Eizellenspende

    • (1) 07.07.14 - 12:52
      mögliche Spenderin

      Hallo in die Runde,

      ich weiß es passt nicht 100%ig in dieses Forum, aber aus diversen Gründen möchte ich anonym schreiben.

      Zu mir: ich bin Anfang 30, glücklich verheiratet und stolze Mutter.

      Vor einigen Tagen hat mich mein bester Freund (homosexuell, verheiratet) gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Ihm und seinem Mann für eine Leihmutterschaft in den USA Eizellen zu spenden. Wir kennen uns seit vielen, vielen Jahren und wir haben eine sehr innige Beziehung. Und wenn er mich um eine Niere gebeten hätte, hätte ich sofort ja gesagt. Allerdings komme ich bei dem Gedanken Eizellen zu spenden einige Zweifel ob ich das tun kann/will.

      Ich wünsche den beiden alles Glück der Welt und ich weiß, Sie wären großartige Väter. Dem Kind würde sowohl finanziell als aber auch was die soziale Prägung angeht nichts fehelen. Auf der einen Seite finde ich die Vorstellung sehr schön, dass ich durch meine Spende zu deren Glück beitragen kann. Und auch die Vorstellung, dass es in gewisser Weise eine Vereinigung von Ihm und mir sein wird, fände ich schön.

      Auf der anderen Seite läßt mich genau das zweifeln. Irgendwie wäre es doch ein Teil von mir mit dem ich unterm Strich nichts zu tun hätte. Meine Tochter hätte quasi eine Halbschwester von der sie nichts wüsste... Und was für Gefühle entwickelt man zu einem Kind bei dem quasi nur die Erzeugerin ist, wie bei einer Samenspende...

      Gibt es hier jemanden der schon mal vor so einer Entscheidung stand? Natürlich bin ich auch auf alle anderen Meinungen gespannt.

      Danke für eure Antworten
      die mögliche Spenderin

      • (2) 07.07.14 - 12:59

        Hallo,

        soetwas ist natürlich eine sehr schwere Entscheidung. Und du bist ja jetzt schon mir Dir am Ringen, welche Gefühle das auslösen würde. Lass die Finger davon!

        Wohnen die beiden in den USA oder hier in Deutschland?

        Wenn sie in Deutschland wohnen, dann sollen sie sich mal die Seite www.familyship.de anschauen. Da geht es genau um das Thema.

        Ich denke, deinen beiden Freunden wird es wichtig sein, dass du die "Mutter" ihres Kindes bist.

        Oh, ich beneide dich nicht um diese Entscheidung. Ich werde versuchen, es mir vorzustellen. Vielleicht antworte ich dir dann noch mal.
        Im Moment könnte ich nicht sagen: Tu es oder tu es nicht.

        Männer als Samenspender tun sich damit sicher leichter. Trotzdem ist es das gleiche Ergebnis, nämlich ein Kind.

        Vor Jahren habe ich mir dieselbe Frage gestellt und konnte sie für mich gut beantworten. Da wäre es um eine Eizellspende für z.B. meine beste Freundin gegangen. Rein fiktiver Gedanke, aber ich habe ihn durchgespielt.

        Ich könnte Dir jetzt alle Denkansätze, die mir noch spontan einfallen aufzählen. Aber im Grunde scheint es bei Dir so zu sein, dass Du nicht komplett los lassen könntest. Aber genau das müsstest Du, denn egal wie: Es wäre niemals Dein Kind, abgesehen von der Genetik.

        Sehr nachvollziehbar, gerade bei Frauen, die bereits Kinder haben. Aber definitiv ein Grund um abzulehnen.

        • (5) 07.07.14 - 13:44
          mögliche Spenderin

          Danke. Der Satz: "es wäre niemals Dein Kind" war sehr hilfreich.

          Das stimmt, es wäre niemals mein Kind. Jetzt muss ich mir bloß überlegen ob ich das in meinen Kopf rein und wirklich auch akzeptieren könnte.

          • Ich könnte das nicht akzeptieren. Spätestens wenn ich an dem Kind Ähnlichkeiten feststellen würde zu mir oder meiner Familie, wäre es im Kopf und im schlimmsten Fall auch irgendwann im Herzen "mein" Kind, ob ich das will oder nicht. Wäre es eine Spende irgendwohin, wo ich das Kind nie sehen würde, wäre es was Anderes, aber so, im DIREKTEN Umfeld? Das könnte ich nicht!

            Ich würde befürchten, dass ich das Kind dann irgendwann zurückhaben wollen würde (da du die leibliche/genetische Mutter bist, was durch einen entsprechenden Test nachweisbar wäre, hättest du in so einem Fall auch wahrscheinlich gute Chancen vor Gericht, das Sorgerecht einzuklagen) und daran dann am Ende die gute Freundschaft zerbricht.

          • (11) 07.07.14 - 14:36

            "(da du die leibliche/genetische Mutter bist, was durch einen entsprechenden Test nachweisbar wäre, hättest du in so einem Fall auch wahrscheinlich gute Chancen vor Gericht, das Sorgerecht einzuklagen) "

            Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass sie da keine Chancen hätte.

            • Das weiß ich nicht, mir ist kein entsprechender Fall bekannt bisher außer einer in den USA, da entschied das Gericht, dass das Sorgerecht bei dem (heterosexuellen) Paar bleibt, das das Kind bis dahin großgezogen hatte, die Eizellspenderin hat aber ein Umgangsrecht zugesprochen bekommen. Ich glaube, in Deutschland gab es noch keinen Präzedenzfall.

              • (13) 07.07.14 - 14:54

                Bisher ist mir auch kein Fall bekannt, hier in Deutschland schon gar nicht, allerdings ist hier die Leihmutterschaft doch auch verboten, oder?
                Demnach gehe ich davon aus, dass das Kind in den USA geboren wird evtl. sogar dort lebt?

                Jedenfalls finde ich, sollte man die Finger von so etwas lassen, wenn man jetzt schon denkt, dass man vielleicht in einigen Jahren dann das Sorgerecht anstrebt.
                Entweder man sieht die Sache als das an, was es ist und zwar eine Samenspende, wo man "nur" seine Samen abgibt und danach keine Rechte etc. mehr hat, oder aber man lässt es am besten direkt bleiben.

                Wenn dann sollte man voll und ganz dahinter stehen.

                Was mich noch interessieren würde und hier komplett nicht erwähnt würde, was sagt ihr Mann überhaupt dazu?

                • (14) 07.07.14 - 15:04
                  mögliche Spenderin

                  mein Mann findet es ein wenig befremdlich, sagt aber er sei meine Entscheidung.

                  • (15) 07.07.14 - 16:30

                    Zumindest weißt du dann bei ihm schon mal, dass er, egal wie du dich entschiedest, hinter dir steht.

                    Aber wie schon ein paar mal von mir erwähnt, mach es bitte nur, wenn du dir absolut sicher bist, dass du dieses Kind später nicht als dein Kind ansiehst, sonst gibt es später nur Ärger, Unstimmigkeiten, die weder dir, deinem besten Freund, noch dem Kind gut tun!!

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