Fernbeziehung: gute Erfahrungen und Tipps?

    • (1) 13.05.15 - 11:29

      Hallo zusammen,

      mich würde interessieren, wer von euch schon eine glückliche Fernbeziehung geführt hat/derzeit führt.

      Wie schafft ihr das? Wie gelingt es euch, trotz Sehnsucht und Fernweh im Moment zu leben und das Leben im Hier und Jetzt zu genießen?

      Freue mich auf euere Antworten!

      Beste Grüße
      mariepan

      • Hallo!

        Die ersten beiden Jahre mit meinem Mann waren eine Fernbeziehung. Als wir zusammenkamen, trennten uns 600 km. Wir waren beide im Studium, es war also auch nicht die Kohle da, sich öfter als alle zwei Wochen zu treffen. Zeit auch nicht.

        Was uns geholfen hat, überhaupt erstmal eine Beziehung aufzubauen über diese Distanz, war eine gewisse Routine. Wir haben täglich telefoniert, immer um etwa die gleiche Zeit. Handys hatten wir noch nicht, der Festnetzanschluss wollte mit der WG geteilt sein, also: feste Zeit, jeden Abend.
        Damit hatte man schonmal so Fluchtpunkte im Alltag, um die Sehnsucht nicht übermächtig werden zu lassen. ;-) Und die Möglichkeit, sich auch mal zu streiten, zu nerven und am Alltag teilzuhaben, denn natürlich säuselt man sich nicht zwei Jahre lang jeden Tag die Ohren voll.

        Und sonst... ein eigenes Leben führen. Freundschaften pflegen, Leute treffen, rausgehen, Hobbys haben, eigenen Alltag leben halt. Sich nicht zu sehr auf den anderen konzentrieren, denn der ist ja eh nicht da. ;-)

        Hat geklappt bei uns. Sind jetzt 14 Jahre zusammen, davon 7 verheiratet. :-)

        Hallo mariepan,

        na das ist ja mal MEIN Thema. ;-)

        Ich führe seit inzwischen 6 Jahren eine Wochenendbeziehung mit meinem Mann. Wir haben diese von Anbeginn geführt. Obwohl ich mir damals niemals eine Wochenendbeziehung hätte vorstellen können, als ich meinen Mann kennenlernte, war es um mich geschehen. Es stand für mich völlig außer Frage, die Beziehung mit ihm trotzdem einzugehen.

        Wir sehen und meistens am Wochenende. Selten kommt es dazu, dass er am Wochenende nicht nach Hause kommen kann, das kommt aber auch vor. Beruflich bedingt sehen wir uns noch dazu häufiger mal mehrere Wochen oder Monate am Stück nicht.

        Um eine Fernbeziehung gut zu überstehen, braucht es jede Menge Vertrauen in den Partner und eine unheimlich gute Kommunikationsgrundlage. Solange man immer telefonieren kann, ist alles kein Problem. Schwieriger ist schriftlicher Austausch, da es dabei leichter zu Missverständnissen kommt. Es kommt also auch immer etwas auf die Art der Fernbeziehung an.

        Dazu musst du dein eigenes Leben führen. In den meisten Beziehungen fußt das ganze Leben auf den Partner. Die Betroffenen merken das meist nicht oder können es sicht nich eingestehen, aber dem ist so. Das merkt man dann am meisten, wenn diese Paare mal eine Woche getrennt sein müssen.

        Du musst deine eigenen Hobbys, deinen Freundeskreis, deine Beschäftigung haben. Man darf in einer Fernbeziehung nicht erwarten, dass einen der Partner glücklich macht - das muss man selbst tun. Nur wenn du selbst zufrieden mit dir und deinem Leben bist, bist du ausgeglichen genug für diesen Beziehungstyp. Wichtig ist auch, dass man all das nicht fallen lässt, wenn der Partner dann doch mal länger zu Hause ist!

        Die Momente im Hier und Jetzt zu genießen schaffst du, indem du dir viele schöne Momente ohne Partner verschaffst. Ausgehen, Freunde treffen, das Wetter genießen, Saunagänge, Kino, Unternehmungen mit den Kindern, Vereine, etc. Man muss lernen, dass nicht alles Glück am Partner hängt und muss lernen, auch alleine glücklich sein zu können.

          • Momentan ist das Ende nicht absehbar. Wir werden mal sehen, was sich so ergibt. :-D

            Hey, erst einmal vielen Dank für eure Erfahrungen. Freut mich, dass es bei euch so super geklappt hat :)

            Ich finde es bemerkenswert, wenn Menschen eigenständig, selbstbewusst und ausgeglichen sind. Und ich weiß selbst, wie anstrengend ist, wenn jemand starke Selbstzweifel hat und ständig Bestätigung braucht. Ich möchte jetzt nicht von mir behaupten, dass ich total unselbstständig und unausgeglichen bin, allerdings habe ich schon noch an mir selbst zu arbeiten. Die Frage ist wie?

            Ich stelle bei mir fest, dass ich bei vielen Tätigkeiten nicht richtig bei der Sache bin. Oft drifte ich mit meinen Gedanken ab und träume vor mich hin. Außerdem ziehe ich öfter das Handy aus der Tasche und bin in der Versuchung meinem Freund zu schreiben. Oder ich schau mir irgendwelche gemeinsamen Fotos an. Diese "Nicht-Präsenz" hat sicherlich auch etwas mit meinem Charakter zu tun, aber die Ferngeschichte und Smartphone mit tausend Möglichkeiten verstärkt das noch mal.

            Im Moment würde ich einfach gerne lernen, den Moment zu genießen und weniger Tagträumen nachzuhängen... Bin allerdings ratlos, wie ich das umsetzen möchte. VIelleicht geht das nach der schlimmen "frisch verliebt"-Phase auch wieder besser...?

            • Tja, manches war ohne Smartphones und mit Internet übers Modem (zu viert geteilt!) halt doch einfacher. Da stellte sich niemals die Frage, ob man ihn flugs antextet und warum zum Kuckuck er sich nicht zurückmeldet. Ich glaube, genau diese Fragen hätten mich ebenfalls unglaublich Zeit und Nerven gekostet. #schwitz

              Und dass man in der Phase der ersten Verliebtheit ständig vor sich hinträumt, nicht bei der Sache ist, ist doch ganz normal, oder? Dafür braucht es nicht mal eine Fernbeziehung. ;-)

              Also mal ganz ehrlich - für Tagträume, Fotos gucken und vor-sich-hin-träumen braucht es während der frisch-verliebt-Phase noch nicht einmal eine Fernbeziehung. Du wärst momentan sicherlich genauso, auch wenn ihr euch jeden Tag sehen könntet. #verliebt

              Jaja, der Fluch der modernen Technik...

              Die Verführung, sich ständig erreichen zu können (oder wollen) ist natürlich da. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist. Ich musste trotz Handy / Smartphone und sms / whatsapp lernen, dass ich meinen Mann eben nicht immer erreichen kann. Ich könnte ihm zwar dauernd Nachrichten schreiben, das brächte uns beiden aber nichts. Er kann nicht ständig online sein und wäre sicherlich nicht erfreut, wenn er dann mit einem Schlag "14 neue Nachrichten" hat.

              Auch das ist etwas, das man leider lernen muss. Nicht dauernd gucken, wann der Partner online war. Sich vor allem nicht grämen, wenn er online war, aber nicht geschrieben hat! Was waren das noch Zeiten, als man sich wegen derlei nicht rechtfertigen musste! #rofl

              Genieße diese Phase und hänge deinen Tagträumen hinterher (wenn du nicht gerade Auto fährst oder schwere Maschinen bedienst). Es gibt doch nichts Schöneres als diese erste Zeit, in der man sich nacheinander verzehrt und nur an den jeweils anderen denken kann. Keine Sorge, das verfliegt bekanntermaßen nach ein paar Wochen von ganz allein.

      (9) 13.05.15 - 14:06

      Für eine gewisse Zeit ok, aber auf Dauer geht es nicht. Zumindest nicht für mich, weil man den anderen nie richtig kennenlernt.

      (10) 13.05.15 - 14:13

      Hallo,

      ich (heute 31) und mein Mann hatten als wir zusammen kamen (ich 16, er 23 Jahre alt) eine Fernbeziehung, die vier Jahre andauerte. Wobei wir nicht allzu weit voneinander wohnten (ca. 120 Km), uns aber halt nur am WE sehen konnten.

      Das hat prima geklappt. Wir haben viel sms geschrieben (2000 gabs whatsapp noch nicht ;-) ) und uns konsequent jedes WE gesehen.

      Dann sind wir, nachdem ich meine Ausbildung beendet hatte, zusammen gezogen. Ein Jahr haben wir zusammengelebt und dann geheiratet (wir wollten erst schauen ob eine "normale Beziehung" unter einem Dach auch funktioniert).

      Wie gesagt, wir haben viel sms geschrieben, alle paar Tage telefoniert (wir sind beide nicht so die gerne-telefonierer) und die Zeit die wir miteinander hatten, haben wir wirklich genossen.

      Unter der Woche hatte jeder mit Eltern und Freunden genug Ablenkung. Also ich würde es jederzeit wieder machen. Die Zeit die man dan miteinander hat, ist Gold wert und wird auch genutzt. Zusammen leben ist auch schön und ich liebe ihn auch nach 15 Jahren mehr als alles auf der Welt, aber es kehrt halt schon Alltag ein und man nutzt nicht mehr jede Minute und himmelt einander an. Wobei ich das heute auch nicht mehr so brauche wie damals als Teenager ;-)

      (11) 13.05.15 - 17:07

      Fernbeziehungen? Der Begriff an sich ist nicht stimmig.
      Ferne und Beziehung passen selten zusammen.

      WE-Beziehungen sind über einen überschaubaren Zeitraum "problemlos" machbar.

      Wenn es sich um Fernbeziehungen handelt (über tausende von Kilometern) wird es schwierig.

      Ich schreibe von einer Zeit, in dem es kein PC, kein smartphon und ähnliches gab.

      Von meinen 22 ehemaligen MA sind 20 geschieden worden. Ich auch.

      Was nutzt das "viele" Geld was angeschafft wurde wenn die eigene Tochter irgendwann sagt: der Onkel, der sonst hier im Haus wohnt ist viel netter als du.

      Und ich muss sagen, wir alle haben uns Charakterlich sehr verändert.
      Ob zum Vorteil oder zu Nachteil das müssen andere Menschen beurteilen.
      Selber glaube ich, eher zu Nachteil was die Pflege der Ehe/Fernbeziehung angeht.

      Zu allem Überfluss haben wir unsere Baustellen überwiegend in muslimisch geprägten
      Regionen abgearbeitet.

      Was mir wirklich, besonders im Nachhinein schmerzlich in Erinnerung ist:

      ich habe mein Kind nicht aufwachsen sehen. Nie wieder nachzuholen!

      FG acentejo

      Ich habe selber schon eine Fernbeziehung geführt. Wenn man sich liebt und vermisst, ist es möglich, dass sich durch die Sehnsucht nach dem Partner die Gefühle noch mehr intensivieren. Wenn alles stimmt in der Beziehung, ist es kein Problem meiner Erfahrung nach. Ich finde nur, dass irgendwann ein Ende absehbar sein sollte. Zumindest, wenn man Kinder haben möchte. Egal, ob in 1 oder 5 Jahren.

      Allerdings kenne ich ein Paar, das zwei schon erwachsene Kinder hat und seit über 20 Jahren eine Fernbeziehung führt, da der Mann in einer Stadt arbeitet - und die Frau in einer anderen Stadt, die 200 km entfernt ist. Beide haben sehr gute Jobs. Er wohnt unter der Woche in einem angemieteten Zimmer, sie wohnt unter der Woche im Eigenheim. Am Wochenende und an verlängerten Wochenenden sehen sie sich. Sie lieben sich augenscheinlich; die Entfernung hat ihrer Ehe nicht geschadet. Sie sind auch ständig am telefonieren und am skypen.

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