kann man (n) einfach so aufhören

    • (1) 17.02.15 - 10:57

      ... mit dem Alkohol?
      Guten Morgen!
      Hatte letztes Jahr ja geschrieben das mein Mann ein Alkoholproblem hat. (Fand aber nur ich er nicht) Erst war es jeden Tag dann Quartalsweise.
      Nun trinkt er meines Wissens nach nicht mehr (bin keine 24 Std um ihn rum) oder nur sehr selten
      Hat natürlich auch Auswirkung auf die Beziehung er ist wieder ausgeglichener nimmt am Familienleben teil weniger Streit und gibt sich Mühe usw.

      Mein Problem dabei ist jefoch das ich das alles im Hinterkopf hab, und jedes Mal Angst hab wenn er weg geht. Geht das so mir nix dir nix und das obwohl ich ihn mehrfach gebeten hab wir oft gestritten und dann einfach so ohne Alkohol?
      Ich würd mich ja gern freuen das es fast wieder ist wie früher, aber... Zu einer Therapie war er nie bereit nicht mal zu einem Gespräch. Ich war hab aber immer das Gefühl es bringt nichts ohne ihn! Den es klingt schon logisch was der T. sagt so lang bis ich daheim versuch es umzusetzen!
      Vielen Dank fürs lesen vielleicht hat mir ja jemand eine neutrale Sichtweise

      • (2) 17.02.15 - 11:16

        Es gibt generell zwei Formen von Alkoholismus, die natürlich auch zusammen auftreten können: Psychische und/oder physische Abhängigkeit.

        Beipiele sind der jahrelange Dauertrinker, der am Morgen zuerst die Zähne putzt und dann zwei Wodka kippt, damit die Hände nicht mehr zittern und er arbeiten kann. Dieser ist mindestens körperlich abhängig (die psychische Sucht ist da gar nicht mehr vordergründig wichtig).
        Dann die verlassene Frau die eine Weile jeden Abend vor Trauer eine Flasche Wein trinkt, damit sie einschlafen kann. Sie hat eine psychische Abhängigkeit entwickelt.

        Beide Personen können nun von heute auf morgen beschliessen nicht mehr zu trinken. Die Frau wird das problemlos schaffen, einfach indem sie keinen Wein mehr kauft. Der Andere sollte eine Entgiftung machen, ärztlich beaufsichtigt und medikamentös unterstützt. Sonst sind die Begleiterscheinungen wahrscheinlich zu heftig und er wird möglicherweise lieber weiter trinken, als sich dem zu stellen.

        Und natürlich ist jetzt auch klar, welche der beiden Personen beim Weggehen mal wieder ein Gläschen trinken können, ohne dass es zu einem Rückfall kommen muss. Die Frage ist nun: Kannst Du das auf Deinen Mann übertragen? Wäre es möglich, dass er nie körperlich süchtig war und nun vom Kopf her stark genug ist, dass ihm der Verzicht nichts ausmacht, einfach weil er Dich und die Kinder mehr liebt als seinen Rausch?

        Hallo, nach meiner Erfahrung wird das nix dauerhaft ohne Therapie. Mein Ex hat zumindest wieder angefangen. Lg

        Gehen tut das - aber da braucht "Mann" einen sehr starken Charakter und Willen.
        Mein Mann war vor ca. 25 Jahren auch in einer schönen Sauferei gefangen, durch seinen Chef, JEDEN Abend nahm der ihn noch mit "auf ein zwei Biere". Da er mit ihm im Kundendienstfahrzeug unterwegs war, konnte er sich nicht ausklinken. Und mich anzurufen, ich soll ihn abholen - ja das war ja total unmännlich, da wäre man ausgelacht worden.:-[
        Ich machte das sicher zwei/drei Jahre mit, dann war Schluß. Eines Abends lag auf dem Tisch eine Anzeigenzeitung, in der ich passende kleine Wohnungen angekreuzt hatte.
        Auf seine Frage, für wen, kam meine Antwort "für dich, für wen sonst ?" Da er mich kannte, wusste er, dass ich sowas nie im Spaß mache. Er ging fort, war wohl eine Stunde unterwegs, kam dann wieder und erklärte, dass er nichts mehr trinkt. Ich gab ihm noch eine Chance.
        Ein volles Jahr zog er das durch, dann trank er eben auf der einen oder anderen Familienfeier wieder ein Bier, aber wirklich nur eines. Auch wenn es später mal zwei wurden o.ä. - ins Saufen kam er nie wieder. Er vertrug dann nämlich auch nichts mehr.
        Dein Mann muss wissen, was die Folge ist, wenn er wieder säuft - und dass Du das auch durchziehst. Wenn er dann noch stark ist, kann er es durchaus schaffen.

        Mein erster Mann war Alkoholiker - allerdings mit schwachem Charakter - deswegen ließ ich mich auch nach 2 1/2 Jahren scheiden, er brachte nichts mehr auf die Reihe und schlug dann auch noch zu. Sind meine Erfahrungen, Deinen Mann kenn ich nicht, den musst Du selber einschätzen.
        Alles Gute !
        LG Moni

      • Nun ja, wenn wir menschen keine selbstheilungskräfte hätten, hätten wir in der tat große Probleme.

        Auch eine Therapie vermag nichts anderes als diese Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und gemeinsam mit dem Hilfesuchenden wieder neu zu beleben.
        Wäre es anders, könnte man jemanden ohne sein zutun von außen "therapieren"- das geht aber nicht.
        Eine therapie ist in erster linie eine harte arbeit an sich selbst.
        ein guter Therapeut versteht es den Klienten bei dieser arbeit zu unterstützen.

        ob eine Therapie kurz, mittel- oder langfristig wirksam ist, hängt von vielen faktoren ab.

        in den USA z.b. sind gerade bei suchterkrankungen die Selbsthilfegruppe ganz stark vertreten. Das sind unterstützersysteme von laien.

        Hier in Deutschland setzt man bei Suchterkrankungen häufiger auf langzeittherapien.

        Wirksam kann beides sein- und natürlich hören auch viele menschen mit dem rauchen ,dem trinken oder anderen suchtstoffen einfach so von heute auf morgen auf.

        Bei einer sucht ist es jedoch so, daß rückfälle immer auch mit dazu gehören.

        Und Menschen mit einer Suchterkrankungen haben i nder Regel eben einfach die Sucht als einen möglichen Lösungsweg mit dem leben klar zu kommen für sich gefunden. Oftmals findet daher eine verschieben von Suchtstoffen statt
        Also trockene Alkoholiker, die dann workoholics werden, dei übermäßig viel sport treiben,...
        ehemalige raucher, die dann sehr viel mehr essen, ...

        Vertrau auf deinen Mann und freu dich an einem familienlieben, wie du es dir gewünscht hast.
        Wenn es Probleme gibt, versucht sie zu lösen, aber eine Lösung zu suchen, wo aktuell kein problem ist, kann sich durchaus auch zu einem Problem entwickeln.

        Meist ist nämlich nicht nur die Sucht des einen ein Lösungsversuch- sondern auch die Co-Abhängigkeit des Partners.

        (6) 17.02.15 - 17:00
        schwerstalkoholiker

        Ja es ist möglich. Abhängigkeit seit der Jugend, 4Promille waren der Standart um "normal" zu wirken, 10Jahre lang. Dann von einem auf den anderen Tag aufgehört ohne Ärzte, ohne anschliessende Therapie. Trocken seit nunmehr 8Jahren.

        Aber das ist die absolute Ausnahme, die Rückfallquote ist extrem.

        Nur wenn derjenige es wirklich will kann ers schaffen

        • Das glaube ich dir nicht. Nie im Leben #nanana Schon alleine die körperlichen Entzugserscheinungen direkt am Anfang bringen einen um ohne ärztliche Betreuung, never ever!!!!

          • (8) 17.02.15 - 17:29

            Es gibt Menschen die können das. Eine Entgiftung dauert in einer Klinik 10 Tage durch Tavor.
            Aber ohne geht es auch. Es ist hart, zittern, schweissaubrüche und es geht einem Hundeelend aber wenn man so viel wie möglich schläft/ruht ist es möglich.
            Aber dazu braucht es Charakter und Willensstärke, woran die allermeisten aber scheitern

            • Ich glaube es nicht. Ganz einfach. Vor allem bei jemandem der 4 Promille gebaucht hat um normal zu wirken #rofl Wen willst du hier verscheißern? #augen

              • (10) 17.02.15 - 17:41

                Nur weil es deinen kleinen geistigen Horizont übersteigt sind solche starken Menschen keine Lügner.
                Zumal es Berichte von Ärzten die genau dies bestätigen. 4 Promille durch 5l Wein und sehr gut ansprechbar und nicht verwirrt. Eben WEIL Alkoholiker solche Pegel brauchen um Normal zu sein

                • meinem kleingeistigen Horizont #rofl Kannst du dir eventuell vorstellen, dass ich auch schon so meine Erfahrungen mit der ein oder anderen Engiftung eines Suchtstoffes gemacht haben könnte?

                  Und dass ich eventuell weiß wie scheiße es ist für denjenigen und wie schwer? Deswegen kann ich es nicht glauben, dass so ein schwerer Alkoholiker von einem Tag auf den anderen trocken wird ohne ärztliche Hilfe.

                  Und ich habe nicht bezweifelt, dass er 4 Promille hatte ohne verwirrt zu sein, sondern dass er eben bei so einer schweren Sucht den Absprung ganz alleine geschafft hat. Ohne Rückfall. Das bezweifle ich.

                  • "Deswegen kann ich es nicht glauben, dass so ein schwerer Alkoholiker von einem Tag auf den anderen trocken wird ohne ärztliche Hilfe."

                    Das ist aber definitiv möglich. Nicht nur bei Alkoholentzug sondern auch bei Entzug von harten Drogen. Natürlich kann das lebensgefährlich sein, muss aber nicht.

                    "sondern dass er eben bei so einer schweren Sucht den Absprung ganz alleine geschafft hat. Ohne Rückfall. Das bezweifle ich. "

                    Auch das ist durchaus möglich, das haben auch schon viele andere geschafft.

                    Grüsse

                    serdes

                    • Es ist ALLES möglich. Klar, ich kann auch 100 Millionen im Lotto gewinnen, aber die Zahl derer die auf diese Weise trotcken werden halte ich für sehr sehr sehr gering. Bei 4 Promille am Tag die er vorher 10 Jahre getrunken hat? #zitter
                      Wie gesagt, ich hab ähnliche Erfahrungen auch schon machen müssen und deswegen fällt es mir sehr schwer das zu glauben. Vor allem dann auch auf lange sicht trocken zu bleiben, ohne Therapie, einfach unvorstellbar.

                      • "Wie gesagt, ich hab ähnliche Erfahrungen auch schon machen müssen und deswegen fällt es mir sehr schwer das zu glauben. "

                        Du solltest da vielleicht nicht von dir auf andere schliessen, nicht alle Menschen funktionieren auf dieselbe Weise.

                        "Vor allem dann auch auf lange sicht trocken zu bleiben, ohne Therapie, einfach unvorstellbar. "

                        Nicht jeder braucht eine Therapie.

                        • ich schließe nicht von mir auf andere, aber ich kenne auch einige die Suchtprobleme hatten oder haben und viele die einfach immer wieder Rückfällig werden. Und zwar mit Therapie usw. Wie viel Prozent der Alkoholker meist du schaffen es trocken zu werden von einem Tag auf den anderen ohne Hilfe? Auf dauer?

                          • Ich kenne dazu keine Statistiken und ich habe ehrlicherweise keine Lust das zu googeln.

                            Darum geht es ja auch nicht. Es geht darum dass es selbstverständlich Leute gibt, die das schaffen und es deshalb nicht angebracht ist, dass du diese Leute hier indirekt als Lügner bezeichnest, nur weil du diese Erfahrung nicht kennst.

                            Ich habe jahrelang in einer Notschlafstelle mit Suchtkranken gearbeitet und so einiges gesehen. Zudem habe ich selbst einen Heroinentzug durch und bin ohne Therapie schon seit weit über 10 Jahren rückfallfrei.

                            • #schock wow #pro Wenn du nichts daggegen hast würde ich dir gerne eine PN schreiben.

                              Kannst du machen.

                              (19) 17.02.15 - 19:46

                              Hallo serdes, schön mal wieder was von dir zu lesen...

                              Und dann gleich sowas... da bin ich aber platt, das wußte ich ja gar nicht.

                              p.s.- die aller meisten aus meinem Bekanntenkreis zu "jugendzeiten" haben es irgendwann innerhalb der letzen 10 Jahre geschafft, ohne Drogen auszukommen. Nur sehr wenige sind "hängen geblieben" - denen hat allerdings auch seither keine Therapie wirklich geholfen.
                              Macht aber wirklich nur einen sehr geringen Prozentsatz derer aus, die damals über viele Jahre Drogen konsumiert haben

                              (20) 17.02.15 - 20:21

                              Ja, ich dachte, ich schau mal wieder rein:-). Wir sind Ende letztes Jahr mal wieder umgezogen, waren eeeendlich mal lange im Urlaub und da hat Urbia einfach nicht mehr so reingepasst.

                              "Und dann gleich sowas... da bin ich aber platt, das wußte ich ja gar nicht."

                              Naja, ich kann ganz gut zu meiner Vergangenheit stehen, aber es ist ja Prinzip auch nichts weltbewegendes oder wichtiges und spielt für mein heutiges Leben eher eine untergeordnete Rolle. Ich weiss nicht wieviele aus meinem damaligen Umfeld aufgehört haben, da ich mich wirklich radikal von meinem alten Leben getrennt habe......ah....doch, einer meiner Exfreunde aus dieser Zeit war bis vor ein paar Jahren immer noch drauf. Er stand da plötzlich in der Notschlafstelle...ausgerechnet an dem Abend, als ich gearbeitet habe. Das war ein bisschen schräg.....sich so wieder zu begegnen.

                              (21) 17.02.15 - 23:33

                              ja, schön, ich freu mich

                              Dann leb dich mal gut ein und zehre noch lange vom laaaangen Urlaub:)

                          "aber ich kenne auch einige die Suchtprobleme hatten oder haben und viele die einfach immer wieder Rückfällig werden. Und zwar mit Therapie usw"

                          ja, das ist völlig normal bei suchterkrankungen und zwar völlig unabhägig davon ob mit oder ohne Therapie

                          "Wie viel Prozent der Alkoholker meist du schaffen es trocken zu werden von einem Tag auf den anderen ohne Hilfe? Auf dauer?"

                          dazu kann ich dir auch nichts sagen und bezweifle auch, daß es da wirkliche studien dazu gibt.
                          Aber ich glaube die meisten Alkoholiker hören genau so auf. Oftmals ist es wahrscheinlich eine körperliche erkrankungen/ eine schwere Krankheit, die als "warnschuß" gedeutet wird und die bei vielen Menschen, die über jahrzehnte alkohol mißbraucht haben dazu führt, daß sie "von einem tag auf den anderen "aufhören

                          Eine Therapie kann ja auch nicht viel mehr machen als dabei zu helfen, neue Strategien zu entwickeln..
                          das kann theoretisch natürlich auch jeder selbst/ mit dem besten Freund,...

                          Aber natürlich ist es für viele Menschen eine große Hilfe dabei professionelle stellen aufsuchen zu können.

                          was jedoch, wie du schon sagst, nicht bedeutet, daß das für rückfällen schützen würde.

                (23) 17.02.15 - 18:02

                Gut, wir es bei deinen chemischen Drogen ist kann ich nicht beurteilen. Auch der intensivität von diesem Entzug.
                Einen Rückfall hatte er nie, er hat auch heute keinerlei Interesse daran und kann rückwirkend nicht begreifen wieso er überhaupt getrunken hat.
                Auf Partys wo getrunken wird lehnt er genauso ab wie auch zuhause, wo er genauso leicht an Stoff käme.
                Wenn die Entgiftung erstmal rum ist, ist das meiste schon geschafft sagt er.
                Aber wie gesagt die anderen Fälle die ich kenne schafften trotz Therapie und Co nicht den Absprung.
                Kommt vielleicht auf den Grund an. Du warst in der 30. ssw?? als du es erfuhrst und hattest da einen Grund aufzuhören.
                Er hatte ebenso einen Grund aufzuhören, zum einen körperlich und auch seine Familie.

                • Eine Sucht ist eine Sucht, ich finde da macht es keinen Unterschied welcher Stoff süchtig macht. Und ich finde nicht dass nur die Entgiftung das schlimmste ist. Ja klar, Horror, aber auch die Zeit danach #zitter
                  Wie er da einfach sagt es ist ein Spaziergang, das ist mir ein Rätsel. #gruebel Aber gut, es erscheint mir wirklich unfassbar das ohne ärztliche Hilfe durchzuziehen und ohne Therapie, aber wenn es echt so sein sollte, dann bekommt er viele #pro#pro#pro#pro von mir. Dann ist es echt ne wahnsinns Leistung, vor allem es aif Dauer durchzuhalten.

                  • (25) 17.02.15 - 18:17

                    Nein, leicht war es nicht.
                    Aber er bekam einen körperlichen Warnschuss der ihn gehörig durchgerüttelt hat. Wein ist sehr aggressiv und verätzt auf Dauer Speiseröhre und Magen, ähnlich wie Magensäure von Bulemiekranken.
                    Die Speiseröhre platze, er verlor sehr viel blut und kam in letzter Minute per Rettungsheli ins Krankenhaus zum veröden und entliess sich abends selbst #klatsch
                    Er hat es nur knapp überlebt und da reichte es mir. Klipp und klar: Sauf weiter und stirb oder hör auf und ich halte mit dir Kontakt. Aber die Krankenhausaktion saß und er zog den Entzug allein durch und wie gesagt 8 Jahre. Nun mit Frau und Kind hat er noch mehr Gründe nie wieder zu trinken.
                    Leicht nein, aber die, die ih kennen ziehen den Hut vor ihm alle haben gedacht er säuft sich tot aber mit der Wende hat niemand gerechnet #pro

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