Ist fremdgehen wirklich verzeihbar?

    • (1) 16.04.15 - 21:07
      heutesoooo

      Hallo,

      Ich stecke gerade in einer ziemlichen Misere, hätte nie geglaubt das ich das hier schreibe......

      Mich hat es erwischt das mein Mann mich nach 19 Jahren betrogen hat, diese Frau ist ebenfalls verheiratet und hat 2 Kinder......

      Er war verknallt in sie, nachdem ich ihn rauschmiss bereute er alles und möchte ein Neustart, dem stimmte ich zu 19 Jahre sind nunmal nicht einfach wegzudenken, aber irgendwie kann ich das nicht verzeihen- wie lange braucht das Zeit? Kann man das überhaupt ohne sich selbst zu belügen?

      Ich denke ständig daran, wie er das nur tun konnte-er weiß es selbst nicht er sei da reingeschlittert......

      Er hat ein riesen Fehler gemacht und ich soll das jetzt verzeihen......

      Gibt es hier jemand der positives berichten kann- oder sind wir sowieso zum scheitern verurteilt?

      Dann kann ich mir dieses ewige Leid nämlich sparen- das ist grausam sag ich euch

      lg

      • Ein Fehltritt kann in so einer langjährigen Ehe passieren, es hätte auch anders herum sein können, dass Du Dich anderweitig verliebt hättest.
        Für mich ist es wichtig, dass man in einer Ehe auch verzeihen kann und Krisen übersteht.
        Natürlich gibt es auch unverzeihliche Dinge, z.B. eine jahrelange Affaire nebenbei oder permanentes Fremdgehen.
        Wiel lange ist das her und wie lange hat es gedauert bis er Dich um einen Neustart gebeten hat bzw. Du darauf eingegangen bist?

        • (3) 16.04.15 - 21:57

          Hallo,

          er hat 2 Wochen bei einem Freund gewohnt, bereute es aber am ersten Tag schon.

          Nach 2 Wochen kam er wieder nach Hause, weil ich uns die Chance geben wollte.

          Das ist jetzt 8 Mon her, wir reden viel er beantwortet alles und ist sehr ehrlich, ich spüre wirklich wie leid ihm das tut

          • Wie gesagt, ich finde, ein Fehltritt kann mal passieren. Aber er hinterlässt Spuren und es kann lange dauern bis man wieder vertrauen kann.
            Wenn Dir das in einigen Monaten immer noch nicht möglich sein sollte, solltest Du vielleicht wirklich über eine Trennung nachdenken.
            Vielleicht war die "Trennung" von 2 Wochen, die erfolgt ist, auch zu kurz.

          • Das ist jetzt 8 Mon her, wir reden viel er beantwortet alles und ist sehr ehrlich, ich spüre wirklich wie leid ihm daS tut
            -------

            Auch hierfür gobt es keine allgemeingültige Regel. Aber ich denke, irgendwann müsst ihr es gut sein lassen darüber zu reden. Nach 8 Monaten sollten eigentlich alle Fragen beantwortet sein, denn man dreht sich irgendwann nur noch im Kreis und manche Fragen werden besser nicht gestellt und beantwortet. Das würde dir nicht helfen und euch nocht weiterbringen.

            Nur so anhand deiner Schilderung hört es sich an als würdet ihr mehr Zeit mit Vergangenem verbringen als mit eurer gemeinsamen (möglichen ) Zukunft und das ist kontraproduktiv. Es ist sicher wichtig zu wissen, was zu dem Betrug führte bzw. was zwischen euch schief lief. Nur so kann man etwas ändern und weiter aufmerksam bleiben.

            Habt ihr mal an eine Ehetherapie gedacht? Hilfreich ist vielleicht auch eine Therapie für dich. Es hilft manchmal, mit Fachleuten zu sprechen. Ich fand beides sehr gut. Und die Paartherapeutin riet uns, die Gespräche über die Affäre ausschleichen zu lassen und wirklich zeitlich zu begrenzen. Keine wöchentlichen, stundenlangen Frage- und Antwortspiele mehr. Ich habe auch gemerkt, dass es nichts bringt und man sich letztlich im Kreis dreht. Besser ist es, am hier und jetzt zu arbeiten und das ganz bewusst und nicht einfach dort anzuknüpfen, wo man vor dem Betrug stand. Dann kann man es schaffen. Vergessen sicher nie, aber es ist wie eine Narbe, die zurückbleibt und gelegentlich mal schmerzt, aber immer besser wird. Begleiten wird sie einen ein Leben lang, vielleicjt irgendwann mal ganz unbemerkt und vergessen.

      Hallo,

      wichtig finde ich, dass du die Möglichkeit bekommst, alle Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu bekommen. Und wenn sich der erste Schock gelegt hat, solltet ihr ehrlich über eure Bedürfnisse, die unerfüllten und die erfüllten reden. Es ist einfach wichtig übereinander ins Gespräch zu kommen, so dass das nicht in Schuldzuweisungen endet sondern in gemeinsamer Arbeit an euch.

      Er sollte ggf auch für eine Zeit "offen gegenüber einer gewissen Kontrolle" sein, bis dein Bauchgefühl wieder zur Ruhe kommt.

      LG

    • Hallo,

      kann das zwar aus Erfahrung nicht beurteilen, würde aber sagen es geht.

      Ich denke es war gut, dass Du deinen Mann rausgeschmissen hast, denn es hat ihm gezeigt, dass ihn etwas an Dir liegt und er etwas verloren hat.

      Ob er nun in die andere wirklich verliebt war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Es passiert aber, dass plötzlich jemand da ist, der einen mehr als anspricht. Habe ich trotz sehr guter Beziehung selbst erlebt. Bin allerdings treu geblieben.

      Ich glaube, ich hätte auch ein Problem damit einfach zur Tagesordnung überzugehen. So ein Vertrauensbruch braucht Zeit und ob sich der Riss reparieren lässt, hängt von Euch beiden ab.

      Mach Deinem Mann klar, dass sein Fehltritt eigentlich unverzeihlich ist und Du viel Zeit brauchen wirst, um das zu verkraften. Und sage ihm, dass es keinen zweiten Fehltritt geben kann und wird, denn Du akzeptierst.

      Ich würde mit ihm auch nicht ins Bett gehen, bevor ich das innerlich überwunden hätte. Jetzt sollte eine Aufarbeitung im Vordergrund stehen.

      LG

      Carola

      Verzeihen ja - vergessen nein
      Und das ist es was an dieser Situation so grausam ist.

      Ich könnte nicht mehr vertrauen! Das würde mich zerstören.

      Bei waren es keine 19 Jahre Ehe und es waren auch keine Kinder im Spiel, aber es zumindest eine lange Beziehung und ich war echt richtig verliebt.
      Und junge hat mir es mir den Boden unter den Füßen weggezogen als ich es erfahren habe. Ich war jung und konnte mit den Emotionen wirklich nicht umgehen und habe es versucht, aber auch nach langer Zeit konnte ich das nicht vergessen, so dass ich sie irgendwann habe gehen lassen. Selbst wenn ich heute noch an dieses Gefühl zurück denke zieht es in mir alles zusammen. Damals hat mich das wirklich wirklich getroffen. Immer wenn ich damals daran gedacht habe - das Gefühl kann man irgendwie gar nicht so richtig beschreiben - hat sich eben alles in mir zusammengezogen und eine unglaubliche "schwäche" hat mich über kommen. Ich war nicht mehr ich selbst.

      Heute lache ich über mein damaliges Ich und mit der Frau bin ich nach wie vor wirklich befreundet und ich habe ihr lange verziehen. Ich konnte einfach nicht mir der Situation umgehen auch nach langen Monaten nicht.
      Eins ist ganz sicher sollte mir so etwas heute nochmal passieren, gibt es einen Tritt ohne wenn und aber. Da gäbe es keinerlei Diskussionen mehr vollkommen egal warum und weshalb, denn so einen "emotionalen Zustand" will und werde ich nicht mehr durchleben.

      Menschen sind unterschiedlich. Manche können so etwas verzeihen und auch noch mit dem Menschen eine harmonische Beziehung führen und manche eben nicht. Ob Du das kannst, kannst nur Du wissen, aber nach 8 Monaten sollte es doch schon besser sein, wenn es besser wird...

      (10) 16.04.15 - 22:50

      Verzeihen Ja, vergessen nein. Zumindest ich nicht in den letzten 8 Jahren. Auch wenn ich Tagelang mal nicht daran denke dann kommt ein Traum in den er mich z.B. mit einer Arbeitskollegin betrügt. Ohne das ich den geringsten Hinweis habe das da was wäre oder er mir Grund gibt.

      Aber im großen und ganzen findet sich fast jeden Tag eine Szene im Fernsehen, ein Zeitungsartikel oder ein paar aufgeschnappte Worte die einen daran erinnern.
      Trozdem möchte ich keinen anderen Mann. Seine anderen guten Eigenschaften überblenden diesen alten Ausrutscher.

      Manchmal merkt man erst durch so einen fehltritt erst, was man am partner hat. Versuch es. Das vertrauen muss natürlich erst neu entstehen, aber durch eine gesunde eifersucht, kannst auch du ihm zeigen, was er dir bedeutet. Wünsche euch was.

      Man kann das so pauschal gar nicht sagen, ob man einen Seitensprung verzeihen kann oder wie lange es dauert. Es kommt auf so viele Faktoren an.

      Ich könnte mir vorstellen, dass ich unter gewissen Umständen verzeihen könnte. Dass du spührst, dass dein Mann bereut, ist schon eine gute Basis.

      Was an seinem Betrug verletzt dich am meisten? Ist es der verletzte Stolz? Der Vertrauensbruch?

      Ich könnte mir vorstellen, dass mein Stolz sehr gelitten hätte. Aber wenn man die Emotionen mal beiseite lässt und die Situation nüchtern betrachtet, dann hat das ganz wenig mit Stolz zu tun. Es ist eine Verkettung ungünstiger Umstände und falscher Entscheidungen.

      Dein Mann hat sich in diese Frau verknallt. Das ist sicher nicht von heute auf morgen passiert. Dazu gibt es eine Vorgeschichte.

      Vielleicht war eure Ehe zu diesem Zeitpunkt ein wenig eingefahren. Der Alltagstrott hat sich eingeschlichen, die kleinen Aufmerksamkeiten und Zertlichkeiten sind weniger geworden. Man versteht sich blind. Die interessanten Gespräche wurden seltener. Man lebte so nebeneinander her. Und dann kam diese Frau. Mit ihr konnte er wieder lachen und gute Gespräche führen. Sie schenkte ihm Aufmerksamkeit und gab ihm das Gefühl wieder begehrenswert zu sein. Hier an dieser Stelle hätte er die Notbremse ziehen sollen! Aber dafür ist es meistens schon zu spät. Die Hormone fahren schon Achterbahn und die Welt ist rosarot. Man hat einen Tunnelblick. So ist das, wenn man sich verknallt. Die Welt um einen herum tritt in den Hintergrund und alles andere verliert an Bedeutung. So funktioniert das menschliche Gehirn und es ist nur ganz schwer in diesem Zustand einen klaren Gedanken zu fassen.

      Erst wenn die Sache auffliegt und man mit einem lauten Knall aus diesem Zustand erwacht, merkt man, was man da angerichtet hat. Ja und dann ist es meistens schon zu spät.

      Über die Umstände in eurer Ehe habe ich natürlich nur spekuliert. Ihr müsst selbst herausfinden, was schief gelaufen ist und wo der Punkt "of no return" gewesen ist um solche Situation in Zukunft zu vermeiden oder um rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Damit du wieder Vertrauen fassen kannst.

      Du solltest dir vor Augen halten, dass du wahrscheinlich den gleichen Fehler gemacht hättest, wärst du an Stelle deines Mannes und dass seine Tat nicht die Absicht hatte dich zu verletzten.

      Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles Gute.#klee

      • Genauso wie bruchetta führst Du an, dass sich die TE, in einer ähnlichen emotionalen Lage, analog zu zu dem Verhalten Ihres Mannes verhalten hätte. Woraus schliesst ihr das?

        Deine Ausführungen implizieren ja, dass dass ein Betrügen in einer "angeschlagenen" Beziehung kausal zwingend ist. Auch die Vermutung, dass "eine Verkettung von ungünstigen Umständen" ausschlaggebend für das Fremdgehen war impliziert auch, dass der Mann keine Möglichkeit hatte anders zu handeln und entbindet ihn somit jeglicher Verantwortung für sein handeln.

        Denkt man nun Deine Argumentation zu Ende, kommt man zu dem Schluss, das der Mann wieder betrügen muss (oder eben die Frau betrügt dann), sollte sich wieder der Alltagstrott einschleichen, was ja sehr wahrscheinlich so ist.

        Letztendlich ist Dein Erklärungsansatz, dass der Partner ausschließlich auf äußere Reize

        reagiert ohne in der Lage zu sein bewusste Entscheidungen zu treffen.
        Hm,..ob das von Dir gezeichnete Bild hilfreich ist.

        Na, seis drum wir sind eben alle auch nur Tiere...^^

        • "Deine Ausführungen implizieren ja, dass dass ein Betrügen in einer "angeschlagenen" Beziehung kausal zwingend ist. "

          Nein nicht zwingend, aber möglich, wenn die Umstände ungünstig sind.

          "Auch die Vermutung, dass "eine Verkettung von ungünstigen Umständen" ausschlaggebend für das Fremdgehen war impliziert auch, dass der Mann keine Möglichkeit hatte anders zu handeln und entbindet ihn somit jeglicher Verantwortung für sein handeln."

          Nein, das missverstehst du. Er hatte die Möglichkeit anders zu handeln. Nur ist es in dieser Situation nicht so einfach, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir neigen nun mal nicht dazu in emotionalen Situationen rational zu entscheiden.

          " Denkt man nun Deine Argumentation zu Ende, kommt man zu dem Schluss, das der Mann wieder betrügen muss (oder eben die Frau betrügt dann), sollte sich wieder der Alltagstrott einschleichen, was ja sehr wahrscheinlich so ist."

          Auch hier muss ich widersprechen. Wenn ich in einer Situation falsch gehandelt habe und das hatte weitreichende Folgen, dann analysiere ich wo der Fehler lag und was ich vermeiden muss um den gleichen Fehler nicht noch mal zu machen.

          " Na, seis drum wir sind eben alle auch nur Tiere...^^ "

          Biologisch gesehen sind wir genau das.:-)

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