so unglücklich...

    • (1) 30.12.14 - 11:37
      unglücklich

      Hallo ihr lieben,

      ich bin im Moment so unglücklich. Ich würde mich am liebsten in meinem Bett verkriechen, die Decke über den Kopf ziehn und alles um mich herum erst einmal vergessen.

      Ich bin 33 Jahre alt, seit 12 Jahren mit meinem Mann (35) verheiratet. Wir haben zwei wunderbare Töchter (6, 3) welche beide absolute Wunschkinder waren und derzeit bin ich mit Wunschkind Nr. 3 schwanger - dieses Mal ein Junge.

      Mein Mann hat einen ganz eigenen Charakter und ist manchmal sehr unreif. Ich habe ihn so kennen gelernt und ich liebe ihn trotz seiner Macken. Ich gehe 40h arbeiten, kümmere mich hauptsächlich um die Kinder und den Haushat und regle unsere Finanzen. Mein Mann braucht mal mehr mal weniger Freizeit. Viele stört es dass er mehrmals die Woche vorm PC sitzt zum spielen oder seinen Hobbys nachgeht aber ich habe damit kein Problem. Wir fanden immer wieder Zeit füreinander und unternehmen auch als Familie etwas. Wenn ich mal eine "Auszeit" brauche, passt er auf die Kinder auf und ich habe auch mal Zeit für mich. Es schien alles so perfekt. Ich war so glücklich ~

      Im April erfuhren wir von der Schwangerschaft. Wir waren beide so glücklich. Doch ab Mai fing mein Mann an sich etwas distanzierter zu verhalten. Die Zeit zu zweit blieb fast gänzlich aus. Er verkroch sich mehr vor seinem PC. Ich hatte einen schweren Start in die Schwangerschaft und musste oft viel liegen oder hatte ziemliche Schmerzen. Mein Mann war aber meistens zurück und ich schubste halt alles alleine. Ich sprach ihn mehrmals darauf an was los sei aber für ihn war immer alles in Ordnung (er ist nicht der gesprächigste Mensch) und er war einfach nur von der Arbeit gestresst (sie hatten damals wirklich viel zu tun wegen ein paar interner Umstrukturierungen).

      August fing es dann an dass er teilweise mitten in der Nacht heim kam, nicht erreichbar war usw. Ich war schon echt am Limit meiner Kräfte und es kam immer öfter zu Streitereien. Eines Tages warf er mir an den Kopf dass er nicht mehr wüsste ob er mich noch lieben würde, ob er mit mir zusammen sein möchte. Für mich brach da die Welt zusammen, ich wusste nicht was ich machen soll. Er schwieg mich ein paar Tage an bzw war so gut wie nie zuhause weil er mit Kumpels unterwegs war um einen freien Kopf zu bekommen.

      Dann kam er eines Tages und meinte er würde gerne eine Paartherapie machen. Er möchte mich nicht verlassen. Es wären noch Gefühle da und er wolle mit mir zusammen sein. Wir fingen also eine Paartherapie an und bis Anfang November war es für mich wirklich sehr schwierig. Emotional bekam ich von meinem Mann gar nichts. Keine Umarmung, kein Kuss, kein liebes Wort - einfach nichts!!! Wenn es mal zum Sex kam war er danach immer total genervt und ich hielt mich mit jeder Annäherung zurück.

      Die Therapie zeigte aber Erfolge. Unsere Kommunikation verbesserte sich. Wir fanden uns einen Babysitter um auch mal Zeit zu zweit ausserhalb des Hauses zu verbringen. Mittlerweile sucht mein Mann von sich aus meine Nähe. Er schlägt vor dass wir etwas zusammen machen. Meldet sich wenn er mal unterwegs ist. Umarmt mich und kuschelt sich an mich.

      Aber ich fühle mich immer noch so traurig. Vielleicht liegt es ja an den Hormonen. Ich weiß es nicht. Vor allem ist mir bewusst dass mein Mann Zeit braucht und Gefühle nicht von heute auf morgen wieder kommen. Aber ich leide so darunter ihn nicht küssen zu können. Nicht zu hören dass er mich liebt. Mir fehlen so viele Einzelheiten. Manchmal gibt es Vormittage, vor allem wenn ich alleine zuhause bin, wo ich nur im Bett liege und weine weil ich nicht die Kraft habe etwas zu machen. Wenn er und die Kinder dann heim kommen habe ich wenigstens wieder halbwegs Kraft um ein Lächeln aufzusetzen - er mag es nicht wenn ich weine deswegen mache ich es wenn ich alleine bin und er es nicht mitbekommt.

      Letztens war ein junges Pärchen bei uns zu Besuch. Ständig haben sie sich ein Bussi gegeben und gekuschelt usw. Ich war so fertig danach. Ich vermisse die Liebe und Nähe meines Partners. Manchmal weiß ich nicht was ich machen soll wenn das ganze noch Monate so weitergehen soll. Ich merke ja selber dass es besser wird aber mir ist es im MOment zu wenig!!! Ist das egoistisch? Ich schraube meine Bedrüfnisse teilweise so zurück und versuche jeden ruhigen Moment mit meinem Mann zu gnießen.

      Ich habe Angst dass wenn es so weiter geht ich noch in einer Depression lande. Ich habe Angst wie es wird wenn das Baby da ist. Sachen die mir vorher nichts ausgemacht haben, bereiten mir jetzt teilweise Kopfzrbrechen. Ich habe kaum Energie für irgend etwas......obwohl ich versuche mir die Zeit alleine so eizuteilen dass ich immer etwas mache dass mir gut tut und Spass macht. Aber dann kommt wieder so ein furchtbares Tief und ich könnte wegen jeder Kleinigkeit weinen.

      Danke fürs lesen

      • Ohjeeee das hört sich nicht schön an. Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen, in meiner ersten Ehe erging es mir genau so, das Gefühl alleine zu sein, einsam obwohl man einen Partner hat und die Ungewissheit ob es jemals besser wird. Ich kann dir nicht sagen warum dein Mann sich distanziert hat, aber kann es evtl sein dass er überfordert ist aufgrund der neuen Schwangerschaft, vielleicht ist sein Rückzug die Folge aufgrund der Angst vor der Zukunft. Man weiß es nicht :-/ du solltest dich in deiner Situation freuen, du erwartest ein Baby stattdessen verursacht dir sowas unnötiges Kopfzerbrechen!

        • (3) 30.12.14 - 11:56

          ich weiß es wirklich nicht. Wir haben sehr lange darüber geredet ob wir noch ein 3. Kind haben wollen da er immer davon geredet hat dass 3 Kinder sein absoluter Traum wären. Jetzt bin ich schwanger und nun das. Ich kann mich über diese Schwangerschaft mittlerweile gar nicht mehr freuen. Jeder Tritt des Kindes ist unangenehm und ich tu mir gerade schwer es irgendwie zu akzeptieren. Furchtbar sowas zu sagen. Ich hoffe es wird wieder besser. Aber im Moment ist mir einfach alles zu viel

          • Das ist echt traurig vor allem egal wie es mit euch ausgeht du wirst immer diese Schwangerschaft mit solch schlimmen Emotionen und Erinnerungen in Verbindung bringen einfach traurig. Denk an dich und deine Kinder, sonst machst du dich echt nur kaputt :-(

      (5) 30.12.14 - 12:03

      Du Arme, lass dich erst mal drücken, Mensch! #liebdrueck

      Ich denke schon, dass deine Hormone jetzt dir das Leben noch zusätzlich schwer machen in der Schwangerschaft, da sind wir Frauen sehr sensibel, was das Zwischenmenschliche innerhalb der Partnerschaft betrifft, das ist normal. Und wenn man dann in so einer schwierigen Lage steckt wie Ihr, dann ist es um so verständlicher, dass dich das glücklich macht.

      Nun seid Ihr ja scheinbar durch die Paartherapie auf einem guten Weg, aber ich frage mich ganz ehrlich, ob das so der RICHTIGE Weg ist. Wenn einer von Beiden nicht mehr weiß, was er will, bin ich ja eher für Distanz. Ich würde es nicht ertragen können, dass er sich so leise durch die Hintertür nach seinen eigenen Bedürfnissen gerichtet wieder an mich ranschleicht, in dem Tempo, das er "erträgt" und vorgibt - wo bleiben denn da DEINE Bedürfnisse? Ja, du musst sogar heimlich weinen aus Rücksicht auf ihn, dich selbst komplett hintan stellen emotional, um den werten Herrn, der sich nur langsam aus seinem Schneckenhaus traut, nicht wieder zu verschrecken. Mir wäre das zu anstrengend und auch zu einseitig auf IHN konzentriert, SEINE Bedürfnisse, SEIN Belange - wo bleibst da DU? Du reißt dich auf, damit es IHM gut geht - das ist keine Partnerschaft, das ist nur ein Geben ohne Nehmen!

      Ich würde an deiner Stelle eine Trennung auf Probe vorschlagen. Ich würde ihn bitten sich im neuen Jahr eine kleine Wohnung zu suchen und dann auf Distanz zu gucken, ob da überhaupt noch was ist, was ihn zu mir zieht. Vermisst er dich, wenn er dich nicht mehr täglich um sich haben kann? Ich würde warten, bis er es wieder SPÜRT! Und zwar so richtig. Bis er heulend vor meiner Tür sitzt und mich ANBETTELT, dass er mich wieder haben kann. Bis er sich so danach sehnt, mich zu küssen und zu berühren, dass ich nie wieder drum betteln muss, dass er es tut! Und das schaffst du nur, wenn du ihm ALLES entziehst von dir, wenn DU ihn auf Abstand hältst und das nicht mehr nur allein SEINE Entscheidung ist.

      Du stehst jetzt parat, er kann dich haben, jederzeit, du wartest nur drauf. Das macht dich in seinen Aigen TOTAL uninteressant. Erst wenn du NICHT mehr drauf wartest, sondern sagst: So will ICH das nicht mehr, ich will, dass DU mich willst, mit Haut und Haaren, und dich ihm entziehst, bis er um dich KÄMPFT, erst dann wird er wach werden. Du brauchst keine Angst haben, ihn durch Distanz zu verlieren, der Mann wird mit fliegenden Fahnen wieder zu dir zurückkommen, der wird so einen Schiss kriegen, wenn du ihm eine Trennung und eine Weile nicht sehen vorschlägst, da bin ich mir 100% sicher. Mach es ihm nicht so einfach, dreh den Spieß um und lass IHN zur Abwechslung mal um DICH kämpfen!

      LG und alles Gute! Mach dich nicht kleiner als du bist! Du leistest jeden Tag GROSSARTIGES, aber das wird er erst merken und schätzen lernen, wenn du es eine Weile NICHT mehr tust! Zeig ihm, was er will, indem du es ihm eine Weile wegnimmst: DICH und deine Aufmerksamkeit! Das wird ihn kurieren, garantiert!! Und wenn du ihn dann soweit hast, dann vergiss nicht, die Karten neu zu mischen, damit es in Zukunft sich auch um DICH dreht in Eurer Beziehung. Du hast mehr verdient, als nur zufrieden zu sein mit dem, was er dir bietet - du hast verdient, GLÜCKLICH zu sein! Gib dich also nicht mit weniger zufrieden als DU zu geben bereit bist!

      • (6) 30.12.14 - 12:16

        Danke für deine Antwort. Sie hat mich gerade echt zu Tränen gerührt.

        Wir haben eine vorübergehende Trennung auch in der Therapie besprochen aber er hatte mehrmals wiederholt dass er mich nicht verlieren möchte und bei mir sein möchte und das Thema war somit erledigt. Er hat mir dann ein paar Tage später auch eine Kette mit einem Anhänger geschenkt als Zeichen dafür dass wir es durchstehen und er mich nicht verlässt, egal was kommt.

        Natürlich möchte ich glücklich sein. Im moment weiß ich aber nicht ob ich dazu noch in der Lage bin, zumindest nicht in der Momentanen Situation.Ich hoffe von Tag zu Tag das es besser wird, dass wir wieder eine glückliche Familie sind.

        In 3 Monaten haben wir unseren Hochzeitstag. Ich lebe ja noch den Traum dass er es wieder total romantisch macht und mir wieder seine Liebe gesteht - klingt total erbärmlich irgendwie. Aber ein Funken Hoffnung ist noch da

        • (7) 30.12.14 - 12:34

          Siehst du, und genau aus dem Grund, weil er keine Trennung auf Probe will, WEISS er auch im Grunde, dass er dich tief in seinem Inneren liebt, er kann es nur momentan nicht spüren. Ich würde ihn dazu zwingen, es wieder zu spüren, das ist hart, klar, er würde wahrscheinlich zusammenbrechen, aber manchmal muss man durch die harte Schule, um wieder in die Spur zu kommen.

          Klar, du kannst jetzt sitzen und abwarten, dass er emotional wieder zu dir findet und sich vielleicht all seine Liebe für den Hochzeitstag in 3 Monaten aufspart. Aber vielleicht enttäuscht er dich dann ja auch. Ich bin mir aber ziemlich sicher, wenn Ihr Euch vorher räumlich trennt, wird er GARANTIERT mit was SENSATIONELLEM an Eurem Hochzeitstag aufwarten. ;-)

          Liebe ist wie ein Flummi: Je härter du ihn wegwirfst, desto stärker kommt er zu dir zurückgeflogen! Also, lass ihn mal richtig fliegen! ;-) Ich spreche da aus Erfahrung, so eine Szene hatte ich mit meinem Mann auch vor einigen Jahren, dass er nicht mehr so recht wusste und wollte etc. pp.! Habe mir auch viel gefallen lassen in der Hoffnung, dass er sich wieder einkriegt, aber je mehr ich mich zurücknahm und auf ihn Rücksicht nahm, desto mehr verlor ich ihn: Seine Wertschätzung, seine Achtung vor mir, es wäre wahrscheinlich alles gestorben, wenn ich nicht irgendwann selbst an den Punkt gekommen wäre zu sagen: So kann ich das nicht mehr, dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich machte Schluss, er war SOFORT am Boden zerstört, aber mein Entschluss stand fest in dem Moment. Ich sagte ihm, ich will, dass du mich GANZ UND GAR willst, so wie ein Mann eine Frau wollen muss, und wenn ich das nicht haben kann, will ich lieber GAR nichts mehr von dir.

          Wir waren dann einige Wochen getrennt, in denen er schneller kuriert war als eine jahrelange Paartherapie es bewirken konnte. Ich habe ihn kämpfen lassen und mir beweisen lassen, dass er es ernst meint, und als ich mir sicher war, dass er wirklich wieder wusste wo er hingehört, habe ich ihm seine 2. Chance gegeben, aber er wusste, dass es dann auch die Letzte ist. Das ist jetzt schon über 15 Jahre her, und es hat gewirkt. Irgendwie muss man wohl in einer Partnerschaft WISSEN, dass man mit dem Anderen nicht ALLES machen kann, damit man es auch nicht (mehr) tut. Ich finde, dein Mann ist jetzt an dem Punkt, diese Lektion bei Euch zu lernen.

          Ich würde mich an deiner Stelle mal ein paar Wochen nur auf mich und die Kinder und die Schwangerschaft konzentrieren und versuchen, mir DA Lebensfreude zu holen, und sie nicht mehr bei ihm zu suchen. Überleg dir das mal fürs neue Jahr. Wenn du jetzt mal knallhart bist und bleibst für eine Zeit, dann werdet Ihr sicher nächstes Jahr Weihnachten als sehr glückliche fünfköpfige Familie wieder vereint sein! Aber dazu musst du jetzt mal eine zeitlang den Kopf Regie führen lassen. ;-)

          • (8) 30.12.14 - 12:46

            Hallo,

            ich finde es super, dass du der Posterin Mut machen willst.

            Ich kenne leider einige Fälle, in denen eine befristete räumliche Trennung den Anfang vom Ende eingeläutet hat. Das waren alles Familien mit Kindern. Nur mal so...

            LG

            Nici

            • (9) 30.12.14 - 12:48

              Ja, die Fälle gibt es natürlich auch, aber wenn noch Liebe da ist, dann wird sie durch Distanz nicht weniger sondern mehr. Nur wenn keine Liebe mehr da ist, bringt eine Trennung auf Zeit das Ende... aber dann hat man auch nichts verloren, man hat nur etwas beschleunigt, was sowieso am krepieren war.

          (10) 30.12.14 - 16:53

          > Wir waren dann einige Wochen getrennt, in denen er schneller kuriert war als eine jahrelange Paartherapie es bewirken konnte.

          Puh, den Rat finde ich jetzt etwas riskant. #gruebel
          Nur weil es bei euch in eurer Situation funktioniert hat, würde ich das nicht verallgemeinern.

          Zum einen ist es eine große Belastung für die Kinder, und zum anderen birgt eine Trennung auf Zeit tatsächlich die Gefahr, dass der Mann trotz vorhandener Restliebe merkt, dass ein ungebundenes Leben auch seine Vorteile hat...

          Wenn meine Frau mich auf dem Höhepunkt unserer Krise vor die Tür gesetzt hätte, hätte ich jedenfalls nicht garantieren können, dass die Liebe automatisch wieder gewachsen wäre, und hinterher wäre wahrscheinlich mehr Porzellan zerschlagen gewesen als vorher.

          Ich würde anstelle der TE doch lieber auf die sicherere Lösung Therapie setzen.

          • (11) 30.12.14 - 16:59

            Ich seh das ein bisschen anders. Wenn es Liebe ist, dann wächst sie auf Distanz, durch Sehnen, Vermissen. Ist es keine Liebe, dann geht es ein. Klar ist das riskant, aber ich glaube einfach nicht, dass Distanz wahre Liebe töten kann...

            Zumindest sollte die TE ihre Gefühle nicht mehr zurückhalten meiner Meinung nach, er sollte wissen, wie sie fühlt, es kann doch nicht richtig sein, dass sie sich komplett zurücknehmen muss und jeden Tag stundenlang unglücklich ist und heimlich weint, und er darf das nicht wissen, weil es ihn abschrecken würde wieder. Was soll das für eine Beziehung sein?

            Mir persönlich wäre das zu kraftraubend, ich bin da einfach für klare Verhältnisse, und irgendwann nach 10 vollgerotzten Taschentüchern würde mich wahrscheinlich eh mein Stolz packen und mir sagen, dass das kein Mann der Welt wert ist!

            Vielleicht reicht ja hier schon ein klärendes Gespräch, in dem alle Karten mit möglichen Konsequenzen einfach mal ehrlich auf den Tisch kommen. Was soll denn sonst eine Therapie auf Dauer bringen, wenn ein Partner mit seinen Emotionen und Gefühlen TOTAL hinter den Berg hält?

            • (12) 30.12.14 - 18:34

              > ich glaube einfach nicht, dass Distanz wahre Liebe töten kann...

              Nanu, so romantisch unterwegs?

              Ich stimme dir zu, dass die TE ihre Bedürfnisse bis zur Selbstverleugnung zurücksteckt, und dass das nicht gut ist. Aber in einer Therapie geht es ja nicht darum, dass nur einer der Partner sich ändert und der andere bleibt, wie er ist.

              Ich denke (und hoffe) mal, dass es da auch um die Abgrenzung der TE ihrem Partner gegenüber geht, um ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Ziele in ihrer Ehe, und das Einstehen dafür.

              Außerdem ist meine Vermutung, dass die Fortschritte der Therapie, die sie ja schildert, im Moment von ihrer depressiven Stimmung überlagert sind, und dass das im Moment ihr Hauptproblem ist. Sie sagt ja, es geht in die richtige Richtung, aber noch nicht weit genug.

              Ja, wahrscheinlich wäre es gut, wenn ihr Mann wüsste, wie es ihr tatsächlich geht, aber das alleine wird keine Lösung bringen, denke ich. Ist wie gesagt eine Vermutung, mal sehen, was die TE dazu sagt.

              Die von dir vorgeschlagene Trennung ist schon ziemlich radikal, findest du nicht? Vogel friss oder stirb. Würdest du das umgekehrt genauso sehen, wenn du Zweifel an deiner Liebe hättest und dein Mann dir die Pistole auf die Brust setzen würde? Auch mit zwei Kindern?

              • (13) 30.12.14 - 18:44

                Ich glaube, wenn man seinen Partner liebt, kann so eine Schocktherapie ziemlich schnell ziemlich wirkungsvoll sein. Nur wenn man die richtigen Gefühle nicht mehr hat, dürfte es die Distanz eher vergrößern als verringern. Es heißt doch so schön: Oft weiß man erst zu schätzen, was man hat/te, wenn man im Begriff ist, es zu verlieren.

                Aber du hast Recht, in diesem Fall hier mag es besser sein aufgrund der verwirrten emotionalen Lage der TE, wenn sie erst mal mit ihrem Partner über ihre Gefühle redet, es kann ja auch sein, dass sie sich da momentan nur reinsteigert und es nur ein Missverständnis ist, das sich klärt, wenn ihr Partner ihre wahren Gefühle kennt. Den Vorschlag, dass sie sich erst Mal allein dem Therapeuten anvertraut und der dann helfen kann, das Problem mit ihr zusammen dem Partner nahezubringen, finde ich gut.

                (14) 30.12.14 - 21:09

                Hallo,

                Also ich war schon ein paar mal alleine bei der Therapeutin. Wir haben auch in der.Therapie mit meinem Mann angeschnitten wie ich mich fühle usw.

                Da es aber Fortschritte gibt, ist es für ihn einengend oder erdrückend wenn ich weine und er fühlt sich unter Druck. Wenn wir mal gemütlich zuhause zusammen sitzen sage ich auch dass ich merke dass es Fortschritte gibt aber mir eben Kleinigkeiten abgehen - das versteht er allerding. Das weinen machr ich eben für mich, damit er nicht denkt ich würde jetzt sofort verlangen dass alles wieder gut ist. Ich hoffe ihr versteht was ich meine

                • Okay, die Therapeutin ist im Bilde, das ist schon mal gut.

                  Durch die Verpflichtung, deinem Mann gegenüber deine Traurigkeit komplett zu unterdrücken, macht sie dir allerdings gehörig Druck. Oder machst du ihn dir eher selbst? Indem du dir das Weinen vor deinem Mann komplett verbietest?

                  Ich kenne es von mir, dass es während der Therapie immer wieder Phasen gab, wo man den Erfolg der ganzen Sache anzweifelt und keine Hoffnung hat, dass es irgendwann tatsächlich gut werden wird. Wo man vor Verzweiflung nur noch heulen könnte. Ich habe dann mit meiner Frau darüber sprechen können, und meistens hat sie mir dann Mut gemacht (umgekehrt gab es solche Phasen auch). Wie würde dein Mann generieren, wenn du ihm deine Verzweiflung schilderst?

                  Ich kenne es so, dass die Gespräche untereinander unbedingt auch zum Therapieprozess dazugehören und mindestens so wichtig sind wie die Therapiestunden selbst. Führt ihr solche Gespräche, in denen ihr euch gegenseitig sagt, wie es euch geht? Und auch gegenseitig Mut machen könnt?

                  Als ich deinen ersten Text las, hatte ich allerdings den Eindruck, dass du dich momentan eher in irrationalen Ängsten verlierst. Du siehst die Fortschritte, bist aber trotzdem verzweifelt und mutlos, und das beeinträchtigt dich auch in deinem Alltag, wenn du dich nur noch verkriechen willst.

                  Du leistest viel (40h-Job, zwei Kinder, Schwangerschaft), und bist zusammen mit der Belastung durch die Therapie vielleicht auch an der Grenze zum Burnout. Darum würde ich dir wirklich nochmal ans Herz legen, ob dir da nicht ein vertrauensvolles Gespräch mit deinem Hausarzt helfen könnte. Am besten mit Termin, damit er sich Zeit nehmen kann.

                  Alles Gute,
                  #winkelmann

                  Ach ja, eines noch: unsere Therapie ist seit Sommer beendet. Es ist zwar nicht alles immer eitel Sonnenschein, aber wir beide sind zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen werden, auch die nächsten 20 Jahre...

Hallo,

mir fällt auf, dass die 3. Schwangerschaft und die Distanziertheit deines Mannes zeitlich zusammen fallen.
Wollte er überhaupt ein drittes Kind?
Auch wenn er anfänglich erfreut war, kann es gut sein, dass er dann kalte Füße bekommen hat und sich vor der Verantwortung fürchtet.
Wenn er es nicht wollte, nimmt er dir u. U. übel, dass die Verhütung scheinbar nicht geklappt hat und er jetzt wohl oder übel zum 3. Mal Vater wird. Aber das sind alles Kaffeesatzlesereien meinerseits, weil ich die Fakten nicht kenne.

Die Paartherapie war ein guter Anfang, aber manchmal lassen sich Gefühle einfach nicht wiederbeleben. Schön, dass eure Kommunikation wenigstens wieder in Gang kommt.
Allerdings kann dir hier keiner sagen, wie das in eurem Fall wird.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute.

LG

Nici#winke

  • (17) 30.12.14 - 12:44

    Hallo,

    die Schwangerschaft war, wie die anderen beiden, geplant und durchdacht. Wir haben davor öfter darüber gesprochen. Mein Mann wollte schon immer 3 Kinder haben - das hatte er schon damals erwähnt als wir zum ersten Mal über die Kinderplanung geredet haben. Vielleicht hat er jetzt wirklich Angst bekommen wo alles so real ist.

    lG

    • (18) 30.12.14 - 13:09

      Hi!
      Von den anderen hast du ja schon viele Ratschläge bzgl Partnerschaft etc bekommen.
      Bei mir kam es so an, dass du teilweise gar nicht recht weißt, warum du so unglücklich bist (da sich die Situation ja bereits verbessert hat).
      Vielleicht trägt ein ganz banales Phenomän zu deiner Unzufriedenheit bei: saisonale Depression -" Winterblues"!
      Bist du tagsüber regelmäßig für länger Zeit draußen? Vielleicht lässt du dich mal auf einen Mangel an Vitamin D und B-Vitaminen untersuchen.
      Ich habe es schon bei mehreren Freundinnen erlebt, dass sie in der dunklen Jahreszeit total gnatschig/grantig und jaulig/wehleidig wurden. Den meisten haben ausgiebige Spaziergänge schon sehr geholfen. Eine gute Freundin nimmt wie ich Vitamin D und hat eine Tageslichtlampe auf dem Schreibtisch stehen.
      Wenn man selbst ausgeglichen ist, kann man auch viel besser auf seinen Partner eingehen.
      LG

      • (19) 30.12.14 - 13:30

        Hallo und danke für deine Antwort.

        Das mit dem Vitaminmangel weiß ich nicht. Draussen bin ich aber fast täglich - ausser es stürmt oder regnet. Die Mädls brauchen auch ihren Auslauf und lieben es im Schnee zu spielen.

(20) 30.12.14 - 15:20

Das klingt für mich eindeutig nach einer Affäre, tut mir leid. Aber es ist so typisch, Abwesenheit, plötzliches "nicht sicher sein" ob man liebt....

Frag ihm direkt und schau wie er reagiert.

Alles liebe

K

  • (21) 30.12.14 - 15:45

    Hab ich auch schon gedacht und ihn darauf angesprochen. Er verneint es. Wenn er unterwegs war, war es immer mit kumpels.

(22) 30.12.14 - 16:00

Ohne die anderen Antworten gelesen zu haben...

>>>Ich habe Angst dass wenn es so weiter geht ich noch in einer Depression lande.<<<

Das kann gut sein. So wie ich deinen Text verstehe, versuchst du seit 12 Jahren deinem Mann alles recht zu machen, für alles Verständnis zu haben, alles "gut" zu reden (Viele stört es dass er mehrmals die Woche vorm PC sitzt zum spielen oder seinen Hobbys nachgeht aber ich habe damit kein Problem.)

Es kann sein, dass du jetzt einfach ausgebrannt bist, dein Mann scheint ja immer weiter gegangen zu sein, was deine "Leidensfähigkeit" angeht und du bist jetzt an einem Punkt, wo du nicht mehr kannst/willst.

Was Du beschreibst wirkt so, als ob Dein Mann eine andere hat, Dich aber nicht aufgeben will. Deshalb will er nicht ausziehen , kann aber trotzdem keine Nähe zulassen.

Sprich ihn doch mal darauf an.

Ich finde es gut, dass ihr beide euch für eine Paartherapie entschieden habt und sehe es auch als gutes Zeichen, dass der Vorschlag von ihm kam und er auch schon dein Verhalten dir gegenüber geändert hat.

Aus eigener Erfahrung weiss ich auch, dass Veränderungen Zeit brauchen und man ihnen Raum geben muss, damit sie wachsen können. Ich hoffe, die Therapie dauert noch an?

Was ich aber bedenklicher finde, ist dein aktueller Zustand, der schon ziemlich nach depressiver Verstimmung klingt (Antriebslosigkeit, große Traurigkeit trotz positiver Signale deines Mannes). Und du befürchtest ja selbst, dass es in Richtung Depression gehen könnte.

Aus diesem Grund würde ich dir raten, dich mal vertrauensvoll an deinen Hausarzt zu wenden. Auch ein Gespräch mit eurem Therapeuten (eventuell alleine) könnte dir vielleicht helfen, aus deinem Tief rauszukommen.

Alles Gute!

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