ekel vor frauen

    • (1) 08.12.15 - 08:45
      tag_und_nacht

      hallo zusammen,
      da ich nirgendwo was finde, möchte hier mal nachfragen wem es so geht wie mir.
      ich ( weiblich, ende 30 ) ekel mich sehr vor frauen.wann das angefangen hat oder wodurch, kann ich nicht sagen, bewusst ist das etwa seit 20 jahren so.
      es ist jetzt kein riesen problem, ich umgehe es einfach.zur begrüßung kurz drücken, geht gerade noch so, aber bloß keinen kuss auf die wange.
      ich mag auch nicht wenn eine frau mich nur kurz über dem arm oder rücken streichelt, es schüttelt mich sofort.
      vor einigen jahren habe ich meine mutter ausversehen auf dem mund geküsst, ich bekomme bei dem gedanken heute noch einen schauer.
      in der regel vermeide ich jede art von körperkontakt zu frauen schon automatisch.
      ärztinnen meide ich so gut es geht und gehe auch freiwillig zu keiner hin, ausser es geht nicht anders wie z.b. bei der kur.
      heute muss ich wegen anderem zu einer gutachterin.ich versuche es positiv und locker zu sehen und habe bewusst bei der krankenkasse nicht nachgefragt ob ich nicht woanders hin kann.aber wenn ich daran denke sie muss mich anfassen, überkommt mich ein grauen.
      ich arbeite mit mehreren frauen zusammen und bekomme alleine schon, wenn sie sich darüber unterhalten wie sie ihre periode haben, einen riesen ekel.
      ich meide auch dort die toilette, trinke extra wenig damit ich das aushalte, weil ich mich so ekel.

      jetzt kann man sagen, dass ich mich anstelle und vielleicht ist das auch so, aber ich bekomme es nicht weg.es gibt sicherlich schlimmeres, dennoch würde ich gerne wissen ob ich damit wirklich so alleine bin.
      vielleicht hat auch jemand einen link für mich, ich habe zwar gestöbert, finde nur leider nichts.

      vielen dank :-)

      • Hallo,

        einen Link habe ich nicht, aber Verständnisfragen - entschuldige.

        Du bist selbst eine Frau. Wie kommst Du mit Dir und Deiner Biologie klar?
        Du sagst, es sei seit ca. 20 jahren so. Da muss es doch dann auch einen Auslöser geben?
        Bist Du in Behandlung wegen einer Zwangserkrankung?

        Grüße
        hundkatze.maus

        • (3) 08.12.15 - 09:09

          ich komme mit mir sogar sehr gut klar, mag an mir so gut wie alles.sicher kleinigkeiten hat man ja immer zu bemängeln, aber irgendwie mag ich auch die, weil die mich ja auch ausmachen.
          leider habe ich wirklich keine ahnung woher das kommt, ich erinnere mich nur das ich diesen ekel in der pubertät nicht hatte, denn da habe ich mal mit einer freundin geknutscht weil wir wissen wollten wie küssen geht und da war das kein problem.

          deswegen eine behandlung anstreben, weiß nicht, finde ich irgendwie übertrieben.
          ich habe dadurch ja keine störende nachteile oder ziehe andere in mitleidenschaft.

          lg

          • Also, ich würde sagen wenig trinken um nicht auf eine Toilette gehen zu müssen, auf die auch andere Frauen gehen, ist schon ein störender Nachteil.

            Ich glaube, dass Du Dich in den vielen Jahren damit abgefunden hast, dass es eben so ist. Ich gehe aber schon davon aus, dass Dein Leben lebenswerter wäre, wenn dieser Ekel / diese Abneigung nicht derart ausgeprägt wäre.

            Aber letztendlich musst das natürlich selbst wissen. Solange andere nicht zu Schaden kommen, ist es ja "Dein Problem" und nicht das der anderen.

      (5) 08.12.15 - 09:14

      Hallo,

      ich kann das in Ansätzen nachvollziehen, auch wenn ich das nicht so ausgeprägt erlebe wie du.

      Ich war nie eine Frau oder ein Mädchen, dass sich gerne mit anderen Frauen über Periode oder Sexualität unterhalten hat. Ich habe auch mit meiner eigenen Sexualität Probleme. Ich kann das häufig, nicht immer ausblenden, aber im Grunde genommen, ekelt mich das weibliche Geschlechtsorgan, meins und das aller anderen Frauen auch.

      Eine Erklärung für meine Aversion habe ich auch: Ich habe eine Mutter, die sehr grenzüberschreitend war und insgesamt einen eher laxen Umgang mit Hygiene und dafür einen sehr lockeren Umgang mit Sexualität hatte. Dabei war sie dann aber irgendwie auch wieder verklemmt.

      Ungute Kombi, das auszuführen ginge zu weit. Aber ein paar Beispiele:

      "Aufgeklärt" wurde ich, indem sich meine Mutter irgendwann auf mich schmiss, Koitus-Bewegungen machte, dabei stöhnte und mir dann sagte: So werden Babys gemacht.

      Mich schüttelt es heute noch, wenn ich dran denke. Genauso geht es mir, wenn ich mir vorstelle, meine Mutter auf den Mund küssen zu müssen, was sie ständig versucht, ich aber mittlerweile durch Kopf wegdrehen gut vermeiden kann. Mein Brustwachstum in der Pubertät wurde ständig überprüft, indem mir einfach unversehens von hinten unter das T-Shirt gegriffen wurde. Furchtbar. Wenn ich auf Toilette war, kam sie ständig rein, genauso beim Duschen etc.. Dazu kommen noch, wie gesagt, viele andere Dinge, die ich nicht ausführen mag.

      Im Gegensatz zu dir kann ich aber den Gedanken an die weibliche Sexualität beim Zusammentreffen mit meinen Geschlechtsgenossinnen ausblenden. Sie dürfen mich umarmen (wenn es sein muss) und ich habe auch keine Angst vor dem Besuch einer öffentlichen Frauentoilette. Ich denke da einfach nicht an die anderen Besucherinnen.

      Bei dir scheint das alles aus dem Ruder gelaufen zu sein. Hast du eine unangehme Schlüsselerfahrung oder vielleicht auch eine "seltsame" Mutter?
      Was geht in deinem Kopf für ein Film ab, wenn dich eine Frau freundschaftlich umarmt? In deinem Fall würde ich, wenn es dich sehr belastet, mal eine Therapie anstreben, um da aufzuarbeiten, was da im Argen liegt. Ich denke, ein guter Psychologe müsste mit deinem Problem was anfangen können. Verhaltenstherapeutisch könnte man das sicherlich auch angehen, so dass du etwas unbelasteter durch den Alltag kommst.

      • (6) 08.12.15 - 11:50

        danke für deine ausführliche antwort :-)

        <<<<<"Aufgeklärt" wurde ich, indem sich meine Mutter irgendwann auf mich schmiss, Koitus-Bewegungen machte, dabei stöhnte und mir dann sagte: So werden Babys gemacht.>>>>

        ganz schön heftig von deiner mutter!

        so war das bei uns nie. allerdings waren meine eltern sehr verklemmt/prüde, sex und alles was damit zu tun hat, war absolut tabu und unangenehm.zumindest uns kindern gegenüber.meine eltern waren zwar sehr sauber, aber meine mutter konnte mir körperhygiene nicht vermitteln, ebenso nicht als der erste BH zur sprache kam.das alles hat ihre freundin für sie übernommen und mit mir gesprochen, meine mutter war dabei immer im hintergrund.

        allerdings, obwohl sexualität bei uns ein absolutes tabu war, bin ich dahingehend sehr offen und locker.ich habe damit kein problem, auch nicht mit meinen eigenem geschlechtsorgan.dafür bei anderen frauen umso mehr.ich sehe sie als usselig an, egal wie sehr sie zurecht gemacht wirken.

        wenn mich eine frau freundschaftlich umarmt, gehe ich meist auf abwehr.also, ich umarme natürlich zurück weil ich sie ja als mensch mag, aber es ist eine mauer da.

        es belastet mich nicht so sehr, dass ich denke ich bräuchte eine therapie.ich kenne mich ja generell schon immer als als sehr verworren, aber dennoch weiß ich es ist nicht normal und denkanregungen/hinterfragen finde ich immer gut.

        lg

    Geht das in Richtung Homophobie? Das ist nicht wertend gemeint!

    • (8) 08.12.15 - 11:14

      das würde ich auch nicht wertend auffassen :-)

      in diese richtung geht es aber absolut nicht, ich habe kein problem mit lesben und schwulen, hatte ich noch nie.

      Ich kann mich deiner Antwort nur anschließen.
      Erziehungssache.
      Auch meine Mutter war im Umgang mit ihrer sexualität sehr enthemmt ,das hat mich geekelt ,geschämt,geprägt.

      Ich habe keinen Ekel vor Frauen empfinde aber enthemmtes sexualverhalten seiner Umwelt u vor allem Kindern gegenüber ganz abstoßend.
      Mir wäre es lieber gewesen zu glauben meine Mutter hat keinen Sex .

      Lg

Hallo

deinen "Leidensdruck" kann ich nicht wirklich einschätzen.

Ich würde mich eingeschränkt fühlen.
Das Zusammensein mit Frauen war für mich in jedem Lebensalter immer wichtig .Egal ob es sich um Freundinnen, Mutter, Oma ,Tanten, Schwester ( früher zumindestens )Arbeitskolleginnen handelt.
Ich habe aber auch viel Solidarität und Unterstützung erfahren.Auch (Kurz)Urlaube oft interessenbedingt, mit Frauen sind mir wichtig.
Ekel zu empfinden wäre mir too much.Da würde ich Ursachenforschung betreiben.

L.G.

  • (11) 08.12.15 - 14:28

    hallo,

    mein "leidensdruck"...hmmm....vermutlich fühl ich ihn nicht so hoch weil, wie hier jemand vermutet, ich mich daran gewöhnt habe.

    für jemanden wie dich, dem gewisse menschen und die nähe so wichtig sind ( wie wohl den meisten ) kann ich verstehen wenn man da intensive ursachenforschung betreibt, aber für mich war dieses "zusammen sein" noch nie so wichtig.ist aber natürlich auch einfach zu sagen da ich dennoch schon immer und überall sehr gelitten war.

    zumindest ist mir jetzt hier aufgefallen, dass, wenn ich selber und freiwillig auf eine frau zugehe, ich nicht ganz das problem habe.da bin ich offener.
    das ist doch vielleicht ein kleiner schritt zur ursachenforschung .

    danke für deine antwort.lg :-)

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