Borderline in der Partnerschaft

    • (1) 27.03.14 - 13:16
      nur eine freundin

      Hallo liebe Leute

      Es tut mir Leid, aber es muss in Schwarz sein. Nicht wegen mir, sondern weil andere Menchen beteiligt sind.

      Ich hätte gern einige Meinungen bzw. Beschreibungen von eigenen Erfahrungen über das Thema “Borderline in der Partnerschaft”.
      Ich bin nicht direkt betroffen, aber ein sehr guter Freund von mir ist gerade dabei sich zu verlieben an jemand dass (vermute ich) unter Borderline leidet. Ich kann mir nicht sicher sein, der Verdacht kommt nur von dem, was er mir davon erzählt, und noch was ein gemeinsamer Freund der sie auch kennt geschildert hat.
      Was ich wissen will ist wie diese Persönlichkeitsstörung eine Beziehung einschränken, erschweren oder sogar langfristig unmöglich machen kann.

      - Die unter borderline leidende Personen stellen sich oft in erster Stelle? Das heisst nehmen sie den Partner nicht ernst genug (ihre Gefülle, Wünsche, Ziele, etc.)?
      - Falls sie diese Wünsche erkennen, können sie diese irgendwie dann erfüllen?
      - Sind diese Menschen oft aggressiv gegenüber dem Partner wenn etwas nicht ihren Wüsche entspricht?
      - Neigen sie dazu, den Partner zu erniedrigen?
      - Versuchen sie eine Art von Kontrolle über ihren Partner zu üben?
      - Reden sie sich ein, dass der Partner sie übermässig liebt - oder anders ausgedrückt, interpretieren sie die Zeichen der Partner wie ihnen am besten passt?

      Die Frage sind vielleicht etwas allgemein und abstrakt. Möglicherweise haben auch diese Eigenschaften nichts mit dieser Störung zu tun. Ich kenne mich schlecht aus mit dem Thema aber ich bin ein wenig besorgt. Ich will auf keinen Fall meinen Freund einreden was er machen soll - die Entscheidung liegt wohl bei ihm. Aber, falls irgendwann er Fragen oder Zweifel hat, würde ich gern ihm helfen.

      Vielen Dank im Voraus!

      • (2) 27.03.14 - 13:48

        borderliner sind nicht agressiv sondern extrem devot.
        meist sehr schreckhaft und ängstlich und sehr unterwürfig.
        sie erniedrigen keinen sondern suchen sich oft partner die ihnen nicht gut tun sondern ihnen schaden.
        wünsche werden erst genommen und von den augen abgelesen.

        nachteile: borderliner haben oft noch depression oder alkoholsucht oder medikamentensucht im schlimmsten fall alles zusammen
        der umgang mit geld ist auch oft katastophal und dann die launen. im einen moment himmelhochjauzend im anderen moment hasst er einen bis aufs blut.
        Ich hätte damit kein problem ich kenne einige Border und kann sehr gut damit umgehen.
        für laien ist das eine hausnummer zu hoch da border auch ins stalking übergehen können

        • >borderliner sind nicht agressiv sondern extrem devot.
          meist sehr schreckhaft und ängstlich und sehr unterwürfig.<

          Die Aussage ist genau so blödsinnig wie die Aussage "Der Himmel ist blau".
          "Borderline" ist ne Zusammenfassung von verschiedensten Störungen, aber mit Sicherheit ist "Unterwürfigkeit" nicht das eine klassifizierende Merkmal, dass allen "Borderlinern" gemein ist.
          Aggression kann da durchaus dabei sein, Narzissmus ebenso, hast du übrigens auch selbst angeführt, Zitat: "... im anderen moment hasst er einen bis aufs blut".

          Beste
          Tom

          • (4) 27.03.14 - 16:10

            Borderline ist auch mit eine am schwersten zu diagnostizierbare Erkrankung.
            Wenn man auf das "klassischste" Merkmal zu sprechen käme musste man hier ganz typisch Promishuität nennen.

            Lg

      • (6) 27.03.14 - 16:30
        nur eine freundin

        Hallo

        Wenn du sagst dass Borderliner sich zwischen üppigen Glück und Hass schwanken, sind sie dann nicht auf einer Art und Weise agressiv, zumindest verbal?
        Und, was meinst du mit stalking? Noch während der Beziehung oder danach, falls es zu einem Ende kommt?

        Viele Grüße

      • (7) 27.03.14 - 20:14

        "borderliner sind nicht agressiv sondern extrem devot.
        meist sehr schreckhaft und ängstlich und sehr unterwürfig.
        sie erniedrigen keinen sondern suchen sich oft partner die ihnen nicht gut tun sondern ihnen schaden.
        wünsche werden erst genommen und von den augen abgelesen."

        So ein ausgemachter, erstunkener und erlogener Stuss.

    Klingt hart, aber ich selber bin für das Leben mit einem psychisch kranken Partner nicht geschaffen. Ich habe meine letzte Partnerschaft deswegen u.a. beendet.

    ich kann es nicht, mich so unterordnen, den anderen wichtig genug in seiner Erkrankung nehmen, nein, mein Verständnis ist einfach nicht endlos.

    Ich rede hier davon, wenn man (noch) die Wahl hat, nicht von Erkrankungen, die im Laufe einer langen Beziehung entstehen.

    Aber die Entscheidung liegt, wie Du sagst, bei Deinem Freund. Ich bin diese letzte Beziehung auch sehend eingegangen und wir hatten vier wunderschöne Jahre - aber dann ein Aus mit Pauken und Trompeten und von heute auf morgen die Erkenntnis, ich kann und will das so nicht.

    Lichtchen

    (10) 27.03.14 - 14:36

    Ich neige leicht dazu, eine Borderlinerin zu sein, das wurde mir auch von einem 'Fachmann' gesagt.
    Mein Partner hat anfangs nichts davon gemerkt, es wurde irgendwann durch eine leichte Depression 'sichtbar'.
    Ich hatte viele Probleme mit meiner Familie und da kam diese 'Störung' ans Licht.

    Ich neige eher dazu, meinen Partner zu idealisieren.

    Wenn ich das gefühl habe, dass er mich nicht versteht, reagiere ich aggressiv.
    Zwar werde ich nicht handgreiflich, jedoch extrem verletztend auf eine verbale art und weise.

    Ich habe das Glück den partner zu haben, den ich habe.
    Er weist mich -wenn ich diese symptome wieder extrem zeige (was meist passiert, wenn ich mit dem grund meiner damaligen depression konfrontiert werde) - sozusagen in die Schranken.
    Aaah...das ist wirklich sehr schwer zu beschreiben.´
    Er ist nicht irgendwie wütend auf mich oder so, er versucht mich zu verstehen.
    Allerdings gibt er mir bewusst nicht diese Bestätigung, die das alles noch schlimmer macht.
    Er kann dann mit meiner 'verbalen aggression' umgehen, ohne dass er mich hierbei verletzt.

    Uhmm...also ansonsten führen wir ein normales Leben als Paar!

    Dein Freund muss das selber herausfinden, wie er damit klar kommt....

    LG

    • (11) 27.03.14 - 16:11

      Hallo

      Du redest von Idealisierung. Was ist wenn du zu einem bestimmten Moment merkst, dass dieses Ideal nicht die Realität entspricht?

      Die verbale Aggressivität kann sich in Form von Anschuldigungen zeigen? Denn sie hat schon mehr als Einmal Vorwürfe gemacht, fast so als wäre sie seine Mutter.

      Viele Grüße und weiter Glück in deiner Beziehung.

      • (12) 27.03.14 - 16:24

        Ich werde wütend!
        Es ist mehr so eine unterschwellige Wut, aber man merkt sie mir schon an.
        Zuerst versuche ich, meinen Partner in mein vermeintliches Ideal zu rücken, wenn das nicht klappt (er ist ja auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen und merkt, wenn sowas passiert), dann reagiere -wie erwähnt verbal aggressiv-.
        Ich werde gemein, mache ihm eher weniger Vorwürfe.

        Es ist mehr das Gefühl, ihn einfach verbal verletzen zu müssen (sprich erniedrigen), auch mit Dingen, die nicht wahr sind.
        "Ich hasse dich", "Du Penner"...kommt da nicht selten vor und auf weitere beleidigungen möchte ich jetzt verzichten.

        Für meinen Partner ist es einfach zu erkennen, wann ich ihn aufgrund von Borderline ins Ideal rücken will: Es sind kleinigkeiten, die mir dann nicht passen. Dinge, über die jeder andere einfach hinwegsieht (im vergleich zu der reaktion, die ich eben an den tag lege, wenn er quasi einfach sagt 'Nein, mach ich nicht, will ich nicht'.)
        Er kann unterscheiden, wann es mich wirklich stört und wann es vom Borderline kommt.

        Jeder borderliner tickt da anders und bei jedem äußert sich das anders und ich bin ja nicht 7 Tage die Woche 24 Stunden lang so.
        Die meiste zeit bin ich ein Mensch wie jeder andere auch ;-)

        Dankeschön!

(14) 27.03.14 - 19:36

Partnerschaften mit psychisch Erkrankten sind eine Sache der Lebenseinstellung. So habe ich das erfahren. Man muss oft zurück stecken. Entweder kann man das, oder nicht.
Borderliner sind nicht anstrengender als andere psy. erkrankte Menschen auch. Mein Mann hat eine Psychose und eine Angststörung, ich wusste das von Anfang an und wusste worauf ich mich einlasse. Ich bin immer die starke und "normale" in der Beziehung gewesen, obwohl ich selbst seit 8 Jahren therapiert werde (oder gerade deshalb?). Vielleicht habe ich auch deshalb mehr Verständnis, wer weiß.
Wir führen eine stinknormale Beziehung mit Höhen und Tiefen und Konflikten. Ehrlich gesagt streite ich mit ihm weniger als mit "gesunden" Lebenspartnern.

Also, möglich ist alles mit der gewissen Portion Verständnis, aber auch Durchsetzungsvermögen, denn manchmal muss man dem anderen in den Hintern treten oder durch andere unangenehme Begleiterscheinungen gehen (Klinikaufenthalte, Zusammenbrüche etc).
Würde ihn aber nie tauschen wollen ;3

Moin!
Man kann es eigentlich ganz kurz sagen:

Borderline ist eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Gefühle werden sehr stark empfunden, sowohl schöne als auch schlechte und sie schwanken sehr oft auf und ab.

Die Beziehungen mit einem Borderliner ähneln einem Gummiband. Kommst Du ihm sehr nahe, bekommt er Angst davor und wertet den anderen massiv ab...entfernst Du Dich dann wieder von ihm (weil Du dadurch ja auch verletzt wirst), hat er Angst, dass Du ihn verläßt, idealisiert Dich, fleht, bettelt, weint wie ein kleines Kind, dessen Mama weg geht.

Haben beide diese Persönlichkeitsstruktur, entsteht ein großes Chaos, das auch gefährlich werden kann.

Der Selbsthaß äußert sich bei Frauen meist mit SVV (selbstschädigenden Verhalten, wie zB Ritzen oder Hungern/Fressen...), Männer sind selten autoaggressiv, sondern werden ihrer Umwelt gegenüber aggressiv (Prügeln, schnelles Autofahren...).

Es gibt ein gutes Buch, der Titel sagt auch alles: "Ich hasse Dich, verlass mich nicht".

Oder auch: das Stabile ist die Instabilität.

Ich habe in der Psychiatrie viele Borderline-Patienten kennengelernt und weiss, sie können ganz wunderbar manipulieren, mit den weiblichen Patienten hatte ich große Probleme deswegen.

Aber DEN einen Borderliner gibt es eh nicht. So einfach ist das nicht, jeder hat seine eigene Geschichte, sein Trauma und seinen Charakter. All das zusammen ergibt ja den Menschen.

Ich mache mich mittlerweile auch frei von Diagnosen. Denn viele orientieren sich daran, nach dem Motto: ich hab diese Diagnose, jetzt muss ich mich auch ritzen oder oder. Habe ich auch alles erlebt.

Viele Grüße!

Hallo,
als Tochter einer Borderlinerin und eines Co-Abhängigen Vaters kann ich Deinem Freund nur raten: Hände weg von dieser Frau!
Ich selbst war Jahre in Therapie und stehe jetzt mit 40 Jahren schon wieder auf 2 Wartelisten, weil
ich mit bestimmten Dingen aus meiner Kindheit immer noch nicht fertig werde.
Da es hier aber um eine Partnerschaft geht, möchte ich Dir mal von meinem, inzwischen verstorbenen, Vater erzählen.
Mein Vater war ein sehr gesunder, psychisch stabiler Mann, als er meine Mutter kennenlernte und 40 Jahre später starb er als gebrochener Mann ohne Freunde und seine Ursprungsfamilie.
Er ist im Laufe der Jahre, dermaßen abhängig geworden, dass er alles verloren hat, was er sich jemals aufgebaut hatte und das war sehr viel.
Unter anderem war er Chefarzt in der Chirurgie und wurde mit 58 Jahren arbeitslos, weil meine Mutter von einer Patientin 100.000 DM angenommen hatte und das auf ihn zurück fiel.
Sie hat ihn mehrmals betrogen und ist sogar schwanger geworden, mein Vater half ihr dann in seiner Klinik bei einem Kollegen das Kind abzutreiben.
Sie manipuliert, verletzt und wenn man sich von ihr entfernt, bettelt sie wie ein kleines Kind, das man zurückkommt.
Sie hat meinen Vater körperlich mißhandelt( gebrochene Nase, gebrochener Arm, Brillenhämatom, etc.)
Ich könnte noch unzählige Dinge aufzählen. Fakt ist, er war nicht mehr in der Lage sich von ihr zu lösen.

Lieber hat er mich und meinen Bruder verletzt, als seine Frau.
Die neue Freundin Deines Freundes muss nicht genauso sein, aber Vorsicht ist angebracht!
Liebe Grüße,
K.

(17) 28.03.14 - 09:42
Nichtnurschwarzundweiss

Hallo,

ich denke man kann das absolut nicht pauschal sehen.

Bei mir wurde vor ein paar Jahren das Borderline-Syndrom diagnostiziert. Da war ich froh, endlich etwas "Greifbares" zu haben, an dem ich mich orientieren kann.

Vorher wusste ich nie, warum ich in manchen Situationen so reagierte, wie ich es tat.

Bei mir war auch alles dabei. Selbstverletzendes Verhalten, verbale und körperliche Gewalt gegenüber meinem Partner. Auf der anderen Seite absolute Aufopferung, alles für den anderen tun, etc, etc. Ich möchte das hier nicht weiter ausführen.

Tatsache ist, man kann mit jemandem, der so ist gut Leben. Voraussetzung ist, dass der jenige gelernt hat, sich selbst zu reflektieren. Irgendwann lernt man nämlich, wenn man sich mit sich selbst beschäftigt, in gewissen Situationen achtsam zu werden. Ich nehme meine Verstimmungen mittlerweile sehr gut war und kann sie, zum größten Teil, gut kontrollieren. Ich beschäftige mich aber nun auch schon seit Jahren mit mir selber.

Ich denke, ich bin durchaus eine gute, treue, zuverlässige Partnerin. Zumindest hab ich da auch noch nichts gegenteiliges gehört.

Man kann nicht alle über einen Kamm scheren.

Lg

Hallo,

Borderliner machen sich innerhalb kürzester Zeit komplett abhängig vom Partner. Dadurch leiden sie unter Verlassensängsten. Man sagt ihnen nach sehr manipulativ in zwischenmenschlichen Beziehungen zu sein und sie kennen nur Extreme. Sie unterscheiden in Gut und Böse. Es gibt nichts dazwischen.

Gruß
Barrik

Hallo,

Also erstmal interessant was Borderliner alles tun oder auch nicht tun. Laut einiger Beschreibungen sind wir ja echte Monster #rofl
Kurz mal ne bitte am Rande, wenn man keine Ahnung vom Borderline hat, einfach nix sagen und bitte keine dämlichen unwahrheiten schreiben.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Borderline ist eine recht komplizierte Sache und es gibt nicht DIE eine Antwort.
Jeder Borderliner ist anders, beruhend auf seinen Erfahrungen und seinem Charakter. Es gibt kein pauschales Verhalten.
Man muss sich mit der betroffenen Person auseinander setzen, um zu lernen wie man sich ihr gegenüber in den Situationen, in denen das Borderline zum tragen kommt,verhalten muss.
Borderline wird zwar als Persönlichkeitsstörung klassifiziert, hat aber eher eine mit einer gestörten Emotionalität zu tun.
Borderliner sind ganz NORMALE Menschen, die sich nur in bestimmten Situationen, zur Norm abweichend verhalten.
Grundsätzlich ist zu empfehlen, wenn man mit einer betroffenen Person zu tun hat, sich über die Stöhrung zu informieren.
Und nach meiner Meinung steht in den meisten Ratgebern ziemlicher Schwachsinn bzw. es wird zu sehr verallgemeinert, dass sollte man immer im Kopf haben, wenn man sich mit diesem Thema auseinander setzt.

LG Kaddlchen

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