage. Genauso, wie auch die Schwangerschaft und wie Du gerne damit umgehen willst (Mal abgesehen von Drogen, Alkohol oder Zigaretten etc), alleine Deine Sache sind.

            Ich meinte lediglich, dass es durchaus nachvollziehbar wäre, dass Dein Mann diese Lieblosigkeitsgedanken haben könnte aufgrund Deines Angewiedertseins. Diese Vermutung ist nun mal in aller Rationalität nicht von der Hand zu weisen.

            Der Punkt ist am Ende schlicht und einfach, dass es um EUER gemeinsames Kind geht. Da hat jeder bestimmt irgendwelche Vorstellungen davon. Wenn man Glück hat stimmt man überein, wenn nicht, und das scheint bei euch deutlich der Fall, muss man vorbehaltlos miteinander reden, reden und nochmals reden.
            Vorbehaltlos trifft hier für beide zu, denn Du musst Deinem Mann wenigstens die Chance geben, dass er seine Meinung sagen darf und solltest dann nicht so unsensibel sein und mit dem Holzhammer seine Argumentation (und die emotionale Grundlage dafür) zu beseitigen...

            Du kriegst das schon hin. Erklär Deinem Mann, welche Ängste in Dir stecken, die zu Deiner Einstellung geführt haben. Frag ihn aber auch, was es ihm genau bedeutet. Gegenseitiges Verständnis bringt einen schneller und dichter an eine gemeinsame Lösung, als so manch einer denkt.
            Letzten Endes habt ihr geheiratet, da wird es eher unwahrscheinlich, dass sich Dein Mann nicht auch Deinen Gefühlen stellen wird. Nur er muss erstmal die Chance dazu bekommen...
            Sich hinstellen und einfordern, dass er gefälligst Deinen Weg gehen soll bringt nix ausser Scherereien. Das eigene Verhalten so zu modifizieren, dass der Andere freiwillig folgen wird, ist der elegantere Weg. :-)

            Weiter viel Erfolg. :-)

          • (5) 15.12.13 - 10:11

            Guten Morgen!

            Jetzt schreib ich Dir mal was:
            Als ich 2010 mit meiner ersten Tochter schwanger war, habe ich das Gleiche gesagt wie Du! Niemals stillen. Der Gedanke, dass jemand an meiner Brust hängt, hat mich zum Schütteln gebracht. Wir haben alles gekauft, was man an Flaschen braucht.
            3 Wochen vor der Geburt fing ich an darüber nachzudenken. Ich überlegte mir, dass ich es doch wenigstens 4 Wochen machen kann. Dann kriegt das Baby das Wichtigste mit und gut.

            Ich habe 10 Monate gestillt.

            Und es war toll.
            Es schmerzt am Anfang, ja.

            Du kannst dir das jetzt nicht vorstellen, das wird sich vielleicht ändern. Aber bleib offen! Warte ab, wie es sich anfühlt schwanger zu sein und wie sich das Gefühl gegenüber deinem Baby entwickelt.

            Du wirst sehen.

            Liebe Grüße!!

      • #kratz

        Hhmm... Ich kann deinen Standpunkt teilweise verstehen. Als Vater möchte man ein Mitspracherecht. Das kann ich gut nachvollziehen. Aber wenn es ums Kinderkriegen geht... Ich weiß nicht? Ich hab überhaupt keine Vorstellung davon, was eine Frau bei einer Geburt so mitmacht und wie Schmerzhaft das Ganze ist, wie kann ich dann so etwas von meiner Partnerin fordern? Es ist immerhin ihr Körper und sie darf das ganz allein entscheiden. Klar kann ich meine Wünsche und Bedenken äußern, aber ihre Entscheidung muss ich akzeptieren.

        Was das Stillen angeht, kann ich das nur befürworten, mehr aber auch nicht. Ich finde so etwas kann man nicht einfordern oder erzwingen. Stillen hat mit Sicherheit große Vorteile, aber es ist ja nicht so als würde das Leben des Kindes davon abhängen...

        Das Kind wächst nun mal im Körper der Frau heran und über diesen kann sie selbst entscheiden. Das ist meine Meinung dazu.

        Meine Frau hätte gern eine natürliche Geburt, ist aus medizinischen Gründen aber sehr riskant. Sie möchte gerne stillen. Ich stehe hinter ihr und versuche sie zu unterstützen wo ich kann.

        VG
        Mateo

        Nichts anderes habe ich in meiner Antwort geschrieben... :-)

        • wofür genau soll sich die TE denn entschuldigen? Ich finde den Mann ubergriffig (den Begriff hab ich bei urbia gelernt).

          • dafür, dass sie ihren Mann anbrüllt zum Beispiel. Viel wichtiger aber noch dafür, ihn nicht mal auf einer normalen Ebene über ihre Ängste und die daraus resultierende Haltung einzuweihen...

            Irgendeiner muss ja den ersten Schritt machen. Und es zeugt von einer gewissen vertrauensbildenden Größe derjenige zu sein.

            PS: Übergriffig wird doch bei Urbia immer nur dann benutzt, wenn wieder mal ein Schwanzträger meint seine Frau unverständlicherweise anfassen zu wollen und das auch tut... :-D

            Davon abgesehen ist sein Verhalten keinesfalls übergriffig, sondern von völliger Unsicherheit und daraus resultierend dem Unvermögen angemessen zu reagieren geprägt. Mann ist als Mann bei dem ganzen Vorgang Schwangerschaft, Geburt und meist auch die ersten Monate so relativ unwichtig und unbeteiligt, trotzdem sollte den Wünschen und Vorstellungen des Partners zumindest Gehör geschenkt werden und das nicht einfach als unwichtig vom Tisch gewischt werden...

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